Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 04.07.2007 - 20:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nicolai schalt sich einen Narr. Nun gut, er freute sich, dass er nicht nur als Mann dachte oder an sein Vergnügen, er war schon froh, dass er seine Zweifel hatte, denn um nichts in der Welt wollte er dieses liebevolle und so innige Verhältnis zu Anna gefährden. Aber sie war schliesslich eine erwachsene Frau und nur zu deutlich hatte Nicolai doch gespürt, dass sie seine Umarmung und das Knabbern und den Kuss auf ihre Stirn genoss. Und dass ihr warm geworden war. Nun, er lag eh halb nackt an sie gekuschelt, nur das Tuch um seine Lenden bedeckte ihn und nun einen Teil der Decke, welche sie sanft über ihn gezogen hatte. Und selbst in ihm war eine gewisse Hitze aufgestiegen, wie sollte es da nur ihr gehen.

Und so entschied er sich nun für einen Mittelweg: Er liebte die Nähe zu ihr und sie anscheinend eben auch. Allein wie ihre Lippen über seinen Hals glitten, ihn dort immer und immer wieder küssten, jagte ihm einen noch nie auf diese Weise wohligen Schauer über seine warme Haut. Und ihre Finger strichen wie Magische Spitzen über seinen Rücken und er wünschte, dass sie niemals aufhörte.

Doch dann hatte sich Nicolai endgültig entschieden. Seine Hände wanderte zu ihren Wangen, nahmen diese sanft zwischen seine Handinnenflächen und warm und beseelt blickte er sie nah und tief an und seine Lippen wurden von dem glücklichsten Lächeln um spielt, was er ihr vielleicht jemals schenkte.
»Ich weiss nun, was Liebe ist ...« hauchte er geheimnisvoll seine Worte. Sie kamen so unerwartet aber dermaßen aufrichtig über seine Lippen und wollte dabei überhaupt nicht spektakulär wirken oder Aufmerksamkeit erheischen. Sie kamen so ehrlich aus seinem Mund, mit solch tiefer entspannter Wärme des Glücks, dass es einfach wahr sein MUSSTE. Und dann schloss er seine Augen und senkte seine Lippen auf ihre und berührten sie sehr sanft und innig. Doch er ging nicht weiter. Er forderte mit seiner Zunge keinen Einlass. Er wollte einfach nur ihre Lippen spüren und sie schmecken und ihr nahe sein, denn er hatte etwas von ihr gelernt, sehr viel. Statt dass er seinen Körper auf sie konzentrierte oder er sich auf den ihren, versuchte ihr ihre Seele zu treffen. Mit geschlossenen Augen dachte er so intensiv an Anna, dass er alles um sich vergass. Er sah sie vor sich auf so ganz andere Art, dass er es nicht beschreiben konnte.




Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 04.07.2007 - 20:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


POST!!!!!!!!




Valvenya
unregistriert

...   Erstellt am 07.07.2007 - 16:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Valvenyas Augen öffneten sich wieder recht mühsam einen schmalen, glänzenden Spalt, als Nicolai ihr Gesicht sanft in seine Hände nahm und sie behutsam zwang, von der Liebkosung seines Halses abzulassen. Sie wunderte sich schwach, dass er sie von ihrer auch für sie sehr angenehmen Tätigkeit abhielt, denn ihr war sein genießerischer Seufzer keinesfalls entgangen, auch wenn sie die Reaktionen seines Körpers auf sie inzwischen völlig anders wahrnahm, als zuvor noch bei der Massage. Obwohl sie diesmal nicht mehr den Umweg über ihre Gedanken machte, so spürte und erkannte sie doch instinktiv, dass es ihr gelungen war, Ähnliches in ihm zu erwecken, wie auch sie nun fühlte. Warum und wieso war herrlich unwichtig und momentan war es eindeutig Nicolai, der die größere Kopfarbeit leistete und dort analysierte und abwog, wo sie sich einfach nur noch ihren Empfindungen hingab. Vielleicht eine interessante Erfahrung für beide.
Anna hatte in ihren Taten kein Ziel, nicht einmal eine wirkliche Absicht. Bislang war ihr nicht ein einziges Mal in ihren ohnehin so gut wie komplett abwesenden Sinn gekommen, auf was dies alles hinauslaufen konnte. Die 'normale' Venya hätte es gar nicht erst soweit kommen lassen, die jetzige machte sich einfach keine Gedanken darum, welche nachvollziehbaren Bedenken Nicolai haben könnte, wie er sich dabei fühlte oder in welchem Maß sie ihn mit ihren Berührungen stimulierte. Sie hatte nun eben Lust darauf und diesem Wink alleine folgte sie. Was nachher sein würde.... ganz und gar unrelevant in diesem Augenblick.

Die Seherin vernahm zwar seine so innig gehauchten Worte, doch um deren Bedeutung halbwegs zu erkennen brauchte es bei ihr noch ein wenig länger, auch, weil er seine Lippen langsam wieder auf die ihren senkte und das warme Prickeln in ihrem Inneren dadurch eine neuerliche Steigerung erfuhr. Obwohl er eher zurückhaltend und vorsichtig war, besonders für seine Verhältnisse, so genügte es Venyas überempfindlichen Sinnen doch schon, um die dadurch entstehenden, pulsierenden Glückgefühle in ihrem Inneren nach außen hin in einem leisen, sehnsüchtigen Seufzer zu verdeutlichen. Sie ließ sich vollkommen in seinen Kuss und seine Umarmung sinken und wagte, trotz allen Drängens in sich zunächst fast kaum, diese besondere Berührung zu erwidern. Ihre Handflächen strichen mit leicht gespreizten Finger wie in einer Anlehnung an die zuvor ausgeführte Massage in einer Mischung aus Suchen und Bitten über seine Brustpartie, bis eine von ihnen sich aus dem gleichmäßigen Rhythmus löste, kurz die Bauchmuskulatur mit leichtem Druck auf die Fingerkuppen abtastete, und schließlich seitlich an seiner Taille und der Hüfte verharrte, um diesen Bereich mit einem vielleicht etwas fordernd anmutenden, massierenden Streichen von unten nach oben abzukneten. Schließlich kannte sie sich tatsächlich gut mit dem menschlichen Körper und dessen Aufbau aus, auch wenn sie dieses Talent nun eher unbewusst anwendete. Die Fingerspitzen ihrer zweiten, unteren Hand glitten derweil immer wieder in einem geschwungenen Bogen vom Magen her sein Brustbein hinauf, so dass sie den Brustbereich teilten, und dann abwechselnd den linken und den rechten Brustmuskel nach außen hin umkreisten, um sich danach mittig verlaufend zwar der Brustwarze anzunähern, sie allerdings nicht anzufassen. Der Druck auf die ihn so berührenden Körperstellen war eigentlich minimal, allerdings entfaltete sich die intensivere Wirkung mehr und mehr, je öfter ihre Hand diese Bahnen zog, gerade durch die Gleichmäßigkeit und den fast aufreizend schwachen Druck, mit dem es beinahe nur einer flüchtigen Streicheleinheit glich, die jedoch zunehmend erhitztere Spuren nach sich zog.

