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Robin 
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...   Erstellt am 13.01.2007 - 18:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Müller-Milch....



ist zwar umfangreich und viel zu lesen; jedoch sehr interessant

Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried,

das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn

Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im

Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus

Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber

der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den

Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr

Bohlen dafür Werbung gemacht hat.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er

unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in

Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu

viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber

der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben,

unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.

Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug.

Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und

abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von

der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro

geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld.

Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute

eingestellt.

Hurra, Herr Müller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz

viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht

verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land

Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein

Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist

ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da

schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft.

Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller

die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie

geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon

gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt, als

er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig

einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden

vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.

Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm

geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür,

dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller

verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein

halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in

lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie

wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400

ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und

sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr

Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich euch

sagen, dass man so etwas einfach nicht tut.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach

die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die

daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden

vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff "soziale

Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.

mfg





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Egon Tampier, Ruwerstrasse 7, 53919 Weilerswist
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