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Charlotte 
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...   Erstellt am 18.04.2007 - 22:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Es gibt zwei Wege für den politischen Aufstieg: Entweder man paßt sich an oder man legt sich quer.“

Seit 1950 stellt das deutsche Meinungsforschungsinstitut Allensbach Jahr für Jahr dieselbe Frage: Welcher Deutsche hat am meisten für Deutschland geleistet?
Und seit 1958 figuriert dieselbe Persönlichkeit als die Nummer -1-!
Es ist weder Goethe, Schiller, Luther oder Marx, noch Bismarck, Brandt, Schmid oder Kohl. Es wird immer nur einer genannt:



Konrad (Conrad Hermann Joseph) Adenauer


Was fasziniert derart aus dem aus kleinen Verhältnissen aufgestiegenen Oberbürgermeister von Köln der mit 73 Jahre der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde?

Am 5. April 1876 im katholisch geprägten - aber vom preußisch heidnischen Berlin regierten - Köln als eines der fünf Kinder Johann Adenauers und seiner Gattin Helene geboren.
Er besucht das Apostelgymnasium bis zum Abitur, studiert Rechtswissenschaft (andere Publikationen sprechen auch von Volkswirtschaft- oder Staatswissenschaften) unter anderem in Freiburg und Bonn. Die Familie war sehr katholisch geprägt und sie trat er in die katholischen Studentenverbände ein.
Nach Abschluss seines Studiums 1901 tritt er seine erste Stelle als Referendar in Köln an. Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft, Volontariat in einer privaten Kanzlei und Hilfsrichter waren seine nächsten beruflichen Stationen.

Am 28. Januar 1904 heiratet Konrad Adenauer Emma Weyer, die Tochter des Generaldirektors einer großen Versicherungsgesellschaft Sie war keineswegs eine Schönheit, aber dafür umso gebildeter, einfühlsamer und versprühte einfach sehr viel Lebensfreude. Das Paar bekam in Folge die Kinder Konrad, Max und Maria. Von der letzten Geburt erholte sich Emma nur sehr schlecht. Sie erkrankte an einer Pilzvergiftung und starb mit nur 37. Jahren 1916.

Adenauer war 1906 der Zentrumspartei beigetreten. Diese Partei war eine der Wichtigsten im Kaiserreich und der Weimarer Republik, sie war überwiegend katholisch geprägt. Er machte in der Stadt Köln sehr rasch Karriere. Bereits am 18. September 1917 wurde er zum jüngsten Oberbürgermeister seiner Zeit gewählt.
Er wird auf Lebenszeit in das Preußische Herrenhaus gewählt. Aber auch der Arbeiter – und Soldatenrat arrangierte sich mit Konrad Adenauer und ernannte ihn zum Ordnungsbeauftragten.

Seine Rede am 1. Februar 1919 ist legendär, er schlägt die Schaffung eines westdeutschen Bundesstaates im Verband des Deutschen Reiches vor. Bereits in den nächsten drei Jahren erhält er verschiedene Ehrendoktorwürden. Konrad Adenauer übernimmt die Präsidentschaft des 62. Katholikentages und auch über die Kandidatur zum Reichskanzleramt wird in Politikerkreisen diskutiert. Seine Verdienste sind unzählbar.

Auch privat findet er ein neues Glück. Am 26. September 1919 heiratete Adenauer seine zweite Frau Auguste, die ihm weitere fünf Kinder schenkt.

Doch der Staatsratspräsident Adenauer macht sich einen Feind, als er ihm am 19. Februar 1933 nicht empfängt und sogar die Hakenkreuzfahnen auf der Deutzer Brücke entfernen lässt: Adolf Hitler, den Reichskanzler.

Am 13. März 1933 muss er Köln verlassen um in einem Kloster Zuflucht zu suchen, am gleichen Tag erklärt der Gauleiter von Köln Josef Grohe Konrad Adenauer als Oberbürgermeister für abgesetzt. Im Juni 1934 wird er von der Gestapo verhaftet, doch bereits nach zwei Tagen wieder freigelassen. von nun ab lebt er zurückgezogen in Rhöndorf.

