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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 06.08.2005 - 16:33 |  |
Unter Deck, nahe der Mannschaftskajüten ist eine kleine Koje eingerichtet, in der eine Hängematte hängt, auf der einige Decken liegen. Die Koje ist dunkel, aber sauber und kann durch eine Öllampe, die es überall aufdem Schiff gibt, erleuchtet werden.
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 07.08.2005 - 19:56 |  |
~vom Hauptdeck
Calin

Calin zeigte Lysias seinen Platz und grinste ein wenig. Dann sprach er: »Du hoffentlich nicht werden seekrank, wenn wir wieder gehen auf Reisen. Du haben guten Platz, besser als bei Mannschaft.«
Dann streckte er ihm seine Hand entgegen und packte Lysias, sofern er es zuließ, am Unterarm, war das doch bei ihnen ihre Begrüßung.
»Ich dir bringen alles!«
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Lysias Grieche

Status: Offline Registriert seit: 29.07.2005 Beiträge: 146 Nachricht senden | Erstellt am 09.08.2005 - 16:08 |  |
Ohne Probleme hatten sie den Weg zum Schiff zurückgelegt und Lysias war den Männern ohne Gegenwehr gefolgt. Einerseits war es gut, dass er diesen Keller, diese Zellen und diese widerliche Atmosphäre schnell hatte verlassen können, andererseits ging er einer ungewissen Zukunft entgegen. In seinen Gedanken hatte der Grieche die Eindrücke und Informationen über diesen Herren mit dem, nennen wir es Akzent, aufgenommen und Rückschlüsse gezogen. Auch wenn es ihm im Grunde verflucht egal war – zumindest glaubte er dies von sich selber – saß in Lysias eine natürlich Neugierde. Dieser Mann, dessen Namen er noch immer nicht kannte, hatte nicht um ihn feilschen wollen. Ob nun aus dem Grund, dass er so oder s genug Geld besaß und des Feilchens nicht abgewiesen war, oder aus dem Grund, dass er vielleicht die Spur von Edelmut besaß nicht mit um einen Menschen feilschen zu wollen, dies vermochte Lysias natürlich nicht zu wissen. Ein paar der Fragen waren ihm recht ungewöhnlich vorgekommen, was darauf schließen lies, dass es seinen Käufer entweder ehrlich interessierte oder er einen Plan hatte. Dass er nicht gefesselt worden war, konnte Lysias entweder als Edelmut auffassen oder als Torheit und Unvorsicht. Wie auch immer, Lysias hatte die Fesseln satt gehabt und so war es angenehmer.
Dass der Fremde nicht von hier war, war seiner Art zu sprechen wegen nahe liegend gewesen. So war der Grieche nicht überrascht, als er das Schiff erblickte und jenes betrat. Welchen Stand genoss sein.. Besitzer? Kapitän dieses Schiffes? Kommandant? Eine niedere Position konnte bei der zu beobachtenden Befehlsgewalt nicht sein.
Er nickte knapp – dankend – als der Anführer der Gruppe Instruktionen gab und ließ sich von Calin unter Deck führen. Die Blicke, welche man ihm zuwarf, ignorierte er gekonnt und betrat mit Calin die kleine Koje, die von einer Öllampe erleuchtet war. Nicht groß, aber dafür ein Bett, dass nicht aus Staub und Dreck bestand und ein kleines Reich, sein Reich. Sofort spürte er ein wenig Erholung von der Rastlosigkeit und Unruhe welche in im wüteten.
Von der Geste Calins und seiner lockeren und freundlichen Art war er angenehm überrascht, war er doch die letzten Jahre nur Herzlosigkeit gewohnt gewesen und er abgestumpft. Auch wenn er kein Lächeln zustande brachte, so erwiderte er doch mit festem Griff die Begrüßung Calins und nickte leicht.
Und die Aussicht auf Wasser zum Waschen und auf neue Kleidung war wohl das Beste an der ganzen Angelegenheit. Endlich sauber und ja, endlich würde er diesen ihm verhassten Bart loswerden, der ihm schlichtweg zuwider war. „Das wäre traumhaft.“ quittierte er mit gedämpften Worten diesen Gedanken.
Signatur Das Schweigen, unerträglich laut. Ein leeres Bild von Dir belebt kein Bild in mir. Regungslose Erwartung. Wenn die Nacht nicht enden will und der Morgen schon ganz nah, doch zu weit entfernt. Kann man schlafend erwachen? Die Welt kann noch warten, ungestört besteht die Zeit nur aus Narben an mir. Abgesehen vom Vergessen ist nichts, was bleibt. |
Nicolai unregistriert
| Erstellt am 09.08.2005 - 17:38 |  |
Calin

