Guckitos Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 13.01.2007 Beiträge: 77 Nachricht senden | Erstellt am 15.01.2007 - 15:59 |  |
Fluffy
"Lieutenant Colonel Henry Blakes Flugzeug wurde über dem japanischen Meer abgeschossen. Die Maschine stürzte ab ... und es gab keine Überlebenden." Radar hatte Tränen in den Augen, als er diese schreckliche Nachricht an die Ärzte und Schwestern im OP weitergab. Durch seine brennenden Augen konnte er das entsetzten und die tiefe Trauer der anderen sehen. Sie sahen alle so aus wie er sich fühlte.
Überrollt von dieser Nachricht und den Kummer.
Henry Blake war ein prima Mensch gewesen. Für Radar der beste Mensch in ganz Korea. Blake war für ihn das gewesen, was einem Vater am nächsten kommt. Radar hatte nie einen Vater gehabt und wusste nicht wie es ist, wenn man einen Vater hat. Aber so wie Henry mit ihm umgegangen ist… so in der Art müssen wohl Väter zu ihren Söhnen sein. Und jetzt spürte er den Schmerz den wohl jeder Sohn erfährt, wenn sein Vater gestorben ist.
Er fühlte sich vollkommen leer und hilflos.
Er drehte sich um und verließ das OP-Gebäude. Mit brennenden Augen und einen dicken Klos voll Trauer im Magen und im Hals ging er durch das Camp. Er bemerkte weder wohin er ging noch an wem er vorbeilief. Auch wenn ihn jemand ansprach bemerkte er es nicht. Er war fern von diesem Ort in seinen Gedanken.
Seine Gedanken kreisten um die Vergangenheit. Er erinnerte sich an all die schönen Dinge die er mit Henry Blake erlebt hatte. Die vielen Gespräche die sie während des ganzen Tages miteinanderen geführt hatten, die vielen Male als er eine Unterschrift von ihm Abgeluchst hatte, die guten Ratschläge, einfach alles… bis zu seiner Abschiedsfeier von vor 3 Tagen. So viele schönen Erinnerungen… und nun war er Tod. Nie wieder würde er ihn sehen.
Als ob der Abschied von drei Tagen schon nicht schmerzhaft genug gewesen wäre. Radar erinnerte sich an die Gedanken die ihn damals durch den Kopf gegangen sind. Er hatte daran gedacht, dass er niemals wieder hinter seinen Schreibtisch, mit den Fischerhut auf den Kopf sehen würde. Nie wieder würde er ihn Formulare zum Unterschreiben geben, ihn nie wieder wecken…. so vieles würde er nie wieder tun.
Sein einziger Trost war gewesen, dass er ihn nach dem Krieg besuchen könnte. Aber diese Hoffnung war jetzt auch auf so grausame Art zerstört worden.
Henry ist als ziviler Mann zurückgereist mit seinen Entlassungpapieren. Er hatte sich so gefreut endlich seine drei Kinder wieder zu sehen. Vor Allem auf seinen Jüngsten freute er sich besonders. Er war während seiner Zeit in Korea geboren worden und Henry hatte sich so darauf gefreut ihn zum ersten Mal zu sehen.
Aber seinen Sohn würde er nun niemals kennenlernen. Und seine anderen Kinder und seine Frau Lorreine würde er nie wiedersehen. Es war einfach zum heulen.
Radar ist am Ende des Camps angekommen. Tränen rannen über sein Gesicht und er starrte in die Ferne. Er fühlte sich so als ob er nicht er selbst war. Er spürte nur Trauer und nichts anderes.
Wie lange er dort stand wusste er nichts. Das erste was er wieder bewusste spürte war eine Bewegung an seinem rechten Bein. Er schaute erschrocken zu seinen Füßen. Eine Katze schmiegte sich an seinen Beinen. Er bückte sich und nahm sie auf seinen Arm. Die Katze wehrte sich nicht. Im Gegenteil. Sie schien sich sehr wohl in seinen Armen zu fühlen. Sie schnurrte leicht und schmiegte sich an ihm.
Radat streichelte sanft über das flauschige Fell und machte sich auf den Weg zurück ins Camp zu seinem Schreibtisch. Dabei kam er am OP vorbei. Hawkeye verließ diesen soeben. Der Captain sah nicht gut aus. Bleich und abgespannt und traurig. Er sah so aus wie vor einiger Zeit, als ein Patient von ihm gestorben ist, bei dem er gedacht hatte das er über den Berg war und völlig genesen würde...
