aenne 

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 3274 Nachricht senden | Erstellt am 03.07.2005 - 00:53 |  |
Sächsische Volkssage "Das Blumenmädchen
Eine Waldfrau hatte einen armen Waisenjungen, der sich verirrt hatte, mitleidig in ihr Haus genommen und pflegte ihn wie eine rechte Mutter. Als er groß war, sagte er eines Tages: "Mutter, ich muß fort, ich will das Rosenmädchen suchen!" "Das ist weit, mein Sohn, und wenn du auch dahin gelangen solltest, so wirst du es dennoch schwer erwerben, denn es wird von einem Drachen bewacht!" Der Knabe ließ sich aber nicht länger halten; da gab ihm seine Mutter eine Schelle und sprach: „Wenn du etwas wünschest, so läute damit!" Nun ging er lange, lange fort und kam nur einmal zu einem großen Bienenschwarm und fragte die Bienenmutter, ob sie nicht wisse, wo das Rosenmädchen wohne. Das wisse sie nicht, sagte sie, aber sie könne es bald erfahren; und damit schickte sie alle Bienen aus, um Kundschaft einzuziehen. Sie kamen zurück und wußten keine Nachricht. Da zählte sie die Bienenmutter, und es fehlte eine. Endlich kam auch die; sie war auf dem Wege lahm geworden und brachte erwünschte Botschaft, denn sie war gerade bei dem Rosenmädchen gewesen. Da mußte diese dem Knaben den Weg zeigen. Sie führte ihn über eine große, große Wiese, und sie kamen dann an einen Wald. Am Ende des Waldes wohnte das Rosenmädchen in einem großen Schloß. Der Knabe verdingte sich nun da als Gänsejunge und weidete immer in der Nähe des Garten. Hier sah er das Rosenmädchen jeden Tag, wie es unter den Blumen wandelte, und es war sehr schön. Da hörte er, das Rosenmädchen fahre jeden Abend in die Stadt zum Ball. Als es Abend wurde, nahm er seine Schelle und läutete. Da stand vor ihm ein kupfernes Roß bereit, und daneben lag ein kupferner Mantel; sogleich legte er den Mantel um, setzte sich auf und zog in die Stadt. Auf dem Balle ging er stets mit dem Rosenmädchen, und das hatte seine Freude an dem schönen Jungen. Noch ehe der Ball aus war, machte er sich heimlich fort, setzte sich auf sein Roß und ritt heim. Das Rosenmädchen erzählte seiner Mutter von dem schönen Jungen im kupfernen Mantel; dieser aber hütete schon wieder als armer Hirtenknabe die Gänse und blickte nur verstohlen in den Blumengarten. Den folgenden Abend zog das Rosenmädchen wieder zum Ball; der Hirtenjunge schellte abermals, und ein silbernes Roß stand gleich bereit,und ein silberner Mantel lag daneben. Er warf den Mantel um und zog in die Stadt auf den Ball; hier sprach er wieder die ganze Zeit mit dem Rosenmädchen, und das hatte seine Freude daran. Noch ehe der Ball aus war, eilte er hinaus, setzte sich auf sein Roß und flog fort. Am folgenden Morgen erzählte das Rosenmädchen abermals seiner Mutter von dem schönen Jungen, wie er jetzt mit einem silbernen Mantel bekleidet gewesen. Dieser aber hütete wieder die Gänse und blickte verstohlen in den Blumengarten. Die Mutter war begierig, den schönen Jungen kennenzulernen, und fragte ihre Tochter, ob sie ihn denn nicht gezeichnet hätte.
