<Gast> unregistriert
| Erstellt am 30.04.2005 - 23:55 |  |
Ich bin ein recht sportlicher Mensch, mache seit 10 Jahren Leistungssport und hatte in dieser Zeit nie ernste körperliche Problem. Ich bin zur Zeit 29 Jahre alt.
Im Januar 2004 fingen bei mir die Probleme an.
In einem Trainingslager (Taekwondo) machte ich dann eine sehr seltsame Übung, die unter Umständen Auslöser meines Problems sein könnte. Es war eine Halteübung in einer Art Sit-Up-Stellung. Wir haben in einer recht unbequemen Position mehrmals für mehrere Minuten den Oberkörper vom Boden gehoben. Einige Sportler, wie ich auch, haben dabei angefangen unfreiwillig mit dem kompletten Oberkörper zu vibrieren. Viele haben dann damit aufgehört, ich habe die Übung jedoch dummerweise bis zum Ende durchgeführt.
Doch jetzt zu den Sympthomen, die sich über das letzte Jahr hin immer wieder verändern...
Am nächsten Tag nach der Übung hatte ich ein Ziehen im rechten hinteren Bereiches des Hals und auch starke Kopfschmerzen, die sich anfühlten als hätten sie die Ursache in diesem Halsbereich. Die Schmerzen im Hals fühlten sich wie Verspannungen an.
Die Tage danach hatte ich keine Probleme, bis ich dann nach einer recht langen und intensiven Party bei einem Bekannten geschlafen hatte. Ich war am nächsten Morgen extrem geschafft, hatte wieder Schmerzen im Hals und extreme Kopfschmerzen. Meine Hand zitterte teilweise und auch mein rechtes Augenlid zuckte in ungeregelmässigen Abständen von ca. 20-60 min. Schwindelgefühl hatte ich auch ständig.
Als ich nach dem Wochenende immer noch recht schwach war, bin ich zu meinem Hausarzt gegangen, weil ich so was bisher noch nicht kannte. Diagnose: Magnesiummangel.
Nach 2 Wochen Magensiumschlucken gab es keine Verbesserung. Es wurde noch schlimmer. Ich hatte nun Schmerzen in gesamten rechten Nackenbereich. Der Schmerz am Hals fühlte sich nicht mehr wie eine Verspannung an, der Schmerz lag eher im Bereich der Wirbel und der Knochen. Ich wurde dann aufgrund der Vermutung einer Blockade zu einem Orthopäden überwiesen.
Dieser konnte auf den Röntgenbildern nichts erkennen und spielte das Problem herunter. Ich bekam Schmerzmittel.
Nach ca. einer Woche wurde alles nochmal schlimmer. Ich konnte aufgrund der Schmerzen nachts kaum noch schlafen, wurde immer zittriger und hatte bei meiner Tätigkeit als Softwareentwickler immer mehr Probleme mit der Kopfhaltung. Je länger ich vor dem Computer saß, um so schlimmer wurden die Schmerzen im Hals, Nacken und Kopf. Ich bekann dann sechs Einheiten Massagen im Halsbereich und Krankengymnastik.
Als es trotzdem nicht besser wurde, wurde ich eine Woche krankgeschrieben und zu einem Neurologen überwiesen. Dieser war auch Psychologe und hat mich über mein Privatleben gefragt. Generell kann ich sagen, dass ich weder damals noch heute Probleme in diesem Bereich habe. Ich habe sehr viele soziale Kontakte, beruflich recht gute Perspektiven und bin auch sonst mit meinem Leben sehr zufrieden. Als es hier keinen Ansatz gab, hat er einige Untersuchen gemacht. Die Gehirnstrommessung lieferte keine negativen Ergebnisse, bei einer Blutflussmessung (akkustisches Gerät) wurde festgestellt, dass auf der rechten Seite des Halses weniger Blut als links fließt. Der Arzt fand dies wohl mekrwürdig und holte einen zweiten Arzt zur Rücksprache. Der schaute ein wenig verdutzt, meinte dann aber, ich solle meine Sachen packen, es wäre alles in Ordnung. Ich müsste nur ein paar Wochen warten, nicht an den Hals denken und es ginge von selbst weg.