Anna hörte in ihren zwar unwillkürlich wirkenden, doch recht zielgerichteten Bemühungen auch nicht auf, als sie den Kuss nach einer ganzen Weile zärtlich und fast unwillig löste und den Blick aus glitzernd verhangenen, fast trunkenen Augen wieder auf seine herrlich dunkelgrüne Iris richtete. Nun gelang es irgendwie auch seinen zuvor so liebevollen Worten, ein wenig tiefer in ihr ermattetes Verständnis vorzudringen, etwas wie einen Sinn zu ergeben und als Reaktion etwas ähnlich Inniges anzusprechen: Einen Teil ihrer zuvor noch so mühsam aufgestellten Theorieketten, unzusammenhängend und für ihre derzeitige Gefühlslage nicht wirklich angemessen. Ihre Lippen waren schon längst wieder damit beschäftigt, die Innenseiten seiner Handgelenke gefühlvoll zu verwöhnen, während die zu diesen seinen Worten entstehenden, fast unerwünschten Bilder in ihrem Kopf sich zähflüssig formten und ähnlich wieder verschwanden.
Und erst, als sie schon dabei war, sich mühsam aufzurichten um sich dem neuen, instinktiven Ziel ihres Begehrens zuzuwenden, murmelte sie die immer noch von all den Emotionen sich nur beschwerlich formenden Worte:
"Deine Sklavinnen.... werden darüber.... böse sein...."
Allerdings machte sie mit ihren verträumten Augen und dem abwesenden Lächeln ganz und gar nicht den Eindruck, als würden ihr verärgerte Sklavinnen irgendwie Angst machen, doch sie lieferte auch keinerlei weiterführende, an dieser Stelle sicherlich sehr sinnvollen Erläuterung zu jener Aussage. Stattdessen richtete sie sich nun ganz auf, um mit ihren Lippen die Arbeit ihrer Hand an seiner seitlichen Taille zu verstärken, auch wenn sie die Umsetzung ihres Willens einiges an Kraft abzuverlangen schien. Aber sie hatte diesen Teil seines Körpers eigentlich schon immer sehr gemocht, weil er so schön geformt war und, im Gegensatz zu anderen Partien seines durchtrainierten Leibs, ein wenig weicher und seidiger war. Nun, noch mit einer dünnen Schicht Öl bedeckt, erschien er ihr einfach zu unwiderstehlich, um sich ihm nicht ganz ausführlich zu widmen. Knapp oberhalb seines Hüftknochens und ihre Hand derweil ein wenig tiefer auf Nicolais Oberschenkel platzierend, begann sie deswegen mit einer Reihe zunächst kleiner und feiner Küsse, ehe sie, zur Intensivierung, noch den Druck der Zunge, kleine Bisse, und schließlich, nach einigem Experimentieren, noch ein behutsames Saugen anwandte, während dem sie ihre Lippen fest auf die Haut presste. Langsam bewegte sie sich so nach oben bis zu den unteren Rippenbögen, glitt relativ schnell wieder zur Ausgangsposition zurück, und wiederholte die 'Anwendung' im Folgenden wieder.




Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 09.07.2007 - 02:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nicolai war ausser sich. Es war atemraubend, was Anna da mit ihm anstellte. Und wusste sie, was sie damit bei ihm auslöste und auch in welchen Zweifeln er auf einmal steckte? Wusste sie es? Es war ihm egal. Er spürte nur diese sagenhaften Berührungen auf seinem Körper, welche sich immer mehr zu einem wohligen und feurigem Akt des Geniessens entwickelten. Nicolai war hin und her gerissen. Niemals hatte er Anna so erlebt, geschweige denn, dass er in ihr eine Frau gesehen hatte und sich von ihr solch erotische Liebkosungen gewünscht hatte. Sie war immer seine beste und liebste Freundin gewesen. Doch an Körperlichkeiten, die erregten, hatte er niemals gedacht. Selbst wenn sie ihm manchmal den Nacken massiert hatte oder ihr ihre Schläfen, wenn sie kleine Küsse auf Wange und Stirn ausgetauscht hatten.
Lag es an der langen Zeit der Entfernung, der langen Zeit, die zwischen ihrem letzten Treffen lag?
Wie hatte er seine Tränen damals vor einigen Jahren unterdrücken müssen, als er sich von ihr verabschiedet hatte, weil er auszog zu anderen Völkern und Nationen im Name seines Volkes. Wie gerne hätte er sie mitgenommen, aber sie hatte vehement abgelehnt und Nicolai noch einmal sehr deutlich gemacht, WIE sehr sie Schiffsreise hasste. Und er hatte damals ihre zarten Wangen in seine kräftigen Kriegerhände genommen und sie traurig angelächelt und dann gesprochen:
*Ich weiss und ich verstehe dich. Immer werde ich dich in meinem Herzen haben und an dich denken. Egal, was geschehen mag. Und sollte ich aus irgend einem Grund nicht wieder kommen, so bitte ich dich, in meinem Namen diese Eiche zu pflanzen.« Und dann hatte er ihr eine Eichel in die Hand gedrückt und ihr auf die Stirn gedrückt. Warm hatte er die dann noch angeschaut, wehmütig und traurig. Ihr aber liebevoll zugelächelt und war dann gegangen, da er solche Abschiedsszenen einfach nicht mochte. Dies war auch etwas, was ihn oft sehr traurig machte, ohne das es jemand wusste: Der Abschied. Der Abschied von seiner Mutter, als diese freiwillig ging und in quasi Nicolais Armen dem Freitod erlag, hatten den Daker sehr geprägt. Aber er wusste, dass er damals gehen musste auf die lange Reise. Für sein Land, welches er so liebte. Dabei wäre auch er viel lieber zu Hause geblieben. Aber er hatte die Entwicklungen mit Rom gesehen und seinen Vater davon überzeugt, dass es wichtig war, sich auf diese Reise zu begeben. Und so ging er.
Und er nahm seinen Sohn mit, damit dieser lernte von anderen Völkern und auch Deirdre war mit gekommen ...

Und nun waren Jahre ins Land gegangen und Nicolai hatte sich verändert. Zum Guten wohl, weil er mehr zweifelte und mehr nachdachte als früher. So nun auch bei Venya, seiner besten Freundin. In die er sich auf einmal verliebt hatte und er glaubte, dass dies nicht gut war. Aber er genoss so unendlich ihre Liebkosungen, dass Streicheln ihrer Hände über seine erhitzte Haut und dann spürte er das Saugen und Küssen an seiner Hüfte und war vollkommen elektrisiert und in seinem Kopf schien ein kleiner Vulkan auszubrechen.
Er liebte sie, er wollte sie, sie machte ihn schier verrückt mit dem, was sie tat. Aber Venya war nicht irgendeine Frau, die ihn erregte, sie war seine beste Freundin.

Dennoch sang Nicolai vollkommen verwirrt und glücklich in das Lager, egal, wie und wo sie ihn liebkoste. Schon als sie nur die Innenseiten seiner Hände mit ihren weichen Lippen verwöhnte, war er einfach nur hin und weg. Und auf ihren Ausspruch, was sie Sklavinnen anging, hauchte er nur vollkommen entspannt und glücklich: *Es gibt keine Sklavinnen mehr ... hier habe ich alle frei gelassen und wenn ich nach Hause komme ... werden sie alle frei sein ... aber bitte höre nicht auf ...*

Und Venya hörte nicht auf und mehr und mehr vergass Nicolai seine Zweifel und genoss einfach nur noch. Ansonsten war er eigentlich der aktivere Teil und auch er verspürte nun langsam den Drang, sie auszuziehen ... hatte sie nicht gesagt, dass ihr warm war. Er wollte nun immer mehr auch seine Hände auf ihrer Haut spüren, aber er schien wie gelähmt, als er ihre kleinen Bisse und dieses all zu erotische Saugen auf seiner Haut spürte.
Er genoss wahrlich und es war auch ihrer zuvor verrichteten Massur zu verdanken, dass er einfach nur noch genoss und sich gehen liess. Dennoch begannen nun auch seine Hände unter ihre Gewänder zu fühlen, irgendwo musste sich doch ihre zarte Haut fühlen lassen. Und so stöhnte er selig auf unter ihren auch so liebevollen und erregenden Liebkosungen und währenddessen nestelte er an ihrem Gewand und fand bald den Weg zu ihrer Haut. Warm und zärtlich schoben sich seine Hände unter ihre Fülle von Stoff, streiften erst ihre Beine und wanderten dann zu ihren Rücken, den Stoff immer wieder vor sich her schiebend.
Und Nicolai zeigte, wie sehr er ihre Berührungen und Küsse und dieses verrückt machende Saugen genoss und vergass für einen Moment seine Zweifel.
Stattdessen streichelte er sie über ihren Rücken und er war fasziniert darüber, wie sich ihre Haut anfühlte. So sanft und liebevoll und irgendwie fremd und geheimnisvoll. Und während er sie streichelte, suchten seine Lippen die ihren, welche jedoch noch an seiner Hüfte weilten und er hauchte leise und begierig: *Kuss mich ... ich will dich küssen, bitte ...* Liebevoll und voller Inbrunst kamen seine Worte über seine Lippen und ohne seine Hände von ihr zu lassen, richtete er sich leicht auf und hoffte, dass sie ihren Kopf zu dem seinen bewegen würde, ihre Lippen mit den seinen zu vereinen.




