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| Erstellt am 10.12.2006 - 20:19 |  |
Hab mir gestern mal die dritte Regiearbeit von Sofia Coppola - nach "The Virgin Suicides" und "Lost in Translation" - angesehenen. War aber insgesamt eher enttäuscht, der Film reicht auf jeden Fall nicht an Translation heran.
Der Film sickert ohne große Höhepunkte vor sich hin. Der Stil der Inszenierung hält den Zuschauer stets auf Distanz. Dazu kommt, dass die teilweise moderne Musik - darunter 80er-Ikonen wie New Order und The Cure - wie ein Fremdkörper wirkt. Dabei haben andere Filme, wie beispielsweise "Ritter aus Leidenschaft", ja gezeigt, dass moderne Musik in historischen Filmen durchaus wirken kann. Oft sind auch die Anfänge mehrerer Songs ziemlich schnell aneinandergereiht.
Auch bei der Hauptfigur ist keine wirkliche Entwicklung erkennbar. Zuerst hat Marie A. das Problem, dass ihr Gatte den Fortpflanzungsakt verweigert, was ihre Position am Hof schwächt. (Im Film wird aber auch nicht wirklich deutlich, das M.-A. im wirklichen Leben bereits mit 14 verheiratet wurde) Nach einem Aufklärungsgespräch zwischen M.-A.s Bruder und dem Prinzen löst sich das Problem dann aber in Luft aus. Auch der sich scheinbar anbahnende Konflikt zwischen ihr und der Gespielin des Königs verschwindet irgendwann einfach.
Dabei kann man noch nicht einmal sagen, dass die schauspielerischen Leistungen, oder der Film an sich wirklich schlecht sind. Es springt nur einfach nicht der Funke zum Zuschauer über, und es besteht die ganze Zeit die Gefahr der aufkommenden Langeweile. Weiß nicht, inwieweit das Coppolas Absicht war, um die Langeweile und die Gefühlskälte am Hof darzustellen. Ein Pluspunkt des Films ist zumindest, dass man einen interessanten Einblick in die damaligen Zustände bekommt, wenn auch viele historische Details unerwähnt bleiben. Auch optisch bietet der Film einiges, da man (glaub als erster Film überhaupt) auch Innenaufnahmen von Versailes sieht.
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