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<Sunny>
unregistriert

...   Erstellt am 06.09.2005 - 17:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Liebe Rita,

das sehe ich ein bisschen anders. Natürlich kann man aus allem einen positiven Gedanken machen - aber das ändert nichts daran, dass man manche Dinge tut, die man eben gerade nicht tun möchte...1000 mal WEIL...

Ein Beispiel....Man geht zu einer Verabredung, obwohl man überhaupt keine Lust hat - um den anderen nicht zu enttäuschen.....
Klar ist es meine Entscheidung/mein Wille den anderen nicht zu enttäuschen, und ich hebe das über die Tatsache, dass ich eigentlich NICHT will.
Ich kann jetzt natürlich sagen, ich WILL den anderen nicht enttäuschen statt Ich MUSS dahin.....bloß fühle ich mich nicht automatisch besser damit, nur weil ich meinen eigenen Anprüchen gerecht werden möchte.
Ist ja nur ein Beispiel. Aber den Grundgedanken kann man fast immer übertragen....Meine Erziehung, meine Überzeugungen, meine Ansprüche an mich selber etc...verlangen von mir eben oft Dinge, denen ich dann im Grunde widerwillig nachkomme. Klar ist auch DAS ne Entscheidung, mein Wille...aber nicht mein FREIER ...auch das kann ein Zwang sein. Víeles macht man vielleicht auch aus Anstand/aus Nächstenliebe? Als Pendant zum wachsenden Egoismus doch nichts Schlechtes?

Schöne Grüße!




<Sunny>
unregistriert

...   Erstellt am 06.09.2005 - 17:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Tschuldigung.....wie dumm....Sorry, Rita. Das war natürlich als Antwort auf Deinen Beitrag unten gedacht...Wollen/Müssen. Weiß nicht in welchem Zustand geistiger Umnachtung ich das jetzt hinbekommen habe .

Liebe Grüße




I1IritaAngel ...
Admin: *wizzard of hearts*
................................................



Status: Offline
Registriert seit: 25.05.2005
Beiträge: 1495
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...   Erstellt am 07.09.2005 - 16:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 



Liebe Sunny,
dieses hier ist meine Antwort auf Wollen und Müssen..

SELBSTBEWUSST "NEIN" SAGEN..

Szenen aus dem Alltag

Dein Freund erzählt Dir davon, dass er am Wochenende seine Wohnung renovieren wolle
und fragt Dich beiläufig, ob Du ihm nicht helfen könntest, weil er es alleine nicht schaffe.
Im Geiste lässt Du Deinen Plan für´s Wochenende vorüberziehen.
Es gibt genügend in Deinem eigenen Haus zu tun, doch Du schaffst es nicht, Deinen Freund zu enttäuschen,
und sagst zu (wirst Dir untreu).
Vielleicht würde er Dir ja auch mal helfen, wenn Not am Mann wäre.

Du hast mit Deiner Chefin vereinbart, am Freitag dieser Woche eine Stunde früher gehen zu können.
Der Freitag naht und eine Deiner Kolleginnen kommt völlig außer Rand und Band zu Dir ins Büro.
Ein Jugendfreund sei in der Stadt - ob Du nicht für sie noch zwei wichtige Briefe fertigstellen könntest,
damit sie früher gehen könne.
Der freie Freitagnachmittag geht für Dich dahin, weil Du Dich hast breit schlagen lassen.
(Du Dir untreu geworden bist)
Du wolltest nicht schuld daran sein, dass die Kollegin diese einmalige Chance verpasst, in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Warum wir uns mit dem Nein-Sagen so schwertun

Gehen wir zurück in unserer Lebensgeschichte.
Die ersten Begegnungen mit dem Wörtchen Nein machten wir in der Gestalt unserer Eltern.
Sie sagten Nein, wenn wir mit dem Essen spielen wollten, den Finger in die Steckdose steckten,
auf das Fenstersims krabbelten, usw.
Einige Zeit später erprobten wir selbst im sogenannten Trotzalter
die Wirkung des Wörtchens Nein.
Wir sammelten dabei die ersten Erfahrungen, wie unsere Umwelt auf unser Nein reagierte.
Häufig lautete die Reaktion der Eltern auf das Nein:
"Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, bist du ein böses Kind." "Wenn du nicht ... machst,
dann habe ich dich nicht mehr lieb
Dann ist die Mama traurig, bekommt der Papa Magenschmerzen, wird die Mama krank ..." oder ähnliches...
Da wir durch die Reaktionen der Umwelt lernen, wird ein Verhalten,
das negative Reaktionen wie Tadel, Ablehnung oder Schläge
nach sich zieht, mit der Zeit unterlassen.
Wir sind ja schließlich von unseren Eltern abhängig und können es uns nicht erlauben,
deren Gunst zu verlieren.
Verhalten hingegen, wofür wir gelobt und geliebt werden, wird beibehalten und tritt häufiger auf.
Sind wir erwachsen, überprüfen wir unser Verhalten meist nicht mehr.
Wir bleiben mit der Einstellung zurück, dass es schlimme Konsequenzen haben würde, Nein zu sagen.
Wir lernen jedoch nicht nur durch die unmittelbaren Konsequenzen auf unser Verhalten, sondern auch durch Beobachtung.
Hatten wir Eltern (oder einen Elternteil), die uns vorlebten, dass man nicht Nein sagen darf,
so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir es uns "abgeschaut" haben.
Auch ein Elternteil, das ständig Konflikte mit den Nachbarn hatte, kann solch ein negatives Beispiel für uns sein,
dass wir es vorziehen, uns lieber vollkommen anzupassen.
Ältere Geschwister, bei denen wir ständig den Kürzeren zogen, weil sie körperlich und geistig stärker waren als wir,
sind auch nicht gerade förderlich für das Erlernen des Nein-Sagens.