Valvenya
unregistriert

...   Erstellt am 11.07.2007 - 15:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Anna schien vollkommen in ihrer immer inniger werdenden Liebkosung seiner Seite und seiner Hüfte zu versinken. Ihre Bewegungen waren langsam, fast wie in Trance, und ähnlich unmöglich war es für sie auch zunächst, damit aufzuhören. Ihre Augen waren längst schon wieder zugefallen, sie konzentrierte sich nurmehr auf ihre anderen Sinne. Den Duft und Geschmack seiner Haut, den ihre Zunge immer wieder aufnehmen und intensivieren musste, die abwechselnde Weichheit und Härte seines Fleisches, die Geräusche seines tiefergehenden Atems und das leise Stöhnen, das seinen Genuss verriet. Noch niemals hatte Venya ihren besten Freund auf diese so sinnlich körperliche Art wahrgenommen, trotz der Massagen und kleinen Streicheleinheiten.
Allerdings bemühte sie im Moment ihre Erinnerung auch gar nicht, um Unterschiede oder Parallelen aus ihrer Kindheit zu ziehen. Viel zu sehr gab sie sich dem Zauber des Augenblicks hin, dem Rausch der immer stärker werdenden Wärme ihres eigenen Körpers und jener der so vertrauten und doch fremden Haut unter ihren Lippen, die sie dazu zwang, immer und immer wieder von ihm zu kosten, wie ein seltsames, berauschendes Ritual.
Vielleicht ahnte sie irgendwo in ihrem Inneren doch etwas von der Sünde, der sie sich gerade hingab. Und womöglich hätte ihr Verstand, wenn er all die ihm zur Verfügung stehende Macht genutzt hätte, wieder erwachen und ihr vor Augen führen können, was sie da gerade tat. Sie überschritt moralische und vielleicht auch ehrbare Grenzen. Sie zerstörte etwas Unschuldiges, eine innige, einmalige Freundschaft voller Liebe und Respekt, voller Vertrauen und Verständnis füreinander. Mit jedem Schritt, den sie ging, jedem neuerlichen Gleiten ihrer Zunge über die Zartheit seiner Haut schloss sich das Tor hinter ihr ein Stück weiter, bis sie sie vollkommen verriegelt hatte und es keinen Rückweg mehr geben würde, weder für sie, noch für ihn. Sie tat etwas Verbotenes, sie heilte nicht mehr, sie träufelte süßes Gift in sein verletztes Herz und dachte nicht einmal an die Folgen. Nein, sie wollte nicht denken und ihr Verstand verschloss sich selber den Mund, um nicht zur Verantwortung gezogen werden zu können. Ihr jetziger Zustand, dieser Rausch, sollte ganz und gar unzurechnungsfähig, unlogisch und bar jeder Vernunft bleiben. Es war eine feige Angst davor, aufhören zu müssen, zu wollen, und es doch nicht zu können.

Die unglaubliche Menge an wilden, brennenden Gefühlen in ihrem Inneren hatte sie am Ende wohl doch in eine Art Wahnsinn getrieben. Ja, Liebe war dabei, eine fremde, ungezähmte, gefährliche Art von Liebe, voll von tobendem Begehren und herrischem Temperament, die alle unschuldige Schwärmerei verachtete und die nichts weniger forderte als den vollkommenen Kontrollverlust und Selbstaufgabe. Ein Dämon war diese Liebe in den Augen des Verstandes. Verführerisch und ganz und gar unzurechnungsfähig, verlockend und anmaßend. Nicolai war bislang etwas Heiliges, Einzigartiges, Unantastbares gewesen, ein Licht, warm und doch auch unerreichbar, weil Valvenya selbst immer schwach und klein und unbedeutend gewesen war. Was war nun geschehen? Sprach sie ihm nicht all diese Dinge ab, indem sie ihn herabwürdigte zu etwas, vor dem sie ihn vorhin noch bewahren wollte? Jemanden, der Liebe mit Lust verwechselte? So, wie es diese Sklavinnen einst mit ihm machten, ihm die Lektion lehrten, die er immer noch nicht überwunden hatte? War sie nun zu nichts anderem geworden?
*Ich meine.... die Sklavinnen, die dich.... verführten... damals...*
Da war noch etwas. Auflehnung, Widerstand, Vergeltung für dieses Gefühl, das man ihr damals so schmerzhaft vermittelt hatte. Sie war nicht gut genug für ihn, sie konnte ihm das nicht bieten, in was diese Mädchen ihren besten Freund damals eingeführt hatten. Weil sie hässlich war, sich seltsam kleidete und nur im Wald herumrannte wie eine Verrückte, fast wie ein Junge. Weil sie sich in Säcke kleidete und diese Gabe besaß, diese verfluchte Gabe, die sie von allem ausschloss, was normale Menschen in ihrem Alter zu interessieren begann. Jemand, der des Sehens mächtig war, der mit Geistern kommunizierte und Knochen warf, so jemand lebte in seiner eigenen Welt, aus der er nicht herauskam und zu dem andere keinen Zutritt besaßen. Für so jemanden gab es nicht so weltliche, 'normale' Dinge wie körperliche Liebe. Das sah man ihr schon immer von Weitem an. Sie gab nichts auf ihren Körper, mehr noch, sie hasste ihn, fühlte sich darin eingesperrt und wusste kaum mit ihm umzugehen. Andere konnten es fühlen, es wahrnehmen an ihrer Haltung, ihrem Auftreten, verschüchtert und unsicher.

Und nun? Wollte sie sich etwas beweisen? Trieb sie nichts als purer Trotz, ihren ehemaligen Peinigern gegenüber, die nun hätten sehen können, dass sie sich geirrt hatten, dass auch sie sehr wohl in der Lage war, Begehren in Nicolai zu wecken? Vielleicht noch mehr, als ein paar dumme Sklavinnen, weil sie sich mit dem menschlichen Körper auskannte, weil ihre Erziehung, ihre Ausbildung, das, wofür man sie verlacht und verachtet hatte, ihr nun half? Vielleicht machte auch dieser Aspekt eine kleine Welle im Strudel von Annas augenblicklichen Gefühlen aus, die sie zu dem trieben, was sie gerade tat. Aber es war eher winzig im Vergleich zu etwas anderem, das sie unbewusst lenkte und das ihren Körper dabei unterstützte, aufzubegehren. Selbsthass. Sie hatte schon immer gehasst, wer und was sie war, ihre Gabe und das, was diese aus ihr gemacht hatte. Und auf diese Art würde sie das, was sie am meisten ausmachte, vielleicht ein für alle mal zerstören können. Dadurch, dass sie etwas tat, was niemand erwartete, was ihr niemand zugetraut hätte, nicht einmal sie selbst, würde sie sich grundlegend ändern. Es war ihre Gelegenheit, zu fliehen aus ihrem grauenhaften Leben, mit dem sie sich beinahe schon abgefunden hätte, wenn Nicolai sie nicht ausgerechnet an ihrem Ohr liebkost hätte. Möglicherweise würden ihre alten Selbstzweifel und die Furcht davor, anderen ihren Körper zu zeigen, ihre Pläne vorzeitig zunichte machen.
Doch sie musste es versuchen, sie MUSSTE. Und wenn es sie am Ende alles kostete, was gut in ihrem Leben war.

Venya erbebte sacht unter den Berührungen seiner Hände auf ihrer Haut, dem Streicheln, das sich derart ungewohnt anfühlte, dass es fast schon irreal und wundersam erschien. Sie sog langsam und genießerisch die Luft ein und gab ein leises Seufzen von sich, während sie unter seinen Händen den Rücken durchdrückte. Die junge Dakerin verspürte einen unbekannten Schmerz, einen seltsamen Schmerz, der sie ruhelos machte und irgendwie mit angespannter Erwartung erfüllte - obwohl sie keine Ahnung hatte, was sie erwartete.
*Es... es tut weh...*, murmelte sie in einer Mischung aus fast kindlichem Erstaunen und träumerischem Genuss, auch wenn sie damit vielmehr ihre eigenen Gefühle bezeichnete als Nicos wirklich sehr sanftmütige Streicheleinheiten. Mit glänzend verhangenen Augen blickte sie zu ihrem Freund, als dieser sich leicht zu ihr beugte, während ihre Hände seinen Körper weiterhin abwechselnd mit Wohlbehagen und Feuer erfüllten. Seine verlangenden, so unglaublich zärtlichen Worte trieben ihren Herzschlag erneut heftig an, so dass sie erst einmal zitternd Luft holen musste. Ihr Blick streichelte über seine so verführerisch sanften und leicht geöffneten Lippen und alles in ihr drängte danach, sie zu kosten und zu erforschen, wie seinen Körper, von dem sie sich aber auch nicht lösen wollte. Doch wieder drang ein Partikel des zuvor geführten Gespräches zu ihr, der sie leise und heiser wispern ließ:
*Du sollst mehr nehmen als geben, kleiner Kobold.... und wenn ich dich küsse, dann... werde ich nicht mehr damit aufhören können, bis ich sterbe.... und dann kann ich dir nichts mehr geben...*
Noch während sie ihn ansah, drückte sie mit beiden Händen sanft, aber bestimmend gegen seine Hüfte, so dass sie ihn behutsam von der Seiten- in die Rückenlage drehte. Ebenfalls mit gewisser innerer Pein verbunden entzog sie sich seinen Händen, um sich so zu drehen, dass sie ihn gleichzeitig mit halbgeöffneten Augen ansehen und auch ihrem neuen Ziel zuwenden konnte, nämlich seinem Bauch.

