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sicknick ...
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...   Erstellt am 21.05.2005 - 14:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


die volkswirtschaftliche gesamtrechnung (vgr) errechnet das bip, und dessen anstieg ist das sagenumwobene wirtschaftswachstum. die vgr setzt sich aus folgenden faktoren zusammen:

BIP = C + I + G + [delta]X

C steht für die ausgaben der aggregierten haushalte, sprich menschen, sprich KONSUM

I steht für die ausgaben der aggregierten unternehmen, sprich INVESTITIONEN

G steht für Government Spending, also die Ausgaben die der Staat in die Wirtschaft steckt.

Delta X steht für die Differnz, die man erhält wenn man von den exporten die importe abzieht. (aka Leistungsbilanz)

wenn man nun also das bip erhöhen will, was im normalfall die aufgabe der wirtschaftspolitik ist, muss man einen der faktoren erhöhen.

unsere, und die meisten anderen, versuchen die Investitionen zu erhöhen, und geben daher den firmen mehr geld. dies geschieht u.a. durch steuersenkungen (die körperschaftssteuer, also die lohnsteuer der großen unternehmen wurde von 36 auf 25% gesenkt, was eine kürzung um ein drittel bedeutet), durch möglichkeiten die bemessungsgrundlage zu erniedrigen oder eben durch lohnkürzungen aka lohnnebenkosten (z.b. bei den verhandlungen zum kollektivvertrag)

jetzt könnt man sagen, dass es gemein ist, dass menschen bis zu 50% ihres geldes versteuern müssen unternehmen jedoch nur ein viertel. zu recht. die ba-ca gruppe z.b. hatte 2004 eine bemessungsgrundlage von einer milliarde euro und bezahlte 250 millionen steuern, im gegensatz zu menschen die 2500 euro brutto im monat verdienen und 30% steuern zahlen.


jetzt steht die wirtschaft aber nicht an um weitere kürzungen zu fordern, kräftig unterstützt von medien, aber das konnte man hier schon mal lesen.

all das macht man nun seit, würd ich sagen ca. 10 jahren massiv, seit dem ersten sparpaket, in ösi, und bringen tuts gar nicht. nulle. was nützen einem 3% wachstum wenn die arbeitslosigkeit (die zu verhindern ja die oberste pflicht der politik ist) ständig steigt. wieder nulle.

das problem liegt nämlich ganz oben, nämlich im versuch die investitionen zu steigern. die wirtschaft läuft gut, was man wieder an der leistungsbilanz sieht, das problem ist, dass es niemand gibt der sich die erzeugten güter kaufen kann. die NACHFRAGE ist zu klein, die menschen haben kein geld mehr. das problem ist die binnennachfrage.

wen wunderts wenn man die löhne im jahr real um 0,5 - 1% erhöht seit den letzten 20 jahren, die transferleistungen kürzt und die arbeitslosigkeit immer höher wird. es fehlt kaufkraft.

die lösung ist einfach und doch schwer verständlich, weil man als normalbürger nichts über "demand side economy" hört, sondern nur von ("supply side economy" aka Neoliberalismus) die leute sind nicht sensibilisiert für solche überlegungen, zu sehr hat man ihnen die angst vor schulden in die köpfe gehämmert:

löhne erhöhen
arbeitslosengeld erhöhen und zwar drastisch
steuern für menschen kürzen, vor allem für wenigverdiener

die kosten würden durch das wachstum locker wieder reinkommen. und ein staat der keine investitionen tätigt begeht ein verbrechen an den zukünftigen generationen. denn ohne investition kein return, das weiß halt jeder. (die anspielung zum nulldefizit dürfte klar sein.)

nächstes mal: warum es mehr bringt für eine volkswirtschaft, armen leuten geld zu geben, als reichen.





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...   Erstellt am 21.05.2005 - 14:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


sicknick schrieb
    löhne erhöhen
    arbeitslosengeld erhöhen und zwar drastisch
    steuern für menschen kürzen, vor allem für wenigverdiener


robin hood ist tot

und ich mag meine Kohle, gebe sie auch gerne aus und erfreue mich an schönen nachmittagen an der armut anderer.

Nur mal als gedankenanstoss, ich hab hier nur mal laut gedacht und noch nichts konkretes überlegt, also mich nicht dran aufhängen:
Es scheint mir, dass hier zu wenig berücksicht wird, dass die wenig-verdiener das Geld, dass sie deiner Meinung nach mehr haben sollten, sicher nicht in meist teurere Produkte der erhaltenswerten klein- bis kleinstwirtschaft, sondern in die Rachen der billigproduzierenden Großwirtschaft stecken.
D.h. der Kleinverdiener kauft mit seiner Mehrkohle weiterhin billigstproduzierte Produkte, billigstproduzierte Lebensmittel, billigstproduziertes Handwerk (der kauft kein fairtrade Kaffee, sondern ich lasse kinder schinden bis sie kaputt sind kaffee), billigstproduzierte Kunst (z.B. die ganzen Mainstreamsachen die du ja immer kritisierst), was dazu führt dass der qualitätsverlust der heutigen Zeit, der mich persönlich am meisten ärgert, noch mehr ansteigt und auch dazu, dass die höher bezahlten qualitätsarbeitsplätze der Automatenindustrie mit Billigprodukten weichen, wodurch wieder ein paar Arbeiter ärmer werden, und er Kreislauf scheint mir wiederum geschlossen.
Und von den Arbeitslosen bis zu den Kleinverdienern wird keiner sein Geld für "sinnlose" Qualität ausgeben, bis er nicht ein Mittelverdiener ist. Und willst du jeden Garnichts- bis Kleinverdiener in Österreich zum Mittelverdiener machen?

[Dieser Beitrag wurde am 21.05.2005 - 15:06 von Administrator aktualisiert]





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"Feminismus existiert nur, um haessliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren"
Charles Bukowski

sicknick ...
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...   Erstellt am 21.05.2005 - 16:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


die qualitätssache ist was anderes, hier geht es mal um trockenes wachstum, was die leute mit dem geld machen kann ich nicht beeinflussen, wichtig ist, dass sie es ausgeben.

in deinem letzten satz schreibst du es eh, man kann halt nur fairtrade kaufen, wenn man das geld dazu hat, erst dann kommt das bewusstsein für fairtrade eventuell.
darum kann es nur besser werden, wenn die leute mehr geld haben.

dass die konsumenten das was sie beklagen selber verursacht haben ist halt wieder eine schöne ironie der geschichte.

deshalb

support your local

plattenladen, inder, gemüseladen, internetanbieter, bücherladen, fleischhauer was auch immer.

aber das ist eine andere baustelle.





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