Welche Einstellungen hindern uns daran,
Nein zu sagen?

Nein-Sagen ist ein erlerntes Verhalten.
Es gibt wohl kaum Menschen, die es in absolut keiner Situation schaffen, Nein zu sagen.
Die meisten Menschen haben viele Situationen, in denen ihnen das Nein problemlos über die Lippen kommt
und einige wenige, in denen sie es einfach nicht schaffen, Grenzen zu ziehen.
Häufig erleichtert ihnen lang angestaute Wut das Nein-Sagen.
Schaue einmal bei Dir nach.
Bei welchen Menschen und in welchen Situationen fällt es Dir leicht oder leichter, Nein zu sagen?
In welchen Situationen schafftest Du es bisher noch gar nicht,
in welchen nur mit äußerster Anstrengung oder mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch?
Welche Gedanken kannst Du bei Dir entdecken, die Dich daran hinderten, nein zu sagen?
Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten, Nein zu sagen,
wenn sie folgende Gedanken haben: Wenn ich Nein sage,

* dann wird mich der andere ablehnen (und mir ist seine Sympathie so wichtig).
dann bin ich schuld, dass der andere enttäuscht, verärgert oder verletzt ist. (und das kann ich nicht ertragen).
* dann bin ich herzlos und egoistisch (und das möchte ich nicht sein).
* dann wird der andere mich beschuldigen oder aggressiv reagieren, und ich kann mich nicht wehren.
* dann verliere ich die Stelle, meinen Partner, meine Freundin usw.
* dann wird etwas ganz Schlimmes passieren, das ich mir gar nicht auszumalen wage.
* dann bin ich nicht so, wie es andere von mir erwarten (und sie werden mich dann ablehnen).

Begünstigende Faktoren dafür, dass wir es schaffen, Nein zu sagen, sind:
Wir sind uns der Sympathie des anderen sicher.
Wir glauben, dem anderen überlegen zu sein.
Der andere ist uns gleichgültig.
Wir sind ärgerlich, glauben, im Recht zu sein.
Wir glauben, uns wird nichts Schlimmes passieren.
Uns ist egal, was der andere von uns denkt.

All die o.g. negativen Gedanken erzeugen in uns Angst davor, Nein zu sagen.
Die Folgen davon sind:

* Wir ärgern uns im Stillen über uns.
* Wir ärgern uns über den anderen, wie dieser so rücksichtslos sein kann und unsere Bedürfnisse nicht berücksichtigt.
* Wir fühlen uns abhängig von anderen.
* Wir fühlen uns als Opfer.

Das klingt bisher alles reichlich negativ, doch lass uns einmal genauer hinschauen..

Hat es auch Vorteile, nicht Nein sagen zu können?

Diese Frage müssen wir eindeutig bejahen.
Wenn wir nicht Nein sagen können,

* dann sind die anderen schuld, wenn wir unser Leben nicht so gestalten können,
wie wir es möchten.
Wir brauchen keine Verantwortung für uns zu tragen.
* dann werden wir eher gemocht.
* dann sehen andere uns als stille, zurückhaltende Menschen an.
* dann haben wir das Gefühl, Märtyrer zu sein (Wenn wir uns nicht so verhalten würden,
ginge es der ganzen Menschheit schlecht).
* dann können wir uns selbst als guten, selbstlosen Menschen bezeichnen.
* dann können wir anderen ein schlechtes Gewissen machen, wieviel wir schon für sie getan haben.
* dann gehen wir Konflikten aus dem Weg.
* dann vermeiden wir Schuldgefühle, die wir bekämen, wenn wir uns durchsetzen würden.