Dicht neben seinen Oberschenkeln kniend massierte sie weiterhin langsam und intensiv seine Seiten von der Hüfte bis zu den Rippen, während sie zunächst wiederum leichte, zarte, und dann sich stetig steigernde Küsse auf seinen Bauch säte, die mehr und mehr von erregenden, kribbelnden Liebkosungen der Zähne und einer sehr erhitzten Zunge abgelöst wurden, welche jedoch nur kurz immer wieder vorschnellte wie eine angreifende Schlange, die eine glitzernde Spur auf seiner Haut nach sich zog, auf welcher kühl Annas beschleunigter Atem prickelte. Langsam und genüsslich umkreiste die Seherin so immer wieder seinen Bauchnabel, fuhr die Konturen der Muskeln nach und beobachtete das Heben und Senken seines kraftvollen Brustkorbes, ehe sie sich nach einer aufreizend langen Zeit endlich der mittig liegenden Vertiefung widmete und jene nun besonders intensiv mit zartem Knabbern und einem druckvolleren Hineinstoßen der Zunge stimulierte.




Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 23.07.2007 - 18:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Für Nicolai waren Annas so sanften und unerwarteten Liebkosungen, ihre Küsse auf seiner Haut ebenfalls berauschend und magisch und er genoss wahrlich ihre Kunstfertigkeit, mit welcher sie in ungeahnter Weise seinen Körper verwöhnte. Schon ihre so intensive und entspannende Massage hatten seinen Körper fallen lassen, so dass sich jeder Muskel entspannen konnte. Nun aber war es eine Mischung aus angenehmer Spannung und das sich absoluten Sich-Fallen-Lassens, wären da nicht in einem kleinen Winkel seines Geistes diese doch leicht nagenden Zweifel, ob er dies denn auch wirklich alles zu lassen sollte?
Schliesslich handelte es sich hier um seine aller beste und vertraute Freundin, die wie eine Schwester für ihn war, und mit der er sich nun auf ein intimeres Miteinander einliess. Doch Nicolai war, was körperliche Berührungen und Küsse an ging meistens jemand, der nicht mehr viel darüber nachdachte, was er tat, sondern der einfach nur noch mit allen Sinnen genoss.

Niemals hatte sich Nicolai darüber Gedanken gemacht, wie es zwischen ihnen beiden wäre, wenn sie so nebeneinander das Lager teilen und sich gegenseitig liebkosten. Über einige Streicheleinheiten, wie es unter guten und vertrauten Freunden manchmal üblich war, ging es niemals hinaus. Bisher war Anna immer ein Mensch gewesen, bei dem er so sein konnte, wie er war, wo er Schwächen zeigen durfte und ebenfalls war es anders herum genauso. Nie nur hatte er je einen Moment daran gedacht, Anna auf intimere Art zu berühren, als sie in den Arm zu nehmen, über den Kopf zu streichen oder ihr einen Kuss auf die Stirn oder die Wange zu geben. Damals, als sie noch Kinder waren, ja, da hatten sie sich manchmal in den Armen gelegen und den anderen sanft über den Unterarm gestreichelt, während sie sich lustige oder gruselige Geschichten erzählten. Später dann wurde auch dies seltener. Besonders, als Nicolai Vater wurde, auch wenn Atthelás Mutter, eine Sklavin, bei der Geburt verschied. Nie hatte Nicolai Anna darauf angesprochen, ob sie eventuell den Tod vorausgeahnt hatte. Er empfand es einfach nicht als fair, sie darauf anzusprechen und nie hatten sie darüber geredet.

Doch Nicolai dachte in diesem wunderbaren und so einzigartigen Moment der Hingabe nicht an die Vergangenheit oder daran, wen er in Anna sah. Er spürte ihre Küsse, ihre Finger, ihre Zunge auf seiner erhitzten Haut und es waren nicht nur ihre so liebevollen und doch leidenschaftlichen Berührungen, die ihm innerlich verzehrten, es war auch die Art ihrer Hingabe, die Art, wie sie selber genoss, was sie hat. Es war die Art und Wiese der Intensität, mit welcher sie ihn verwöhnte, eine nie da gewesene Leidenschaft die ihn mit in den Rausch der Sinne riss, wie er es schon lange oder eigentlich so noch nie erlebt hatte. Tat er nicht etwas Verbotenes, etwas, wobei er mit anderen Frauen kein Problem drin sah? Zerstörte er womöglich damit ihrer Freundschaft, wenn er sich nun ihr so begierig hingab?
Hatte Nicolai sonst sich kaum Gedanken gemacht, sondern war einfach nur auf das Drängen und Begehren der Frauen eingegangen, denn niemals hatte er sich genommen, wonach ihm verlangte, immer war er auf die Frauen und ihre Wünsche eingegangen, so war es hier vollkommen anders: Er dachte nach, ob er das Richtige tat. Auf der anderen Seite war Venya erwachsen und wusste sicherlich genau, was sie wollte. Wäre es nicht vermessen, ihr etwas zu verwehren, wo nach ihr augenscheinlich dürstete? Denn niemals hatte er die junge Dakerin erlebt, dass sie die Kontrolle über sich verlor.

Und nun erkannte er sie fast nicht wieder, als sie ihn so intensiv auf so leidenschaftliche und liebevolle Art berührte, streichelte und küsste und deutlich konnte sie vernehmen, wie sehr er es genoss.

Als sie dann die Verführung durch die Sklavinnen ansprach, lachte er verhalten und heiser auf und murmelte leise: »Naja, ganz unschuldig daran war ich ja damals auch nicht ...« Doch mehr wollte er dazu nun nicht sagen, viel zu schön war es, Anna auf diese Weise so nahe zu sein.
Doch sie hatte eindeutig zu viel an, bemerkte er so nebenbei, denn er spürte ihre Hitze, die von ihrem Körper ausging und ihr Wust an Gewändern musste sie doch sehr einengen ...

Doch dann vernahm er ihre weiteren Worte, als sie davon sprach: "*Du sollst mehr nehmen als geben, kleiner Kobold.... und wenn ich dich küsse, dann... werde ich nicht mehr damit aufhören können, bis ich sterbe.... und dann kann ich dir nichts mehr geben...*
Diese Worte klangen so aufrichtig und doch irgendwie erschreckend. So kannte er seine Anna überhaupt nicht, doch er liess es erst einmal geschehen und sich führen, so dass er schliesslich auf dem Rücken lag, immer noch nur mit dem Tuch um seine Lenden bekleidet und dem Verband um Knie und Schulter und zog scharf die Luft ein, als sie sich nun intensiv seinem Bauch zuwandte und diesen, nachdem sie seine Seiten massiert hatte, mit vielen zärtlichen Küssen bedeckte. Zugegeben: Nicolai verspürte dieses verlangende Gefühl in seinem Unterleib und je mehr und mehr Anna ihn liebkoste und küsste, je mehr empfing er dieses wunderbare Gefühl in seinem Kopf, welches man Leidenschaft und Begierde nannte und dass sich aber auch in seinem Unterleib nun langsam spürbar abzeichnete.
Er hatte noch gespürt, wie Anna ihren Rücken durchdrückte und sich an ihn schmiegte, als es seine Hände endlich irgendwie unter ihre vielen Schichten der Gewänder hatte geschafft, blanke Haut zu spüren und das war wirklich ein Meisterwerk an Fingerfertigkeit gewesen, denn sie trug einfach zu viel von diesen Stoffen an sich. Nun aber stöhnte er besinnlich und geniesserisch unter ihren weiteren Liebkosungen auf und deutlich konnte Anna merken, wie sehr er genoss.
»Bitte, liebe Anna. Küsse mich, aber sterbe nicht dabei. Ich brauche dich doch. Keinen Menschen liebe ich so wie dich ...«
Ihr Knabbern, ihr Küssen, einfach alles schien ihn schier in den Wahnsinn zu treiben. Er genoss, wie sie es wünschte, dein erbat, aber so ganz passiv wollte, ja konnte er nicht sein. Zu sehr wollte auch er ihr etwas geben. Doch dann schaffte sie es tatsächlich, dass er sich wieder fallen lies und ins Lager unter ihr sank, seinen Kopf in den Nacken warf und betäubend hauchte: »Anna ... meine Anna, was tust du nur mit mir ... ich ... ich liebe dich so sehr ...«

Nicolai war gefangen im Taumel seiner Emotionen, doch irgend wie schaffte er es dann doch, ihren Umhang abzustreifen und den Gürtel um ihr Gewand, bevor er sich geniesserisch wieder zurücklehnte und schliesslich seine Hände nach ihren Wangen tasteten und er sich dann doch wieder leicht aufrichtete, um von Lippen dermaßen leidenschaftlich zu losten, dass ihm selber ganz schwindelig würde.




