Chris  Super-Reiter
   

Status: Offline Registriert seit: 22.06.2006 Beiträge: 203 Nachricht senden | Erstellt am 21.07.2006 - 00:51 |  |
Verschlafen blinzelte ich in die aufgehende Sonne, die durch das geöffnete Fenster auf mein Bett fiel. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und gähnte herzhaft. Dann wanderte mein Blick zu meinem Wecker. 8:30, blinkte mir entgegen. Das war doch mal eine ganz annehmbare Zeit zum Aufstehen. Ich blieb noch einen Moment im Bett liegen, drehte mich auf den Rücken und starrte gedankenverloren an die Decke. Dann raffte ich mich auf, schlug die Bettdecke zur Seite, schlüpfte in meine Hausschuhe und schlürfte in die Küche. Wie so oft lagen Enji, Flo und Vio in der Sonne am Fenster in einem großen Knäuel aus Fell und dösten vor sich hin. Enji hatte sich erstaunlich gut mit seinem Verband arrangiert, er versuchte nicht, ihn loszuwerden und er schien ihn auch nicht weiter zu stören.
Bevor ich es wieder vergas, gab ich zuerst den Hunden ihr Frühstück, dann schmierte ich mir selbst ein Brötchen, sprang kurz unter die Dusche und zog mir alte Klamotten an. Jetzt sollten die Hunde schon so langsam verdaut haben und ich ging mit ihnen raus spazieren. Wir machten nur eine relativ kleine Runde wegen Enji, aber ich übte wie nebenbei mit allen Dreien ein bisschen die Grundkommandos. Enji war mit Bei Fuß fällig, Flo versuchte ich Bleib und Komm einzutrichtern und mit Vio übte ich vorerst nur Bleib.
Ich hatte keine Uhr dabei und wusste daher nicht, wie lange wir draußen waren, aber als wir zurück zur Wohnung kamen, knallte die Sonne erbarmungslos auf uns herab. Entschieden zu heiß, um die Hunde mit auf den Hof zu nehmen. Darum ließ ich sie in die Wohnung zurück, füllte noch kurz Wasser für sie nach, suchte dann meinen Rucksack für den Stall und stieg schließlich ins Auto und fuhr los zum Hof. Als ich auf diesem ankam, war ich zum ersten Mal nassgeschwitzt bis auf die Knochen. Ich stieg aus dem überhitzten Auto aus, begrüßte die Hofhunde und ging dann direkt in den Stall. Hier war es angenehm kühl und schattig. Ohne Umwege ging ich zu Missys Box. Sie war leer, was hieß, dass Missy das Vergnügen hatte, sich auf der Koppel herumzutreiben. Bevor ich mich auf den Weg zu ihr machte, ging ich aber in die Sattelkammer, holte ihren Putzkasten, stellte ihn vor Missys Box ab und ging dann mit Halfter und Strick zu Missy auf die Koppel. Als ich sie rief, hob sie ihren hübschen Kopf, wieherte, sah sich kurz um und trottete dann gemächlich auf mich zu. Bei mir angekommen berührte sie mit den Nüstern meine Wange und prustete mir ins Haar. Ich lehnte mich an sie und kraulte ihr die Ganasche. Dann halfterte ich sie auf, klinkte den Führstrick ein und führte Missy in den kühlen Stall. Sie folgte mir willig, sah sich auf dem Weg aber aufmerksam um. Im Stall band ich sie vor ihrer Box an und fing sofort an, sie gründlich zu putzen. Missy entspannte sich zunehmend und döste schließlich ein Bein entlastend vor sich hin. Es freute mich ungemein, dass sie mir mittlerweile so zu vertrauen schien. Bevor ich den Sattel und die Trense holte, schmuste ich noch eine Runde mit ihr, was sie auch durchaus zu genießen schien. Dann verschwand ich in der Sattelkammer, legte mir ihre Trense über die Schulter und schleppte den schweren Westernsattel samt Pad zu meiner Stute. Den Sattel ließ ich sanft zu Boden gleiten und legte Missy das Pad auf den Rücken. Dann hängte ich die Trense weg, zog das Pad zurecht und beförderte schließlich den Sattel aufs Pad. Nachdem auch der Sitz des Sattels korrigiert war und ich ihn ausgekammert hatte, ließ ich den Sattelgurt hinunter und zog ihn im ersten Loch an. Anschließend ging ich erneut in die Sattelkammer, holte Missys Gamaschen, legte sie ihr an und trenste sie dann auf. Missy nahm das Gebiss sofort von meiner Hand auf und ließ sich bewegungslos von mir fertig auftrensen.
