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Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 11.05.2007 - 14:29 |  |
Das hier ist mein erstes größeres Schreibprojekt gewesen, was ich schon vor vielen Jahren begonnen habe, und schon vor einer ganzen Weile wieder weg gelegt habe.
Es geht um die Beziehungen zwischen Menschen, um Liebe und Freundschaft und es war ein Versuch, mir meine eigenen Wünsche wenigstens für imaginäre Charaktere zu erfüllen 
Ich glaub zwar nicht dran, aber vielleicht lest ihr es ja doch mal durch.
Lunar Eclipse
1. Kapitel
Mit einer Geschwindigkeit, dass sie fast die alten Damen, die mit ihren Pudeln spazieren gingen, umfuhr, raste Lilian mit ihren Inline-Skates den Asphalt durch den Stadtpark entlang. Sie hatte es heute eilig - Michael hatte ihr vor ein paar Minuten, als sie noch zu Hause war, eine sms geschrieben. Die Melodie zu ihrem neuesten Song war fertig, und die musste Lilian natürlich sofort hören - besser gesagt selbst singen.
Eigentlich wollte sie heut nicht weiter tun, als sich mit ihren Freunden hinten auf dem Parkplatz zum Musik hören zu treffen. Ihrer Meinung nach war es viel zu heiß, um irgendwas zu machen - obwohl sie erst Anfang Juni hatten. Aber sie konnte natürlich das Treffen mit Michael, dem Gitarristen ihrer Band nicht sausen lassen, nur weil sie keine Lust hatte. Außerdem freute sie sich auch irgendwie darauf, den Nachmittag mit ihm zu verbringen, denn für Lilian war Michael schlicht und einfach der coolste Typ, den sie kannte und sie konnte froh sein, dass sie seine Sängerin war - auch wenn sie das am Anfang gar nicht wollte.
Es war nicht gerade Lilians Art, sich Leuten aufzudrängen - Wichtigtuer und Angeber haßte sie wirklich. Nun, sie konnte jedoch nicht abstreiten, dass ihr, seit es ihre Band Lunar Eclipse gab, an den Nachmittagen nach der Schule selten langweilig war, und sie es kaum abwarten konnte, heimzukommen, um zu proben.
Lil, die mit den Gedanken ganz wo anders gewesen war, merkte plötzlich, dass jemand ihren Namen rief. Sie machte eine chaotische Drehung, um zu bremsen (eine der Omis schüttelte empört den Kopf) und sah sich um. Auf der Lehne einer Parkbank auf der Wiese hockten drei Jungs aus Lilians Schule. Simon, der in die Oberstufe ging, sagte:
“Hey Lilian! Na, mal wieder unterwegs zum Proben?!”
“Jep”, antwortete sie knapp.
“Mann, hier is’ es vielleicht langweilig...außer dir ist noch keiner vorbeigekommen, den wir kennen.”, murrte Ty, der mit Lilian zusammen in die zehnte Klasse ging.
“Und wieso seit ihr nicht im SaM?” gab Lil zurück. Das SaM war der beliebteste Jugendclub der Stadt, man ging, meistens gleich nach der Schule, hin, um dort Mittag zu essen, Computer, Schach, Billard oder Fußball zu spielen, Hausaufgaben zu machen oder bloß mit seinen Freunden rumzuhängen.
“Da sind heut bloß die Kleinen.” Larry verdrehte die Augen.
“Na dann kann ich euch auch nicht helfen. Ich muss jetzt, man sieht sich.” Froh, um jede weitere Diskussion herumgekommen zu sein, fuhr Lilian weiter. Auf die schlechte Laune der Jungs hatte sie sowieso keinen Bock.
Als sie bei Michael ankam, sah sie den rotbraunen Wuschelkopf ihrer besten Freundin aus Michaels Zimmerfenster im Dachgeschoss des Hauses lugen. Etwas außer Atem rief sie:
“Hey Meg! Du bist auch da?!”
“Ja, stell dir vor, mich gibt’s auch noch!”, rief ihre beste Freundin beleidigt zurück. Lilian runzelte die Stirn. Was war bloß los? Irgendetwas stimmte nicht mit Megan. das hatte ging schon seit letzter Woche so. Oder täuschte sie sich nur? Immerhin war Megan für ihre extreme Launigkeit bekannt. Als sie die Skates ausgezogen hatte und zur Tür gehen wollte, erschrak sie, weil Michael im Türrahmen lehnte, ohne dass sie ihn gehört hatte.
“Hi!” sagte er grinsend.