" Hallo Radar...", Hawkeyes Stimme klang belegt, "Im Sumpf trinken wir heute Abend einen in Gedanken an Herny. Du bist herzlich willkommen."
" Ich weiß nicht..."
" Überleg es dir..... dich kenn ich doch."
Pierce hatte eben die Katze auf Radars Arm entdeckt.
" Sie kennen sie? Sie ist mir eben zugelaufen..."
" Fast jeder in Camp kennt sie. Nur du wahrscheinlich nicht. Du warst da zusehr mit einer Schwester beschäftig... Lietanand S..S.."
" Simmons?"
"Genau die."
" Ach dann ist das die Katze von den einen Soldaten, von dem du mir erzählt hast! Der, der ohne Hundemarke angekommen ist."
" Sein Gesicht werde ich wohl nie vergessen. Mein Leben ist in seinen Armen gelegen, als er mich im Schwitzkasten gehalten hatte."
Schweigend schauten sie sich an. Keiner wusste was er noch weiter sagen sollte. Kurz hatten sie durch diese Erinnerung an frührere aufregenden und auch glückliche Tage, Herny´s Tod vergessen. Aber jetzt war die Erinnerung wieder frisch aufgerissen und machte jedes weitere Gespräche schwer.
" Gut ich geh dann...", Radar wandt sich hastig ab und stiefelte zu seinem Büro und Quartier. Er setzte sich auf sein Bett und starrte auf den Fußboden. Unentwegt streichelte er die Katze und redete mit ihr.
" Du bist als die Katze von dem Soldaten. Hawkeye hat mir damals erzählt, dass der Father zu ihm gesagt hatte das du Fluffey heißt... wenn es der Fahter sagt, dann wird es schon stimmen. Und Fluffey passt zu dir, dein Fell ist so flauschig und weich."
Er streichelte Katze und spürte wie das beruhigte. Es war ein tröstliches Gefühl. Als ob die Katze ihn genau verstehen würde. Er erzählte ihr von Henry Blake und von seinem zu Hause. Alles was ihm wichtig erschien erzählte er der Katze. Als er müde wurde legte er sich hin. Mit Fluffey in seinem Armen schlief er ein. Sein Teddy brauchte er heute nicht. Heute hatte er die Katze als Tröster.
Ein Paar Tage später:
Das Camp hatte den Schock von Colonel Blakes überraschenden Ableben überwunden. Zu seiner Ehre hatte sie eine große Gedächtnisfeier veranstaltet. Radat hatte die ganze Zeit Fluffey bei sich gehabt. Die junge Katze schaffte es ihm nur mir ihrer Anwesenheit zu trösten. Was Worte nicht taten, tat sie einfach indem sie sich streicheln lies und bei einem blieb.
Und jetzt brauchte er sie nicht mehr. Er könnte sie mit seinen anderen Tieren behalten, aber er hatte etwas besseres mit ihr vor. Er trat mit der Katze auf den Arm in die Postoperative. Vor einen Bett blieb er stehen. Neben den Bett standen Hawkeye und Trapper. Hawkeye trug sein blaues Hawai-Hemd. Er würde gleich nach Tokio für drei Tage in den Urlaub fahren.
Radar ging auf die anderen Seite des Bettes. Ein kleines koreanisches Mädchen lag dort und schaute ihn mit zaghaften Lächeln an. Ihre großen dunklen Augen blickten zu der Katze.
Das Mädchen war vor drei Tagen ins Camp gekommen. Verwundet und als Vollwaise. Ihre Eltern und Verwandten waren bei der Bombadierung ihres Dorfes, wo auch sie verwundet wurde, ums Leben gekommen. Sie würde morgen ins Waisenhaus kommen. Ganz alleine. Deshalb hatte Radar beschlossen, das Fluffey jetzt bei ihre bleiben sollte. Sie war eine richtige Trösterkatze und war bei dem Mädchen sicher besser aufgehoben.
Father Mulcahy kam zu der kleinen Gruppe hinzu.
"Ich hab mit dem Waisenhaus geredet. Fluffey ist dort herzlich Willkommen, wenn die kleine Szu Lin sie mitnehmen möchte."