[...Fortsetzung folgt...]
Ich gurtete noch ein weiteres Loch nach, dann führte ich Missy in die Halle. Hier war es vergleichsweise kühl und der Boden war befeuchtet, also nicht staubtrocken. Idealbedingungen für eine Dreiviertelstunde ordentliches Training. Zudem war die Halle auch noch leer, was mir natürlich noch besser gefiel. Ich führte Missy in die Mitte der Halle, gurtete nach und stieg dann auf. Missy stand still, bis ich ihr die Hilfe zum Antreten gab. Am langen Zügel ließ ich sie zuerst ganze Bahn gehen, zum warm werden. Dann nahm ich die Zügel langsam weiter auf und ritt viele große Bahnfiguren wie Zirkel, aus dem Zirkel wechseln oder Achten durch die Bahn. Schnell war Missy total locker und durchlässig, bog sich schön um den Schenkel, gab im Genick nach und schwang im Rücken mit. Die Hinterhand setzt sie noch nicht so ein, wie sie sollte, und darauf wollte ich mich heute mit ihr spezialisieren. Ich animierte sie immer wieder dazu, weiter unterzutreten. Zu Anfang wehrte sie sich noch etwas dagegen, dann gab sie aber schließlich nach, trat weit unter und ließ sich einfach traumhaft reiten. Als sie schließlich perfekt versammelt in einem gleichmäßigen Galopp jede kleinste Hilfe sofort annahm, wollte ich einige Reiningfiguren reiten. Ich fing „einfach“ an mit einigen im Galopp gerittenen Achten und einem punktgenauen fliegenden Galoppwechsel beim Wechseln der Hand. Missy reagierte ohne zu Zögern und wechselte von einer auf die andere Hand. Ich lobte sie mit der Stimme und ließ sie dann auf dem Zirkel gehen. Zuerst zwei schnelle große Zirkelrunden, dann durch Gewichtseinwirkung zwei kleinere, langsamer gerittene Zirkel. Missy machte ihre Sache wirklich gut, auch wenn der Übergang von schnell zu langsam noch etwas zu hart war. Ich wechselte durch den Zirkel mit einem Galoppwechsel bei X und ließ sie noch eine Speed Control auf der anderen Hand gehen. Hier klappte es genauso gut, aber auch hier waren die Übergänge noch etwas stockend. Ich ließ sie wieder ganze Bahn gehen und einen Sliding Stop auf der langen Seite machen. Aus dem Stop heraus verlangte ich einen Roll Back und ließ sie auf der anderen Hand wieder angaloppieren. Diese Aufgabe schien ihr zu liegen, sie machte keinen Fehler und reagierte tadellos. Zum Abschluss galoppierte ich sie noch durch die ganze Bahn wechseln und ließ sie bei X vier Spins nach links und vier nach rechts machen. Danach brachte ich sie zum Stehen, klopfte ihr den Hals und ließ sie am langen Zügel abtraben. Das sollte für heute reichen, sie war total nassgeschwitzt und hatte dafür, dass sie seit längerem kein hartes Training mehr hatte, wirklich toll mitgearbeitet. Gute fünfzehn Minuten ritt ich sie im Schritt ab, dann