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Catherine ...
Zweig
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...   Erstellt am 10.05.2006 - 15:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn man Stefan Zweig Glauben schenken darf, so hat es M.A. von Kindesbeinen an sehr gut verstanden sich vor Bildung zu "schützen". Und das obwohl sie einen regen Verstand hatte (der nur konsequent hätte ausgebildet werden müssen). Es gibt Berichte in denen ihre Lehrer immer wieder darüber klagen, das die junge Erzherzogin sich ständig aus ernsthaften Gesprächen windet und diese zu Plaudereien zu wenden versteht.




Ihr vorzuwerfen, das sie sich nicht für Frankreich und sein Volk interessierte, halte ich nur für bedingt gerechtfertigt. Schon zu Zeiten Ludwig des XIV. ließt man immer wieder, habe sich der Hof sehr wenig für die Belange außerhalb des Hofes interessiert. Wenn man schon Reisen "ins Land" unternahm, dann nur, um von einem Schloß zum nächsten zu kommen. Welcher Höfling hat sich jemals in das Haus eines Bürgerlichen oder gar Bauern begeben? Im 18. Jh. war dies nicht anders.
M.A. wurd also gerade zu an eine am Land und Volk uninteressierte Gesellschaft übergeben, als sie Ludwig XVI heiratete.
Wäre die Einstellung am Hof anders gewesen, wäre sicherlich auch die Sichtweise und das Interesse M.A. anders geprägt wurden.


Ich denke jedoch, egal was Marie Antoinette und Ludwig XVI getan hätten, es wäre so und so zur Revolution gekommen. Die ganze Entwicklung war bereits zu weit fortgeschritten, als das die Beiden mit ihrem Trohnantritt daran noch etwas hätten ändern können.





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

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...   Erstellt am 11.05.2006 - 07:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich glaube auch, dass die Personen Louis XVI. und Marie Antoinette etwas in der Betrachtung überschätzt werden. Das große Interesse des Volkes am König trat in meinen Augen ja zusehends eher am Ende der Herschaftszeit auf.
Louis wird häufig als politisch uninteressiert geschildert. Dem widerspreche ich, denn es gibt dafür keine zeitgenössischen Belege. Als Friedliebend um jeden Preis würde ich ihn schon eher bezeichnen. Es gibt wohl keinen König, dessen Zerrbild während einer Phase seines Lebens so wenig mit der Realität zu tun hatte, wie bei Louis, den man 1792 als tyrannisch usw. bezeichnete.
Die selbe Ehre will ich auch gern M.A. antun.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Catherine ...
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...   Erstellt am 11.05.2006 - 08:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei Ludwig sehe ich da vordergründig das Problem, das er durch seine Hemmungen vor anderen Menschen zu sprechen und durch seine extreme Friedfertigkeit sich schnell hat auf die eine oder andere Seite reißen lassen.

Und das er bei M.A. so nachgiebig war liegt wieder an der Peinlichkeit ihres Ehebettes (7 Jahre nix!). Aus dieser für ihn mehr als schmachvollen Situation heraus, hat er ihr fast alles durchgehen lassen, im Glauben sie damit zu besänftigen.


Beachtenswert finde ich beiden Beiden nur, das diese zwei so vollkommen gegensätzlichen Menschen, doch ein so (für damalige Zeit) harmonisches Eheleben führten. Vielleicht liegt es tatsächlich an der Mittelmäßigkeit ihrer Charaktere, wie Zweig schreibt.....





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...   Erstellt am 12.05.2006 - 08:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Pétion (der Deputierte, der nach Varennes entsendet worden war) schrieb
    ... (Louis) wollte mit mir über die Engländer sprechen, über ihre Industrie, über das kaufmännische Genie dieser Nation. Er brachte ein oder zwei Sätze zusammen, dann versprach er sich, bemerkte es und errötete; diese Mühe sich auszudrücken, gibt ihm eine Schüchternheit ... Die ihn nicht kennen, sind vielleicht versucht, diese Schüchternheit für Stumpfsinn zu halten; aber darin würden sie sich täuschen ... ich habe ihn noch keine Dummheiten sagen hören...
    Es dauerte nicht lange, bis ich merkte, daß alles, was die Königin sagte, völlig oberflächlich war. Sie äußerte keinen kraftvollen oder eigenständigen Gedanken. In keinem Sinne besaß sie das Wesen oder die Haltung, die ihrer Stellung angemessen waren.

