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Cecilia ...



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Registriert seit: 28.06.2007
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...   Erstellt am 05.09.2008 - 10:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In Irlands traditioneller Küche wird aus Kartoffeln mehr gemacht, als sie, wie häufig behauptet wird, lediglich gar zu kochen.

Neben dem Nationalgericht Irish Stew war besonders boxty in den Grafschaften Cavan, Tyrone, Fermanagh und Derry ein beliebtes Mahl, für das auch Kartoffeln minderer Qualität Verwendung fanden.

Die wässrigen Knollen wurden in ein Tuch gepackt und so viel Flüssigkeit wie möglich herausgepresst.

Die so entstandene Masse wurde in Küchlein geformt und auf heißen Steinplatten oder einem Rost gebacken. In Nordirland gehören Kartoffelküchlein (fadge) zum kalorienhaltigen »Triple-Bypass-Frühstück«

Geriebene rohe und zerstampfte gekochte Kartoffeln werden mit Mehl und Salz verrührt, zu kleinen, flachen Klößchen geformt und 45 Minuten in Wasser gekocht.
Danach läßt man die grauen Klößchen erkalten, schneidet sie in Scheiben und brät sie in Butter oder Schinkenfett bis sie goldbraun sind.

Der Champion ist aber neben den obligatorischen Chips, also Fritten, ist Champ, Cally, Poundies oder Pandy genannte Gericht, ein Kartoffelpüree mit Frühlingszwiebeln und Butter, dem auch ein bekannter irischer Kinderreim gilt:

»There was a woman/Who lived in a lamp/She had no room to beetle her champ/She's up with her beetle/And broke the lamp/ And then she had room/To beetle her champ.«

Champ wird traditionell an Samhain in der Nacht zum 1.November unter Bäumen oder an einer Feldmarkierung für die Feen hinterlassen, besitzen sie doch Macht über die Lebenskräfte, die Elemente und das Wetter.

Heute wird Champ in vielen Pubs als Mittagsgericht angeboten, für die Gäste, denen ihr Guinness nicht Mahlzeit genug ist.

Zur Zubereitung von Champ für 6-8 Personen braucht man:

1 ,5 kg neue Kartoffeln, 300ml Milch, 4 fein gehackte Frühlingszwiebeln und 125 g Butter.
Die Kartoffeln waschen und mit der Schale kochen. Wenn sie gar sind, rasch schälen und unter Zugabe von Salz zu Brei stampfen, was stilecht mit einem Holzstampfer (beetle) geschieht.
Die fein gehackten Frühlingszwiebeln in die Milch geben und 5 Minuten bei schwacher Hitze erwärmen. Milch zu den zerstampften Kartoffeln geben und zu einem Brei verrühren.

In Schälchen portionieren und die zerlassene Butter in kleinen Kuhlen auf den Brei gießen. Champs werden mit dem Löffel vom Rand her gegessen und in die Butter getunkt




<Adam Murphy>
unregistriert

...   Erstellt am 05.09.2008 - 11:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wir fahren weiter nach Norden in das Dorf Kinvara, das berühmt für die alljährlich im Sommer stattfindende Galway -Huker-Regatte ist.

Und bevor nun alle googeln oder ihrer Phantasie freien Lauf lassen, erkläre ich, dass es sich bei den Galway Hookers um malerische Fischerboote mit Segelmasten handelt.




Und wenn wir schon mal hier sind, dann machen wir doch gleich noch einen Abstecher zur Moran's of the Weir. Das liegt in unmittelbarer Nähe von Kilcolgan.

Es heisst, es gibt hier die besten einheimischen Austern.

Alljährlich im Herbst wallfahren über 100 000 Pilger aus ganz Irland und dem Ausland hier hin, um ihm Rahmen des Galway Oyster Festival, Austern zu schlürfen.

Unter den Gästen haben sich viele Geschichten über das jährliche Wettfressen verbreitet.

Eines davon ist : pro Runde müssen zwölf Austern und ein Pint Guinness vertilgt werden

Doch tatsächlich besteht der Wettstreit nicht im Essen, sondern im Öffnen der Muscheln.

Die Bewerber erhalten 30 Austern, und wer sie zuerst perfekt geöffnet hat, ist der Sieger.




Cecilia ...