“Ey du Schuft, du sollst mich nicht immer so erschrecken!” Lil boxte den Jungen in die Seite und folgte ihm ins Haus.
Megan fläzte sich auf Michaels Sofa- sie sagte nicht mal hallo, als Lilian reinkam. Diese zuckte nur mit den Schultern, und wandte sich Michael zu. Er drückte ihr ein Notenblatt in die Hand.
“Das ist es dann.”, sagte er. “Aber willst du erst mal was trinken? Hätt’ ich fast vergessen zu fragen.” Lilian nickte, und sie gingen die Wendeltreppe hinunter in die kleine, aber gemütliche Küche.
Michael war so süß, mit seiner schüchternen Art!, dachte Lilian. Obwohl sie eigentlich wußte, wie sehr sie ihren Bandkollegen und besten Freund mochte, würde sie es niemals vor jemand anderem zugeben. Lilian überlegte schon ewig, wie sie rauskriegen könnte, ob Michael sie mochte. Den meisten Jungs war Lilian nämlich zu verrückt - das hatten sie ihr schon oft genug gesagt. Sie musste lächeln - übel nehmen konnte sie es ihnen nicht, wenn sie daran dachte, wie sie in den letzten Sommerferien eine Scheibe der Schule im ersten Stock zerschmissen hatten, um Nicoles Handy rauszuholen - was ihre Idee gewesen war. Oder wie sie einen der Jungs ihrer Schule zum Wett-Inline Skating herausgefordert hatte, weil er eine Klassenkameradin beleidigt hatte, nur weil sie schlecht in Sport war. Wenn sie verloren hätte, hätte sie ihre aschblonden Haare abschneiden müssen - und die hatten ewig gebraucht, um so lang zu werden. Da sie aber gewonnen hatte, erreichte sie, dass sich der Junge entschuldigte und das Mädchen in Ruhe ließ.
Jedenfalls dachte Lil, Michael war einfach zu perfekt für sie - mit seinen schwarzen Haaren und dem süßen Lächeln. Gerade schenkte ihr so ein Lächeln, als sie sich für die Limo bedankte.
Michael wohnte auf dem Dachboden des Hauses - als er noch im zweiten Stock wohnte, hatte er mit der E-Gitarre das ganze Haus unterhalten.
Wieder oben mit den Getränken besprachen sie den neuen Song.
“Also, es ist in F”, sagte er. “Meg wollte es ja nicht in B haben.” Er warf Megan einen verärgerten Blick zu.
“Ja, ja, ich bin Schuld.”, sagte sie genervt, ohne von der bunten Zeitung aufzusehen, in der sie las. “Sag mal, Meg”, begann Lilian, “Was machst du überhaupt hier, wenn du so schlechte Laune hast? Es wäre besser, wenn du dich zu Ty, Simon und Larry gesellen würdest - die hängen im Park rum und sind genauso schlecht drauf wie du.” Megan setzte sich auf.
“Ich hab keine schlechte Laune”, behauptete sie stur. “Und bevor ich zu den drei Idioten in den Park geh’, häng’ ich doch lieber hier rum.”
Hochnäsig wie eh und je, dachte Lil. Michael verdrehte nur die Augen.
“Sagt mal, Ladys, könnt ihr euch vielleicht das nächste Mal draußen streiten?” Lilian gab sich geschlagen.
“Jaa, is’ gut”, murmelte sie.
Megan war Schlagzeugerin - Lilian wunderte sich: Seit wann diskutierte sie mit Michael über Noten?! Sie war eigentlich die Expertin in Sachen Takt und Rhythmus. Lil riss sich aus ihren Gedanken - “Jaa, F ist okay.”, sagte sie versöhnlich. Sie begann den Refrain vor sich hin zu summen.
“Lunar eclipse” war die Band von ihrem Jugendclub, dem SaM, und sie spielten zwar hauptsächlich Cover von großen Bands, aber sie hatten auch ein paar eigene Songs.
Als Lilian die Melodie kannte, sang sie lauter. Sie passte genau zu dem Text.
“Es ist toll geworden”, sagte sie begeistert. Michael war sichtlich darüber erleichtert, dass es Lil gefiel. Er hatte keine Lust, mit den Noten noch mal von vorn anzufangen, wie es oft der Fall war.
Lilian nahm einen Schluck von ihrer Limo und sah Megan an:
“Was sagst du dazu?”
