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Paula ...



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...   Erstellt am 25.01.2009 - 23:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich kann es nicht mehr sehen. Seit Wochen schon blickt mich Tom Cruise mit Augenklappe aus allen möglichen Zeitungen entgegen.
Noch bevor der Film über den Hitlerattentäter Graf von Stauffenberg in die Kinos gekommen ist, hat der Film und die Person Tom Cruise für viel Zündstoff gesorgt.
Darf ein Scientologe wie Tom Cruise, den deutschen Widerstandkämpfer spielen?
Sollen in Gedenkstätten überhaupt Spielfilme gedreht werden?
Und welches Bild vom deutschen Widerstand wird entstehen, wenn Hollywood daraus Heldenkino macht?

Das Tom Cruise 2007 den Bambi in der Kategorie „Courage“ erhalten hat, hat mich befremdet.
Ich fand das peinlich und keinesfalls einen Höhepunkt dieser Veranstaltung.
Heldenverehrung noch bevor der Film in den Kinos war. Couragepreis wofür?
Worin besteht eigentlich der Mut für einen Schauspieler, eine Rolle zu spielen, auch wenn es um wie in diesem Fall, die Rolle des Hitlerattentäter.
Das ist mir unerklärlich und blieb auch bis heute ungeklärt.
Wohlgemerkt, den Film um den es geht, hatte zu dem Zeitpunkt, November 2007, noch niemand gesehen.
Bereits vor Drehbeginn sprang die Presse Tom Cruise eilig zur Seite.
Die FAZ überschlug sich mit Lobeshymen. Deutscher Widerstand wird zu einem Thriller vermarktet.
Das Ansehen Deutschland steigt mehr als bei 20 Fußball Weltmeisterschaften stand in der FAZ.

Da bleibt meiner Meinung nach kein Platz für die Frage, wie aus Sympathisanten, Gegner des Regimes wurden.

Seit Donnerstag ist er im Kino. Ich werde ihn mir ansehen, trotz meiner Skepsis.
------------------------------------------------



FAZ - Laudatio auf Tom Cruise
Ein Mann der Courage
Von Frank Schirrmacher

Auszug

Es bedurfte eines Querdenkers, um dieses Vorurteil zu durchbrechen. Es bedurfte eines Weltstars, um sich damit im Ausland Gehör zu verschaffen. Durch seine Entscheidung, Graf Stauffenberg sein Gesicht zu leihen, wird Tom Cruise das Bild, das die Welt sich von uns Deutschen macht, verändern. Das Ansehen des Landes zu retten, gerade auch im Ausland, war einer der wichtigsten Beweggründe Stauffenbergs bei seiner Tat. Durch Tom Cruises mutige Entscheidung, diese Rolle zu spielen, wird Stauffenbergs Anliegen auf mittelbare Weise doch noch verwirklicht. Eine breite Öffentlichkeit wird anhand seiner Geschichte verstehen, dass man sich dem Unmenschlichen widersetzen kann, und dass Heldenmut und eine menschliche Haltung noch wichtiger sind als der Erfolg einer Tat.
kompletter Artikel

[Dieser Beitrag wurde am 25.01.2009 - 23:28 von Paula aktualisiert]




Mondnixe
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...   Erstellt am 27.01.2009 - 14:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula, gehe in den Film, du wirst es nicht bereuen.
Der Film wurde so zerredet, dass ich angenehm überrascht war, dass es ein richtig guter recherchierter Film ist. Keine Effekthascherei, auch wenn er mich nicht vom Stuhl gerissen, so wie Tom Cruise es meinte, aber das ist in Deutschland auch ein bisschen schwierig, wenn man weiß, wie es ausgeht, und wenn man die Geschichte als solche kennt. Das Wort Thriller ist deplaziert.
Für mich kam es jetzt nur darauf an, wie ist die deutsche Geschichte umgesetzt worden.
Und da gibt es überhaupt keine Einwände von meiner Seite.
Der Film hat es verdient, gesehen zu werden.




besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 27.01.2009 - 15:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


diese film ist historisch korrekt recherchiert.
leider kann ich tom cruise nicht leiden, ich finde, er ist ein gräßliche schauspieler.

interessant wäre allerdings den deutsche karakterkopf christian berkel zu sehen, der in meine augen ein hervorragender mime ist.

wir haben am rande diese ganze zirkus mitbekommen, sollte herr cruise in bendler-block drehen dürfen oder nicht.
er durfte zu guten letzt.

auf unsere alte matthäus friedhof wurde stauffenberg bestattet, aber nur für 3 tage.
dann haben ihm die braunen ausgegraben, eingeäschert und seine asche verstreut, wegen ein befürchtete wallfahrtstelle.
jetzt erinnert nur ein gedenktafel dort an ihm.

Gedenkstein für die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944




Robert ...



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...   Erstellt am 27.01.2009 - 20:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich finde nicht, dass es ein Thriller ist, ich finde noch nicht einmal, dass es eine Heldengeschichte ist. Es ist eine Geschichte des Attentats. Es ist ja nicht eine Geschichte über Stauffenberg.
Stauffenberg wird nicht analysiert, aber das kann man den Filmmachern nicht zum Vorwurf machen. Er ist auch in Deutschland unterschiedlich analysiert worden. Der Film ist eine Ablaufgeschichte, wie hat das funktioniert, wie ist das gegangen, wo waren die Fehler und warum hat es nicht geklappt, und das zeigt der Film sehr ordentlich.
Die Schauspieler waren alle hervorragend, ob man den Cruise nun mag oder nicht, er ist ein guter Schauspieler.
Judith, den Berkel solltest du nicht versäumen.




<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 28.01.2009 - 00:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mondnixe schrieb
    Für mich kam es jetzt nur darauf an, wie ist die deutsche Geschichte umgesetzt worden.
    Und da gibt es überhaupt keine Einwände von meiner Seite.
    Der Film hat es verdient, gesehen zu werden.

Nun, ich habe diesen Film noch nicht gesehen, deshalb kann ich mich sehr schwer zu dessen historischen Umsetzung äußern.
Was hingegen das "Heldenepos Stauffenberg" betrifft, so kann ich mich seiner gängigen Einschätzung als vermeintlicher "Held des Widerstandes" nicht anschließen.

Leider gab es zur damaligen Zeit keinen nennenswerten Widerstand und jede nachträgliche Geschichtsklitterung kann nur der krampfhafte Versuch sein, entweder das eigene Gewissen zu beruhigen oder der Weltöffentlichkeit die Mär vom Widerstand vorzuspiegeln. Vielleicht auch beides.
Dazu werden dann gerne die Geschwister Scholl, aber auch Graf Stauffenberg bemüht.
Wozu?
Wir Deutsche sollten vielmehr heilfroh darüber sein, daß dieses Attentat auf den "Gröfaz" mißlungen ist. Ich mag gar nicht näher darüber nachdenken, welche Staatsform wir heute hätten, wäre das Attentat wirklich geglückt. Eine Demokratie ganz sicher nicht, den die Gruppe um Stauffenberg waren keine Demokraten, sondern adelige Junker, die kurz vor dem absehbaren Zusammenbruch lediglich ihre Besitzstände und ihren eigenen Arsch retten wollten.

Aber Hollywood ist Hollywood, Film ist Film und historische Tatsachen aus der Geschichte sind eine ganz andere Angelegenheit. Es wäre nicht das erste Mal, daß Hollywood seine eigene Zeitgeschichte schreibt.

Historische Grüße vom Mino.




besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 28.01.2009 - 07:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


mino,

die wehrmachts offiziere waren meisten herren aus *bessere* kreise, denen der parvenü von ein postkartenmaler schiklgruber nicht gepasst hat.




Paula ...



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...   Erstellt am 29.01.2009 - 00:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Niemand kann belegen mit Quellen, dass Stauffenberg Rassist oder Nazi war.
Solche Quellen gibt es nicht. Er war ein konservativer, der nicht die Demokratie zurück haben wollte.
Er wollte Hitler weg haben. Die Motive sind im Film nicht erkennbar.

