Solitude  Vorsicht - Freigeist :-))
    

Status: Offline Registriert seit: 12.11.2005 Beiträge: 884 Nachricht senden | Erstellt am 06.12.2005 - 14:49 |  |
Gerade wenn ich in anderen Dicken-Foren lese wie schwer man sich damit tut, einen ehemaligen Essgestörten auf seinem Weg in ein neues Leben zu stützen, wird mir klar wie wichtig es ist, einen Platz für genau diese Menschen zu haben. Mut zur Veränderung statt Beharren in alten Strukturen, die man (Gott sei Dank!) nicht mehr braucht.
Erst wenn man sich selbst lieben kann, ist es möglich, die Essstörung zu verlassen. Man wertschätzt sich selbst, man liebt sich selbst und man möchte sich nur Gutes tun.
Wenn man dann erkennt, dass es vielleicht möglich ist, körperliche Beschwerden des Übergewichtes durch Physiotherapie, Muskalaufbau zu lindern aber nicht zu heilen und sich dann weiter entschließt das anzugehen, was für den Körper die entscheidende "Entlastung" ist...dann ist das eine kluge, auf Selbstliebe und Selbstachtung gebaute Entscheidung 
Das Argument, der nun Abnehmende laufe automatisch in die Falle, seine künftige Selbstakzeptanz nur noch daraus zu beziehen, was die Waage an Kiloverlusten zeige beruht auf der irrigen Annahme, dass die Selbstakzeptanz an das Körpergewicht gekoppelt sein könnte. Und das kann sie niemals, wenn es sich um wirkliche Selbstakzeptanz/Eigenliebe handelt. Deshalb kann auch nur der in diese Falle laufen, der sich nicht selbst schätzt und liebt. Der nichts anderes zu seinem Selbstwert beitragen kann als Kilos zu verlieren. Und wenn das so ist, dann ist der Zeitpunkt sowieso noch nicht gekommen, die Essstörung zu verlassen. Dann würde man nur eine Diät machen. Und das mit fatalem Ausgang wie wir alle wissen.
Fazit: Wenn man in wirklicher Selbstakzeptanz und Liebe zu sich selbst angekommen ist, wenn man sich liebt aufgrund aller Fähigkeiten, Qualitäten, Gefühle - eben aufgrund aller Dinge, die einen ausmachen - erst dann hat man die Möglichkeit - durch Willensanstrengung - seine Ernährung umzustellen und gesund abzunehmen. Und der Wunsch auch in den Spiegel zu schauen und sein Spiegelbild mit "Ach wie nett"  statt "Ach herrje" zu begrüßen bedeutet keinen Verrat an der Selbstakzeptanz. Weil diese ja eben auf mir als Menschen beruht. Und nicht auf meiner Körperform.
Signatur Der Weg zu mir selbst war der schwerste, den ich je gegangen bin aber auch der lohnendste, weil er mich auch zu Dir geführt hat.
(von mir für Dich ) |
Madame  sieht lieber mit dem Herzen als mit dem Auge...
   

Status: Offline Registriert seit: 21.11.2005 Beiträge: 63 Nachricht senden | Erstellt am 07.12.2005 - 17:31 |  |
Guten Tag, nachdem ich mich jetzt in diesem anderen Forum einmal umgesehen habe (Danke für den Link sunny!) muss ich sagen, dass ich die ganze Aufregung nicht so Recht verstehe. Beide Ansätze scheinen mir durchaus ihre Berechtigung zu haben. Wobei ich gestehen muss, dass mich Dein Gedankenansatz Solitude es könne keine "dicke" Selbstakzeptanz sondern nur Selbstakzeptanz geben wieder ins Schwanken bringt.
Mir erscheint es durchaus sehr wichtig, dass dicke Menschen nicht mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Und insofern finde ich ein Forum, dass dicken Menschen Mut macht zu sich stehen wichtig. Bedauerlich ist allerdings tatsächlich, dass dann die bei sich selbst als so schmerzlich empfundenen Vorurteile dann offensichtlich diejenigen treffen, die sich neuen Ufern zuwenden (können).
Das sollte so nicht sein 
Und was mir dort - wie auch fast überall im virtuellen Raum aufgefallen ist - die Menschen lesen nicht mehr richtig!! Unglaublich viele Missverständnisse beruhen darauf, dass viele Dinge überlesen, falsch verstanden, polemisch verdreht werden 
Als Unbeteiligte kann ich nur sagen: ich fühle mich hier gut aufgehoben, der Umgangston hebt sich wohltuend von anderen virtuellen Räumen ab, ich bin froh hier zu sein!
Madame
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