Widerstandskämpfer, vor allem aus dem katholischen Lager versuchten ihn zur Mitarbeit zu bewegen. doch Adenauer lehnte jede Beteiligung kategorisch ab. Auch schrieb er am 10. August 1934 an den NS-Innenminister in Berlin einen Brief, in dem er seine Verdienste für die NS-Bewegung aufmerksam machte:


„Die NSDAP habe ich immer durchaus korrekt behandelt und mich dadurch wiederholt in Gegensatz zu den damaligen ministeriellen Anweisungen und auch zu den von der Zentrumsfraktion der Kölner Stadtverordnetenversammlung vertretenen Anschauungen versetzt. So habe ich jahrelang entgegen der damaligen Verfügung des preußischen Innenministers der NSDAP die städtischen Sportplätze zur Verfügung gestellt und ihr bei ihren Veranstaltungen auf diesen das Hissen ihrer Hakenkreuzfahnen an den städtischen Flaggenmasten gestattet. Ich beziehe mich auf die einschlägigen Akten der Stadt Köln und das Zeugnis des Beigeordneten i. R. Billstein.“ Weiterhin habe er sich einer Anordnung des preußischen Staatsministeriums widersetzt, nationalsozialistische Beamte „zwecks Disziplinierung“ namhaft zu machen, „da ich sie für unberechtigt und für ungerecht hielt“ Er betont in diesem elfseitigen Brief auch, öffentlich im Winter 1932/33 erklärt zu haben, „daß nach meiner Meinung eine so große Partei wie die NSDAP unbedingt führend in der Regierung vertreten sein müsse.“



Als Ausgleich dafür bekam er eine Pension von 10.000 RM, die 1937 auf 15.000 RM erhöht wurde. Und eine Abfindung für sein beschlagnahmtes Haus!
Nach dem gescheiterten Putsch vom 20. Juli 1944 werden Auguste und Konrad Adenauer im Zuge der Operation Gewitter im August verhaftet. und in einem Lager am Kölner Messegelände interniert. Dort erkrankt er und Eugen Zander, ausgerechnet ein Kommunist, rettet ihm das Leben. Die nächste Station ist das Konzentrationslager Brauweiler, wo er aber bald entlassen wird.

Als am 8. Mai 1945 die amerikanischen Militärs die Regierung übernehmen, ist ihr erster Schritt Adenauer wieder als Oberbürgermeister einzusetzen.
Im September ist er eines der Gründungsmitglieder "Christlichen-Demokratischen Partei" des Rheinlandes. Doch die Briten sind mit der Wahl nicht einverstanden und setzen ihn wieder ab. Begründung: Adenauer sei für das Amt unfähig, außerdem würde er mit den Franzosen einen Pakt schließen wollen um einen eigenen Rheinstaat zu gründen.
22. Januar 1946: Konrad Adenauer wird 1. Vorsitzender der neugegründeten Christlich Demokratischen Union und wird Fraktionsvorsitzender im neugegründeten Land Nordrhein-Westfalen.
Gussi, wie er seine Frau liebevoll zu nennen pflegte, hatte sich in der Gestapo hat eine Krankheit geholt, die nicht mehr heilbar war, sie starb am 3. März 1948.

