Motzmaus 


Status: Offline Registriert seit: 27.04.2005 Beiträge: 3954 Nachricht senden | Erstellt am 24.07.2006 - 00:06 |  |
Falsche Frage, für was haben wir SOVIELE KK's? Die Leute, die die Beiträge einzahlen, werden ja nicht mehr, im Gegenteil!
Jetzt wollen sie übrigens das Insolvenzrecht wieder ändern, damit die Kassen wieder mehr Kohle bei der Verteilung bekommen, nicht so, wie jetzt, wo alle den gleichen Prozentsatz bekommen 
Das mit der Allianz hab ich auch gelesen, da hats mir fast die Augen rausgehauen. Riesenschlagzeile auf n-tv, meine Startseite in der Arbeit, links oben mit Riesenüberschrift, daß sie so viele Stellen abbauen wollen und dann unten, im Bereich Wirtschaft, ein Artikel mit der Überschrift von wegen Mrd-Gewinn...
@tigger: wenn es gegen Ende des Quartals ist, versuch ich sowas genau aus diesem Grund immer rauszuziehen, damit ich das nicht machen muß. Aber das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein, stell dir mal, da bleiben Folgeschäden, weil du das ganze verschleppt hast...
Und wenns mit meiner Bandscheibe nicht bald aufwärts geht, muß ich noch mal zum Orthopäden, um mir Krankengymnastik verschreiben zu lassen, wieder 28 € fürn Arsch.. Ja verdammt, kann ich denn was dafür??? Hab das doch nicht mit Absicht gemacht, wäre froh, wenn ich DIESE Schmerzen nicht hätte 
[Dieser Beitrag wurde am 24.07.2006 - 00:08 von Motzmaus aktualisiert]
Signatur I'll take this time To let out what’s inside Cuz I will break Sometimes I wish you'd die Full of sorrow You raped and stole my pride. And all this hate is bottled up inside |
TheLoRDTheVAPoR 


Status: Offline Registriert seit: 05.02.2005 Beiträge: 8646 Nachricht senden | Erstellt am 24.07.2006 - 01:16 |  |
Ich sage wir schaffen dieses äußerst instabile System ab, ES FUNKTIONIERT EH NICHT!
Das staatliche Gesundheitswesen, in den Müll damit, Die staatlichen sozialen Einrichtungen, ab damit in die Tonne, das Rentensystem, weg damit, die Kassen und Versicherungen, alles in den Müll!!!
Ich sage auch warum es nicht klappt: Jeder der hier in diesem Land einen Arzt beansprucht, der kann das prinzipiell auch tun, dafür gibt es ja die Kassen. Nun brauchen die aber Geld. Das bedeutet, sie müssen es irgendwoher beziehen. Also gibt es auch Beiträge die man zahlen muss. Nun gibt es wohl im Prinzip sowas wie einen pot. Davon kann jeder was abhaben, wenn er was braucht. Da aber das Geld immer noch nicht reicht, weil manche Leute ständig zum Arzt gehen und diesen und ihre Kassen beanspruchen, sei die Frage dahingestellt ob sie nun krank sind oder nicht, muss wieder mehr gezahlt werden. Die Krone setzt dem Ganzen dann auf, dass jeder Sozialhilfeempfänger seine ganze familie mit in seiner Kasse führt, mit dem bisschen an Beiträgen was aus seiner Sozialhilfe kommt. Dies ist zwar sozial, aber GIFT für jegliches finanzielles Gleichgewicht. Diese Vorstände, die gerne mal zum teureren Sekt greifen, nehmen sich zwar was vom Kuchen, nur ist die Größe ihres Stücks im Vergleich zu den gesamten Summen die innerhalb der Kasse fließen sehr gering. Sicher, man kann sie zum Buhmann machen, und das macht man auch, sie haben nicht umsonst die angreifbarste Position im Geflecht der ganzen Organisation, aber nur sie verantwortlich zu machen wäre gewissermaßen auf dem Niveau einer Stammtischunterhaltung, denn unter anderen sind da auch die angesporchenen Investment Banker, und auch die Aktionäre spielen ihre Rolle. Denn, und korrigiert mich wenn ich Halbwahrheiten verbreite, das Investment Banking, was dem kleinen Mann so hoffnungsvolle