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LilianeTischbein
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...   Erstellt am 23.10.2007 - 20:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Haus der Familie Tischbein

Hier wohnen, wie man auf dem Klingelschild lesen kann,

  • Anton Tischbein

  • Lisa Tischbein

  • Vera Tischbein

  • Lili(ane) tischbein




VeraTischbein ...
Kaulquappe
......

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...   Erstellt am 24.10.2007 - 07:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vera saß kerzengerade auf ihrem Bett, gerade so, als hätte sie einen Besenstiel verschluckt. In den Händen hielt sie ein ziemlich dickes Buch, das genau 2091 Seiten hatte und irgendeine ziemlich öde Theorie über einen bestimmten Aspekt der Zauberei behandelte. Für Vera Tischbein war dieses Buch allerdings genauso spannend wie für andere irgendein Abenteuerroman und sie hatte es innerhalb einer langen Nacht ausgelesen. Auswendig lernen würde sie es dann wohl im Laufe der nächsten Woche, so, wie sie es mit jedem Buch tat, das in ihren Augen gut war. Gerade strich sie im letzten Satz ein Wort durch und schrieb mit gerunzelter Stirn etwas anderes darunter. „Schriftsteller haben eben keine Ahnung.“, murmelte sie, seufzte und klappte ‚Die Theorie’ zu.

Sie hatte zwar keinen Hunger, aber in diesem Punkt ließ sich gegen ihre Mutter einfach nichts ausrichten – „Du siehst sowieso aus, als wärst Du magersüchtig, Du bist ein Strich in der Landschaft!“, pflegte sie stets zu sagen. „Iss, oder Du kannst Deine Schule vergessen.“ Und Vera brauchte schließlich ihre Ausbildung, es war das Einzige, das ihrem Leben Sinn gab: Lernen, lesen, auswendig lernen. Wunderbar. Also strich sie sorgsam jede Falte ihres Rocks glatt, die sie entdeckte, erhob sich und stieg die zwei Treppen hinunter ins Erdgeschoss. Vera lebte nämlich – genau wie auch ihre kleine Schwester Liliane – unter dem Dach, wo sie meistens ihre Ruhe haben konnte. Ihr Vater blickte nicht einmal von seiner Zeitung auf, als sie die Küche betrat und ihre Mutter warf ihr auch nur einen kurzen Blick zu.

Vera interessierte das nicht, schließlich handelte sie genauso. Mechanisch griff sie nach ihrer Teetasse, trank sie in einem Zug aus und aß dann ein Stück Brot, kaute in einem unhörbaren Takt und stand so nach ein paar Minuten bereits wieder auf, um Lili aufzuwecken, schließlich wollte sie endlich los, ihre Schulsachen kaufen, soweit sie denn neue brauchte. Vor allem waren es natürlich wieder einmal Bücher, Federn, Tinte und Pergament. Sie wollte gerade zur Tür hinaus gehen, als ihr Vater sie aufhielt. Überrascht wandte sich Vera um. Wann hatte sie das letzte Mal ein Wort mit Anton gewechselt? Es musste eine Woche her sein, wenn überhaupt. „Habt ihr noch Geld?“, fragte er. Vera rollte genervt mit den Augen. „Natürlich haben wir das. Schließlich sind wir keine Geldverschwender.“ Und damit war sie auch wieder zur Treppe gegangen.

Während sie nach oben lief, fragte sie sich, was sie nur falsch gemacht hatte, dass sie so dämliche Eltern hatte. Wieso sollte sie kein Geld mehr haben? In den Ferien hatte sie schließlich nichts gekauft. Kopfschüttelnd über so viel Dummheit klopfte sie an die Zimmertür ihrer Schwester an und wartete. Als sich nichts rührte, klopfte sie erneut, aber Lili schien noch zu schlafen. Vera riss also die Tür einfach auf – und schnaubte. „Liliane, wie lange brauchst Du eigentlich?“





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--- Zweitchara - 12te Klasse - Nachtkrabs ---
Wahlpflichtfächer: Runenkunde und Arithmantik
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LilianeTischbein
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...   Erstellt am 24.10.2007 - 07:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lili blinzelte. Im Türrahmen stand – vor Wut schäumend – ihre große Schwester Vera, die Arme vor der Brust verschränkt und ganz offensichtlich wartete sie schon eine ganze Weile. Ein Grinsen konnte sich Lili nicht verkneifen, ließ aber rechtzeitig ihre schwarzen Locken in ihr Gesicht fallen, sodass Vera es nicht bemerken konnte. „Bin ja schon wach.“, antwortete sie. „Hey, kannst Du mir eben meinen Rollstuhl reichen?! Mama hat den gestern Abend noch an den Schrank gelehnt und da komm ich schlecht hin. Wäre lieb, danke.“ Ohne weiter auf Vera zu achten, die jetzt garantiert ein ziemlich wütendes Gesicht zog, angelte Lili ihre Kleider, die sie wie gewöhnlich schon am Tag zuvor neben ihr Bett gelegt hatte, vom Boden und zog sich an.