Valvenya
unregistriert

...   Erstellt am 25.07.2007 - 01:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Valvenya spürte - vielleicht etwas spät -, dass sie, auch wenn sie nicht wirklich wieder auf ihren betäubten, sich verbergenden Verstand zurückgriff, alles andere als planlos und willkürlich vorging, was Nicolai betraf. Da war etwas, das sie führte und auch lenkte, sie sicher und ruhig in ihrem Tun machte; erregt ja, aber auch konzentriert dabei. Obwohl sie über nichts nachdachte und nicht einmal ganz wusste, worauf sie mit ihren wenigen Worten und vor allem ihren Liebkosungen hinauswollte. Sie lebte ihre Intuition, wieder einmal, und doch auch völlig anders als zuvor. Da waren keine Zweifel, keine Furcht vor den Folgen. Anna handelte einfach, spontan und unbeeinflusst von anderen Mächten.
Es gab nur das Empfinden mit allen Sinnen, reagieren und agieren, wobei das Agieren überwog. Ja, sie leitete und führte und sie spürte, dass dies bei ihrem besten Freund nicht einfach fortzusetzen wäre, weil er eine passive Rolle nicht gewohnt war. Er würde lernen müssen. Aber traf jenes Lernen nicht auch auf sie selbst zu? Was wusste sie schon von diesem zwischenmenschlichen Phänomen? Nicht viel, doch sie folgte eben keinem Wissen, weswegen sie weder Zweifel noch Unsicherheit verspürte. Sie ahnte nur, dass es eine Aufgabe gab, ein Ziel, eine Wendung des Bestehenden, die sie erreichen sollte und wollte.

Ihre Zunge und ihre Lippen strichen am oberen Rand seines Lendentuches entlang und verweilten ein wenig länger an der Vertiefung zwischen Hüftknochen und Bauch, während ihr Blick immer noch auf sein Gesicht gehoben war, so als erwartete sie etwas. Sie ließ ihn sprechen, noch ohne zu antworten, da sie den körperlichen Kontakt noch nicht abbrechen wollte, um ihren Mund zum Reden zu gebrauchen. Sogar ihren Gürtel ließ sie ihn noch stehlen, allerdings mit dem sicheren Bewusstsein, dass dies das letzte ihrer Kleidungsstücke sein würde, das er von sich aus entfernte. Es war selbstredend nicht ihr Verlangen, ihn zu quälen, aber da gab es etwas Wichtigeres, das sie ihm zeigen wollte.
Deswegen hob sie zwar den Kopf, als er sich wieder zu ihr vorbeugte, ihre Wangen in seine warmen Hände nahm und seine Lippen mit den ihren zusammenführen wollte, doch bevor er sie küssen konnte legte sie sanft, aber aussagekräftig den Zeigefinger auf seine Lippen, und ließ ihn so innehalten. Oh ja, sie sah die Qual in seinen Augen, erwiderte diesen Blick jedoch nur verträumt und ruhig, mit einem schwachen Lächeln, das jedoch zunehmend einer liebevollen Ernsthaftigkeit wich. So langsam, wie ihre Bewegungen die ganze Zeit über gewesen waren, legte sie die andere Hand an seine gesunde Schulter und drängte ihn so sacht aber unnachgiebig wieder in die liegende Position zurück.
*Doch, Nico, du warst unschuldig. Du warst traurig und brauchtest Trost und ich war nicht da. Weil ich zu feige war. Und ich habe zugelassen, dass diese Sklavinnen... dich 'trösteten'. Freundlich formuliert.*

Inzwischen ruhte sein Kopf wieder auf dem Kissen unter ihm und sie benutzte ihre Hände in immer noch ruhigen Bewegungen dazu, bedächtig seine Handgelenke zu umfassen und jene links und rechts von ihm auf dem Lager festzuhalten. Mittlerweile kniete sie neben Nicos Hüfte und betrachtete mit einem schwer zu deutenden Glanz in den gerade dunkelblau wirkenden Augen das Antlitz ihres Freundes.
*Bald schon konnte man von allen Frauen, die das Vergnügen mit dir gehabt hatten, hören, was für ein großartiger Liebhaber du wärst. Dass du jede Frau nach Strich und Faden verwöhnen würdest. Dass du sie überglücklich machen würdest, weil du auf sie und ihre Bedürfnisse eingehen und dich selbst zurücknehmen würdest wie kein anderer Mann. Deine Mentorinnen waren scheinbar überaus erfolgreich...*
In ihrer Stimme hatte keinerlei Vorwurf oder sonst eine Bewertung gelegen, sie wirkte sogar fast ein wenig abwesend; überaus warm, innig und leise, von einem leicht beschleunigten Atem begleitet.
Ihr Kopf senkte sich langsam zu seiner Brust um die von einem Verband unbedeckte Haut ebenfalls mit einer Flut kleiner inniger Küsse zu bedecken, zwischen denen sie gedämpft und immer wieder von intensiver werdenden Liebkosungen unterbrochen fortfuhr:
*Manches Mal habe ich mich gefragt.... was gewesen wäre, wenn ich... da gewesen wäre für dich.... wenn ich dich einfach mit in den Wald genommen hätte... und wir gesprochen hätten über das.... was in dir vorgeht... und in mir.... wenn ich mich nicht hätte vertreiben lassen.... womöglich war es auch sehr gut, dass.... du diese Erfahrungen gemacht hast... ich nehme mir ganz gewiss zu viel heraus wenn ich glauben würde, dass.... meine Gesellschaft besser für dich gewesen wäre.... und dass es besser für dich gewesen wäre, wenn du die körperliche Liebe unter.... anderen Voraussetzungen kennen gelernt hättest... nicht unbedingt mit mir, aber.... auch nicht mit Sklavinnen.... nicht zu diesem Zeitpunkt....*

Venya schwieg ein wenig länger und umspielte mit ihrer Zungenspitze eine seiner Brustknospen, um schließlich gefühlvoll daran zu saugen, bis er ihr ein erregtes Stöhnen schenkte und sie sich langsam knabbernd zum anderen Brustmuskel bewegen konnte. Sie umfasste dabei seine Handgelenke ein wenig fester, auch um seinem vielleicht entstehenden Impuls vorzubeugen, wieder aktiv werden zu müssen.
*Du fühlst dich.... immer noch unschuldig an... auch nach all den Jahren, nach all den Frauen.... vielleicht kannst du das nicht nachvollziehen, aber... ich spüre es irgendwie...*
Ihre Lippen lockten und umschmeichelten hingebungsvoll auch die zweite seiner Brustspitzen bis sie sich ihr entgegenreckte und sie sich langsam höher zu seinem Hals hinaufküsste, weiterhin stur davon absehend, ihn tatsächlich auf den Mund küssen zu wollen. Ihre Stimme klang zunehmend gepresster und heiserer und man konnte hören, wie sehr ihre Forschungen auf seinem Körper auch ihr gefielen, während sie die zarte Haut seines Halses und seines Schlüsselbeines verwöhnte und umschwärmte.
*Du bist wunderschön, weißt du das....? So, wie du jetzt bist.... du brauchst keine Angst zu haben.... lass dich ruhig fallen, genieße es.... du schuldest mir nichts... vertrau mir und lass los... Mach dein eigenes Glück nicht nur davon abhängig... wie sehr du die Frau bei dir befriedigen kannst... Ich bin nicht wie andere Frauen.... Woher also willst du wissen, wie du mich glücklich machen kannst...?*




Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 25.07.2007 - 02:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nicolai glaubte gerade für einen Moment nicht, was mit ihm geschah. Annas Berührungen und das liebliche Saugen an seinen Brustsppitzen machten ihn fast verrückt, doch dann waren da ihre Worte.
Er war hin und her gerissen und wusste für Momente einfach nicht wie ihm geschah. Wollte sie das wirklich alles und nur für ihn? Tat sie all dies, um ihm etwas zu geben, von dem sie glaubte, dass er es nie annehmen wollte? Das man ihm bedingungslos gab? Aber so einfach war es doch nicht. Auf einmal fühlte er sich so unsicher, wie vielleicht selten in seinem Leben. Er hatte gegeben und doch auch genommen in seinem Leben, wenn es um Liebe ging, oder eben um körperliche. Doch nun war er mehr als verunsichert.
Nicht, dass er Anna gegenüber nicht gerne offen war. Aber sie sprach da etwas so tiefes, so exentielles an, dass ihm schwindelte. Ja, er wollte nicht, dass sie ihn weiter so liebevoll berührte und küsste.
Denn er merkte, dass sie es nur tat, um ihm etwas zu geben, von dem sie glaubte, dass er es brauchte. Ja, vielleicht, aber nicht so und schon gar nicht von ihr. Was hatte er nur getan, das er ihr Ohrläppchen angeknappert hatte. Er hätte sich das wahrlich mehr überlegen sollen. Er hätte es nicht tun sollen. Sie war doch seine beste Freundin und nicht seine Geliebte. Auch wenn er sich nach nichts mehr anderes sehnte, dass sie auch dies für ihn war, denn das wäre sein grösster Wunsch: Eine Freundin und gleichzeitig eine Liebe: perfekter konnte es doch nicht sein. Ja, sogar in Deirdre hatte er eine Freundin gesehen, aber diese hatte ihn verlassen.
Und nun war da Anna ...

