Pipasi 

Status: Offline Registriert seit: 01.03.2007 Beiträge: 219 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2008 - 14:31 |  |
Unterwegs war ich in Nepal u.a. für http://www.nepalkinderhilfe.de/.
Eine Hilforganisation, die sich für die Schulbildung von Kindern einsetzt.
In Nepal ist die wichtigste Einnahmequelle der Tourismus. Als Sherpas verkaufen sich die Männer an die Bergsteiger. Dafür verlassen sie ihre Dörfer und lassen Frauen und Kinder allein mit ihrem Überlebenskampf. Die Ernten sind spärlich und die Arbeit auf den Feldern ohne jede technische Hilfe hart.
Die politische Lage, der Sturz der Monarchie, die Unruhen erschweren das Leben.
Mehr als 15.000 Menschen sind seit 2006 getötet worden.
Diese Unsicherheit hält Touristen zurück, was noch mehr Elend zur Folge hat.
Hinzu kommen die jüngsten Ereignisse. Mehr als 20000 Tibeter haben in Nepal seit 1959 Zuflucht gefunden. Nepal, das von China abhängig ist, unterstützt deren Tibet-Politik und geht ganz im Sinne Chinas massiv brutal gegen tibetische Demonstranten und Ausländer vor.
Aus diesem Grund habe ich Nepal auf Empfehlung der deutschen Botschaft früher verlassen als geplant.
Der Rauschgifthandel blüht nicht nur in der Hauptstadt Kathmandu, obwohl er seit 1980 kriminalisiert ist.
Kathmandu ist eine stinkende Geruchsgemisch, manchmal allerdings fast betäubend, da mischen die Düfte der Auslagen mit denen der Abfallhaufen und den Abgasen der Autos sowie einigen unbekannten Elementen. Menschen mit Mundschutz sind hier überall zu sehen. Die Straßen sind überfüllt von Dreirad-Rikschas mit quakenden Hupen, Mopeds und Suzuki-Vans.
In den Slums gibt es Suppenküchen und medizinische Stationen von europäischen Hilfsorganisation. Die Slumbewohner sind überwiegend Kinder und Frauen.
Ihre Männer haben das Land längst verlassen und die wenigen, die geblieben sind, sich Drogen abhängig. Weil Drogen und Alkohol vergleichsweise günstig und leicht zu bekommen sind, leben diese Menschen in einer Gesellschaft mit einer florierenden Räucherstäbchen-Industrie.
Frauen müssen sich schützen vor der Gewalt ihrer Männer. Sie haben eine Bürgerwehr gegründet und gehen nachts mit Stöcken durch die engen Gassen des Slums, um Frauen zu helfen, die Opfer von Gewalttaten werden.
Viele Slums befinden sich direkt am Ufer des Bagmati Fluss.
Das ist sowohl eine ökologische Katastrophe, als auch biologische. Der Fluss hat mehr Ähnlichkeit mit einem offenen Abwasserkanal, einer Kloake als mit einem lebendigen Gewässer, das Menschen mit Nahrung und Trinkwasser versorgt.
Slums sind ein profitabler Markt für wirtschaftliche Interessen. Hier gibt es billige Arbeitskräfte für die Wohlstandsstaaten, die erfolgreich hier agieren. Die städtische, nationale und internationale Politik haben es versäumt, diese Probleme anzugehen. Das globale wirtschaftliche System fördert die Armutsspirale mit all ihren Begleiterscheinungen.
Wer nicht das Glück hat, von einigen Hilfsorganisationen wie
Habitat for Humanity,
Nepal Kinderhilfe,
Gedacht - Getan
und viele, viele, aber immer noch zu wenige andere Organisationen aufgefangen zu werden, oder zu einem Entwicklungshilfeprojekt zu gehören, ist für immer verloren.
Signatur Sinnend in den Tag – träumend in die Nacht |