In dem Film ist zweifellos die Aufgabe gelungen, das Bild Deutschland in der Welt zu verändern.

Ein amerikanischer Film zeigt die anderen Deutschen während des 2. Weltkrieges.

Damit ist ein Wendepunkt erreicht, dass eben nicht alle Deutschen Nazis waren, und manche sogar ihr Leben eingesetzt haben, um den Nazismus zu beseitigen.

Ein Film ohne jede grobe Verfälschung, der trotz des allseits bekannten Endes bis zum Schluss spannend bleibt, wenn auch ohne jeden Tiefgang und ohne besondere schauspielerische Leistung.


Operation Walküre Trailer




Mondnixe
unregistriert

...   Erstellt am 05.02.2009 - 14:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Heute habe ich gelesen, dass die Deutsche Filmstiftung "Operation Walküre" mit 4,9 Millionen Euro gefördert hat.

Das verstehe ich nun überhaupt nicht.
Wieso fördern wir amerikanische Filme?
Ist die Filmstiftung auch an dem Gewinn beteiligt?

Ich werde mich mal schlau machen. Oder weiß einer von euch Näheres?




Ingeborg ...



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...   Erstellt am 06.02.2009 - 17:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nein, ich weiss nichts näheres.

Es ist mir sehr recht, wenn du Gelegenheit
hast, dich schlau (noch schlauer)zu
machen.
Danke.

Ingeborg





Signatur
lasst uns wachsam sein

Lavida ...



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...   Erstellt am 17.07.2009 - 10:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe mir den Film nicht angesehen und werde es auch nicht.
Der Grund ist nicht Tom Cruise, der als Scientologe einen deutschen Widerständler spielt.
Mein Grund ist, ich sehe mir keine Kriegsfilme mehr an.

Zu dem Stauffenberg Attentat, dem missglückten Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 habe ich meine eigenen Gedanken.

Es ist das zentrale Datum des deutschen Widerstands gegen Hitler und sein Regime.

Für mich Nachkriegskind stellt sich immer wieder die warum man sich erst so spät zur Tat aufraffte.

Die Konzentrationslager gab es von Anbeginn des 2. Weltkrieges und Stalingrad, die Landung der Amerikaner in der Normandie – waren unübersehbare Wegmarken des Untergangs.

All dies und einiges mehr war an jenem Tag des Hitler – Attentats bereits Geschichte geworden.

Für mich bleibt der befremdliche Eindruck, dass zum Beispiel die Frage des Fahneneids endlosen Diskussionsstoff bei den Widerständlern bieten konnte, wo es doch einzig darum ging, den Massenmörder umzubringen.

Von mir müssen sich die Männer um Stauffenberg herum die Frage gefallen lassen, warum erst 1944 das Gewissen so heftig pochte, dass sie endlich alle Bedenken über Bord warfen und dem „größten Feldherrn aller Zeiten" töten wollten.

Für mich ist es schon merkwürdig, dass ausgerechnet Diejenigen, von denen man annehmen müsste, dass sie die Situation - und nicht nur die militärische - abzuschätzen in der Lage waren, entschließen sich zur Tat, nachdem das Blatt sich gewendet hat. Solange es ,vorwärts' ging gab es keine Skrupel. Da waren die Offiziere treue Gefolgsleute - Täter.

Gegen den Staat Front zu machen, hat man sich hierzulande schwer getan und tut sich noch heute schwer, und sei es selbst gegen so einen Verbrecher-Staat wie den der Nazis.

Rebellisch zu werden, gehört sich irgendwie nicht. In den Tiefen des deutschen Gemüts, glaube ich, schlummerte und schlummert immer noch die Überzeugung, dass es eigentlich unanständig sei, gegen die Obrigkeit die Hand zu erheben.

So etwas tut man einfach nicht. Mag sein, dass es daran liegt, dass uns die historische Erfahrung fehlt, wie sie zum Beispiel Engländer und Franzosen haben:
Selbst gekrönte Häupter sind nicht sakrosankt.
Sie können genau so in den Staub purzeln wie die Köpfe ihrer Untertanen.




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