»Anna, bitte ...« hauchte er leise und sehr gequält und packte sie an ihren Schultern, wenn auch sehr sanft, aber bestimmend, damit sie aufhörte mit ihren so wundervollen Liebkosungen. Und dann dirigierte er sich und sie so in eine Lage, dass sie sich ansehen müssten.
»Ich ...« begann zaghaft. »Ich ... ich erinnere mich nicht mehr genau, was damals mir den Sklavinnen geschah. Vielleicht fühlte ich mich geschmeichelt, vielleicht auch nicht. Ich erinnere mich einfach nicht. Aber sie versuchten sehr nett zu sein. Daran erinnere ich mich. Vielleicht erinnere ich mich auch nicht, weil ich mich nicht erinnern mag, aber so schlimm war es schon nicht. Weisst du, ich war ja damals schon ein Prinz und konnte sicherlich sagen, was ich will und was nicht ...«

Nicolai glaubte an das was er sagte. Oder er wollte daran glauben. Die Vorstellung allerdings, dass er damals etwas erlebte, womit er nicht klar kam und dann vielleicht nicht richtig reagierte, daran dachte er nicht. Es fiel ihm nicht einmal ein. Denn wirklich breit war er damals nicht gewesen.
Aber er liess es über sich ergehen, weil er dachte, dass er stark sein musste. Doch auf einmal wurde ihm bewusst, dass er damals einfach nur hätte NEIN sagen hätte können, aber er war damals sehr unsicher und nicht bereit dafür. Aber irgendwie hatte er es nicht geschafft, und so passierte, was geschehen war. Und immer mit den Worten seines Vater: Sei stark und zeige keine Schwäche.
Nun begriff Nicolai aber, was das bedeutete. Es wäre eine Stäke gewesen, NEIN zu sagen, da er dies, was damals passierte, nicht wollte. Ja, er wollte er es nicht.

Und dann verstand Nico Annas Worte, dass sie nicht damals für ihn da war und nicht gewollt ward und es tat ihm so unendlich weh.
Und so schon er sie erst ein wenig von dich zurück, nur um sie liebevoll anzusehen.
»Anna, es gibt keinen Menschen, den ich so liebe wie dich. Und es tut mir unendlich leid, was damals geschah. Du warst immer der wichtigste Mensch in meinem Leben. Es tut mir leid, wenn ich dies nicht immer wieder gesagt habe, aber meine Familie war mir unwichtig. Ich liebte sie, weil ich glaubte, sie lieben zu müssen. DICH aber liebe ich ...
Es war mir kaum bewusst, da ich mir kaum bewusst war über meine eigene Rolle ... aber ich liebe dich. DU bist der Wichtigste Mensch in meinem Leben. Bitte aber tue nun nichts, was du bereust. Ich gebe zu, ich begehre dich. Ich liebe dich und geniesse deinen Körper und deine Liebkosungen. Aber ich sehe dich mit anderen Augen. Aber wenn wir uns auf diese Weise lieben, dann bitte nicht wegen der Vergangenheit.«

Und dann küsste er sie wie immer als Freund, sanft auf die Stirn. Doch diesmal viel liebevoller. Und dann erhob er sich und nahm sie liebe voll in den Arm und sprach leise: »Ich bin so froh, dích zu kennen ...« Warm waren seine Worte und überaus glücklich.




Valvenya
unregistriert

...   Erstellt am 27.07.2007 - 16:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sie hatte gespielt und verloren. Aber hatte sie jemals wirklich gewinnen können? Gegen die Vorgaben des Schicksals, gegen ihr eigenes Ich? Hätte sie jemals überhaupt diesen Versuch wagen können wenn ihre Gabe nicht dasselbe hätte erreichen wollen, wenigstens bis zu einem gewissen Punkt? Um dann, im letzten Augenblick, mit aller Macht zurückzukommen und ihrem kaum erweckten, körperlichen Begehren brutal Einhalt zu gebieten, in dem sie ihr Worte auf die Zunge legte, die Nicolai vor ihr zurückweichen ließen als hätte er sich verbrannt.
Venya wusste es, hatte es immer gewusst. Ihre Rolle war nicht dafür ausgelegt, Nicolai in diesem Sinne tatsächlich zu befriedigen, was gar nicht in ihrer Macht stand. Es wäre niemals wirklich soweit gekommen, dass sie das Lager teilten. Selbst wenn ihr Verstand schlief, so gab es noch diese andere Kraft, für die sie nichts weiter war als ein Werkzeug. Und sie forderte einen hohen Preis. Inzwischen hatte sie sich lange genug in ihrem Inneren einnisten können, um sie vollkommen zu kontrollieren. Sie ließ sie sehen, in Zwischenwelten, in die Zukunft, hinter den Schleier. Aber dafür forderte sie Freiheit, den eigenen Willen, fast die eigenständige Persönlichkeit. Was war Anna denn noch als ein Behältnis, eine Zunge, ein Paar Hände für diese Macht? Sicherlich, ihr Körper versuchte sich zu wehren, wie es bloße niedere Bedürfnisse immer taten, die nichts anderes als leben, existieren wollten. Er war schwach, er war überempfindlich und er hatte alles versucht, in diese wenigen Liebkosungen mit Nicolai alle Hoffnungen gesetzt, den Verstand betäubt und alle Zweifel verschwinden lassen.
Es hatte nichts genützt. Es hatte einfach nichts genützt. Sie konnte nicht so tun, als wäre sie normal, als würde sie denken, empfinden und sich verhalten wie eine normale Frau. Eine hübsche Illusion, mehr nicht. Ein kleiner Blick auf die Welt, wie sie hätte sein können. Wie sie aber niemals werden würde.

Valvenya war so unendlich müde. Ihre Lider waren halb geschlossen und ließen die strahlend blaue Farbe dahinter nur erahnen. Ihren Körper durchliefen einige gequälte Zuckungen, dann war er ruhig. Nur eine leichte Spannung blieb, von deren Ursprung sie keinerlei Ahnung hatte. Doch sie war da, hielt sie, verhinderte, dass sie nachgiebig in Nicolais Armen lag, und bewegte ihre Lippen. Die Stimme, mit der sie sprach, schien kaum ihre eigene zu sein.
*Es geht nicht um mich, Nico. Du hast keinen Fehler begangen. Ich bin für meine eigenen Taten verantwortlich und ich war nicht bei dir, als du mich gebraucht hast. Du verstehst nicht...*
Ein schmales Lächeln berührte ihre Lippen und ließ sie kurz innehalten. ‚Ihren Körper genießen‘... er hatte ihren Körper doch noch nicht einmal gesehen, geschweige denn etwas gefunden, das man genießen konnte.
*Nein, du verstehst nicht. Und dafür bin ich da. Ich lasse dich begreifen. Du unterschätzt mich. Und du überschätzt dich selbst. Du denkst, ich wüsste jetzt nicht was ich tue... und du glaubst, schon als Vierzehnjähriger nach dem Selbstmord deiner Mutter der alleinige Herrscher über dein Handeln gewesen zu sein. Da war ein Loch, Nicolai. In dir, in deiner Seele. Ein Riss, eine Kluft, eine Leere. Die konntest du alleine nicht füllen. Darüber konntest du nicht mit deinem Vater sprechen, weil der dich schon allein für die bloße Existenz dieser Leere zu Boden geprügelt hätte, bis deine Augen trocken vor ungeweinten Tränen gewesen wären. Du hast dich schuldig gefühlt. Jedes Kind hätte das. Wenn die Eltern leiden nimmt das Kind stumm alle Schuld auf sich. Schuldig und allein, erschreckt, verwirrt, verzweifelt. Glaubst du, dein Titel 'Prinz' hätte dich vor diesen Gefühlen geschützt? Oder der väterliche Befehl, stark zu sein? Nichts als Staub in einem Orkan, solchen Empfindungen gegenüber. Deine Familie war und ist dir niemals gleichgültig oder unwichtig. Du hast dich nach ihr verzehrt, gesehnt, mit jeder Faser deiner Seele. Nach einem winzigen Lob deines Vaters, einer angedeuteten Umarmung deiner Mutter. Nicht weil du glaubtest, sie lieben zu müssen. Weil du das Kind deiner Eltern bist, und weil ein Kind diese Bande niemals abwerfen kann wie eine Haut, aus der es herausgewachsen ist. Sie hängen dir wie Schatten nach, immer, überall, wohin du auch gehst. Dieses Band kannst du nicht kappen, solange du dir nicht die Wahrheit vor Augen führst. Solange du dich nicht damit beschäftigst und die alten Wunden aufarbeitest wirst du diese Geister niemals loswerden. Und sie behindern dich. Wenn du nur sehen könntest...*

