Globetrotter 

Status: Offline Registriert seit: 09.07.2007 Beiträge: 23 Nachricht senden | Erstellt am 14.02.2009 - 20:35 |  |
Namibias Kontrastreichtum kriegt man verbal kurz und bündig kaum in den Griff. Namibia - das ist vor allem Weite.
Etwas für Leute, die mal tief Luft holen wollen und sich an scheinbaren Nebensächlichkeiten erfreuen können.
Ein Land für Individualisten mit Feeling für Stille und Leere.
Der Name der Wüste Namib läßt sich mit „Nichts" übersetzen. Doch wen kann man mit nichts hinterm Ofen hervorlocken?
Nun darf man sich das Land jedoch nicht scheinbar endlos vorstellen, flach und nahezu bretteben wie die nordamerikanischen Prärien oder die argentinische Pampa.
So etwas gibt's auch: etwa in der Kies-Namib im nördlichen Kavangoland oder in einigen Kalahari-Gebieten.
Im großen und ganzen ist die Weite jedoch durchaus variabel, mit wechselnden Horizonten. Immer mal wieder ein isoliertes Gebirge oder zumindest ein Inselberg, der sich wie ein Eiland über dem weiten Land erhebt.
Oder eine Windmotor-Pumpe als künstlicher Akzent.
Stundenlang kann man mutterseelenallein dahinfahren. Hie und da vielleicht ein Abzweig zu einer Farm, oft weit entfernt von der Pad, von der Straße. Ganz selten ein Dorf oder gar eine Stadt.
Das Land hat zwar eine lange Küste, aber angesichts der Kühle muss man sich Meter um Meter innerlich für sie erwärmen.
Dünen und Sandstrände, Fischen und herbe Natur, doch nichts für Sonnenanbeter.
Ansonsten im Westen nichts Neues? Doch: Da ist uraltes Leben in der Wüste und junge Keimzellen an deren Rand: Farmen, die dem wüsten Trockenraum trotzen.
Wege in der Einsamkeit, wo es nach mitteleuropäischen Maßstäben nicht mal Pisten geben dürfte.
Ein Land für Propheten, die gern in die Wüste gehen. Dazwischen mischt sich die Geschichte ein ins Nichts.
Urbanität wie im Deutschland der Jahrhundertwende. Pikante „germanische Würze" mit einem Schuss Neuem.
Städte wie Swakopmund und Lüderitz, in denen man bisweilen fasziniert grübelt:
„Wie überleben die und ihre Bevölkerung im Nichts?"

Namibias Weite - hautnah erlebt. Da fühlt man sich ganz,ganz klein

"Hotel unter 1000 Sternen. Die namibische Lichtkuppel gibt es fast überall und allabendlich so farbig.

Auch in Namibia gibt es Schlösser - Schloss Duwisib

Der Bahnhof von Guibis ist wie ein Zaun - ansonsten verliert sich der Blick in die Weite
Kaum zu glauben, dass sich dahinter der Fish River Canyon befindet.

Die große Schlucht des Fish River Canyons

Dies ist kein Fluss sondern ein Parkweg.Und das weiße Blechteil ist von keinem Schiff sondern ein Teil von der Motorhaube unseres Fahrzeuges.
Signatur Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie wie sie ist."
Samuel Johnson |
Globetrotter 

Status: Offline Registriert seit: 09.07.2007 Beiträge: 23 Nachricht senden | Erstellt am 21.02.2009 - 18:35 |  |
Das Tal der „zweifelhaften Quelle" fasziniert mit seinen zerklüfteten, oft in kantigen Brocken vom Berg abgestürzten Felsen.
Ihre Sandstein-Schichtstruktur ist gut erkennbar.
Attraktion ist jedoch weniger die Landschaft, als die kulturellen Zeugnisse früherer Bewohner:
Tausende von Fels-Gravuren und Malereien auf Steinplatten bei Twyfelfontein
Die fantastische Fels-Galerie, einzigartig im südlichen Afrika.
Dargestellt ist die Jagd-Beute der Entstehungszeit dieser Petroglyphen vor einigen tausend Jahren; die jüngsten stammen von den Berg-Damaras des 19. Jahrhunderts.
Das Alter erschließt sich aus dem Grad der „Patina-Nachdunklung", ein Oxydationsprozeß wie bei der Entstehung des „Wüstenlacks" auf den glatten Sandsteinflächen
Ohne Wüstenlack-Belag auf dem Fels gäbe es hier keine Tierbilder:
Erst durchs Abmeißeln der Deckschicht ergeben sich die warmfarbigen Hell-Dunkel-Kontraste (besonders schön am späten Nachmittag).
Alle Tiere sind weitgehend naturalistisch dargestellt und gut erkennbar, es handelt sich also nicht um Phantasiemalereien: Giraffen, Elefanten, Nashörner, Strauße...
Dies Wild gibt es noch heute in weiterer Umgebung, aber nicht mehr rund um dies Tal.
Sehr markant ist der Löwe mit abgeknicktem Schwanz, ferner eine besonders große Giraffe und der „große Elefant", der einen Meter auf die Platte bringt.
Ringsum liegen wie helle Muschelschalen auf rötlichem Sand die Werkzeuge der Steinzeit-Künstler, mit denen sie die Tiere buchstäblich auf den Fels „bannten" - vielleicht diente das alles dem üblichen Jagdzauber?
Steinsetzungen zeigen alte Wohn- und Feuerstellen. Die „zweifelhafte Quelle" hat "einst für viele Menschen gereicht, aber eben nicht zur Farmerei.
Mag sein, daß die Quelle in feuchterer Vorzeit ergiebiger war. Beim heutigen ariden Klima hätte das Großwild keine Lebensgrundlage gefunden.
Die Ranger zeigen gern und eifrig eine Menge interessanter Dinge, die man selbst vielleicht nicht finden oder deuten könnte:
Symbole, eingemeißelte Tierspuren auf den Felsen -

hie und da am Boden kleine „Südwester-Edelweiß", mit flauschigen Blättern dem der Alpen ähnelnd.
Die Blüte ist jedoch innen rot bis rosa angehaucht.

Tier-Menagerie auf glatten Sandsteinplatten.
Das einst an der „zweifelhaften Quelle" von Twyfelfontein jagdbare Wild
ist sehr naturalistisch dargestellt.
Berühmt ist der Löwe mit dem abgeknickten Schwanz.
Signatur Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie wie sie ist."
Samuel Johnson |