“Ja, mir gefällts auch. Macht mal zusammen, mit Mikro und Verstärker.”, forderte sie ihre beste Freundin auf. Offensichtlich versuchte sie, sich zusammenzureißen. Sie gingen rüber in den Abstellkammer-Probenraum, und Megan und Lilian hockten sich zusammen auf zwei eingestaubte Barhocker aus zerschlissenem Leder, während Michael seine E-Gitarre stimmte.
“Hör mal”, flüsterte Lil, an Megan gewandt. “Es tut mir leid, was ich erst gesagt habe.” Meg lächelte.
“Ich war ja auch ganz schön blöd. Sorry.” Die Freundinnen umarmten sich. Michael sah auf. Verwundert fragte er:
“Wasn mit euch schon wieder los? Erst giftet ihr euch an, und dann vertragt ihr euch plötzlich wieder?!”
“Ach, das verstehst du nicht”, lachte Megan.
“Mädchengeheimnis”, ergänzte Lilian. Michael schüttelte den Kopf. Was man mit den Zweien so mitmacht, dachte er.
“Wo steckt eigentlich Phil?”, fragte Lilian ihre Freundin, als wäre es ihr gerade erst aufgefallen, dass er fehlte. Phil war ihr Bassist, den Michael beim Gitarrenunterricht kennen gelernt hatte. “Geburtstagsfeier bei seiner Oma.”, grinste Megan schadenfroh. Lil runzelte die Stirn:
“Er ist dauernd mit etwas Anderem beschäftigt. Hat er Samstag Zeit? Wir müssen unbedingt für das Konzert üben, die Jungs nehmen das viel zu leicht, auch wenn wir nur einen Gig spielen! Das wird unser wichtigstes Konzert, und außerdem könnten wir Something in the way dann zusammen proben, Megan. Denn ich nehm’ mal an, dass wir - dass heißt der Herumdrücker- sich noch um die Basstabs kümmern muss, oder?!” Megan gähnte.
“Klar. Müssen uns treffen. Weißt du was, ruf Phil doch einfach an.”, schlug sie vor.
“Ja, mach ich heut noch.” In dem Augenblick sagte Michael:
“Bin soweit, Lilian. Können wir loslegen?” Lilian nickte, sprang auf und schnappte sich das Mikro. “Eins, zwei, drei, los!”
“Yesterday I saw ya - was that really you? Seemed so down to me, after telling me the true....”
Später, als sie gerade auf dem weichen Fußboden ihres Zimmers hockte und mit einem fetten Filzer ein Konzept für ihren nächsten Artikel in der Schülerzeitung erstellte, dachte Lilian noch mal über ihren Streit mit Megan nach. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie durch die Band mittlerweile wie zwei Fremde für einander waren, was ihre persönliche Beziehung anging. Lil sah ihre beste Freundin zwar fast jeden Tag, sie gingen auf die selbe Schule, in Parallelklassen, aber es mochte bestimmt schon zwei Monate her sein, dass nur sie Beide etwas zusammen unternommen haben. “Irgendwas... muss ich machen.”, sagte sie zu ihrer weißen Katze Sherasade, die gerade ins Zimmer geschlichen kam. Sie rieb zutraulich ihren feinen Kopf an Lils Bein. Lilian lachte:
“Jaa, du willst was zu fressen, kriegst ja schon was.” Sie legte ihren Stift bei Seite und ging runter in die Küche, die auch gleichzeitig das Esszimmer war. Ihr grau getigerter Kater Shalimar wartete ebenfalls schon sehnsüchtig auf sein Abendessen.
In dem Augenblick, als sie die Futternäpfe füllte, kam Amy, Lilians Mutter nach Hause.
“Hi! Du bist schon zu Hause?!”
“Hi Mama!”, antwortete Lilian. “Jaa, heut ist nichts weiter los. War heut Nachmittag bei Michael. Ähm - hast du Hunger?” Ihre Mutter nickte, und Lilian begann, den Tisch zu decken.
“Hast du am Samstag in vier Wochen schon was vor?”, fragte ihre Mum, während sie den Auflauf in die Mikrowelle schub.
“Ähm...das ist doch der 03. Juli, oder?!”, fragte Lilian. “Da spielen wir auf dem Abschlussball der Oberstufe! Das wird unser größter Auftritt, den wir bis jetzt hatten.”
“Wow!”, sagte ihre Mum überrascht. “Das wußte ich noch gar nicht. Ist aber schade, an dem Tag hab ich nämlich frei. Ich dachte, wir könnten mal wieder den Tag miteinander verbringen.”