Das Rosenmädchen sagte: „Nein!" "So nimm denn zum nächstenmal ein wenig Pech mit, und wenn er mit dir tanzt, so wickle es ihm ins Haar." Am Abend fuhr das Rosenmädchen wieder auf den Ball und nahm Pech mit. Der Hirtenjunge holte seine Schelle hervor und läutete. Da stand ein goldnes Pferd bereit, und ein goldner Mantel lag daneben. Er hüllte sich schnell in den Mantel, schwang sich aufs Roß und war bald in der Stadt. Auf dem Ball ging er gleich wieder zum Rosenmädchen und tanzte mit ihm; da wickelte es ihm ein wenig Pech ins Haar. Als der Ball zu Ende ging, eilte er hinaus, schwang sich auf sein Roß und war bald daheim. Am Morgen erzählte das Rosenmädchen wieder seiner Mutter von dem schönen Jungen, wie er jetzt in einen goldnen Mantel gehüllt gewesen und wie sie ihm während des Tanzes Pech ins Haar gewickelt habe. Der Gänsejunge sah wieder verstohlen durch die Gartenhecke. Wie er aber gegen Mittag nach Hause kam, sah das Mädchen ihn lange an und merkte, daß das Haar verstrauft war. "Du bist unser Retter!" rief sie endlich voll Freude. "Das will ich gerne sein!" rief der Junge. Die Mutter sprach: "Auf denn, daß wir entfliehen, noch schläft der Drache; erwacht er aber bald, so sind wir verloren!" Da ging der Hirtenjunge hinaus und schellte dreimal: sogleich stand das kupferne, silberne und goldne Pferd bereit. Das Rosenmädchen setzte er auf das goldne und legte ihr den goldnen Mantel um, die Mutter auf das silberne und gab ihr den silbernen Mantel; er schwang sich auf das kupferne und hüllte sich in den kupfernen Mantel, und jetzt sprengten sie zusammen fort. Im Schlosse aber lag ein mächtiges Faß mit drei eisernen Reifen. Darin schlief der Drache seinen Jahresschlaf. Der war gerade zu Ende. Nur einmal sprang ein Reif, bald sprang der zweite und der dritte und krachte jedesmal so gewaltig wie ein Donnerschlag. Jetzt rieb sich der Drache die Augen und sah um sich. „Wo ist mein Rosenmädchen ?" Aber es antwortete niemand. Da sprang er auf und sah in allen Zimmern nach und im Garten, und es war niemand da; nun eilte er in den Stall, nahm seinen Fohlenhengst, schwang sich auf denselben und sprach: „Nun trage mich flugs zum Räuber hin!" Es dauerte nicht lange, so hatte er die Fliehenden erreicht. Sie waren gleich wie auf der Stelle gebannt und konnten nicht weiter. Da sprach der Drache: "Ich könnte dich, du kleiner Erdenwurm, zerschmettern, allein das brächte mir wenig Ruhm!" Da nahm er dem Knaben die Schelle, die drei Rosse, das goldne und silberne mit dem Rosenmädchen und seiner Mutter und zog zurück. Noch sah er einmal zurück und höhnte den Knaben:
"Du könntest das Rosenmädchen wohl erlösen, wenn du ein Roß, wie ich, von meiner Mutter bekämest; allein das wird nie und nimmer geschehen!" Damit zog er heim und legte sich wieder in sein Faß zum Jahresschlaf, und die eisernen Ringe legten sich von selbst darum. Das Rosenmädchen und seine Mutter waren nun wieder einsam; es pflegte am Tage die Blumen, und abends zog es nicht mehr auf den Ball, sondern dachte immer an seinen Retter. Der Knabe aber ging immerfort und suchte die Mutter des Drachen. Da sah er einen Raben, der hatte sich in ein Netz verstrickt; der bat den Knaben, er möge ihm heraushelfen, er werde ihm's einmal vergelten. Der Knabe machte ihn frei, und der Vogel flog fort. Wie er weiter kam, sah ihn ein Fuchs, der steckte in einer Falle und konnte nicht fortkommen. „Hilf mir!" sprach dieser, „ich will dir's vergelten!" Der Junge machte ihn frei, und der Fuchs lief in den Wald. Da kam der Knabe zum Meeresufer, und hier zappelte ein großer Fisch auf dem Trocknen. „Setze mich ins Wasser! ich will dir's vergelten!"Der Knabe tat