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Das Boot - Albertcamus

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cchuber ...

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...   Erstellt am 26.02.2007 - 15:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lust

@cc

Himmel, was für ein Tag. Es hat schon morgens gut angefangen, ein Tag mit der Überschrift: Schlaf weiter oder spring hinter den Zug.

Mein Wecker hat mal wieder versagt, normalerweise benutze ich die Weckfunktion des Handys zusätzlich. Das hatte ich wohl vergessen einzustellen. Mist, um halb sieben bin ich erst aufgewacht. Eine Stunde zu spät. Unter die Dusche, rein in die Kleider, na toll, schütte ich mir doch gleich den Kaffee über die frische Bluse. Warum habe ich das Teil eigentlich gebügelt? Kaffee muss sein, sonst wach ich nicht auf. Eigentlich habe ich ja Zeit genug, die nächste Bahn fährt kurz nach acht. Nicht an diesem Tag. Nein, an diesem Tag fällt die Bahn aus, die nächste fährt genau eine Stunde später. Total überfüllt natürlich, alle sind am Fluchen. Ich sag nix mehr, mir reicht es jetzt schon. Hätte ja auch mit dem Auto fahren können, aber Tank leer, Geldbeutel und Konto machen grad Diät. Immer das gleiche, am Ende des Geldes ist noch jede Menge Monat übrig!

Wider Erwarten verläuft der Tag ruhig. Zu ruhig. Schleppe überall das Handy mit, auch aufs Klo. Warum ruft er nicht an, der Saukerl, der elende. Es ist doch Montag. Ich bin nervös, renne alle halbe Stunde in die Küche um zu rauchen. Die Kollegen kennen das, lassen mich in Ruhe. Eine einzige blöde Bemerkung und ich wäre geplatzt.

Eine Sauhitze heute. Man glaubt es kaum, die Bahn kurz nach vier ist pünktlich. Warum sind diese blöden Bahnen nicht klimatisiert? Ich schwitze wie ein Tier, bin klatschnass, als ich eine halbe Stunde später aussteige. Immer noch kein Anruf, bedeutet wohl, ich brauche heute nicht auf ihn zu warten. Soll ich jetzt lachen? Natürlich warte ich trotzdem. Um acht, um neun, um zehn. Vielleicht ruft er ja gar nicht an, er weiß ja, dass ich zuhause bin. Obwohl er das eigentlich nie macht. Und einen Schlüssel hat er auch.

Bin mal wieder total gefrustet, näher am Heulen als am Lachen. Aber immer noch mit Hoffnung, ich lerne es wohl nie.

Also noch schnell duschen und ab ins Bett. Leicht duftend nach Casmir, ein Anflug von Verschwendungssucht, die Flasche kostet fast 20 Eurakel, schlüpfe ich in mein Bett. Es knistert kühl, Ikea-Bettwäsche, reine Baumwolle, leicht gestärkt. Wow, es ist ein Genuss.

Meine Teddys setze ich alle ans Kopfende, nur Charly darf mit unter die Decke. Das ist ein brauner, knubbeliger, abgekämpfter Teddy, der mich schon Jahre begleitet. Tröster meiner einsamen Nächte.

Die Terrassentür lasse ich offen, ein Stückchen wenigstens. Das Fenster öffne ich ganz. Der Mond scheint direkt in mein Schlafzimmer, der Duft des wilden Jasmins bringt mich fast um den Verstand. Wenn das meine Mutter wüsste.
"Hast du keine Angst? So im Erdgeschoss und alles offen?" Nein, ich hab keine Angst. Mir passiert schon nichts. Habe noch Vertrauen in meine Mitmenschen. Manchmal zuviel.

Bin wohl gleich eingeschlafen. Doch irgendetwas hat mich wieder aufgeweckt. Leise, tappende Geräusche. Er! Endlich!