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...   Erstellt am 05.09.2008 - 11:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Festival, das 1954 gegründet wurde, markiert den Beginn der Austernsaison.
Eine alte Regel besagt, dass man Austern nur in den Monaten mit einem »r« essen soll,
Die während der Zeit des Niedrigwassers von September bis April dauert.

Die Veranstalter des Festivals vergleichen es mit dem Münchner Oktoberfest — Teilnehmer müssen über Durchhaltevermögen und vor allem über eine gute Leber verfügen.

Der ehemalige Weltmeister im Austernöffnen stemmt seine Austern von hinten auf, wobei er ein kleines, mit Stoff umwickeltes Taschenmesser benutzt.

Austern, die so frisch und gut wie diese hier sind und noch nach dem salzigen Meerwasser schmecken, sollen eine eigenartige und wunderbare Wirkung auf diejenigen haben, die sie essen. Sie gelten als Aphrodisiakum.




besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 05.09.2008 - 15:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


cecilia,

mein liebe freund paul aus dublin, und freund sean aus kilkenny behaupten nach wie vor felsenfest..........irische aphrodisiaka wäre...........kartoffel.




Minka
unregistriert

...   Erstellt am 05.09.2008 - 19:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





<LiteraTour>
unregistriert

...   Erstellt am 05.09.2008 - 19:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


BEI EINER KARTOFFELERNTE

Die Erntemaschine reißt die Furchen ein,
Wirbelt Wurzeln und Humus auf, einen dunklen Regen.
Arbeiter schwärmen aus und bücken sich hinterdrein
Um die Weidenkörbe zu füllen. Kalte Finger, kaum zu bewegen.
Wie auf dohlenschwarzem Feld ein Angriff von Dohlen Ziehn sie eine ungrade Linie, vom Rain zu den Schlehen; Zu zweit durchbrechen sie zerfetztes Gewucher, sie holen einen vollen Fischkorb zur Grube, recken sich, stehen
Groß einen Augenblick, doch bald wieder hastend
Fischen sie aus der zerbröckelnden Brandung eine neue Portion.
Köpfe geneigt, Körper gekrümmt, Hände nach der schwarzen Mutter tastend.
Durch die Sode, gebeugt, eine Prozession.
Kehrt wieder, absichtslos wie der Herbst. Jahrhundertelang Stärkte der Hungergott mittels Furcht und Ergebenheit Hinter gedemütigten Knien den Muskelstrang. Machte den Boden zum Altar der Jahreszeit.

II

Flintweiß, purpurn. Sie liegen verstreut
wie aufgeblasene Kiesel. Eingeboren
dem schwarzen Stall von Lehm
wo der halbierte Keimling ausschlug und neue Klumpen bildete,
ausgebeult, schlitzäugig, scheinen die Knollen wie
versteinerte Herzen der Furchen. Der Spaten
spaltet, und weiß wie Rahm erscheinen sie.
Aus der zerkrümelten Erde dampft guter Geruch.
Die rauhe Humusborke stößt
Kartoffelnester aus (eine saubere Geburt),
ihre feste Substanz, ihr feuchtes Innres taugen
zur Hoffnung auf Geschmack nach Boden und Wurzel.
Man wird sie in Gruben häufen;
lebendige Schädel mit blinden Augen.

III
Lebendige Schädel mit blinden Augen, zitternd
über wild verrenkten Gerippen
stöberten Fünfundvierzig im Lande,
schlangen die verseuchte Wurzel hinunter und starben.
Die neue Kartoffel, gesund wie ein Stein, verfaulte, sobald sie nur drei Tage in der großen Lehmgrube lag. Millionen verwesten mit ihr gemeinsam.
Augen mit zähem Leben, Münder zusammengekrampft,
Gesichter zu einem gerupften Vogel erstarrt.
In einer Million von Weidenhütten
haben die Schnäbel des Hungers ins Eingeweide geschnitten.
Ein Volk das hungerte und pflanzenähnlich von Geburt in der Erde wühlte, die schon immer gehurt, dem pflanzte sich auf eine große Not. Wie Fruchtfleisch verweste alles was hofft.
Stinkende Kartoffeln verpesteten das Land, Vorratsgruben eiterten in den schmutzigen Erdwall: Und in der Nähe von Kartoffellesern riecht es noch immer nach der wässernden Verletzung.