es, und bald sah er ein Häuschen im Wald; hier wohnte die Mutter des Drachen. Er ging hinein und fragte, ob sie ihn in den Dienst nehmen wolle. "Ei, jawohl, du sollst mir meine Stute hüten! Was soll ich dir geben aufs Jahr" sprach die Alte. "Nur ein Füllen!" sagte der Knabe. "Es sei!" erwiderte die Alte, "bringst du mir aber abends die Stute einmal nicht heim, so ist es mit deinem Leben am Ende." Die Hexe hatte schon viele in den Dienst genommen und hatte alle umgebracht. Da zog am Morgen der Knabe mit der Stute aufs Feld; bald aber war sie aus seinen Augen, und er suchte sie bis gegen Abend und konnte sie nicht finden. Da sah er den Vogel und sprach: "Hilf mir, wenn du kannst", und erzählte ihm, was ihn bekümmere. Da sagte der Rabe gleich: "Die Stute ist in den Wolken und hat gefüllent, komm, setze dich auf meinen Hals, ich führe dich hin!" Das tat er denn und brachte so die Stute und das Füllen nach Hause, und die Alte verwunderte sich. Am folgenden Morgen, wie er sie hinaustrieb, ging es ihm wieder so; die Stute war mit dem Füllen auf einmal verschwunden, und er suchte sie bis gegen Abend und konnte sie nicht finden. Da traf er den Fuchs und klagte ihm seine Not. Der Fuchs sprach gleich: "Sie ist in der Berghöhle und hat da gefüllent, komm, setze dich auf meinen Schwanz, ich will dich hinführen!" Das tat er, und nun kam er durch ein Fuchsloch in die Höhle und trieb die Stute und die zwei Füllen nach Hause. Die Hexe machte wieder große Augen. Am dritten Tage, wie er die Stute und die zwei Füllen austrieb, waren sie gleich wieder vor seinen Augen verschwunden; er suchte sie bis gegen den Abend und fand sie nicht. Da kam er auch ans Meer und sah betrübt ins Wasser. Nur einmal kam der große Fisch herauf geschwommen und fragte ihn, warum er so traurig sei, und der Knabe erzählte seine Not. "Sie ist auf dem Meeresgrunde und hat da gefüllent; ich will dich aber gleich hinführen!" Da nahm ihn der Fisch in seinen Mund und führte ihn hinab, und so trieb er die Stute und die drei Füllen nach Hause. Die Alte verwunderte sich und wußte nicht, wie das zuginge. Sie konnte nun die Stute und die Füllen nirgends mehr verbergen, und so weidete sie der Knabe auf dem Felde, bis das Jahr um war. Da sagte sie: "Jetzt wähle dir ein Füllen!" und er nahm sich das älteste; das war eine schöne Stute geworden. Darauf ritt er hin, um das Rosenmädchen zu befreien. Kaum war er in der Nähe, so fing seine Stute an zu wiehern. Das hörte der Fohlenhengst des Drachen im Stall und fing auch an zu wiehern und zu stampfen, daß alles erbebte. Darüber erwachte der Drache im Fasse, denn es war auch das Jahr gerade zu Ende. Die drei Reifen sprangen mit großem Knall nacheinander ab; er hörte das Wiehern, sprang auf und lief in den Stall. Aber der Fohlenhengst hatte sich schon losgerissen und wollte zur Stute laufen. Da faßte ihn der Drache an den Mähnen und schwang sich auf seinen Rücken und wollte ihn bändigen; der aber bäumte sich gewaltig; der Drache stürzte herunter, und nun zerstampfte ihn der wilde Hengst unter seinen Füßen, daß er gleich tot war. Dann sprengte er über die Schloßmauer und lief der Stute nach. Als aber der Knabe am Schlosse ngelangt war, sprang er gleich ab und stieg über die Gartenhecke hinüber und grüßte und empfing das Rosenmädchen. Seine Stute war gleich umgekehrt und lief zur Alten zurück und der Fohlenhengst hinter ihr her und konnte sie nicht erreichen, bis sie bei der alten Stute und den beiden andern Füllen war. Der Knabe war nun Herr vom Schloß und hatte auch seine Schelle und die drei Wunderrosse wieder. Darauf hielt er Hochzeit mit dem Rosenmädchen und lebte herrlich und in Frieden.
