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Lampi ...



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...   Erstellt am 12.03.2009 - 17:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nachdem der Iglu von 4 Wochen in den Schwimmschnee gefallen ist, war am letzten Wochenende Ersatztermin. Leider war erneut schlechtes Wetter angesagt und so konnte sich nur einer durchringen, mitzukommen. Wenigstens haben sich die Lawinen im Vergleich zu den letzten Wochen etwas gebessert.
Zu zweit ist ein Iglu sinnfrei, zudem liegt so viel Schnee, dass man da in kürzester Zeit eine komfortable Schneehöhle reingraben kann, so dass für eine Tour zwei Tage bleiben. Nachteil ist, dass man alles auf Tour dabei hat.
Samstag 07.03.09
starten wir nach einer recht chaotischen Fahrt in Sonthofen. Das nächste Mal fahren wir wieder mit dem Zug, das wäre nämlich über eine Stunde schneller gegangen.
Das Auto müssen wir auch noch in SF stehen lassen, denn der oft schwangere Startort ist Schauplatz eines Schirennens und daher für Nichteingeborene Autofahrer gesperrt



Das ist der Christian, der Einzige der mit wollte. Christian ist Extrem- Mountainbike- Fahrer und spurt auch knietiefen Schnee schneller als ich in seinen Spuren folgen kann. Im Hintergrund die ursprünglich geplante, der Lawinenlage zum Opfer gefallene Nagelfluhkette.
Zudem war Christian noch nie im Winter im Hochgebirge und kennt sich dem zu Folge nicht mit der Bedienung des Piepses aus. Da sollte man nicht wirklich bei 3 auf die Nagelfluhkette



Statt deren wird jetzt die Hörnerkette in Angriff genommen. Die Sicht ist wirklich nicht berauschend. Wenigstens hat das Schneetreiben aufgehört.



Hier am oft schwangeren Horn, man sieht mal ausnahmsweise ins Tal



Waldsterben am Sigiswanger Horn



Unfassbar, was sich auf einem derart flachen Rücken für Wächten bilden



So wie hier am Weg zum Rangiswanger Horn hat es Christian meistens: Warten auf Lampi



und Frieren im Wind



Der Skitourengänger vor uns hatte hier sicher keine Freude: Alle paar hundert Meter An- und Abfellen, und ein großer Teil des Wegs durch Unterholz



Au weiher! Am Grataufschwung zum Weiakopf stellt sich eine Wächte in den Weg. Wir umgehen ihn uns wühlen uns mindestens knietief (trotz Schneeschuhe) durch die bewaldete NW-Flanke nach oben.



Oben sind wir dann so platt, dass wir beginnen, uns einzugraben. Wir finden eine schöne Wächte



und nach einer Stunde ist ein Hohlraum in der Größe eines Dreimannzeltes geschaffen. Das geht wirklich flott, hinterher bin ich allerdings auch nass bis auf die Haut. Knochenarbeit
Fast 2 Stunden kämpfe ich mit meinem Kocher, danach machen mich 250 gr Nudeln mit Soße nicht wirklich satt. Christian is(s)t da anscheinend genügsamer, ein Hüttensnack und gut ist.
Eine eigentlich zum Teilen vorgesehene Tafel Schoko (die leckere Zetti Minzblätter) schiebe ich noch fast komplett nach, dann falle auch ich mit nur halbvollem Magen in die Tüte.



Geweckt werde ich von vögelnden Singen, im Schnee sehr ungewohnt, ich denke länger Zeit dass ich träume. Dafür habe ich wenigstens gut geschlafen.



Der nächste Morgen begrüßt uns mit wolkenlosem Himmel.



Fehlen jetzt nur noch die letzten Leckereien aus dem Rucksack.



Die ganze Schneegeschichte des Winters ist hier dokumentiert. Der Ruß vom bockigen Kocher hat die Schichtgrenzen zusätzlich sichtbar gemacht.



Der Schlafsack muss noch etwas trocknen - Tribut an den Gewichtsvorteil eines Daunensacks.



Die gleißende Helligkeit täuscht darüber hinweg,



dass ein heftiger Wind geht. Ich drücke mich möglichst lang darum, die kuschlige Höhle zu verlassen, in der immerhin so etwa 4° sind. Für Leute mit meiner Wärmeerzeugung an sich ausreichend.