Als sie gerade ihren linken Fuß in eine zu enge Knöchelsocke zwängte (was nicht so einfach war, weil sie dort ja überhaupt nichts mehr spürte), überlegte sie, wo sie die Liste mit den Sachen, die sie kaufen musste, hin gelegt hatte. Mit einer Hand griff sie in die oberste Schublade ihres Nachtkästchens, mit der anderen zupfte sie an der Socke herum, der nicht so richtig sitzen wollte. Schließlich zog sie den Brief hervor, legte ihn aber ohne ihn überhaupt anzusehen neben sich auf die Matratze und widmete sich der kurzen Hose. “Ich hasse Hosen.“, dachte sie und grummelte ein bisschen vor sich hin. Okay, es waren wohl eher ihre Beine, die sie hasste, aber indirekt betraf das ja auch ihre Hosen, oder?

Während sie das rote T-Shirt mit den weißen und blauen Punkten anzog, betrachtete sie ihre Schwester, die mal wieder einen ihrer langweiligen, langen, schwarzen Röcke und eine weiße Bluse an hatte. “Aber mit kurzen Ärmeln.“, dachte Lili. “Welch ein Fortschritt...“ Jetzt wartete sie darauf, dass Vera ihr half, was sie ja meistens tat.




VeraTischbein ...
Kaulquappe
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...   Erstellt am 24.10.2007 - 07:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lili regte sich endlich. “Aber gleich frech werden.“, dachte Vera missbilligend, ging aber dennoch zum Schrank um ihrer Schwester ihren Rollstuhl zu bringen. Dabei entging ihr nicht der Blick, mit dem Liliane sie bedachte. Sie runzelte wieder einmal die Stirn und fragte sich, was das wohl zu bedeuten hatte. Hatte sie wohl einen Fleck auf dem Rock? Oder was sollte das? Weil es ihr wirklich unangenehm war, so angeschaut zu werden, stellte sie den zusammen geklappten Rollstuhl etwas zu hastig neben dem Bett ab, sodass er zur Seite kippte und mit einem Rumpeln auf dem Holzboden landete. „Guck mich nicht so an!“, schimpfte Vera und trat einen Schritt zurück. „Und beeil Dich endlich. Ich warte unten auf Dich. Wir sollten wirklich bald los, okay, Lili? Liliane, meine ich.“, fuhr sie fort, schon im Gehen. Dann ging sie noch kurz in ihr eigenes Zimmer zurück, um ihre Tasche zu suchen sowie natürlich das Geld. Damit begab sie sich wieder nach unten, wo sie sich wartend an die Haustür stellte. Ihre Schwester würde zwar mit Sicherheit noch Frühstücken, aber – so wie sie sie kannte – sich aus lauter schlechtem Gewissen beeilen damit.





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LilianeTischbein
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...   Erstellt am 24.10.2007 - 07:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kaum hatte Vera die Zimmertür wieder hinter sich zu gezogen, brach Liliane in lautes Gelächter aus, das allerdings nur kurz währte. Ihre Schwester war einfach zu komisch, mit ihrer Strenge und gleichzeitig der Tatsache, dass sie nicht so richtig mit ihrer offensichtlichen Zuneigung zu Lili umgehen konnte... Aber Vera war ohnehin ein seltsamer Mensch, wie Lili bereits vor vielen Jahren fest gestellt hatte. Kopfschüttelnd klappte sie ihren Rollstuhl auf, setzte sich hinein und rollte hinaus auf den kleinen Gang. Ihre Eltern waren allerdings auch ein wenig verrückt, wie sie nun wieder bemerkte. Statt an die Treppe einen dieser Aufzüge zu bauen, wie es die meisten normalen Leute machen würden, hatten sie einen richtigen Aufzugsschacht in ihr Haus gebaut, nachdem klar gewesen war, dass Lili nicht mehr Gehen konnte.