Signatur Du kannst nicht Alles sein. Sei das, was du bist; Mensch.
(Peter Sodann) |
Versuchskarnickel

Status: Offline Registriert seit: 19.01.2008 Beiträge: 0 Nachricht senden | Erstellt am 03.07.2005 - 12:43 |  |
Der Hase mit den Hörnern
Ein Häschen tummelte sich ausgelassen an einem wunderschönen Sommermorgen auf einem freien Plätzchen, das von dichtem Buschwerk umgeben war. Hier fühlte es sich sicher. Vergnügt hopste es über ein paar Heidebüschel, sauste übermütig im Kreis umher und wälzte sich mit Wohlbehagen im sonnengewärmten Sand. Es zersprang fast vor Lebenslust und wusste vor Glück nicht wohin mit seinen Kräften.
Aber plötzlich duckte es sich blitzartig in einer kleinen Erdmulde nieder. Ein Hirsch setzte über die Büsche hinweg, und gleich darauf folgte ein Widder. Danach trampelte auch noch ein schwerer Stier respektlos quer durch das sonnige Morgenreich des kleinen Häschens.
"Unverschämte Bande", kreischte das Häschen, "mir meinen schönen Morgen so zu verderben!" Kaum hatte es sich wieder aufgerappelt, sprang eine Ziege über die Sträucher. "Halt", schrie das Häschen, "was soll das bedeuten, wo läuft ihr denn alle hin?"
Die Ziege, die immer zu einem Streich aufgelegt war, schaute lange und ernst auf die Ohren des Häschens, dann meckerte sie munter: "Hast du denn noch nicht von dem neuen Gesetz des Königs gehört? Ein kühner Bruder von mir stiess zufällig den Löwen mit seinen prächtig geschwungenen Hörnern in die Seite. Doch der König verstand keinen Spass und befahl, dass alle Tiere, die Hörner tragen, sein Land verlassen müssten. Wer heute abend noch hier verweilt, wird mit dem Tod bestraft. Ich muss mich beeilen. Lebe wohl, Meister Langohr."
"Sonderbar", dachte das Häschen, welches nicht so schlau war wie sein Grossvater, "der Löwe treibt seine Beute aus dem Land? Höchst sonderbar." Auf einmal fuhr das Häschen zusammen. jetzt wusste es, warum die Ziege es so seltsam angegafft hatte. Natürlich, das war es. Im Sand erblickte das Häschen die Schatten seiner Ohren. Sie erschienen ihm riesengross, und es befürchtete, dass der König seine Ohren für Hörner halten könnte.
"Was mach' ich nur, was mach' ich nur?" wiederholte der Hasenfuss und zitterte wie Gras im Wind. "Hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, hier kenne ich jeden Grashalm. Ich mag nicht auswandern. Ach, wären meine Ohren so klein wie die einer Maus."
Eine Grille hatte die Worte der Ziege vernommen, und als sie nun das dumme Häschen so jammern hörte, lachte sie. "Du dummer Angsthase, die Ziege hat dir nur Hörner aufsetzen wollen. Was du wirklich an deinem Kopf hast, sind ganz gewöhnliche Ohren."
"Hier aber hält man sie für Hörner", gab das Häschen traurig zur Antwort. "Was hilft es mir, dass ich, du und der liebe Gott wissen, dass es Ohren sind, wenn es der Löwe nicht glaubt." Und ängstlich lief das Häschen in ein anderes Land.
(Fabel von La Fontaine)
|
aenne 

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 3274 Nachricht senden | Erstellt am 06.07.2005 - 07:44 |  |
Ich hoffe,diese kleine Sage erfreut Sunny und die anderen natürlich auch. Viel Spaß.
DIE UHREN ZU BASEL
In Basel gehen alle Uhren eine Stunde zu früh, wenns in den umliegenden Städten und Dörfern Ein Uhr ist, schlägts hier Zwei.