Dem war aber nicht so. Ich wurde weitere zwei Wochen krank geschrieben, erhielt erneut acht Einheiten Krankengymnasstik/Massagen und wurde zum Radiologen überwiesen. Mein Ortphopäde war so nett, mir zu sagen, dass ich möglicherweise Tumore im Hals hätte und ist dann in den Urlaub gefahren. Der Radiologe hat mit mir dann eine Kernspintomographie gemacht, mit der ich dann zu einem Vertretungsorthopäden gegangen bin. Zwischenzeitlich hatte ich weitere Sympthome, die sich in Druck auf Nase und Augenhöhlen, taube Stellen auf der linken Wange und der linken Hand, Druck auf alle Zahnreihen und in Ohrendruck äußerten.
Ich hatte das Gefühl, dass ich zum ersten mal beim richtigen Arzt bin. Er sagte immer, er wisse, was ich habe, wollte aber erst mal weiteruntersuchen, bevor er sich äußere. Es folgten weitere Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule, eine Röntgenaufnahme des Kiefers durch einen Oralchirugen, der der Meinung war, dass es keine Probleme mit dem Kiefer gebe, Akkupunktur und Untersuchungen durch einen Kieferchirugen.
Der Kieferchiruge sprach im Gegensatz zu dem Oralchirugen von einer Fehlstellung der Zähne und von einem zu kleinen Kiefer. Er wollte wissen, ob ich nachts mit den Zähnen kniersche, was ich bestätigen konnte. Später fragte ich meine Freundin, wie häufig das denn auftritt und sie sagte, dass dies nur sehr selten der Fall sei - meistens wenn ich mal auf einer Feier zu viel getrunken habe.
Zurück bei dem Orthopäden war ihm dann alles klar... der Kiefer und die Zahne sind schuld. Er könne mich chiropraktisch einrenken, ich solle aber die Ursache durch den Kieferchirugen beseitigen lassen, zuvor könne er keine weitere Schritte einleiten. Ich ließ mich einrenken, was sehr laute knackte, und ich bekam die nächsten Wochen ca. 18 Einheiten manuelle Therapie im Kiefer- und Halsbereich.
In der gleichen Zeit hatte ich mehrere Termine bei dem Kieferchirugen, der mir eine Aufbissschiene verpasste und mich drei Monate später wieder untersuchte.
Obwohl die ganze Situaton eigentlich besser wurde, war ich nicht richtig zufrieden. Die Erfolge waren sehr bescheiden und ich hatte die Probleme nur schon länger als ein halbes Jahr. Der Kieferchiruge war der Meinung, dass es zwei Lösungen zu meinem Problem gäbe. Die erste sei, permanent eine Schiene zu tragen, die zweite wäre, mir die Weisheitszähne zu ziehen. Obwohl ich skeptisch war, willigte ich ein und wollte, dass er mir die Zähne zieht.
Zuvor benötige er aber eine Zustimmung durch einen Kieferorthopäden, den ich wenige Tage später aufsuchte. Dieser war entsetzt, konnte nicht glauben, dass Zähne gezogen werden sollen. Alles sei bestens und ich habe mich da vermutlich getäuscht und den Kieferchirugen falsch verstanden. Dummerweise hatte ich gar nicht hiervon erzählt, der Kieferorthopäde hatte nur den Brief des Kieferchirugen gelesen.
Da nun Kieferorthopäde und auch schon der Oralchirug sich einig waren, dass mein Kiefer und meine Zähne in Ordnung sind, hatte ich mich entschlossen den Kieferchirugen nicht mehr zu besuchen und mir von meiner Kasse eine Empfehlung geben lassen.