ließ ich sie Halten, stieg ab und lockerte den Sattelgurt. Sie war noch immer nass, das war aber nicht schlimm, sie würde eh gleich unter die Dusche kommen. Doch vorher führte ich sie in den Stall, nahm ihr vor ihrer Box die Trense ab und halfterte sie auf und zog den Sattel samt Pad von ihrem Rücken. Das Pad legte ich über den Westernsattel und trug dann alles in die Sattelkammer. Der Sattel kam auf seinen Sattelhalter und das Gebiss an der Trense wusch ich noch aus, bevor auch die Trense ihren Weg zurück an den Haken fand. Danach ging ich zurück zu Missy, nahm ihr noch die Gamaschen ab und warf sie vorerst in den Putzkasten. Dann kratzte ich ihr die Hufe aus und führte sie jetzt endlich in die Waschbox. Hier band ich sie an, nahm den Schlauch, drehte das Wasser auf und fing an den Beinen an, sie abzuspritzen. Missy schien es sichtlich zu genießen, sie hielt die Augen halb geschlossen und wich dem Strahl nicht aus. Nachdem alle vier Beine abgespritzt waren, ließ ich das Wasser höher gleiten und spritzte den Rest von ihr ab. Nur den Kopf ließ ich aus, Pferde mochten es für gewöhnlich überhaupt nicht, Wasser ins Gesicht zu bekommen. Als ihr Fell durchnässt war, nahm ich die Waschbürste zur Hand und fing an, den Dreck und Schweiß aus ihrem Fell zu bürsten. Da auch ihr Schweif alles andere als gut aussah, bearbeitete ich auch ihn. Zum Abschluss nahm ich noch meine beiden Schwämme und säuberte mit dem einen die Augen und die Nüstern der Stute und mit dem anderen After und Genitalien. Jetzt sah meine Kleine gleich wieder viel besser aus. Ich nahm das Schweißmesser, zog das Wasser aus ihrem Fell ab, band sie dann los und führte Missy direkt weiter auf die Koppel. Das Training hatte sie offensichtlich doch ganz schön geschlaucht, denn als ich sie zu ihren Freunden entließ, hatte sie nicht mal mehr Lust, wild bockend über die Koppel zu rennen. Gemächlich trottete sie einige Schritte auf die Koppel, dann senkte sie den Kopf und ließ sich natürlich schnurstracks in die nächste Sandgrube fallen. Genüsslich wälzte sie sich und da ich mir das nicht weiter mit ansehen konnte, wie sie mein Werk zunichte machte, ging ich zurück in den Stall und räumte meine Sachen weg. Anschließend machte ich mich auf, Nora zu suchen. Ich wollte sie fragen, ob sie nicht mal Lust auf einen gemeinsamen Ausritt hatte. Sie zu finden war aber gar nicht so einfach. Schließlich lief mir Theri über den Weg und ich fragte sie, ob sie Nora vielleicht gesehen hätte. Theri nickte und sagte mir, sie hätte vor fünf Minuten noch im Tierheim mit Nora gesprochen. Ich bedanke mich bei ihr und ging hinüber ins Tierheim. Und tatsächlich, hier war Nora gerade dabei, die Zwinger der Hunde sauber zu machen.
