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Theesener 

Status: Offline Registriert seit: 10.01.2008 Beiträge: 24 Nachricht senden | Erstellt am 10.01.2008 - 23:31 |  |
Hallo liebe Elektrikergemeinde,
unsere neuste Anschaffung ist eine Deerberg Beryll II, BJ.84, momentan mit einer 140Ah Verbraucherbatterie und einer 45 Ah Starter für den Volvo Penta MD11. Das Ladegerät in der Heckkabine sieht aus als gehöre es ins Deutsche Museum nach München. Hinter jedem Brett, das man losschraubt, finden sich mindestens zwei Lüsterklemmen,mit denen ein Vorbesitzer Strom abgezweigt hat. Überall wimmelt es von Sicherungen und haarstreubenden Kabelverbindungen. Die Batterien werden über einen dieser alten, schwarzen Drehknöpfe geschaltet. Wenn die Segelbeleuchtung an ist, ziehen die Lampen ca. 30Ah (laut Ampermeter). Ständig müssen wir abends irgendeinen Hafen anlaufen,um Strom zu tanken. Laptop laufen lassen geht höchstens für 2 Stunden, dann ist Feierabend.
Das kann doch so nicht bleiben, denken wir.
Unsere Überlegung: Das machen wir neu.
zweite Überlegung: Das machen wir gleich gründlich (gute Verbindungen, ausreichend große Kabel, Übersichtliche Absicherung in einem Kasten, ...) und erweitern um alternative Energien (Wind und Sonne)
dritte Überlegung: Wir lassen das ganze mangels Ahnung.
Deshalb hoffe ich auf einige Hinweise auf die vielen Fragen, die sich uns momentan stellen. Also fangen wir an:
1. Frage: Welchen Kabelquerschnitt benutze ich
a) von der LIMA zu den Batterien
b) von den Batterien quer durchs Schiff und zu den diversen Verbrauchern
c) vom Windgenerator und den Solarpannels
zur Batterie
d) und sonst so...
2. Frage: Welche Art von Kabeln verwende ich am besten?
Die Frage erscheint mir wichtig, da ich mit diesen Infos anfangen kann, nach günstigen Kabeln zu gucken.
Ich danke für Eure Hinweise.
Handbreit
Carsten
Signatur Im Hafen ist ein Schiff am sichersten.
Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut. |
Benjamin 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 202 Nachricht senden | Erstellt am 11.01.2008 - 14:26 |  |
Einen bei Adam und Eva beginnenden Kurs in Bordelektrik ist IMHO nicht Sinn eines Forums. Mein Vorschlag: Kauf dir ein gutes leicht verständliches Buch über Bordelektrik (spontan fallen mir die beiden Greiff-Bände ein) und versuche dich einzulesen. Wenn du dann konkrete Fragen hast, stellst du sie hier.
Benjamin
Signatur www.sy-merger.de Segeln, Amateurfunk und Meer |
Bernd 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 293 Nachricht senden | Erstellt am 11.01.2008 - 16:44 |  |
Hallo Carsten,
in Eurem Fall ist eine komplette Neuverkabelung wohl der richtige Weg.
Ich glaube aber nicht, dass Du ganz ohne fachliche Hilfe auskommen wirst.
Ein preiswertes Buch, allerdings nicht allumfassend, ist J.F.Muhs: "Yachtelektrik", bei Delius-Klasing. Dort gibt es auch noch Jens Feddern: "Theorie und Praxis der Bordelektrik".
Beide findest Du hier: http://www.delius-klasing.de/shop/thema … &rubrik=10
Auf die Fragen zu den Kabeln findest Du zumind. im erstgenannten Buch verständliche Antworten.Vor einem möchte ich Dich gleich warnen: Fang gar nicht erst an, mit einem Sammelsurium an Restekabeln zu verdrahten. Dann kannst Du auch gleich die alte Verdrahtung lassen. Man ist einfach zu leicht geneigt, fünfe grade sein zu lassen und ein Kabel zu nehmen, was gerade da ist. Einmal z.B. eine Abweichung von der Farbnorm und später kennt sich kein Mensch mehr aus.
Und mach Dich vertraut mit den Problemen der Elektrolyse und deren Verhinderung.
Signatur Gruss
Bernd |
Theesener 

Status: Offline Registriert seit: 10.01.2008 Beiträge: 24 Nachricht senden | Erstellt am 13.01.2008 - 17:22 |  |
Hallo Bernd,
vielen Dank für Deinen Hinweis auf die beiden Bücher. Ich werde mal zusehen, dass ich die bekomme.
Deine Überlegungen bezüglich Altkabel finde ich mehr als logisch. Im Moment kann ich noch nicht abschätzen, wie viele hundert Meter Kabel zusammenkommen. Da ist es schon aus (Akut-)Kostengründen möglicherweise eine Idee,das ein oder andere wiederzuverwenden. Bisher sind wir gegen solche Vorhaben allerdings gefeit. Noch tragen wir uns mit dem Gedanken einer Totalsanierung.
Im Moment bin ich gerade dabei, Schaltpläne zu erstellen. Nicht von der Installation, die an Bord ist (das wäre wohl hoffnungslos), sondern vom Idealzustand, den wir gerne hätten.
Thema Elektrolyse: Wir haben einen GFK-Rumpf. Der einzige Punkt, an dem Elektrolyse ernsthaft ansetzen kann ist wohl der Messingpropeller, oder? Hast Du spezielle Hinweise, an welchen Stellen das in Zusammenhang mit der Elektrik noch eine Rolle spielen könnte?
Handbreit
Carsten
Signatur Im Hafen ist ein Schiff am sichersten.
Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut. |
Theesener 