Bevor Du Dich daran machst zu lernen, Nein zu sagen,
gilt es also zunächst erst einmal abzuwägen, ob Du es auch wirklich willst.
Bist Du bereit, auf die Vorteile zu verzichten, die Dir das Ja-Sagen bringt?
Es wird nicht leicht werden, die Vorteile aufzugeben, doch es lohnt sich.
Es ist immer besser, Wahlmöglichkeiten zu haben, ob Du Nein sagst oder nicht.
Bisher hattest Du in bestimmten Situationen nur die eine Verhaltensmöglichkeit
- nämlich Deinen Wunsch nicht zum Ausdruck zu bringen.
Es geht weder darum, immer Nein sagen zu müssen, noch darum,
sich durch das Nein-Sagen dann automatisch durchsetzen zu können.

Wie Du es Dir erleichterst, Nein zu sagen

Nein-Sagen beginnt - wie jede Veränderung, die wir anstreben - in unserem Geist.
Bevor wir in einer Situation tatsächlich Nein sagen können,
müssen wir uns innerlich die Erlaubnis geben.
Wir müssen uns sowohl die negativen Einstellungen anschauen, die uns davon abhalten,
Nein zu sagen, als auch die Argumente, die wir uns geben, um nicht Nein zu sagen.

Hier sind im Folgenden sowohl die blockierenden Gedanken,
als auch die hilfreichen neuen Einstellungen aufgelistet..
Suche Dir Deine persönlichen, blockierenden Gedanken heraus und setze Dir,
wann immer Du Dich bei diesem Gedanken ertappst, die hilfreiche Alternative dagegen.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich Nein sage, dann wird mich der andere ablehnen (und mir ist seine Sympathie so wichtig).
Hilfreicher Gedanke:
Ich weiß nicht, ob er mich ablehnen wird.
Wenn er mich nur mag zu dem Preis, dass ich immer nur das tue, was in seinen Kram passt,
dann ist mir der Preis auf Dauer zu hoch.
Ich kann ertragen, wenn er mich ablehnen sollte.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich Nein sage, dann bin ich schuld, dass der andere enttäuscht,
verärgert oder verletzt ist.

Hilfreicher Gedanke:
Ich weiß nicht, ob der andere enttäuscht, verletzt oder verärgert reagieren wird.
Er könnte meine Argumente auch einsehen oder akzeptieren.
Wenn er aber negative Gefühle verspüren sollte, dann ist er für diese verantwortlich.
Ich sage lediglich meine Meinung. Wie er damit umgeht, ist seine Sache.
Ich habe das gleiche Recht wie er, Wünsche zu äußern.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich Nein sage, dann bin ich herzlos und egoistisch (und das möchte ich nicht sein).
Hilfreicher Gedanke:
Indem ich einmal meinen Wunsch äußere, werde ich nicht zu einem egoistischen Menschen. Der andere ist dann genauso egoistisch, denn er äußert seinen Wunsch ebenfalls.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich Nein sage, dann wird der andere mich beschuldigen oder aggressiv reagieren
und ich kann mich nicht wehren.
Hilfreicher Gedanke:
Ich weiß nicht, wie der andere reagieren wird.
Ich kann mich lediglich darum bemühen, meinen Wunsch ruhig zu äußern.
Ich kann das Gespräch abbrechen, wenn er unsachlich oder heftig wird.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich Nein sage, dann verliere ich die Stelle, meinen Partner, meine Freundin usw.
Hilfreicher Gedanke:
Ich kann nicht hellsehen, was passieren wird.
Wahrscheinlich übertreibe ich ein wenig.
So leicht verliert man seinen Partner oder seine Stelle nicht.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich nicht Nein sage, dann sind die anderen schuld,
wenn ich mein Leben nicht so gestalten kann, wie ich es möchte.
Ich brauche keine Verantwortung für mich zu tragen.
Hilfreicher Gedanke:
Ich trage immer die Verantwortung für mein Verhalten.
Andere können mich nur ausnützen oder schikanieren, wenn ich es zulasse.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich nicht Nein sage, dann sehen andere mich als stillen, zurückhaltenden Menschen an.
Hilfreicher Gedanke:
Ich weiß es nicht. Vielleicht denken sie auch, mit der/dem kann man es machen.
Von der guten Meinung anderer habe ich langfristig ziemlich wenig.
Ich werde nur ausgenützt.

Blockierender Gedanke:
Wenn ich nicht Nein sage, dann kann ich mich selbst als guten, selbstlosen Menschen bezeichnen.
Hilfreicher Gedanke:
Es gibt keine selbstlosen Menschen.
Ich erwarte auch einen Gewinn für mich, wenn ich nicht Nein sage.



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*** Ich schreibe meine Wahrheit und die kann nie die Wahrheit für alle sein ***


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