Mit einem leichten Grinsen fuhr sie also in ihre privat persönliche Aufzugkabine und ließ sich davon ins Erdgeschoss bringen, wo sie an Vera vorbei in die Küche rollte. Ihre Schwester hatte schon Recht gehabt, als sie vermutet hatte, dass Lili extra schnell essen würde, denn noch länger sollte Vera natürlich nicht warten. Auch wenn Lisa Tischbein sich bemühte, ihre jüngste Tochter zur Ruhe zu bringen, Lili ließ sich nicht aufhalten. Kaum langsamer als die ‚Große’ vor ihr schlang sie ihr Frühstück hinunter, verabschiedete sich schnell – und verzog sich dann zu Vera in den Gang.

Sie hatten selbstverständlich nicht vor, zu Fuß nach Hamburg zu gehen, was ja auch ein wenig verrückt gewesen wäre, nein, sie verließen das Haus und begaben sich in den Schuppen – wo sie nämlich einen Kamin eingebaut hatten, nur, damit die beiden Tischbein-Schwestern flohpulvern konnten – und genau das taten sie jetzt.

tbc: Das Bogenfleet >> Zum fröhlichen Zentaur (Gasthaus) (+ Vera)




LilianeTischbein
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...   Erstellt am 18.11.2007 - 18:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


pp: Das Bogenfleet >> Fleet (Straßen und Brücken) [+ Vera]

Vera war natürlich mal wieder am schimpfen. Kaum, das sie einen Fuß ins Wohnzimmer gesetzt – und den Kamin verlassen hatte, ging ihr Gemecker los, und über was sie nicht alles etwas zu sagen hatte... Lili hatte jedenfalls nach weniger als fünf Minuten die Nase voll von dem Gekeife, ließ ihre Mutter alleine mit ihrer großen Schwester, verzog sich in die Küche, schloss die Tür hinter sich und atmete auf. “Wie kann man eigentlich den ganzen Tag lang so eine miese Laune haben...“ Kopfschüttelnd schaltete sie das Radio ein, ganz einfach, um den Lärm des Streits aus dem Nebenraum zu übertönen. Sie hatte keine Lust, sich das anzuhören. Hoffentlich würden sich die beiden bald wieder einkriegen... Genervt zog Lili eine der Schubladen auf, kramte darin herum, um schließlich einen Löffel heraus zu holen. Aus dem Kühlschrank nahm sie sich eine Schüssel mit dem Rest Schokoladenpudding vom vergangenen Abend, rollte an den Tisch und aß ihn auf.




LilianeTischbein
unregistriert

...   Erstellt am 21.11.2007 - 06:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ungläubig starrte Lili auf das Bett. Wie konnte es sein, dass ihre Schwester jetzt noch tief und fest schlief?! Normalerweise war sie doch eher viel zu früh auf den Beinen, um irgendwen zu schimpfen und eigentlich hatte sie erwartet, gerade heute recht früh aus dem Schlaf gerissen zu werden, da Vera ja unglaublich überpünktlich war. Aber so, wie es im Moment aussah, würden die beiden eher zu spät in Hamburg ankommen und das war weniger gut. Also rüttelte sie Vera an der Schulter. „Wach auf, wir müssen los.“, sagte sie in ihr Ohr, doch sie rührte sich nicht. Stirnrunzelnd schüttelte Lili sie fester. „Veeera, bist Du krank oder was, wir kommen zu spät... Augen auf!“, verlangte sie laut – und endlich fuhr Vera wie von einer Biene gestochen hoch. „Was...?!“ Aber sie bekam keine Antwort mehr, denn Lili hatte bereits ihren Koffer die Treppe hinunter gestoßen und war selbst mit einiger Anstrengung nach unten gelangt. Vera brauchte nur einen flüchtigen Blick auf ihre Uhr zu werfen, um gleich darauf auf den Füßen zu stehen. Hastig wusch sie sich, zog sich an und folgte ihrer Schwester nach unten. „Keine Zeit fürs Frühstück.“, stellte die trocken fest, schon auf dem Weg ins Wohnzimmer. Vera, der das durchaus bewusst war, eilte hinter ihr her. Nach einer weiteren Minute waren alle beide im Kamin verschwunden. In Hamburg angekommen hetzten sie zu den Landungsbrücken.

tbc: Das restliche Hamburg >> Landungsbrücken (Anleger der Rungholt-Fähre) (+ Vera)





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