Status: Offline Registriert seit: 10.01.2008 Beiträge: 24 Nachricht senden | Erstellt am 13.01.2008 - 17:25 |  |
Benjamin schrieb
Buch über Bordelektrik (spontan fallen mir die beiden Greiff-Bände ein)
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Hallo Benjamin,
o.k., fangen wir nicht bei Adam und Eva an, aber hast Du vielleicht eine ISBN-Nummer oder einen Verlag. Ein kompletter Titel würde helfen. Nur unter Greiff finde ich nichts.
Gruss
Carsten
Signatur Im Hafen ist ein Schiff am sichersten.
Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut. |
triniandy 

Status: Offline Registriert seit: 11.05.2006 Beiträge: 108 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2008 - 21:57 |  |
Carsten,
Den von Dir beschriebenen Zustand der Elektrik auf einem aelteren Segelboot kenne ich gut aus meiner Berufspraxis. Da hilft nur noch: alles raus, was nichts taugt. Vielleicht kann das eine oder andere Hochstrom-Kabel noch verwendet werden, wahrscheinlich aber eher nicht.
Wenn man sich ueberhaupt nicht auskennt, nicht nur nicht, wie man damit anfaengt, sondern auch die elektrohandwerklichen Kenntnisse fehlen, moechte ich dringend davon abraten, eine Neuverkabelung selbst machen zu wollen. Man kann sich nicht alles einfach anlesen, wozu andere jahrelang die Schulbank gedrueckt haben und auch bei der handwerklichen Durchfuehrung kann man, und wird man, viele Fehler machen, die im schlimmsten Fall zum Brand an Bord und zum Verlust des Bootes fuehren koennen.
Von den heute geltenden Normen bzw. deren Einhaltung will ich dabei gar nicht reden.
Bitte geht mit diesem Projekt zum Fachbetrieb. Ihr werdet es Euch spaeter selbst danken.
Fair Winds !
Andy
Signatur Andreas "Andy" Kretzschmar
Trans Ocean e.V., Trinidad W.I.
ELECTROPICS Marine Services Ltd.
Chaguaramas, Trinidad |
Benjamin 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 202 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2008 - 22:14 |  |
Theesener schrieb
Hallo Benjamin,
o.k., fangen wir nicht bei Adam und Eva an, aber hast Du vielleicht eine ISBN-Nummer oder einen Verlag. Ein kompletter Titel würde helfen. Nur unter Greiff finde ich nichts.
Gruss
Carsten
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Wilhelm Greiff "Stromversorgung an Bord" pietsch Verlag ISBN 3-613-50309-3
Es gibt auch noch einen Band vom gleichen Autor "Energiemanagement auf Segeljachten". Die ISBN habe ich leider nicht. Ich hatte das Buch verliehen und nicht zurück bekommen. Ich selbst (ich bin Berufselektroniker aber eben kein Yachtelektriker) fand die beiden Bücher hilfreich, weil die technischen Zusammenhänge recht gut erklärt werden. Ob man es dann genau so löst wie dort vorgeschlagen ist eine andere Sache, da wird jeder die individuelle zu seinem Schiff passende Lösung finden.
Benjamin
Signatur www.sy-merger.de Segeln, Amateurfunk und Meer |
Mimpimanis 

Status: Offline Registriert seit: 28.11.2005 Beiträge: 38 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2008 - 08:39 |  |
Nur so als Info zur Kabeldimensionierung:
Delta V=Länge *2 (für Hin und Rückweg)*maximale Ampere (siehe Absicherung)/(58*Kabelquerschnitt in qmm)
Ein theoretischer Spannungsabfall von mehr als 0,5V darf nicht auftreten, denn da kommen noch die Übergänge an den Klemmstellen dazu, so dass du effektiv bei 1V bist.
Dimensionen unter 2,5qmmm brauchst du gar nicht anfassen, ausser es ist für 220V!
Für meine 12 Neubau habe ich ca. 500m 2,5qmm, 50m 70qmm (Batteriekabel, Ankerwinsch), 60m 35qmm (Anlasser, Sammelschienenverbinder, Solarzellen, ... verbraucht
Viel Spass beim Verkabeln. Nimm dir sehr viel Zeit bei der Planung und ziehe gleich Leerrohre ein, dass du nacher erweiterungsfähig bist, vielleicht komtm ja mal ein 12V Wassermacher dazu, oder eine KW-Funke, ...)
Stephan
Signatur Besucht uns: www.mimpimanis.de |
ganzrum 

Status: Offline Registriert seit: 07.11.2005 Beiträge: 44 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2008 - 15:26 |  |
hallo,
in den Palstekausgaben ab 2.06 findest du eine ausführliche und verständliche Anleitung die fürs erste zunächst einmal weiterhelfen sollte.
Viel Spaß beim Basteln
ganzrum
Signatur ciao ganzrum
Prioritäten setzen heißt auswählen was liegen bleibt |
ganzrum 

Status: Offline Registriert seit: 07.11.2005 Beiträge: 44 Nachricht senden | Erstellt am 16.01.2008 - 15:33 |  |
kurzer Nachtrag,
Palstek im Internet bietet pdfs als downloads, reicht vielleicht zunächst auch
Signatur ciao ganzrum
Prioritäten setzen heißt auswählen was liegen bleibt |