Zwischen Kriegsende und der Wahl zum ersten Bundeskanzler nahm er alle Kontakte wahr, deren er habhaft werden konnte. Er konferierte mai jedem der irgendwie maßgeblich war und für Deutschland von Vorteil. Dieser Kampf und dieses Engagement ließ den Brief von 1933 bei der Bevölkerung vergessen.
Ihm war es auch zu verdanken, dass Bonn und nicht Frankfurt am Main zur Bundeshauptstatt gewählt wurde.
Der Bundestag wählte ihn am 15. September 1949 mit einer Stimme Mehrheit zum Bundeskanzler, ein Amt, das er bis zu seinem Rücktritt am 15. Oktober 1963 innehatte. Die entscheidende Stimme in diesem Wahlgang stammte dabei vom Bayernpartei-Abgeordneten Johann Wartner, der als wohl einziger Bundestagsabgeordnete der Opposition für Adenauer stimmte. Konrad Adenauer wurde dreimal wiedergewählt und jedes Mal mit absoluter Mehrheit.
Im Jahr übernimmt er sogar das neu geschaffene Amt eines Außenministers. Damit hatte er alle Macht für die Verhandlungen in der Hand, die ihm zu das gemacht hat, was er war – ein Erneuerer Deutschlands - zum Wohle Deutschlands. Westintegration, Vertrage über die Montanunion, Ablösung des Besatzungsstatuts, Bildung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft , Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens, dem Wiedergutmachungsabkommen mit Israel. Mit Inkrafttreten der Pariser Verträge erreicht Adenauer die endgültige Souveränität der Bundesrepublik. Als er am 13. September 1955 aus Moskau zurückkehrt, kann er die Entlassung vieler deutscher Kriegsgefangener aushandeln.
Er führt die Wehrpflicht wieder ein und am 25. März 1957 Unterzeichnung der Römischen Verträge. In den Verträgen einigen sich Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Bundesrepublik auf die Errichtung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft.

Aber Adenauer machte auch Fehler. Er war egozentrisch, boshaft und rachsüchtig. Seine Streitsucht und das herrische Verhalten war vielen Mitarbeitern bekannt und sie konnten niemals sicher sein, nicht eines seiner Opfer zu sein. Als am 13. August 1961 die Mauer gebaut wird reist er in Wahlkampfangelegenheiten weiter und trifft erst am 22. August in Berlin ein. Und auch die Spiegel-Affäre reicht ihm nicht zu Ehren, wenn auch sehr spät bekannt wurde, dass er Franz-Josef Strauß dazu autorisierte. Dass er, nach seinem Rücktritt, kein gutes Haar an seinem Nachfolger und dessen Politik ließ, ist wohl mit Altersstarrsinn zu bewerten.Und er freute sich über den Sturz Ehrhards! „ Der eine is wech“, soll er gesagt haben.
Im Jahr 1963 empfängt er noch John f. Kennedy zu dessen triumphalen Staatsbesuch in Deutschland, bevor er am 15. Oktober endgültig zurücktritt.
Er erhielt unzählige Ehrungen aus aller Welt – Orden-Ehrendoktor und Ehrenbürgerwürden, Baudenkmähler-Schulen- und vieles andere wurde nach ihm benannt. Seine Büste steht in der Walhalla! Das sich um Konrad Adenauer Legenden bildeten ist nur natürlich: Er war kein Rosenzüchter, aber er liebe Rosen. Er erfand die Sojawurst, aber die wurde nie patentiert. Auch die Brotgeschichte wird immer gerne erzählt.

Zwei kurz aufeinanderfolgende Herzinfarkte und eine Grippe setzen seinem langen Leben am 19. April 1967 ein Ende.



Teehybride Konrad Adenauer


„Nach meiner Meinung trägt das deutsche Volk und tragen auch die Bischöfe und der Klerus eine große Schuld an den Vorgängen in den Konzentrationslagern. Richtig ist, daß nachher vielleicht nicht viel mehr zu machen war. Die Schuld liegt früher. Das deutsche Volk, auch Bischöfe und Klerus zum großen Teil, sind auf die nationalsozialistische Agitation eingegangen. Es hat sich fast widerstandslos, ja zum Teil mit Begeisterung gleichschalten lassen. Darin liegt seine Schuld.“



Quelle:
Anmerkungen zu Adenauer
Hans-Peter Schwarz
neu aufgelegt im
Phantheon-Verlagund das
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Kleine Sünden straft Gott sofort. Für die Großen aber schickt er mich!
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