Investitionen ermöglicht, mit dem er im Aktienbusiness als Teil einer großen Gruppe von Bankkunden auf die Weltwirtschaft einen Einfluss nehmen kann, wird eben diesem kleinen Mann oder einem anderen im Endeffekt zur Schlinge um den Hals. Die Banken versprechen ihm einen gewissen gewinn, investieren das Kapital in die verschiedensten Branchen, und üben dann, mit Methoden welcher Art auch immer Druck auf die Konzerne und Organisationen am Aktienmarkt Druck aus um den versprochenen Gewinn zu erzielen, denn schließlich haben sie es dem kleinen Mann versprochen. Die Aktionäre sehen sich in der Bredouille, denn so einfach lässt sich eine Aktie nicht im Wert steigern. Eine neue Kampagne, ein neues Produkt, irgendetwas was den Profit und den Wert des Konzerns oder der Organisation steigert müsste her. Aber das kann man nicht einfach herbeizaubern. Also werden einfach ein paar Mitarbeiter gefeuert, Konzern- oder Organisations-Abteilungen die nicht so viel Geld bringen werden beschnitten. Sei es Forschung, sei es eine Produktionsstelle oder einige Filialen in kleinen Gemeinden. Und da steht dann ein gewisser kleiner Mann wieder auf der Straße.
Aber zurück zum Thema, wo geht denn das ganze Geld hin? Es wird verbraucht. Medikamente, technische Geräte, dann die Fachkompetenz jedes einzelnen Arztes, das alles muss doch bezahlt werden! Manche Leute fassen ihre Gesundheit als privileg auf, und verteidigen diesen Anspruch mit dem Hinweis auf das Gesundheits und Sozialsystem. Und sie haben ja Recht, denn der Staat will ja jedem seine Gesundheit versprechen, das steht sogar in der Verfassung, die Bundesrepublik ist unter anderem auch ein Sozialstaat, trauriges Faktum ist leider, dass sie das immer weniger kann, denn die Zahl derer nimmt zu die weniger zahlen als sie beanspruchen, die Gesundheit insgesamt wird immer teurer, neue Maschinen, neue Medikamente, sowas alles, eben alles was im Vergleich zu früher teurer sein kann. Das geld was fehlt muss aufgetrieben werden, das ist doch überall so, sei es nun die Staatliche Rente, das Schulsystem oder meinetwegen das Budget für die Infrastruktur, ich vermute es in den Händen des Verkehrsministeriums.
Das Hauptproblem ist eben, man kann die Kuh nicht unendlich melken, irgendwann ist schluss... Und anstatt den Menschen unter dem Vorwand man wolle ihnen beistehen in der Not und Sozial sein (ich weiß ich klinge furchtbar kapitalistisch, aber so ist nunmal mein Weltbild) sollte man diese ganzen Fangnetze entweder privatisieren, oder ganz auflösen. das geld was ein Jeder an Beiträgen spart reicht in der Theorie auch für alle seine Wehwehchen, nur dass eben vorher die Gesünderen die Kränkeren mitfinanziert haben. Diese bleiben übrigens auf der Strecke...
Die Gesundheit kann selbst in Deutschland kein Privileg sein, jeglicher Sozialkundeunterricht konnte mich von diesem Eindruck nicht abbringen, und ich hoffe ihr versteht, wenn ich irgendwelche persönlichen Beispiele nicht hören will, ich betrachte das ganze System.
Schaut einfach rüber zu meinem heiß und innig geliebten Skandinavien (Schweden, isbesondere Norwegen). Dort gibt es nur private Kassen, kaum ein gesetzliches Sozialsystem, und kaum Steuern. Und es FUNKTIONIERT!!! na gut der schnapps kostet rund 8 mal so viel wie hier, selbes gilt für Zigaretten, und auch der Mehrwertsteuersatz ist höher, liegt afaik bei 25 oder 30 Prozent... aber so gut wie keine sonstigen beiträge sichern persönlichen Mittelstandswohlstand, welcher eben auch weiterinvestiert werden kann, mein kapitalistisches El Dorado.