IV

Unter fröhlicher Möwenflotille
Verstummt der Rhythmus, die Arbeit bricht ab. Braunes Mittagsbrot, und Tee wird in hellen Kannen aufgetragen. Sie sinken hinab
In den Graben, um nach der Mühsal zu genießen, Dankbar brechen sie unbefristetes Fasten; Dann, hingestreckt auf ungläubiger Erde, vergießen Sie Trankopfer kalten Tees, verstreuten Krusten.

Seamus Heaney




Tagtraeumerin
unregistriert

...   Erstellt am 05.09.2008 - 20:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die irische Kartoffellegende

Die Kelten hatten natürlich nur wenig Zeit, um zu essen oder Krieg zu führen. Eigentlich wollten sie nur Klagelieder singen oder Eisen auf Eisen hauen, für das ungeübte Ohr kommt das fast aufs Gleiche raus. Das änderte sich im 16. Jahrhundert, als ganz unbeabsichtigt die Kartoffel nach Irland eingeführt wurde. Es geschah also, das eines der Schiffe von Raleigh während eines Sturms vor der Westküste unterging und die gesamte Mannschaft ersoff. Ein Sack voll resoluter Erdäpfel schaffte es irgendwie, sich ans Ufer zu retten, wo sie sofort begannen, sich mit den Einheimischen zu vermischen. Die daraus resultierende Rasse, schüchtern, aber hart arbeitend, überlebte bis in die 1840er, als sie ironischerweise durch Hunger ausgelöscht wurde.

Bereits aus frühesten Berichten geht hervor, daß Irlands Mahlzeit vor allem aus Kartoffeln bestand, die wir alle als guten Lieferanten von Kohlehydraten kennen.

Eine einzelne Kartoffel liefert die gleiche Energie wie ein mittelmäßiges Musical.

Eine Konsequenz aus unserer Abhängigkeit von diesem tragischen Lebensmittel ist wohl, dass es uns mit einem Übermass an Elan zurücklässt.

All die Jahre hatten wir diese ganze Energie und wussten absolut nicht wohin damit. Daher tanzen und kämpfen wir soviel. Dies mag die große Anzahl unserer Revolten und das Phänomen international bejubelter irischer Tanzvorführungen erklären.

Während des frühen 20. Jahrhunderts wurde die Kartoffel durch die »Chips« als Essen unserer Wahl verdrängt, und das erste Mal kam Kohl auf den Tisch, um etwas Abwechslung zu bieten. (

Bis dahin wurden Kohlblätter vor allem von Schneidern als Material genutzt, um das, was euphemistisch als »Arsch der Hose« bezeichnet wird, zu verstärken.

Es ist kein Zufall, dass im ländlichen Irland der »Chip-Shop« oder der »Chip-Van« seither der Ort der Austragung der meisten Messerstechereien und Morde war.

Pasta jedoch blieb bis 1971 in Irland verboten. De Valera sprach von deren »unheiliger Schlüpfrigkeit«.

Zwar mag diese Action rationale den Krieg mit Italien verhindert haben, aber revisionistische Gelehrte sind sich in Folgendem einig, und ich kann dem nur zustimmen:

Das Verbot war wahrscheinlich dem Umstand zuzuschreiben, daß Pasta in direkter Konkurrenz zur Kartoffel stand und daher eine Bedrohung für die Wirtschaft als Ganzes darstellte. Einer der bekanntesten Fälle ist der des Künstlers Man Ray.

Er wurde gefasst, als er im Jahre 1952 versuchte, eine Büchse »Spaghetti Hoops« ins Land zu schmuggeln.

Er wurde unverzüglich ausgewiesen. Bis heute finden so dubiose Köstlichkeiten wie Ravioli und Lasagne vor allem bei Bohemiens und protestantischen Dilettanten Anklang.

Im Gegensatz zum weitverbreiteten Glauben im Ausland und dem Wunschdenken derjenigen, die zu Hause geblieben sind, GIBT es wirklich Vegetarier in Irland.

Ich bekomme häufig den Satz zu hören: »Ich würde nichts mit einem Gesicht essen«. Da wundert es mich doch, wie solche Leute Kartoffeln essen können. Alle Kartoffeln, die ich je gesehen habe, ob von der Sorte Pink oder Record, sind doch Van Morrison wie aus dem Gesicht geschnitten.