Vor mehren hundert Jahren sollte die Stadt vom Feinde überfallen werden. Der Feind hatte den Angriff, wenn es nach Mitternacht auf der großen Glocke des Turms an der Brücke, Eins schlüge, beschießen. Der Uhrmacher, der die Uhr besorgte, erfuhr dieses, und ließ die Uhr so verlaufen, daß sie statt Eins, Zwei schlagen mußte. Der Feind, in Meinung, er sei eine Stunde zu spät gekommen, gab sein Unternehmen gänzlich auf.
Zum Andenken dieser Errettung schlagen seit der Zeit, bis auf den heutigen Tag alle Uhren der Stadt Eins, statt Zwei.
Noch sieht man auch an dieser Uhr einen Kopf, der auf die Straße hinausblickt, auf welcher der Feind eindringen wollte. Er ist von jenem Uhrmacher gefertiget, und streckt in jeder Minute höhnisch die Zunge heraus.
Quelle: Der unbekannte Bruder Grimm. Deutsche Sagen von Ferdinand Philipp Grimm. Herausgegeben von Gerd Hoffmann und Heinz Rölleke. Düsseldorf/Köln 1979. S. 126
Signatur Du kannst nicht Alles sein. Sei das, was du bist; Mensch.
(Peter Sodann) |
aenne 

Status: Offline Registriert seit: 13.05.2005 Beiträge: 3274 Nachricht senden | Erstellt am 03.08.2005 - 23:27 |  |
Das nächtliche Fallen im Erzgebirge
Im Erzgebirge sagt das Volk, wenn man in der Nacht etwas fallen hört, es müsse darauf ein Todesfall erfolgen - darum nennt man dies das Leichenbret - dieser könne aber von dem Menschen ab und auf ein Vieh gewendet werden, wenn man spreche: »falle auf meine Henne, Ziege etc.«
Im Jahre 1627 lag der Pfarrer zu Markersbach ruhig samt seiner Ehefrau im Bett, nur die Magd war noch wach: da hörte sie etwas oben im Hause stark fallen, sie läuft hinauf in der Meinung, ihr Herr habe gepocht, aber dieser sagt, sie habe wohl geträumt und solle zu Bett gehen und am neunten Tage nachher war er tot. Im Jahre 1688, ehe M. G. Uhlmann, lnformator beim Superintendenten zu Annaberg, starb, geschah des Nachts ein großer Fall im Hause, er aber hört nichts davon und am dritten Tage war er schon tot. Im Jahre 1633 lebte noch zu Scheibenberg eine Pfarrerswitwe von Thum; da diese ihren Sohn, der verreiste, ein Stück Weges begleitet hatte und nunmehr auf dem Heimwege begriffen war, tat's in ihrem Hause einen schweren Fall und zwar zu derselben Stunde, wo sie auf dem Rückwege von einem Fieberfroste überfallen ward, daran sie auch nach 10 Tagen starb. Daselbst diente damals eine alte Magd bei dem Bürger und Hausbesitzer Auerbach, die sprach, wenn sie einen solchen Fall hörte, folgenden Spruch: »Gütchen, ich gebe Dir mein Hütchen, willst Du den Mann, ich gebe Dir den Hahn! willst Du die Frau, nimm hin die Sau! willst Du mich, nimm die Zieg'! willst Du unsere Kinder lassen leben, will ich Dir alle Hühner geben! - «
In Elterlein geschah es, daß man bei unterschiedlichen solchen gespenstigen Fällen dem Ungetüme eine Henne und Ziege gab, diese Stücke wurden am folgenden Morgen tot gefunden, und Lehmann sagt, er habe es mit seinen eigenen Augen gesehen, daß eine Henne, die auch so weggeschenkt worden, früh auf dem Oberboden tot dalag, als wäre sie unter einer Presse zerquetscht worden.
Signatur Du kannst nicht Alles sein. Sei das, was du bist; Mensch.
(Peter Sodann) |