Volker  Grüner User-Gurt
    

Status: Offline Registriert seit: 04.09.2007 Beiträge: 690 Nachricht senden | Erstellt am 04.04.2008 - 11:55 |  |
Mukuso
Wir setzen uns in Seiza (Kniesitz), Kopf und Oberkörper sind aufrecht und in einer stabilen, aber entspannten Position, unser Hände ruhen mit entspannten, leicht gebeugten Armen auf unseren Oberschenkeln. Wir lassen unser Körpergewicht nach unten sinken. Wir machen uns kurz klar:
· „Wo wir sind.“
· „Wer wir sind.“
· „Was wir hier tun.“
Und dann? – Fertig?
Dieser Text soll helfen Mukuso als eine Meditation zu verstehen und die Angst vor dem großen unbekannten Wort „Meditation“ zu nehmen.
Wir sitzen in Seiza und atmen ruhig und entspannt tief durch die Nase ein, halten kurz inne, um dann durch den leicht geöffneten Mund wieder auszuatmen. Nach einer weiteren kurzen Pause atmen wir wieder ein.
JA, und dann die Geschichte mit den Gedanken. Ich muss an etwas denken! Aber an was!
Ein solches Gefühl bringt nur Spannung, aber wir wollen uns ja entspannen, den Körper und den Geist.
Also, an nichts denken, na los an nichts denken!
Auch ein Verkrampfen auf das nichts denken wollen bringt uns nur wieder Verspannung und Verkrampfung. Wir haben nun mal Gedanken, und die kommen uns immer wieder in den Sinn.
Die Problematik dieses Themas liegt darin, dass wir glauben, Entspannung habe etwas mit Stillstand zu tun, und daher können wir unseren Geist nur entspannen, wenn wir unsere Gedanken zum Stillstand bringen.
Ein Sprichwort sagt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Aber im Stillstand liegt keine Kraft. Stillstand ist ein toter Zustand und Bewegung bedeutet Leben.
Wir müssen unsere Gedanken laufen lassen. Denn der Versuch, sie festzuhalten, kostet uns Kraft und wir können nicht entspannen.
Wenn wir unsere Gedanken laufen lassen, versuchen wir einfach ihnen zuzuschauen, ohne ihnen etwas bei zu messen und sie einfach gehen zu lassen, sie einfach an uns vorbei kommen zu lassen.
Wir dürfen uns nicht von ihnen mitreißen lassen, nicht ihnen nachgehen, sondern sie einfach passieren lassen. Sie kommen und gehen auch wieder. Und wenn ein Gedanke vorüber ist. Dann kommt der nächste und er geht auch wieder.
Es gibt auch Formen vom Mukuso, bei denen man vorher einen Text liest oder ein Gedicht und dann in Mukuso einsteigt oder auch, dass man Musik in den Hintergrund legt. Aber das ist nur eine Anregung für die Richtung unserer Gedanken, die kommen und gehen sollen, ohne dass wir ihnen nachhetzten müssen.
Sich einfach setzten und den Körper los lassen und ihn entspannen, und seine Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne sie zu unterdrücken und ohne ihnen nachzugehen. Das ist eine sehr stabile und auch kraftvolle Art, sich zu entspannen und sich auf das zu besinnen, was man eigentlich ist und was man tut. Ohne dabei ständig davon beeinflusst zu sein, was man denkt, was man ist und was man denkt, tun zu müssen.
Volker Regh, kyoshi
Signatur Aikibudo ist das Werkzeug, mit dem ich an mir baue.
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