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Tissi ...
Lady_de_Winter
......



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...   Erstellt am 29.09.2005 - 19:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mein Schweigen

Sie hätten mir eh niemals Glauben geschenkt…
was sollte ich tun’ außer zu schweigen?
Ich hätte nie gedacht, dass dieses Schweigen mich irgendwann kaputt machen würde…


Sie sitzt vor dem kleinen Bach. Sie schaut auf das stille Wasser. Die Sonne scheint an diesem kühlen Herbsttag. Die Bäume verlieren ihre bunten Blätter und die
Vögelchen ziehen langsam Richtung Süden.
Shiva dreht sich von diesem schönen Bild um und wendet sich zum gehen. Damals… ja damals hätte sie dieser schöne Anblick berührt. Jedoch ist seit dem so vieles passiert… sie verdrängt die Gedanken, sobald sie gespürt hat, wie ihre Augen langsam feucht werden. Nein, sie hatte sich geschworen… niemals, niemals würde sie darüber sprechen. Niemals und zu keinem. Und sie würde es vergessen, das hatte sie sich ebenfalls geschworen.

Es begann alles vor etwas mehr als einem Jahr. Eigentlich auf den Tag einem Jahr und zwei Monaten.
Doch es kam Shiva immer vor, als seie es gestern passiert. Immer nachts… da kamen sie. Die Erinnerungen. Schreckliche, abgrundtief schreckliche Erinnerungen. Jeden Abend durchfuhr sie dieselbe Angst, die sie damals die ganze Zeit gespürt hatte. Mittlerweile kannte sie diese Angst schon sehr gut. Wusste, dass sie jeden Abend wiederkommen würde, und, dass dies immer so bleiben würde. Denn dieses Erlebnis würde sie nie vergessen…

Es war Anfang Herbst gewesen. Ein schöner, sonniger Tag. Ja, sie hasste die Sonne nun. Erinnerte sie diese doch – vor allem im Herbst – jeden Tag an das Gewesene.
Sie und ihr neuer Freund Antony hatten einen Spaziergang in den nahe liegenden Wald geplant gehabt. Es seie doch so ein schöner Tag, den müsse man einfach genießen. Hatte Antony noch zu ihr gesagt. Sie hatte schon so ein mulmiges Gefühl gehabt. Allerdings hatte sie es nicht ausgesprochen. Antony würde sicher nur lächeln.
Glauben würde er ihr sicherlich nicht. Vielleicht würde er sogar sauer sein, weil er denken würde, sie wolle sich einfach nur davor drücken.
Und so waren sie beide gegen Abend losgegangen. Eine Taschenlampe mitgenommen hatte sie. Es würde ja schon früh dunkel werden.
Der Wald seie bei Nacht noch viel aufregender. Antony hatte ja nicht wissen können…

Shiva erinnerte sich noch genau an jede Einzelheit.
Der Geruch im Wald, die Blätter auf dem Waldboden.
Die sanften Sonnenstrahlen die durch das Blätterwerk scheint.
Antony hat ihr jeden der Bäume beim Namen genannt und ihr dann ein Blatt geschenkt, wessen Farben besonders schön waren.
Er hat gelächelt und ihr Komplimente gemacht.
Danach haben sie sich kurz geküsst und sind weitergelaufen.
Mitten ins Verderben…

Langsam war es dunkel geworden.
Der Vollmond schien am sternenklaren Himmel und sie sind immer tiefer in den Wald gelaufen.
Da war es passiert…
plötzlich waren dort diese drei Männer.
Am liebsten wären sie weggelaufen. Sie haben ja schon geahnt, was kommen würde…
Mit Messern standen die drei Männer vor ihnen. Sie haben Shiva und Antony sicher vom Weiten gehört. Vielleicht haben sie auch geplant gehabt ihnen dies anzutun…
Shiva wusste bis heute nicht, was die drei dort in den Wald verschlagen hatte. Es machte ihr Angst, dass sie es vielleicht geplant hatten.

Einer der Männer hatte sie an einen Baum gefesselt und die anderen beiden hatten Antony gefesselt, der Shiva hatte helfen wollen. Danach hatten sie Shiva vergewaltigt. Sie hatte das unter heftigen Tränen hingenommen. Sie war ja völlig wehrlos gewesen. Antony hatte das mit ansehen müssen. Er hatte die Männer angeschrieen und ihnen gedroht, aber auch er hatte nichts machen können. Nachdem sie dann von Shiva abgelassen hatten, hatten sie die beiden erst einmal zu einer alten Hütte gebracht. Die beiden hatten diese Hütte noch nie zuvor gesehen.
Dort waren sie dann einige Stunden eingesperrt gewesen. Gefesselt und geknebelt. Shiva hatte solche Angst gehabt, wie in ihrem Leben sonst noch nie. Sie hatte die ganze Zeit geweint. Antony hatte auch Angst gehabt, das hatte sie ihn ansehen können. Wie lange sie allein so eingesperrt gewesen waren, wusste Shiva nicht.
Aber es war schrecklich gewesen. Es war ihr unendlich lang vorgekommen.
Irgendwann waren die Männer dann wiedergekommen. Offensichtlich betrunken.
Sie verprügelten Shiva und Antony. Danach wollten sie Shiva erneut vergewaltigen. Dieses Mal griff Antony, der es irgendwie geschafft hatte, sich zu befreien, einen der Männer an.
Und so musste Shiva zusehen, wie ihr Freund erstochen wurde.
Sie hatten ihn gleich weggebracht… wohin?
Wenn sie das nur gewusst hätte… man hatte nie eine Leiche gefunden.
Den Rest hatte sie wie in Trance erlebt.
Vergewaltigung, Schläge, Drohungen. Nacht, kein Schlaf, Tränen.
Taganbruch, geschafft zu befreien, rennen.
Immer weiter, durch das Geäst, durch einen kleinen Bach.
Irgendwann war sie gestolpert und hatte sich das Bein gebrochen. Der Schmerz hatte sie aus der Trance zurückgeholt.