Calin grinste schief. Er hatte den neuen Sklaven beobachtet, als dieser sich in der kleinen Koje umsah. Calin versuchte in dessen Mimik zu lesen und als Lysias dann seinen Satz aussprach, schaute Calin ihn fragend an. "Das seien traumhaft?" Er verstand nicht ganz, was sein Gegenüber sagen wollte. Zwar kannte er das Wort Traum und wohl auch traumhaft, aber es erschloß ihm noch nicht den Zusammenhang zu dem davor gesagten.
"Und wie sein dein Name?" fragte Calin interessiert. Namen waren etwas wichtiges. Besonders, wenn sie eine Bedeutung hatten.
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Lysias Grieche

Status: Offline Registriert seit: 29.07.2005 Beiträge: 146 Nachricht senden | Erstellt am 10.08.2005 - 12:46 |  |
Als Calin zum Reden angesetzt hatte, wendete sich der Grieche zu seinem Gegenüber herum und blickte ihm ins Gesicht, bevor er zum bedächtigen Reden ansetzte. „Ja, traumhaft... Die Aussicht darauf, sich waschen und rasieren zu können und aus diesen Kleidern heraus zu kommen ist verlockend.“ Wenn die Welt in Lysias’ Gedanken auch noch so zusammengeschrumpft war und er den Blick für vieles mit der Zeit traurigerweise verloren hatte, so verlor er nie das Gefühl für seinen Körper, die innerste Grenze seiner selbst, das Haus seiner Seele. Und dies mochte er sauber und gepflegt.
„Und mein Name? Lysias, mein Name ist Lysias.“ sagte er und deutete eine kleine höfliche Verbeugung an. „Du bist Calin, richtig?“ sprach er weiter. „Was ist das hier für ein Schiff, Calin? Und mit Verlaub, aber wer ist mein.. nun.. Herr?“ Im Grunde kam sich Lysias dezent blöd vor so etwas zu fragen. Eine kleine Ecke seines Gehirnes hielt diese Frage für absurd und irr, doch gehörte dies wohl zum Sklavendasein. Ob Damian dieselbe Frage gestellt hatte, damals, als er auf das Gut von Lysias Familie gekommen war? Es hatte erniedrigend sein müssen...
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 10.08.2005 - 13:56 |  |
Calin

"Ah, ich jetzt verstehen. Ich dir gleich alles holen. Ich nun wissen, was du meinen mit traumfaft." Und dann mußte Calin grinsen. Das war typisch für seinen Herrn, daß er sich nicht hatte vorgestellt. Also sprach er, damit Lysias nicht weiter in Unkenntnis war. "Ja, ich sein Calin. Und unserer Herr sein Prinz Dracul Nicolaiwitsch aus dem Land der Daker. Er seien Stammesfürst von Stämmen im Land im ...« Er kratze sich am Kopf, da er hier unter Deck so gar keine Orientierung hatte. ".. im Norden? Hmh, na, jedenfalls östlich von Gallien. Das vielleicht ein wenig helfen?" Er sah den jungen Mann an, der wohl etwa in seinem Alter war. "Und ich nun holen dir alles. Du ihn nennen Prinz Nicolai." Er lachte noch einmal, weil er es sich bildlich vorstellen konnte, daß sein Herr sich nicht vorgestellt hatte.
Schließlich verschwand er.
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Lysias Grieche