Anna hielt in ihrer ernsten, eindringlichen und gleichzeitig seltsam distanzierten Rede inne und schüttelte leicht den Kopf. Nein, das Thema Astrales Sehen war wirklich nichts für diesen Augenblick. Aber sie war auch noch nicht ganz am Ende und sie würde dies durchziehen, sonst würde Nicolai niemals frei und in der Lage sein, die Dinge unbeeinflusst und wahrhaftig zu erkennen. Ihr Blick in seine Augen war zwar nach wie vor eigentlich erschöpft, doch auf seltsame Art unglaublich fesselnd und durchdringend, als schaue die Dakerin ihm durch Haut, Fleisch und Knochen hindurch direkt in seine verwundete Seele.
*Was die Sklavinnen angeht, so hast du in einem Punkt recht. Du willst dich nicht daran erinnern. Du hast es verdrängt. Auch das ist völlig normal, aber du musst dich auch daran erinnern und dich damit beschäftigen. Du wolltest damals Liebe. Du wolltest Trost, Zuneigung, Geborgenheit. Was du bekamst waren Lust, Sex, Zwang und gleichzeitig eine Fluchtmöglichkeit vor der Realität. Es war eine Vergewaltigung, Nicolai. Diese Sklavinnen haben deinen gebrochenen Zustand aufgrund des Todes deiner Mutter ausgenutzt und dich zu etwas genötigt, das du nicht tun wolltest. Nicht nur was deinen Körper betrifft, sondern auch deine Seele wurde mehr als nur verletzt. Sie wurde... sie ist... was dein Verhältnis zu Liebe und Lust angeht, verdreht, verstümmelt. Du glaubst, nicht wirklich lieben zu können. Und du glaubst vielleicht auch, Frauen dadurch am meisten zu würdigen, zu helfen... dein Wohlwollen, deinen Wunsch nach ihrem Glück auszudrücken, indem du dich ihnen anbietest. Indem du ihnen die Möglichkeit gibst, durch dich oberflächlich glücklicher zu werden. Und indem du dir selbst verbietest, mehr zu empfangen als zu geben, weil du denkst, es stehe dir nicht zu. Weil du ein Mann bist. Dir hängt noch soviel nach... womöglich spielt auch noch deine imaginäre Schuld am Tod deiner Mutter eine Rolle. Vielleicht spielt sich diese ganze furchtbare Situation bei jeder Frau mit der du etwas anfängst in deinem Kopf unbewusst wieder ab. Du willst nicht so sein wie dein Vater, du willst einer Frau ein Idyll bieten, ihr all das Glück zukommen lassen, das deine Mutter nicht hatte. Und aufgrund deiner Erlebnisse mit den Sklavinnen so kurz nach dem Tod deiner Mutter, dieser Realitätsflucht, definierst du dieses 'Glück' über deinen Körper. Fast ausschließlich über deinen Körper. Dann musst du auch nichts wirklich nah an dich heran lassen. Und während des Aktes kannst du alle Gedanken fast völlig aufgeben, süßes Vergessen, tröstliches Nichts. Wie bei deinem ersten Mal, nicht wahr? All die Schuldgefühle, die Furcht, all dies verschwand plötzlich unter diesen neuen, fremden Empfindungen... und dann warst du nicht mehr hilflos, du konntest wieder agieren und hast gemerkt, wie deine Gespielinnen genossen, wie gut du ihnen tatest... du hast sie glücklich gemacht. Später. Aber am Anfang hast du nicht gewollt, oder? Sie haben dich angefasst und gestreichelt und du befandest dich in einem Zwiespalt, weil du noch das Bild deiner Mutter vor Augen hattest, dich aber gleichzeitig nach der Nähe und Wärme anderer gesehnt hast. Deswegen... ich war nicht da. Es war deine einzige Möglichkeit, innerlich nicht völlig zu zerbrechen. Ich bin es, die sich hier schuldig fühlen muss. Du nicht. Du ganz gewiss nicht.*




Nicolai
unregistriert

...   Erstellt am 31.07.2007 - 01:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es schmerzte Nicolai tiefer, als sie vielleicht fühlen oder mit bekommen würde. Denn er versuchte seine Traurigkeit und seinen Schmerz diesmal doch vor ihr zu verbergen. Nicht, weil er ihr nicht traute, sondern weil er ihr nicht weiter Schmerz zu fügen wollte.
Sie hatte diese lange und beschwerliche Reise auf sich genommen, nur um ihrem besten Freund nahe zu sein und sie musste schrecklich müde und erschöpft sein. Und dann hatte sie auch noch von seinen vielen Schicksalsschlägen erfahren, seinen Verletzungen und nun hatte sie auch noch die Kraft, sein ganzes Verhalten und Wesen zu analysieren. Woher nahm diese so wundervolle Frau nur diese Kraft, die so einzigartig in seinen Augen war. Sie schien sich und niemanden zu belügen mit ihren Gefühlen, ganz im Gegensatz zu Nicolai.

Und was hatte Nicolai getan? Er hatte, er glaubte, sich verliebt zu haben, weil sie so dermaßen lieb war und für ihn da. Es waren mehr als zwei Jahre vergangen und nun, wo sie bei ihm war, wollte er ihre Nähe nur um so mehr, eigentlich auch körperlich. Aber er hatte so viel Respekt vor ihrer gemeinsamen Freundschaft, vor diesem so liebevollen Menschen, dass er diesmal Zweifel hatte, auf ihre körperliche Leidenschaft einzugehen, die er von ihr nicht gewöhnt war. Er wollte es schon, ja, er wollte sie fühlen, ertasten, jeden Winkel ihres noch immer verhüllten Körpers, doch er gebot sich selber Einhalt, da er ihre Freundschaft nicht ausnutzen wollte. Aber stattdessen tat er vielleicht das falsche. Sie war erwachsen und wusste, was sie wollte, er hätte ihr nachgeben sollen, sich nachgeben sollen, er hätte nicht denken sollen. Bevormundete er sie nicht? Nein, er hatte einfach Angst. Denn eines war ihm klar, bevor Venya dann die gesamte Wahrheit aussprach: Ja, Körperlichkeit war ein wichtiger Teil in seinem Leben, warum auch immer. Er definierte sich darüber. Weil er etwas anderes so nicht kennen gelernt hatte. Und doch hatte er es, denn durch sie, seine Freundin. Aber damals war er jung und verstand noch nicht so. Heute aber war sie der wichtigste Mensch in seinem Leben. Er wollte nicht einfach mit ihr schlafen, sie spüren .... und dann kam, warum er es nicht wollte und sie war es, die es aussprach, wofür er niemals in der Lage gewesen wäre. Und er fühlte sich schuldig, beschämt und unendlich schlecht ... zuerst, als sie sprach.

Als Venya sprach, spürte Nicolai, wie sie in allem Recht hatte. Ja, es glich damals einer Art Vergewaltigung und ja, immer hatte er sich nach dieser Ur-Liebe der Eltern gesehnt, diesem Zustand, sich selbst auch zu lieben und nicht ständig nach sich selber auf der Suche zu sein. Nie war ihm dies klar, doch nun zeigte es Anna ihm auf. Immer hatte Nicolai sich nach der Nähe seiner Mutter gesehnt. Nicht nur nach Umarmungen und kindlichen körperlichen Zuneigungen wie einen aufrichtigen Kuss, oder eine Umarmung.

