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MoFloh ...
Tiefsee-King
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...   Erstellt am 09.11.2006 - 20:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine KG () von mir. Zum Entstehen: Keine Ahnung, ist mir halt irgendwann mal eingefallen... *gg* Entstanden Feb 2006


Ode an das Grau!?

Seine Welt war voller Farben, grauer Farben. Von hellgrau bis hinzu dunkelgrau, doch immer definitiv grau. Andere Farben kannte er nicht. Er brauchte sie aber auch nicht. Wenn ihm andere Leute von anderen Farben erzählten, hörte er aufmerksam zu, konnte mit ihren Erzählungen jedoch sehr wenig anfangen.

Für ihn war es eine komische Vorstellung, wenn die anderen Leute ihm erzählten, dass die Farbe der Sonne so grell war, dass sie einen blenden konnte. Oder die der Nacht so dunkel, dass sie einen förmlich verschluckte.

Nach solch einem Gespräch stellte er sich manchmal die Frage, ob er nicht anders als die anderen war. Doch wenn er dann am nächsten Morgen in der Straßenbahn saß und die Gesichter der Menschen ansah, vergaß er diese Frage schnell wieder, denn in der Straßenbahn fand er immer Menschen, deren Gesichter deutlich zeigten, dass auch sie in einer Welt voll Grau lebten.

Es gab unterschiedliche Welten von Grau.

Manche mit nachinnen gekehrten Augen oder hängenden Mundwinkeln wurden magisch von der Welt des strudelnden, dunkelgrauen fast pechschwarzen Sogs angezogen. Wie die Motten schwirrten sie zu diesem Grau und kamen nicht mehr von ihm los.

Jene mit gleichgültigem Blick lebten in der Welt des Ewig Gleichen, Sich Niemals Ändernden Graus! Und wieder andere, wie er, lebten in der Welt des schattierenden Graus.

Doch die Leute, die ihn diesen Grauwelten lebten, waren zahlenmäßig unterlegen; weit unterlegen.

Doch die Zeit tickte weiter, unbarmherzig und die Menschen mussten sich beeilen, wenn sie mit ihr mithalten wollten. Und so kam es, dass die Menschen, die von grellen Sonnen und verschluckenden Nächten erzählten, weniger wurden. Die Straßenbahnen waren nun überfüllt von Grauweltlern; Grauweltlern des Ewig Gleichen, Sich Niemals Ändernden Graus!

Und als er fast nur noch solche Menschen sah, begann er zum ersten Mal die Graue Welt, deren Existenz er immer hingenommen hatte, zu hinterfragen. Er fragte sich, wie es wohl sein musste, wenn einen die Sonne blendete und die Nacht einen schluckte.

Doch als er länger darüber nachdachte, würde er von etwas übermannt, was er noch nie zuvor in seinem Leben gekannt hatte: von einem Schmerz. Von einem Schmerz, der ihm das Bewusstsein raubte.

Als er wieder zu sich kam, hörte er am gleichförmigen Rattern erkennen, dass er immer noch in der Straßenbahn saß. Sein Genick fühlte sich furchtbar steif an. Mühsam öffnete er die Augen, um sie kurze Zeit später wieder zusammen zu kneifen. Was war das? Warum fühlten sich seine Augen so komisch an, wenn er sie aufmachte? So geblendet?

Vor lauter Schreck ließ er sich nach hinten fallen und schlug sich den Kopf an. Unwirsch rieb er sich den Kopf. Er hatte jetzt keine Zeit für so was, denn er wollte sich mit diesem Blenden beschäftigen. Er öffnete erneut seine Augen und ließ sie offen, wenn auch unter heftigem Blinzeln. Was er dann sah, ließ ihm den Atem stocken.

Das hier war nicht mehr seine alte Welt, wie er sie kannte. Die Menschen um ihn herum waren nicht mehr blassgrau, sondern blassanders. Ihre Augen schimmerten nicht mehr mattgrau, sondern mattanders.

Alles um ihn hatte Farbe bekommen.

Sprachlos saß er nun da auf seinem Sitz, der nun nicht mehr grau war und konnte es nicht begreifen.