Hey Nora!, begrüßte ich sie. Hey, na! Wie geht’s dir? Ich hoffe, du hast dich schön bei uns eingelebt?, fragte Nora lächelnd und sah von ihrer Arbeit auf. Aber sicher! Es ist wirklich traumhaft hier...!, schwärmte ich ihr vor. Dabei wanderte mein Blick zu dem Hund zu Noras Füßen. Etwas schüchtern dreinblickend saß dort eine supersüße Golden Retrieverhündin. Oh nein, ist die süß!, entfuhr es mir sofort, ich ging auf die Knie und streckte der Hündin meine Hand entgegen. Offenbar durch mein plötzliches Schrumpfen neu ermutigt, kam die Hündin schwanzwedelnd auf mich zu und schleckte mir die Hand ab. Während ich ihr das weiche Fell streichelte, fragte ich Nora: Wie heißt sie denn? – Nina! Sie ist noch ganz neu bei uns, gestern erst abgegeben worden. – Wer gibt denn so was wie sie im Tierheim ab?? Ist sie schon vermittelt? – Nein, leider noch nicht. Aber sie ist ja auch erst seit gestern da... – Gut, dann ist sie jetzt vermittelt!, meinte ich grinsend. Diese kleine Maus muss ich einfach mit nach Hause nehmen! Nora grinste mich vielsagend an. Ich wurde einfach immer wieder schwach, wenn es um Tiere ging. Aber sie war einverstanden damit und begleitete mich ins Büro, wo wir die Formalitäten klärten. Als ich den Kaufvertrag unterschrieben hatte und schon wieder dabei war, das Büro zu verlassen, fiel mir wieder ein, weswegen ich eigentlich gekommen war. Ich drehte mich zu Nora um und fragte sie, ob sie nicht mal einen Ausritt mit mir machen wollte. Sie sagte, dass sie im Moment sehr viel zu tun hätte, es sich aber überlegen würde. Ich verabschiedete mich bei ihr und verließ zusammen mit Nina das Tierheim. Wir machten uns direkt auf den Weg nach Hause. Nina war im Auto ziemlich aufgeregt, sah die ganze Zeit aus dem Fenster und konnte nicht still sitzen bleiben. Dabei gab sie aber keinen Ton von sich.
Nach wenigen Minuten lenkte ich den Wagen auf den Parkplatz vorm Haus, stieg aus und ließ auch Nina aussteigen. Ich wartete noch einen Moment draußen, da sie offensichtlich mal musste. Als sie sich entleert hatte (zugegeben, im Vorgarten meiner Vermieter....), beschloss ich, dass es vielleicht besser war, sie draußen mit den anderen bekannt zu machen. Sollte es im Haus Streit geben, gab es nicht so viel Möglichkeiten, dem aus dem Weg zu gehen. Also holte ich nicht Nina ins Haus sondern die andern drei Chaoten in den Garten. Zuerst hielten Flo, Enji und Vio Abstand, musterten Nina aufmerksam. Dann machte Enji den Anfang und stolzierte wie ein Platzhirsch auf Nina zu. Nina zog den Schwanz ein, warf sich auf den Boden und unterwarf sich ihm, indem sie ihm ihre Kehle präsentierte. Enji nahm dieses Friedensangebot an und fing an, mit Nina zu spielen. Nun kamen auch Vio und Flo an und die vier sprangen wild spielend umeinander herum. Schnell hatte Nina sich aufgewärmt und es stellte sich heraus, dass sie anderen Hunden doch ganz schön herrisch und selbstbewusst gegenübertrat. Sie ordnete sich ausschließlich Enji unter, Flo und Vio verwies sie zu aller erst mal in ihre Schranken. Ich musste grinsen über die freche kleine Hündin und nach einer halben Stunde wildem Spiel holte ich dann doch alle ins Haus. Nina inspizierte aufgeregt jede Ecke des Hauses, daran störte ich mich aber nicht. Ich ging ins Wohnzimmer und sah ein wenig fern.
Abends ging ich dann noch eine große Runde mit den Hunden spazieren. Nina hörte wie eine Eins und schien die anderen mit ihrem guten Benehmen positiv zu beeinflussen. Sie hatte sich schnell eingelebt und kuschelte abends vorm Fernseher schon mit mir und den anderen Dreien...
und Nora, wie siehts aus mit nem kleinen Ausritt? :P xD
[Dieser Beitrag wurde am 21.07.2006 - 14:05 von Chris aktualisiert]
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Sag ihm, dass ich ihn nie geliebt habe l Sag ihm, dass ich ihn hasse l Sag ihm, dass ich ihn nie wiedersehen will l Aber sag ihm nicht, dass ich dies unter Tränen gesagt habe
Ich weiß, du kannst mich Fliegen sehen und doch mit einem Wort zum Absturz zwingen l Du machst mein Leben zum Kartenhaus - und ziehst die unterste Karte raus |