ARDAL 0' HANLON




Cecilia ...



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...   Erstellt am 06.09.2008 - 08:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Judith, wenn die Kartoffel eine so erregende Wirkung bei deinen Freunden hat, habe ich noch etwas für sie.

Colcannon ist ein Kartoffelgericht, das traditionell mit Meerkohl zubereitet wurde. Heute wird es oft mit Wirsing oder Weißkohl gekocht. Die Bezeichnung ist abgeleitet von dem irischen cäl ceannjhionn, was weißer Kohlkopf bedeutet. Colcannon war das Gericht, um das Sommerende des Keltenjahres (Samhain) zu begehen. Ein Goldring, ein Sixpence-Stück, ein Fingerhut oder ein Knopf waren stets Extrazutaten des Gerichtes. Wer den Ring während des Essens fand, dem war die Vermählung binnen eines Jahres prophezeit.
Das Sixpence-Stück bedeutete Wohlstand, Fingerhut und Knopf verwiesen darauf, dass die Finderin oder der Finder ledig bleiben würden.

Die früheste schriftliche Erwähnung von Colcannon stammt aus dem Jahre 1735 und findet sich in einem Reisebericht eines William Bulkely aus Wales, der von einem Dinner in Dublin berichtet, bei dem es »Coel Cal-len« gab, »zubereitet aus gekochtem Kohl, Kartoffeln und Pastinaken«.

Der Song »Colcannon« aus anonymer Feder gehört zum traditionellen Liedgut Irlands.
Darin heißt es:
»Did you ever eat colcannon
When't was madc with yellow cream
And the kale and praties blended
Like the picture in a dream?«




Delfin
unregistriert

...   Erstellt am 06.09.2008 - 16:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


" Was ich nicht konnte, eine Mahlzeit essen,
zu der keine Kartoffel gehören"


aus dem Buch : Ich lese den Himmel
von Timothy O'Grady/Steve Pyke
Buch

Colcannon- das Rezept


Bildquelle

500 g Meerkohl
500 g Kartoffeln
1 Bund Frühlingszwiebeln
180 ml Sahne
etwas Salz
etwas Pfeffer
100 g Butter zerlassen


Kohl putzen und in feine Streifen schneiden. In wenig Wasser garen und gut abtropfen lassen. Kartoffeln in der Schale kochen, pellen und pürieren. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit der Sahne in einen Topf geben und fünf Minuten lang köcheln lassen.

Die Zwiebelsahne nach und nach unter das Kartoffelpüree rühren. Dann den Kohl unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren in die Mitte eine Vertiefung drücken und die zerlassene Butter in die Mulde gießen.

Colcannon - das Lied




Cecilia ...



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...   Erstellt am 06.09.2008 - 16:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Westlich der Stadt Galway liegt ein Gebiet, in dem sich eine sehr alte Kultur und Folklore erhalten hat und wo in der Sprache, im Geschichtenerzählen, in der Musik, im Theater und in der Kleidung noch die gälischen Traditionen gepflegt werden. Diese Region, die bis Killary Harbour hinaufreicht, ist unter dem Namen Connemara bekannt



Im Winter ist Connemara in einen geheimnisvollen, romantischen Nebel gehüllt; dann dominieren rötliche und gelbliche Brauntöne.


Im Sommer säumen weiße, goldene und korallenrote Küstenstriche die riesige Steinwüste.



Kupferrote Flecken weisen auf das saure Wasser von Dutzenden von vertorften Flüssen und Seen hin.



Durch die felsige, unfruchtbare Region, in der keine Bäume wachsen, zieht sich ein Labyrinth von unregelmäßigen Steinwällen. Die Küste ist mit steinigen Tümpeln voller Krabben, Meeresschnecken, Miesmuscheln, Garnelen und Seeigeln übersät, während nicht weit davon entfernt auf den hohen Brechern des Atlantiks, die ohne Unterlass gegen das Land schmettern, Delphine reiten.

Auf der Fahrt entlang dieser Küste kann man in eine unendliche Ferne schauen, als ob man sich am Rande der Welt befinden würde.




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