Eine zarte Berührung, etwas streicht zärtlich über meine Haare. Schnelle, heiße, feuchte Küsse wandern über meine Augen, streifen die Nasenspitze, verweilen kurz auf meinen Lippen. Wandern über meine Ohren, saugen sich fest an der pulsierenden Stelle am Hals. Ich wage kaum Luft zu holen, will ihm noch nicht zei-gen, dass ich wach bin. Sein Atem dicht an meinem Ohr lässt mich erschauern, Wellen der Erregung ziehen durch meinen Körper, die Sehnsucht nach ihm wird fast schmerzhaft. Ich spüre seine dichten Haare auf meinem Brustansatz, langsam, lasziv, genüsslich streift sein Mund über meinen Busen, ich spüre seine Zähne an meinen Brustwarzen. So viele Jahre und noch immer stehe ich bei der kleinsten Berührung in Flammen. Das Gefühl der Liebe schlägt über mir zusammen, ich könnte ohnmächtig werden vor Lust. Ohne die Augen zu öffnen, sehe ich sein Gesicht. Kann seinen Blick spüren, der jetzt nichts mehr verbergen kann. In dem ich nur noch Wärme und Liebe sehe, der ganz eintaucht in meine Seele. Spüre, wie seine Lippen zittern, wie er alles Belastende abstreift, nur noch genießt, sich ganz in unsere Welt der Gefühle fallen lässt.

Sein Kopf liegt schwer auf meinem Schoss. Leises Atmen zeigt mir, dass er schläft. Dieses Glück schmerzt, diese Liebe lässt mich weinen. Ich will ihn halten, ihn dicht bei mir spüren, Haut an Haut, Herz an Herz. Jetzt könnte ich sterben. Auf dem höchsten Punkt des Glücks und der Lust. Nichts anderes brau-che ich mehr, meine Welt ist komplett.
Fest greife ich in seine Haare, will ihn dichter an mich heranziehen.

Fauchend und kratzend springt etwas von mir weg. Entsetzt suche ich den Lichtschalter, die plötzliche Helligkeit tut meinen Augen weh.

"Paul, du Miststück, was hast du hier in meinem Bett zu suchen? Elendes, rotes Teufelsvieh!"

Der Kater Paul, so ein Frechdachs. Ich hätte wohl doch das Fenster schließen sollen.





[Dieser Beitrag wurde am 26.02.2007 - 16:00 von cchuber aktualisiert]





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Setze dich an den Fluss und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorbei schwimmen.
(Indianische Weisheit)

Chrissi ...

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...   Erstellt am 26.02.2007 - 19:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oh Christa,

Du bist einfach genial! Ich sachs ja, Tiere sind die besseren Menschen? Nein!!! Nicht immer.

Stefan kann auch ein Lied davon singen, wenn er sich umdreht, hat er oft ´nen Haufen Haare im Mund. Mit viel "Glück" wird er dann noch mit ´nem Küsschen bedacht. Und? Nee, ich bin ´s nicht, ist unser Finchen!

Lachende Grüße
Chrissi





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Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!

daggi ...

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...   Erstellt am 28.02.2007 - 16:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


[Zitat=cchuber]

Lust

@cc


...schütte ich mir doch gleich den Kaffee über die frische Bluse...


Na du hast ja wenigstens welchen! Soll ja Mädels geben, die nich so viel Glück haben!


... schlüpfe ich in mein Bett. Es knistert kühl, Ikea-Bettwäsche, reine Baumwolle, leicht gestärkt. Wow, es ist ein Genuss...


Oh ja... *seufz*, das wärs ja jetzt...


... Meine Teddys setze ich alle ans Kopfende, nur Charly darf mit unter die Decke...


Hab auch so einen Seelentröster, der es einem nicht übel nimmt, wenn man ihn nass heult oder vor Wut den Hals umdreht!


...ich spüre seine Zähne an meinen Brustwarzen. So viele Jahre und noch immer stehe ich bei der kleinsten Berührung in Flammen...


Oh mein Gott! Hab gerade das Ende gelesen... Na Hilfe! *schrei*


... Fauchend und kratzend springt etwas von mir weg...


Du bist wirklich urkomisch! Toll, toll, toll... deine Geschichte!

Grinsende Grüße
Daggi



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[/Zitat]

[Dieser Beitrag wurde am 28.02.2007 - 16:44 von daggi aktualisiert]





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