Radar setzt sich langsam auf den Rand des Bettes. Er sagte ein Paar Worte auf Koreanisch zu dem Mädchen. Zum ersten Mal sahen sie das Mädchen fröhlich lächeln. Sie schaute zur Katze und krähte fröhlich etwas auf Koreanisch.
Radar setzt die Katze auf den Bett ab. Sofort tabste sie auf Samtpfoten zu dem kleinen Mädchen. Sie streichelte die Katze und nahm sie in den Arm.
Hawkeye und Trapper lächelten. Das Mädchen sah auf einmal wie verändert auf. Zufriedener. Die Katze war schon auf ihre Art ein kleines Wunder.
" Eine richtige Trösterkatze...", murmelte Radar.
" Fluffey ist wie ein Geschenk Gottes," stimmte der Father zu.
" Fluffey spürt es wenn jemand traurig ist und dann kommt sie um zu trösten! Sie hat mir viel geholfen. Es hat so gut getan sie in den Arm zu nehmen und einfach zu streicheln!"
" Umso netter das du sie dem Mädchen gibst!", meinte Hawkeye.
" Sie hat ja niemanden mehr... und ich hab ja noch meine anderen Tiere... nach die ich jetzt gleich schaue. Ich hab sie ein bisschen vernachlässig in letzter Zeit."
Radar stand auf und verließ die Postoperative. Die anderen folgten ihm. Sie wollten das Mädchen und die Katze in Ruhe sich kennen lernen lassen.
Hawkeye schüttelte grinsend seinen Kopf als sie durch die Tür traten: " Hätte mir mal einer Versucht zu sagen, dass eine Katze mehrer Menschen trösten und glücklich machen kann. Besser als jeder Mensch das könnte, hätte ich ihn für verrückt erklärt."
"Gottes Wege sind unergründlich..."
Alle schauten verwundert zu Trapper.
" Woher haben sie denn das he?... In meiner Messe sind sie doch nur, wenn Major Burns eine Alkoholverbot einführt und sie Messwein wollen!"
Trapper grinste: " Das hab ich aus Franks Bibel, als wir in einmal eine Streich gespielt haben...weißt du noch Hawk!"
" Das mit die 10 Gebote!"
"Genau... wir haben doch zufällig eine Notize von Frank gefunden und daraufhin sind wir auf den Streich gekommen. Da stand doch. Gottes Wege sind unergründlich!"
Hawkeye lachte. "Genau! Der Zettel war bestimmt auf uns gemünst!"
" Ja wir fanden ihn aber eher auf Frank zutreffend."
" Vor Allem fanden wir es unergründlich, wie Frank seine Ärztezulassung jemals bekommen konnte....
Radar lachte und auch Father Mulcahy grinste leicht.
"Genauso wie die undergründliche Frage...", Trapper verschluckte sich kurz vor lachen...: ".. wie die Frage warum unser Koch nicht schon längst erschossen wurde!"
" Oder warum hier... auf diesen Polizeieinsatz wir und keine Polizisten sind!"
Der Father seufzte: " Ich frage mich auch oft warum niemand in meinen Gottesdienst kommt. Ich bemühe mich immer so ihn gut zu gestalten!"
Hawkeye nickte grinsend: " Das ist genauso unergründlich wie warum keine Schwester auf meine neuste Einladung an der Pinnwand, zu einer Privataudienz , antwortet! Naja ist ja auch egal... gleich geht es nach Tokio!"
" Und ich frage mich immer wie Klinger es schafft nicht mit seinen hohen Schuhen im Schlamm stecken zu bleiben...", murmelte Radar mit einen grinsen als er einen Fuß schwerfällig aus einem Schlammloch zog...
" Gehen wir noch auf einen Drink in den Sumpf?", fragte Trapper und steuerte schon ohne eine Frage abzuwarten auf das Zelt zu.
Naütrlich folgten ihn die anderen und tranken einen frischgebrannten Martini.
"Auf Henry Blake! Auf Fluffey der unergründlichen Trösterkatze und auf Szu Lin die es ihm Waisenhaus hoffentlich gut haben würde! Und auf ein schnelles Endes des Krieges!"
Ende
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Diese Geschichte ist eine Zwischenfolge zwischen zwei MASH Folgen und eine Fortsetzung von " Frühling Allerorts".
Viel Spaß beim Lesen!
Gucky alias Gloria ( im MASH Forum)
Signatur Carpe Diem! |