Status: Offline Registriert seit: 29.07.2005 Beiträge: 146 Nachricht senden | Erstellt am 10.08.2005 - 19:37 |  |
Als Calin jene Wirte der Benennung ausgesprochen hatte, stand der Grieche wahrlich still und rührte seine Miene keinen Deut, welche in einem überraschten Anflug von Verblüffung erstarrt war. Ein Prinz? Ein Stammesfürst? Er hätte alles erwartet: Kriegsherr, Kaufmann, Politiker... auch Jemanden aus dem Adel, aber eher niederer Stufe, jedoch Prinz? Fürst? Das übertraf alles. Er hätte nicht gedacht, dass sich ein Prinz oder Stammesfürst mit nur einer Leibwache bei hundsnormalen Sklavenhändlern herumtreiben würde. Lysias hatte dem hohen Adel, welchen Landes auch immer stets – und wenn auch ohne erdenklichen Grund – ein Maß an Arroganz und Selbstgefälligkeit zugerechnet. Wahrscheinlich hatte er diese Auffassung von seinem Vater übernommen, der jeden Adligen für einen Schönling hielt, der viel Reden konnte, jedoch selbst keinen Finger krümmte. Da sein Vater das Reden jedoch im Wert schätze – nicht umsonst trug Lysias den Namen eines großen Redners – konnte er die Macht und den Einfluss durchaus nachvollziehen.
Was nun Lysias in seiner Position anging, so blieb ihm nichts anderes übrig als sich wohl oder übel ein eigenes Bild zu machen und sich unter Umständen vielleicht sogar vom Gegenteil überzeugen lassen!? Ein Pluspunkt für den Prinzen war schon mal gewesen, dass er sich in den Sklavenunterkünften nicht vor ihm mit seinem Titel profiliert hatte – wobei Lysias nicht wusste, ob er es nicht schon zuvor getan hatte.
Seine Gedanken kreisten rund um dieses Thema, während er, sich gegen die hölzerne Wand lehnend, auf die Rückkehr Calins wartete.
Signatur Das Schweigen, unerträglich laut. Ein leeres Bild von Dir belebt kein Bild in mir. Regungslose Erwartung. Wenn die Nacht nicht enden will und der Morgen schon ganz nah, doch zu weit entfernt. Kann man schlafend erwachen? Die Welt kann noch warten, ungestört besteht die Zeit nur aus Narben an mir. Abgesehen vom Vergessen ist nichts, was bleibt. |
Nicolai unregistriert
| Erstellt am 10.08.2005 - 19:50 |  |
Calin

NAch einiger Zeit kam Calin vollbepackt zurück in Lysias Koje. In der einen Hand hielt er eine leere Schüssel Wasser, in der anderen einen vollen Krug Wasser. Über seinen Armen lagen ein frisches, langes leinerndes Hemd, daß in beigen und hellen Tönengehalten war und an den Säumen mit dunkleren Garnen reich bestickt war, sowie eine Art Wickelhose, die bis zu den KKnöcheln reichte. Er stellte erst den Krug sicher ab, stellte die Schüssel dann auf eine länglicher Truhe und reichte dann Lysias die Kleidung. Außerdem hatte er in einem Beutel ein kleines Messer und eben Zeug zum RAsieren dabei, sowie ein Tuch zum abtrocknen.
"Du mir mußt geben deine Sandale. Ich hatten vergessen, aber ich erst schauen müssen nach Größe, richtiger. DU haben Hunger? Ich dir bringen Essen, wenn du wollen oder ich dir nachher zeigen Schiff und Küche, wo essen wir alle. Du noch haben Fragen?« Der junge Mann grinste schief. Wieder musterte er sein Gegenüber und fragte sich, woran dieser gerade dachte.
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Lysias Grieche