Die harte Beurteilung Pétions muss natürlich mit Vorsicht genossen werden. Er mag von der allgemeinen Meinung in Paris über die Königin beeinflusst sein. Außerdem versuchte die Königin vielleicht ihren Schock über das Scheitern des Fluchtversuches, so gut es ging, zu überspielen.





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...   Erstellt am 12.05.2006 - 09:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Beschreibung paßt durchaus auf Marie Antoinette, allerdings eher auf die junge, rastlose und vollkommen überdrehte Marie Antoinette.

In den Jahren der Revolution hat M.A. ihren wahren Charakter entwickelt und an Persönlichkeit gewonnen, so das derlei Beschreibungen gar nicht mehr zu ihr passen.

Ich könnte mir aber gut denken, das die Beschreibung eher darauf abzielt, die Königin so darzustellen wie man sie kannte bzw. wie man sie gesehen hat. Hätte man sie und den König realistisch betrachtet, so hätte man sich ja bewußt mach müssen, das einige der Anklagepunkte, welche zu ihrem Tode führten, völlig haltlos sind. Die Königing mit Personen wie Messalina zu vergleichen ist absolut irre und fern jeder Realität. Dafür sind die Charaktere viel zu unterschiedlich.

[Dieser Beitrag wurde am 12.05.2006 - 09:24 von Catherine aktualisiert]





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...   Erstellt am 12.05.2006 - 09:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie die ganze Anklage ein einziger Hohn war, ebenso haltlos wie die gegen ihren Gemahl.
Sie wurden Opfer, die man machte, um dem Pöbel von Paris zu gefallen, sonst nichts.





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Lisie ...
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...   Erstellt am 25.05.2006 - 23:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hey jetzt kommt doch "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst ins Kino, oder?

liebe Grüße,
Lisie





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Catherine ...
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...   Erstellt am 09.06.2006 - 08:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich les grad mit großem Vergnügen Stefan Zweig. Hat sich jemand mal die Beschreibung der Flucht des Königs und der Königin zu Gemüte geführt? Ich hatte diese Stelle gestern erst, irre....

Fehler über Fehler in der gesamten Planung und Ausführung:
- neue Kutsche mit allem Komfort (Weinregal, Silbergeschirr, Stauraum für Roben, Polster mit hellem Damast überzogen etc.)
- zuviele Personen in einem Wagen
- die Kutscher in neuen Livree (alles Adelige UND sie wurden extra dafür bezahlt, das sie einfache Kleidung tragen!)
- alles zusammen viel zu schwer um schnell vorwärts zu kommen
- der Frisör von M.A. als Verbindungsmann auf dem Weg zur Grenze
und und und

Man mußte halt königlich fliehen und konnte nicht wie der Bruder des Königs heimlich, nur zwei Personen in einer gebrauchten und unauffälligen Kutsche, fliehen. Traurig, wenn man so in der Etikette verhaftet ist.





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...   Erstellt am 09.06.2006 - 14:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stefan Zweig malt ein bisschen viel aus. Aber man kann dann Historie leichter verdauen als in angestaubten Biographien, bei denen ich bisweilen nicht über die ersten 150 Seiten, von 800, komme. Zeitgenössische Quellen sind da doch spannender.





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...   Erstellt am 09.06.2006 - 15:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zweigs Aussagen zur Flucht habe ich bereits auch in anderen recht verlässlichen Quellen wiedergefunden, so das man ihm in diesem Punkt schon Glauben schenken darf.

Ich würde auch nicht sagen, das er viel mahlt. Er erklärt eher sehr viele Dinge von der menschlichen/psychologischen Seite her, was durchaus nicht verkehrt ist.





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