Das deutsche System, Steuern, Rente, Kassen, alles was so an Kosten an den Staat anfällt, ist zum einen infrastrukturell heillos kompliziert, zum anderen methodisch umständlich. Aber vor Vereinfachung hat man hier Angst, daher wird alles nur noch komplizierter, es muss erst seinem Gewicht erliegen, bevor man was ändert, wie ein gestrandeter Wal muss es langsam zu Grunde gehn, damit dies auch jeder mitbekommt, und kein Politiker es sich auf sein Banner schreiben kann das System zu sanieren um es doch nur noch komplizierter zu machen...
Ach ja und noch etwas, falls ihr euch auf den schlips getreten fühlt, weil ich so rede als wollte ich euch nehmen was euch durch die Verfassung zusteht, bringe ich zwei nette Argumente: Argument nr 1 "Ihr lebt doch noch, was beschwert ihr euch denn?" und Argument nr 2 "There is no I in team, anders ausgedrückt in anbetracht der Masse zählt das Ich nicht!!!"
Ich bin nur ein Querulant der hinterfragt was sowieso schon seit Jahren verfällt... Der deutsche Sozialstaat!
nur mein credo, greift mich nach belieben an
[Dieser Beitrag wurde am 24.07.2006 - 01:24 von TheLoRDTheVAPoR aktualisiert]
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Motzmaus 


Status: Offline Registriert seit: 27.04.2005 Beiträge: 3954 Nachricht senden | Erstellt am 24.07.2006 - 16:48 |  |
Hat jemals was anderes, als Kapitalismus funktioniert? Nein...
Sozialstaat in allen Ehren, aber alles hat seine Grenzen. Ein weiterer Grund für die hohen Arbeitslosenzahlen sind nunmal die Lohnnebenkosten, über die der Sozialstaat finanziert wird. Die meisten sehen einfach nur, was ihnen vom Brutto abgezogen wird, aber was das für Kosten für den Arbeitgeber sind, das will keiner sehen. Da muß man schon bedenken, daß bis auf die Lohn-/Kirchensteuer der gesamte Anteil, der weggeht, ja nur hälftig (!!!!)ist, d. h. der Arbeitgeber muß genau diesen Teil noch mal zahlen zzgl. Unfallversicherung, muß den Arbeitsplatz stellen, was auch wieder Kosten verursacht. Grob überschlagen kostet einen der Arbeitnehmer ungefähr das 1 1/2fache bis doppelte, was bei ihm auf dem Gehaltszettel steht. Kann auf Dauer nicht funktionieren.
Also MWSt rauf bis zum Erbrechen, Lohnnebenkosten (was für ein verniedlichender Begriff) runter auf 0, Krankenkassen auf ein Minimum reduzieren mit entsprechender Selbstbeteiligung bis zu einem gewissen Grad und zwar durchdacht (nicht so, wie jetzt mit dieser bescheuerten Praxisgebühr, bei der kein Mensch mitgedacht hat) und dann könnte es zumindest mit der Wirtschaft wieder etwas aufwärts gehen. Ist klar, daß das nicht alle Probleme löst und da noch einiges getan werden muß, aber es wäre ein Anfang.
Hab mich übrigens letztens mit der Freundin meines Bruders unterhalten, die arbeitet in der Apotheke... Und die hat mir erzählt, die zahlen z. B. für so ne Tube Voltaren (ich glaub, die 50 mg, bin mir aber nicht sicher) im Einkauf 1,50 €. Verkauft wird sie an den Kunden für 13,80 €. Wenn es jetzt etwas auf Rezept gibt, dann muß die Krankenkasse der Apotheke den vollen Verkaufspreis erstatten, also nicht die 1,50 € Einkaufspreis oder irgendwo weiter oben als Sonderpreis, sondern die vollen 13,80 €. Kein Wunder, daß so gut wie nichts mehr verschrieben wird. Da klemmts irgendwo...
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