Sie hatte niemanden gesagt, was in dieser Nacht passiert war. Eine Familie hatte Antony nicht mehr. Ihren Eltern hatte sie nichts gesagt. Die dachten, sie hätten Schluss gemacht. Woher sollten sie es auch besser wissen?
Doch Shiva hatte es nicht ausgehalten. Diese Männer mussten hier irgendwo leben. Was, wenn sie nach ihr suchten?
Sie hatte so große Angst. Angst um ihr eigenes Leben.
Und so beschloss sie damals hier her zu ziehen.
Ein kleines, ruhiges Dorf.
Ihre Eltern wollten das zu erst nicht, aber da sie ja schon volljährig war, konnten sie nichts machen.

Heute lebt sie immer noch in ihrem kleinen Haus, mit einem kleinen Garten und einem kleinen Kätzchen. Und einen Mann hat sie inzwischen. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Und wenn sie an sich herunter schaut… bald wird sie ihr erstes Kind bekommen…
also eigentlich scheint alles wundervoll. Nach außen hin ist sie glücklich und aufgeschlossen. Keiner weiß von dieser schreckliche Nacht…
Von den Alpträumen, die sie seither verfolgen…
denn nie sprach sie darüber.
Und sie würde es niemals tun… sie würden ihr nicht glauben. Und erst recht nicht jetzt. Wo das doch schon so lange her ist…

Sie schließt leise die Tür hinter sich. Geht ins Bad und öffnet den einen Schrank. Sie holt ein kleines Kästchen heraus.
Von diesem Kästchen weiß nur sie. Sie hat es schon so lange. Einige Tage nach der Nacht hat sie es besorgt. Sie wusste immer, dass es irgendwann so weit sein würde.
Sie schaut die silberne Rasierklinge an.
Ein eiskalter, leerer Blick. Ihr Blick.
Niemand scheint ihn zu bemerken… was für eine schöne Maske... ihr lachen.
Niemals hat sie für irgendjemanden diese Maske abgelegt.
Alles hinter einem Lachen versteckt. Alle Trauer, all den Schmerz, den Hass, die Angst.
Sie setzt die Klinge an und während sie zu ihrem Oberarm hin einmal zieht, drück sie so stark, wie sie kann.
Den schrecklichen Schmerz kann sie nur erahnen. Sie spürt wie das Blut auf den Boden fließt. Zu erst kam aus der Wunde nur ein Tropfen, doch dann wurde es auf einmal immer mehr. Sie schließt die Augen und ein Lächeln umspielt ihre Lippen.
Nie wieder Angst, Alpträume! Nie wieder!
Endlich Ruhe und Frieden. So lang ersehnt.
Sie hält den Arm unter den kalten Wasserhahn. Sie weiß, dass ansonsten die Blutung stoppen würde.
Nun war es bald so weit… sie spürte schon die angenehme Leichte.
Sie fühlte sich so leicht, so frei…
Da kamen sie: Zweifel.
Wollte sie ihr Leben wirklich wegschmeißen? Sie hatte einen Mann, sie war schwanger! Das konnte sie doch nicht tun! Das arme Kind… ihr Mann! Er liebte sie doch.. und sie ihn… die Eltern… die Familie! Nicht einmal einen Abschiedsbrief hatte sie geschrieben.
Wollte sie also wirklich sterben? Einfach so Schluss machen mit allem? Weglaufen? Aufgeben? NEIN!!! Plötzlich wollte sie leben! Es gab so viele Gründe weiterzuleben! Sie wollte doch nicht sterben!
… langsam tropfte das letzte Blut aus der Wunde…
„Ich will nicht sterben…!“ Nur ein leiser Hauch…
Ihr Körper sackt auf den kalten Boden. Überall Blut…
Ihre Augen sind halb geschlossen.
Der tiefe Schnitt in die Pulsader… Neben ihr liegt die silberne Klinge.
Das Todeswerkzeug.
… draußen wird es Nacht… bald wird er von der Arbeit kommen… mittlerweile ist ihr Körper ganz steif und blass geworden. Alles Leben ist von ihr gewichen…
So wird er sie finden. Tot.
Und er wird nie wissen, wieso sie das tat. Die schreckliche Ungewissheit, die Trauer. Warum? Die Menschen die ihr nahe standen werden nie begreifen, was in ihr vorging.
Sie werden sich Vorwürfen machen: Warum haben wir nie bemerkt, wie schlecht es ihr ging? Waren wir zu grob? Was war nur los? Warum hat sie nie etwas gesagt…?
All dies wird ihnen niemals jemand beantworten.
Weil sie immer schwieg…

/~*~/ hoffe es gefällt euch. bitte kommis schreiböön /~*~/





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don't want your hand, this time i save myselfe.
maybe i wake up for once.
not torment daily defeated by you. just when i thought i'd reach the bottom, i'm dying again.

~my wounds cry for the grave, my soul cries for delivarence~


Elfenkrieger ...
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...   Erstellt am 29.09.2005 - 19:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das hast du sehr schön geschrieben Tissi!
Sehr ergreifend!





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