Nach ein paar Minuten stehen wir am aussichtsreichen Weiherkopf.



und sehen das erste Mal auch unser Ziel, das Riedberger Horn



Schwer zu erkennen: Wer Wind formt im flachen Gelände bizarre Gebilde aus dem Schnee
Im großen Talschluss nordöstlich des Riedberger Horns bin ich gespalten: Laut LLB sollte man eher was Südostseitiges gehen. Eingeborene legen allerdings eine neue Spur prall nordseitig, bestimmt über 30 Grad steil an.
Ein kleiner ein großes Schneebrett auslösender Wächtenbruch macht die Entscheidung dann klar - wir suchen die Spur auf. Ganz wohl ist mir nicht dabei. "Selbstauslösungen sind nicht zu erwarten" also am besten schwebend nach oben. Gut gesagt bei 67 Kg Kampfgewicht, 13 Kg Fettmasse und 10 Kg Rucksack. Aufgrund seines KuFa-Sacks und was weiß ich was Christian noch alles im & am Rucksack hatte, bringt er noch etwas mehr auf die Waage. Immerhin sind kurz vor uns drei Skitourengänger ohne Abstände da hoch. Da müssen wir wenigstens nicht den Hang testen. Erstaunlicher Weise ist es rund um die Spur trotz laut LLB "böser" Exposition vergleichsweise abgeblasen.
Oben treffe ich dann die Eingeborenen, sie sind schon auf der Abfahrt und haben unser Zögern vom Gipfel beobachtet. Sie klären uns über die örtlichen Besonderheiten auf; dort, wo sie hoch sind, ist es fast immer am sichersten. Das würde mit der Geländeform zusammenhängen. Hm.



Wir sind mit 1769m am Höhepunkt der Tour angelangt.



Ifen und Gottesackerwände in voller Pr8.



Der Tag ist noch nicht alt, das ursprünglich vorgesehene Ziel (Riedbergpass) einer der hässlichsten Orte, den man sich in den Alpen vorstellen kann. Einer Empfehlung der Eingeborenen folgend machen wir die Hörnertour mit dem Weiterweg zum Wannenkopf komplett.



Die Aussicht vom mit 1712 m zweithöchsten Gipfel der Hörnerkette ist noch um Klassen besser, liegt doch das gesamte Illtertal zusätzlich noch zu Füßen. In die Allgäuer Hochalpen sieht man natürlich auch am besten von hier.



Ein Aspirant auf den Darwin- Award ist die Nordostflanke abgefahren. Er scheint aber Glück gehabt zu haben. Fragt sich nur wie oft.



Von jetzt an geht es bergab. Auch mit dem Wetter. Es fängt bald an zu schneien,



während die Hochalpen noch einige Stunden in praller Sonne liegen.

Der Tag wird bei leckerer Speise in der Krone in Immenstadt beschlossen. Weitere Wintertouren können dagegen eigentlich nur abfallen. Jetzt sollte eigentlich der Frühling kommen.

Tipp Hörnerkette
Im Sommer ein Wanderweg mit einmaliger Aussicht ohne technische Schwierigkeiten, vom Allgäuer Berghof bei Ofterschwang über je nach Zählweise 4-7 Gipfel in je nach Pausen eben so vielen Stunden zum Riedberger Horn, anschließend Abstieg zum Riedbergpass. Die Fortsetzung der Hörnergruppe nach Osten bildet eine Umrahmung des "Berghaus Schwaben", danach sind 900 Höhenmeter nach Obermaiselstein fällig. Dafür ist die Aussicht vom Wannenkopf sicher die Krönung.
Im Winter die ideale Schneeschuhtour, Schitourengänger kommen hier nicht auf ihre Kosten, lange Flachpassagen, viel Wald mit Unterholz, die einzige nennenswerte Abfahrt ist vom Wannenkopf nach Obermaiselstein. Schi pissten am oft schwangeren Horn und am Weiherkopf. Am Riedberger und Rangiswanger Horn pistenähnlich eingefahrene Hänge, sonst sehr wenig Betrieb (außer an diesen beiden Bergen trafen wir niemanden). Wer früh am Tag und spät im Winter startet, macht das an einem Tag.
Bus von Sonthofen nach Ofterschwang stündlich, vom Riedbergpass nach Fischen unregelmäßig, von Obermaiselstein nach Sonthofen ebenfalls stündlich.





Signatur
Lieber Gruß vom Lamл[tm]
Meine Touren für Euch
Disk Laimer

Erfahrung ist das, was man gebraucht hätte, bevor man sie besaß.


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