Ich bin dann zu einer Kieferchirugin gegangen, die der gleichen Meinung war... der Kiefer verursacht keine Probleme. Sie hat sich auch die Aufbissschiene angeschaut und war entsetzt, dass diese nicht richtig angepasst wurde. Sie bat mir zwar an, dass sie mir die Schiene korrigieren kann, versprach sich aber keinen Erfolg.
So ist es dann auch gekommen. Keine Besserung, langsam wachsende Schmerzen, Minusstunden auf der Arbeit und dadurch Stress, der alles noch schlimmer machte. In einem weiteren Gepräch mit der Kieferchirugien wurde mir empfohlen zu einer Schmerztheapheutin zu gehen.
Hier wurde in einem fast 90 min. Gespäch auf alle Details eingegangen. Mir wurden kleine Spritzen im Nacken und im Hals verpasst. Dann bekamm ich ein TENS-Gerät. Später kamen noch ca. 10 Einheiten Sonovital, eine Magentfeldtherapie, hinzu. Alles zusammen half mir deutlich. Während diesen Therapien war ich auch noch einmal bei einem Chiropraktiker, den ich über Freunde kannte. In kurzer Zeit hat dieser mich an ca. fünf Stellen inkl. Kiefer eingerenkt. Bei jeder Aktion gab es sehr laute Knacksgeräusche. Der Chiropraktiker war richtig erstaunt, wie sehr ich verrenkt war.
Nach alldem wurde es immer besser, bis zu einem bestimmten Punkt.
Arbeiten ist kein Probelm mehr und wenn es sein muss, arbeite ich auch mal 14 Studen am Tag. Vor einem Jahr war das gar nicht denkbar. 5-6 Stunden und ich war teilweise so geschaftt, dass ich mir nach der Arbeit nicht zutraute, Auto zu fahren. Kopfschmerzen und Schwindel habe ich nahezu gar nicht mehr. Zahndruck habe ich noch immer, allerdings nicht mehr so heftig, dass es mich behindert.
Das war die Vorgeschichte und nun zu meinem momentanen Problem...
Ich habe zur Zeit ständiges Kieferknacken und Ohrendruck, den ich über den Kiefer regulieren kann. Ich bewege also jede zwei Minuten meinen Kiefer, um wieder richtig zu hören und den Druck zu beseitigen. Nach ein bis zwei Minuten ist der Druck aber wieder da. Ich habe das gleiche Spannen des rechten Halsbereiches wie am Anfang der Probleme, d.h. keine Schmerzen an den Knochen sondern im Muskel. Wenn ich meine Kopf bewege, höre ich Geräuche, als ob zwei Platten aufeinander reiben. Wenn ich ihn seitlich senke, knackst es permanent. Ich kann hier also nichts einrenken, wie das ab und zu früher ging. In meiner rechten Schulter habe ich auch Verspannungen und wenn ich meinen Arm über die Schulter drehe, knackst es wie in einem alten Uhrwerk. Das ist nicht ein Knacken pro Umdrehung sondern mehere kleine Knackgeräusche/-gefühle.
Mich würde es nun brennend interessieren,
ob es ähnlich Fälle hier im Forum gab, ob ich auf dem richtigen Weg bin oder ob die Ursachen woanders liegen (z.B. Ohren), ob jemand weiß, was mir geholfen hat oder die Besserung vielleicht durch die lange Zeit und eine Selbstheilung des Körpers kam, ob gelegentliche Rückschläge durch Zähneknischen verursacht werden können, wo ich weitere Informationen zu diesem Thema finde.
Vielen Dank für die Hilfe und fürs Durchlesen!
Edit: Achja... wenn ich eine Zeit lang meinen Kopf ruhig halte und ihn wieder bewege, kommt es mir vor, als wäre an der HWS irgendwas verschoben. Es wirkt so, als hatte sich mit dem Kopf irgendwas verschoben, als rutsche der ganze obere Bereich in eine Art Kerbe, aus der er erst wieder mit der Bewegung raus rutscht.
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