Status: Offline Registriert seit: 29.07.2005 Beiträge: 146 Nachricht senden | Erstellt am 10.08.2005 - 22:58 |  |
Nach kurzer Zeit kehrte Calin zurück und zog Lysias durch sein Eintreten hinweg vom Weg durch seine Gedankenwelt. Sofort nahm der Grieche dem Mann das Kleidungsbündel ab, als es ihm gereicht wurde und legte das Bündel in die Hängematte. Beim Anblick des Wassers und der Kleidung machte sein Herz einen kleinen Sprung wie das eines kleinen Kindes, welches süße Beeren geschenkt bekommt, kurzum: Für einen Augenblick strich ein leichtes Lächeln hauchzart über die Lippen des Griechen.
„Ich danke dir, Calin!“ sagte er und ließ den Blick noch mal von der sauberen Kleidung hin zu der Schale, sowie dem Krug gleiten. Dann folgte er Calins Anweisung, löste die dünnen, abgenutzten Lederbänder der abgewetzten Sandalen und reichte sie, an den Schnüren reichend, Calin. Auch der Gedanke, bald etwas in den leeren Magen zu bekommen, klang wunderbar. Wie lange hatte er nichts mehr gegessen, bzw. sich satt essen können? Trockenes, verschimmeltes Brot, das ein oder andere Kraut, Wasser oder schaler Wein, das war seine Kost für Monate gewesen, oder besser gesagt wusste er nicht mehr für wie lange, er hatte das Zeitgefühl während der Reisen verloren.
„Ja, mein Magen schreit förmlich...“ sagte er gedämpft und fuhr sich mit der Hand über den Magen, der vom extremen Magenknurren schon fast in ein dumpfes Gefühl von Übelkeit übergegangen war. „Du kannst es halten wie du willst. Sicher hast du noch anderes zu tun, als mich herumzuführen... aber ich wäre dir dankbar.“ fuhr der Grieche fort und zog sich dabei das abgenutzte Leinenoberteil über den Kopf, welches vor Schmutz seine ursprüngliche Farbe beinah gänzlich verloren hatte. Kurz ließ er sein Genick kreisen, sodass es leise knackte und fuhr sich mit der Hand über den Nacken, während er sich hinkniete und dann die Hände ins Wasser tauchte. Er benetzte sein Gesicht mit Wasser, rieb sich über Wangen, fuhr sich über die Augen und die Lippen, die Augen dabei geschlossen. Er begann seinen Oberkörper zu waschen, tauchte einviertel des sauberen Tuches ins Wasser und wischte sich über die verschwitze, staubige Haut, und eben noch überzogen von einer dünnen Schicht klebrigen, alten Drecks kam die reine Haut des Griechen zum Vorschein, wich der Schmutz aus den feinen Haaren an seinem Armen, wurden die Hände und feingliedrigen Finger nach und nach sauber, die Lippen wieder rosig, das Gesicht von Schmutz befreit ließ wieder die feinen Gesichtszüge Lysias’ erkennen und in seinen Augen, die ozeanblaue Farbe umfassend wie eine edle Fassung, kehrte eine gewisse Ruhe ein. Mit seinem Unterleib wartete er bis auszukleiden, nicht aus Scham, sondern aus Respekt vor Calin, der dies vielleicht nicht würde sehen wollen.
Signatur Das Schweigen, unerträglich laut. Ein leeres Bild von Dir belebt kein Bild in mir. Regungslose Erwartung. Wenn die Nacht nicht enden will und der Morgen schon ganz nah, doch zu weit entfernt. Kann man schlafend erwachen? Die Welt kann noch warten, ungestört besteht die Zeit nur aus Narben an mir. Abgesehen vom Vergessen ist nichts, was bleibt. |
Nicolai unregistriert
| Erstellt am 10.08.2005 - 23:35 |  |
Calin

Während Lysias sich wusch, nahm Calin das alte, vor Deck starrende Hemd entgegeben. Er hatte ein wenig lachen müssen über Lysias Ausspruch, als er von Hunger redete. Überhaupt fiel ihm auf, daß der andere sehr bildlich sprach und auch wenn es Calin diesmal verstanden hatte, so kannte er diese Ausdrücke nicht.
Er beobachtete den jungen Mann dann, während dieser sich den Schmutz und Dreck wegwusch. Ihm fiel auf, daß der neue Sklave gut gebaut war. Dennoch fragte er sich, wofür Nicolai ihn hergebracht hatte und würde das noch in Erfahrungen bringen. Doch auch er dachte dann daran, Lysias nun alleine zu lassen, wollte dieser sich nun sicherlich alleine weiter waschen. "Ich dafür da, dir alles bringen und zeigen. Und ich dir noch sagen, daß du Prinz Nicolai nicht mit Herr ansprechen müssen. Wie niemanden hier. So, und ich nun holen Essen, damit nicht mehr schreien dein Bauch. Du dir auch überlegen Fragen, die du stellen mir kannst." Er hatte von Lysias die Sandale bekommen und nun eilte er wieder raus.
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