robin  Registrierter Member

Status: Offline Registriert seit: 22.12.2005 Beiträge: 416 Nachricht senden | Erstellt am 25.11.2008 - 21:11 |  |
Meere versauern durch CO2 schneller als gedacht
In untersuchten Gebieten verändern sich Tier- und Pflanzenwelt. Auswirkungen auf gesamtes Ökosystem kompliziert und noch nicht vollständig erforscht.
Der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre lässt die Ozeane zumindest in einigen Regionen schneller versauern als bisher angenommen. Dadurch verändert sich auch die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften im Meer.
Das berichten US-Forscher in den «Proceedings» (Bd. 105, S. 18848) der US-Akademie der Wissenschaften. Vor allem Muscheln, Krebse und andere kalkbildende Lebewesen seien gefährdet.
Ein Drittel unseres CO2 landet im Wasser
Der Hauptgrund für den Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre ist die anhaltende Nutzung fossiler Brennstoffe und die teils flächendeckende Abholzung Kohlendioxid speichernder Wälder. Etwa ein Drittel des freigesetzten Kohlendioxids (CO2) wird von den Ozeanen aufgenommen. Das Gas wird im Wasser gelöst, wobei Kohlensäure gebildet wird. Diese lässt das Meerwasser sauer werden, was in einem sinkendem pH-Wert messbar ist.
Timothy Wootton und seine Mitarbeiter von der Universität Chicago hatten nun die Veränderungen des pH-Werts und die Auswirkungen auf das marine Ökosystem nahe der Insel Tatoosh untersucht, knapp einen Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Washington. Über einen Zeitraum von acht Jahren bestimmten sie dazu unter anderem pH-Wert, Temperatur und Salzgehalt des Wassers und beobachteten, wie sich die Populationen von Pflanzen und Tieren veränderten, die in der Region häufig vorkommen.
Schalentiere besonders gefährdet
Sie stellten zunächst fest, dass der pH-Wert sowohl im Tagesverlauf als auch über Tage und Jahre stärker schwankt als bislang angenommen. Grundsätzlich aber sank der pH-Wert in den acht Jahren der Untersuchung ¬ und zwar rund zehn Mal schneller als Simulationsmodelle es vorhergesagt hatten. Dies wirkte sich deutlich auf die Zusammensetzung der marinen Lebensgemeinschaften aus: So nahm mit sinkenden pH-Werten die Häufigkeit und die Durchschnittsgröße bestimmter Miesmuscheln und des Rankenfußkrebses ab. Dies sei wenig überraschend, da ein hoher Säuregehalt den Aufbau der Kalkschale dieser Lebewesen beeinträchtigt.
Untersuchungen notwendig
Allerdings seien die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt komplexer, schreiben die Forscher weiter. Die kalkbildende Seepocke Balanus glandula etwa vermehre sich stärker bei sinkendem pH-Wert, einige Kalkalgen reagierten scheinbar gar nicht auf die Veränderungen. Weitere Untersuchungen müssten die Zusammenhänge genauer klären.
Quelle: MSN
[Dieser Beitrag wurde am 25.11.2008 - 21:11 von robin aktualisiert]
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lebenslust  Administrator

Status: Offline Registriert seit: 19.11.2005 Beiträge: 5053 Nachricht senden | Erstellt am 25.11.2008 - 21:45 |  |
Erdgeschichtlich hat es viele einschneidende natürliche Klimaepochen gegeben, die aber in großen Zeiträumen stattgefunden haben. Das hat den Lebewesen dieser Erde die Zeit zur Anpassung an die neuen Verhältnisse gegeben. Was wir jetzt erleben, geht dagegen viel zu schnell. Eine Anpassung kann nicht mehr stattfinden, die menschliche Umweltvergiftung war noch nie so stark wie heute und so sterben täglich 160 bis 200 Tier und Pflanzenarten unwiederbringlich aus. Wer angesichts dieser Tatsachen noch der Meinung ist, das gehe ihm nichts an oder das sei auch erlogen, macht sich der verheerenden Folgen für unsere Kinder und der nächsten Generationen gegenüber mitschuldig.
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