Übersicht News Suche registrieren Login Homepage


Neuer Thread ...


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Elliz
unregistriert

...   Erstellt am 06.01.2006 - 17:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vor vielen Jahren habe ich in einem Kindergarten einen Vortrag über Märchen gehört, den ich wahnsinnig spannend fand. Leider habe ich das Thema nicht weiterverfolgt, aber vielleicht weiß der ein oder andere noch etwas dazu.

Bevor ich beginne....bitte legt mich nicht auf korrekte Zitate fest, ist alles schon ein bissl her, und um exakt zu recherchieren, fehlt mir momentan einfach die Zeit.

Also:

Es war einmal eine Frau, die sich mit Märchen gut auskannte, in einem Krankenhaus arbeitete, und den Menschen dort vor Operationen oder beim Sterben die Hand hielt, und ihnen ihr Wunschmärchen vorlas.

Die Menschen, die operiert werden sollten, wünschten sich durchweg Dornröschen - hundert Jahre schlafen und wieder aufwachen - die Angst vor der Narkose.

Die Menschen, die von ihr beim Sterben begleitet wurden, wünschten sich Aschenputtel - in die Dunkelheit fallen ohne zu wissen, was einen erwartet, und dann - nach Erledigung der gestellten Aufgaben - wieder ins Sonnenlicht (den Himmel), zu Glück und Freude.

Die Frau erzählte den Menschen, die im Kindergarten um sie herum saßen, wo die Märchen denn herkamen - warum es ähnliche Märchen in allen Kulturen gäbe.
Weil die Märchen nämlich aus den Träumen der Menschen kommen, die - egal in welchem Kulturkreis, egal in welchem Land - doch die gleichen Dinge erleben würden.

Sie erzählte, dass die Brüder Grimm die Originalmärchen verändert hätten, dass sie z.B. aus den bösen Müttern böse Stiefmütter gemacht hätten. Oder dass sie "gewisse" Stellen aus den Märchen entfernt hätten - so geschehen bei Rapunzel.

"Als der Prinz an Rapunzels Haaren in ihr Gemach geklettert war, so herzten und liebkosten sie sich aufs Innigstige" (was die Zwillinge, die Rapunzel später bekam, gut erklärt).
Dies wurde von den Grimms-Brothers als nicht jugendfrei erklärt und somit aus dem Kontext entfernt.

Doch der Hinweis auf Rapunzels verlorene Jungfräulichkeit ist immer noch da, wenn man ihn denn zu erkennen weiß.
"Als die böse Hexe den Besuch des Prinzen bemerkt hatte, ergriff sie die langen Haare Rapunzels und schnitt sie ab."

Und hier treffen wir auch wieder auf die Träume der Menschen.
Das Abschneiden der Haare deutet in allen Kulturen - so sprach die weise Frau - auf das Ende der Pubertät oder das Ende der Jungfräulichkeit hin.

So erzählte sie noch viele spannende Dinge, die mir im Laufe der Jahre allerdings aus der Erinnerung entschwanden.

Und wenn die Märchentante nicht gestorben ist, so sitzt sie wohl heute noch in Krankenhäusern und tröstet die Menschen, die dieses Trostes bedürfen.





Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Vom Märchen und dem/n Gütigen beenee 2 focour
Das Märchen vom Fachkräftemangel Wollbaer 0 focour
Sagen und Märchen focour 0 focour
Ist das Sommermärchen wirklich ein Märchen? focour 0 focour
Brüderle"s Märchen vom Wollbaer 0 focour
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat kein User Geburtstag!
----------------------------------


"Licht und Schatten" - Monatsthema Januar 2015


Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
rapunzel fabeln | märchen des trostes
blank