Wenn sie es tat, wirkte es stets steif und aufgesetzt. Seine Mutter war zu sehr selber verletzt und vernachlässigt, dass sie nicht mehr das wirklich geben konnte, wonach sie sich selber so sehnte und Nicolai verspürte als Kind eine ungeahnte Schuld: Er fühlte sich für das Glück seiner Mutter verantwortlich. Es war vollkommen absurd, aber es war so. Oft hatte sie ihm nämlich, was er selbst Anna verschwiegen hatte, aus Angst, etwas so intimes auszuplaudern, immer verschwiegen: Seine Mutter redete über ihr Ableben und wie gerne sie sterben wollte. Doch immer wieder hatte sie gesagt, dass sie dies wegen ihrem Sohn nicht könne, da er sie doch brauchte. Fast war es die Ironie des Schicksals, was seine Mutter nicht wusste: Nicolai fühlte sich schuldig, dass seine Mutter nicht glücklich sein konnte. Sie war es nicht und wollte ihren Leben ein Ende setzen. Doch Nicolai, ihr einziger Sohn, war ihr vorgeschobener oder vielleicht auch wahre Grund, warum sie es lange nicht tat. Sie vermittelte ihm dies, unbewusst, dass sie nur für ihn noch lebte und ihr Unglück ertrug. Doch sie ahnte nicht, wie sich dies in Nicolai manifestierte: Er war damals ein Kind und konnte noch nicht alles begreifen. Er fühlte mit der Zeit, dass nicht sein Vater oder die Unfähigkeit seiner Mutter, ihr Leben zu meistern, Schuld waren an ihrem Unglück. Nein, irgendwann schlich sich bei ihm ein, dass er der Grund war, warum sie so lange litt. Sie wollte schon viel früher aus dem Leben scheiden, um endlich Ruhe zu finden, aber Nicolai war noch da, den sie nicht alleine lassen wollte. Normalerweise eine wahrlich noble Einstellung. Nur kam es bei dem jungen Prinzen so ganz anders an, ausserdem sehr unbewusst. Denn was dies anbetraf, gab es noch weit mehr Geheimnisse. Nicolai hatte seine Mutter schon des öfteren gerade noch vor einem Selbstmord hindern können. mehrmals und niemand wusste davon. Und gerne hätte er dies Venya erzählt, aber seine Mutter hatte ihn damals angefleht, mit niemanden darüber zu reden, weil sie um ihre Ehre fürchtete und Nicolai hatte ihr alles versprochen.

Doch dann fand er sie dennoch eines Tages sterbend in ihrem Lager und dies hatte der junge Prinz niemals vergessen, wenn teilweise auch einfach nur verdrängt, denn es war damals sehr entsetzlich für ihn und er schwor sich damals, es zu vergessen, ja, zu verdrängen. Und das nur, weil beide Elternteile ihm immer wieder einbleuten, keine Gefühle oder Schwächen zu zeigen, oder Geheimnisse auszuplaudern.

Und so verinnerlichte er dies alles, alleine. Doch das Venya nun davon sprach, dass sie ihn damals alleine gelassen hatte, schmerzte ihn ähnlich wie alles von damals. Nein, sie war nicht Schuld. Es kam ihr so vor, so wie sich damals Nicolai schuldig fühlte. Und auf einmal spürte er, wie unsinnig das alles war. Er spürte es, weil Venya mit allem Recht hatte, was sie sagte und er bewunderte sie dafür.
Ja, sie hatte auch mit den Sklavinnen Recht. Ja, sie berührten ihn und seinen Körper und auch seine intimsten Stellen, die ihm noch so geheimnisvoll vorkamen und sie gingen zu weit. Ja, er wollte es so nicht. Sie aber machten weiter und sprachen, dass sie schon wüssten, was er wollte. Und ja, sie waren sehr sehr lieb zu ihm, auf ihre Art. Und ja, er fühlte sich endlich einmal wahrgenommen. Da waren Menschen, die ihm eine Aufmerksamkeit schenkten, wie er es nicht kannte. Oder wie er es sich von seiner Mutter gewünscht hatte. Aber er spürte auch, dass das alles anders war und er wollte es so nicht. Viel lieber hätte er mit seine Freundin Anna darüber geredet. Aber damals traute er sich nicht.
Und dann führten ihn die Sklavinnen in den körperlichen Teil der Liebe ein ... wenn auch wahrlich nicht freiwillig und unbewusst entwickelte er all dass, was Venva nun so eben ansprach und ihm wurde zuerst wahrlich schlecht. Noch nie war ihm dies alles bewusst.
Ja, die hatte in allem Recht und er erschrak, dass sie dies erkannte, was ihm bislang so verborgen war.


Nicolai war innerlich ausser sich und verunsichert. Dennoch kam auch seine Stärke zum Zug und er hatte sich hinter Venya gesetzt und schlang seine Arme beschützend um die, wiegte seinen Kopf an dem ihren und sprach sehr sanft:
»Meine liebste Anna! Du hast in allem Recht. Und ich verstehe dich, aber gib dir nicht die Schuld wegen damals. Wir waren jung. Ich hätte mich dir offenbaren sollen, tat es nicht, aus Angst. Und ja, ich liebe dich für deine Weitsicht. Du hast mir die Augen geöffnet. Du bist ein so wundervoller Mensch. Mach dich nicht so klein. Du bist so grossartig. Und nein, ich fühlte mich nach dem Tod meiner Mutter erbärmlich, nur zeigte ich es nicht und versuchte so zu reagieren, wie ich glaubte, dass man es von mir erwartete. Und ja, ich habe mich schuldig gefühlt ... du hast in allem Recht ...ich ... « er zögerte doch dann erzählte er es ihr.
»Sie wollte sich schon seit längerem das Leben nehmen. Nur ich wusste davon. Ich fand sie auch des öfteren und konnte es dann verschleiern. Und immer wieder sagte sie mir, dass ich der Grund war, dass sie es nicht wirklich tat. Aber sie hatte es mehrmals versucht ... damit kam ich damals nicht klar.
Ich fühlte mich schuldig dafür, dass sie nicht glücklich war mit ihrem Leben ... unbewusst dachte ich: Ich bin Schuld. Wäre ich nicht da, würde sie sich sich das Leben endgültig nehmen. Bis sie es dann doch tat. Ich fand sie und sie hauchte mir noch etwas entgegen. Und ja, ab da, schien mein Verstand zu sterben. Ich verstand es nicht. War ich ihr nun wichtig, oder nicht?«

Nicolai schluckte und brauchte einen Moment für sich.

Nun hatte er es ausgesprochen und er fühlte erneut den Schmerz von damals und hielt sich seine Hand vor seinen Mund, als befüchte er, das seinen Lippen noch etwas entfleuchte, was er nicht wollte. Doch er vertraute Anna und so schlang er sanft seine Arme um sie, nach dem er sich hinter sie gesetzt.
»Dich trifft keine Schuld und in allem, was du sagst, hast du Recht. Ich renne vor dem allen weg. Die Sklavinnen damals ... der Tod meiner Mutter ... ich will daran nicht denken.«

Sanft küsste er den Hinterkopf von Anna, während er sie so sanft umarmte.
»Und ja, ich wollte .... will mir dir schlafen. Denn ja, ich begehre dich. Aber ich bekam Angst, da du mir eine so gute Freundin bist und ich wollte nicht, dass du ... die Begierde meiner Ängste wirst. All dass, wo du so recht hast, denn es stimmt: Ich kompensiere da etwas, was nicht richtig ist.

Uns ja, du magst Recht haben: Ich weiss nichts von seelischer Liebe und definiere alles über das körperliche. Nun aber hast du mir einen anderen Weg aufgezeigt, einem, der nicht einfach ist.« Nicolai beendete seine Worte und schmiegte sich noch mehr an Anna, ohne aufdringlich zu werden.

Sie hatte in allem so Recht und es schmerzte ihn.
»Ich liebe dich und ja, ich begehre dich nun auch körperlich ... und dies sehr. Aber du hast mir auch aufgezeigt, warum und daher ... ich will es nicht ausnutzen ... «

Ehrlicher wusste er nichts zu sagen. Und dennoch tat es ihm alles weh, das er so fühlte, denn Anna hatte so Recht mit allem, was sie sagte und er stellte sich mehr und mehr in Frage.

»Bitte, fühle dich nicht schuldig, Ich bin es, der sich schuldig fühlt .... «




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