Seine komplette Welt war aus dem Grau geraten! Wo war sie nur hingegangen? Als die Straßenbahn hielt, hielt nichts mehr auf seinem Sitz. Er musste diese Welt da draußen kennen lernen! Sofort.

Mit großen Augen und offenem Mund lief er durch seine alte neue Stadt, lief über den Marktplatz, durchs Einkaufszentrum, durch die Gassen, durch durch durch einfach durch alles!

Als er abends in seine neue alte Wohnung kam, war er kaputt und sah aus, als hätte er drei blendende Tage und drei verschluckenden Nächte lang weder geschlafen noch sonst was gemacht. Vielleicht war er auch wirklich so lange weggeblieben. Er wusste es nicht, da für ihn Zeit keine Rolle gespielt hatte.

In einem tranceähnlichen Zustand war er durch die Stadt gelaufen und hatte Eindrücke aufgenommen, anfangs noch bewusst und nachher nur noch wie im Rausch einer Droge.

Die alte Frau mit ihrem Karren und den tausend Falten. Das Gemüsesortiment des Gemüsehändlers. Die Eltern mit ihren Kindern, hetzend. Die kühle Schönheit der protzigen Kirchen. Die Enten auf dem Fluss. Den Friedhof. Die Punks. Die Rechten. Die Alten. Die Jungen. Die Großen. Die Kleinen. Rot. Grün. Blau. Gelb.

Als er endlich in seinem Bett war, wurde ihm speiübel, alles drehte sich um ihn herum.
Er schaffte es noch gerade sich vor das Klo zu knien und sich zu übergeben. Als er sich dann auf die kalten und nüchternen Fliesen sank, surrten ihm Fragen, Feststellungen, Farben durch den Kopf, die ihm während des Tages gekommen waren:

Es war schwer, da draußen zu überleben! Er würde sich kontrollieren müssen und lernen mit den neuen Eindrücken umzugehen, wenn er nicht immer enden wollte wie heute!
Und diese Welt war komplett anders, als seine. Schwieriger. Emotionsgeladen. Schöner. Doch es würde schwer werden!

Aber wenn man lange lange Zeit in einer Welt gelebt hat, in der nichts schwer ist, außer vielleicht der Sprudelkasten, wird man weich und anfällig und kraftlos. Und das erkannte er auch. Und auch das Schwere Schmerzen bedeutet! Und Schmerzen wollte er keine mehr ertragen.

So verabschiedete er sich von dieser Welt mit einem dumpfen Klong und glitt hinüber zur ewig gleichen, sich niemals ändernden Grauwelt, wo alles sinnlos Sinnvoll und sinnlos Einfach war.





Signatur
~ Wörtermagie ~

Muss hier mal die beste Tortenschaufel der Welt grüßen!

Aylinn ...
Tiefsee-King
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Status: Offline
Registriert seit: 24.10.2006
Beiträge: 160
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...   Erstellt am 09.11.2006 - 20:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die KG gefällt mir sehr. Ist tiefgründig und sagt viel aus =) ich mag sie wirklich. Vor allem steckt viel Wahrheitsgehalt drin *großes Lob*

Find sie echt klasse.. find nur (ma wieder) nicht die richtigen Worte, um das in Worte zu fassen, was ich empfinde.. so vom Lesen mein ich *fg*

Ich halt die klappe.. ^^ is besser...

Zumindest super!





Signatur
Sie ist älter als der Stein, auf dem sie
sitzt, wie der Vampir
war sie tot manche Zeit und lernte
die Geheimnisse des Grabs;
und war die Taucherin im tiefen Meer
und hält seinen gefallenen Tag über
sich...
~**Walter Pater**~

++http://callaghan.oyla20.de++

Midnight ...
Tiefsee-King
...............



Status: Offline
Registriert seit: 26.10.2006
Beiträge: 116
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...   Erstellt am 10.11.2006 - 18:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Och werds lesen, sobald ich Zeit hab *immer noch nicht mit eurem nächsten Teil anfangen konnt...*
Aber ich versprechs!! Freu mich schon drauf

LG, Midi





Signatur
Schreiben eröffnet dir Welten, gib es nicht auf.


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