“Oh.” Lilian bekam ein schlechtes Gewissen. “Könnten wir das nicht irgendwie verschieben? Du hast bestimmt wann anders noch frei, oder?!” Amy antwortete:
“Mal sehen, was sich machen lässt.” Amy war Verlegerin, und hatte zur Zeit ziemlich viele Aufträge, sie kam meistens spät heim und blieb manchmal über mehrere Tage weg, wenn sie auf Geschäftsreisen, wie zum Beispiel einer neuen Buchvorstellung, war.
Als sie saßen, stocherte Lilian grübelnd in ihrem Essen. Sie hatte keine Zeit mehr für ihre beste Freundin, und jetzt auch noch ihre Mum. Und trotzdem - früher war ihr oft so langweilig gewesen. Wo war bloß die ganze Zeit hin?
“Ach, Mom.” seufzte Lilian. Ihre Mutter sah auf und fragte verwundert:
“Was ist den, Süße? Dich bedrückt doch irgendwas.”
“Na ja”, Lilian setzte sich auf, “es ist wegen Megan. Wir haben uns heute schon wieder wegen so einer Kleinigkeit gefetzt. Sie ist manchmal so - so abweisend. Ich wünschte, ich könnte wieder mal mit ihr über wichtige Sachen reden - nicht immer nur über die Band oder die Schule. Ich weiß gar nicht mehr viel von ihr, weder über ihre Familie, noch darüber was sie sonst so macht. Na, und dich habe ich jetzt auch schon wieder versetzt.” Amy dachte einen Moment darüber nach, bis sie antwortete:
“Ich weiß, das dir deine Band wichtig ist, und es macht dir doch auch Spaß, oder? Ich möchte nicht, dass du deine Entscheidung nach so langer Zeit bezweifelst, denn sieh mal: Die Band, das sind doch auch deine Freunde, oder?! Also verbringst du auch Zeit mit ihnen. Weißt du, ich denke, es liegt auch an der Schule, dass du und Megan euch nicht mehr so oft seht, denn ich glaube, ihr habt nicht gerade wenig zu tun, oder?! Ist vielleicht kein Superrat, aber vielleicht müsst ihr die Zeit, die ihr habt einfach besser nutzen! Dann streitet ihr euch auch nicht so leicht über Kleinigkeiten - und ihr habt euch doch heute auch wieder versöhnt oder?”
“Ja schon”, erwiderte ihre Tochter bedrückt.
“Das ist gut. Meine Großmutter sagte immer, so passiert das eben, wenn Leute älter werden - allerdings solltest du sie dir nicht als Vorbild nehmen- war ein richtiges Ekelpaket, hat sich nie um ihre Freundinnen geschert. Ist sowieso ein Wunder, dass sie überhaupt welche hatte.” Lilian kicherte. Amy und ihre Oma hatten sich immerzu in den Haaren gelegen, hatte Lils Oma ihr erzählt.
“Und das wir nicht mehr so viel Zeit für einander haben, liegt ganz allein bei mir.”, setzte Amy ihre Rede fort. “Das Risiko musste ich mit diesem Job nun mal eingehen, und dass ich so ein Arbeitstier bin, macht die Sache weiß Gott nicht leichter, stimmts?” Lilian grinste, als sie daran dachte, wie besessen ihre Mum von ihrer Arbeit sein konnte. “Und wer würde sonst die ganzen Bücher abstauben, he?”
“Jaa, diesen Gedanken sollte man unbedingt mit einbeziehen.”, lachte Lilian.
“Wie wär’s, wenn wir dieses Wochenende wieder mal zusammen einkaufen gingen?”, fragte Amy. “Au ja!”, rief ihre Tochter begeistert. Sie sprang auf, um den Tisch abzuräumen. “Und dann leihen wir uns die allerneusten DVD’s aus, ja?”
“Ist gebongt.” Nun wieder etwas erleichterter machten sich die Beiden an den Aufwasch.
Nach dem Abendessen fiel Lilian ein, dass sie ja noch Phil anrufen wollte. Sie griff sich das schnurlose Telefon und verzog sich die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Phil ging gleich an sein Handy ran. Er wartete wohl mal wieder auf einen Anruf von einer seiner Angebeteten.
“Hey du! Na, warteste mal wieder auf einen Anruf?!”
“Kein Kommentar.” antwortete Phil grinsend auf Lilians Anspielung.
“Kommst du Samstag Nachmittag zu Megan? Bandprobe, fürs Konzert. Die anderen wissen schon gar nicht mehr, wie du aussiehst. Eine richtige Band probt mindestens fünf mal die Woche, und zwar vollzählig. Das hat Curt Cobain zumindest gesagt.” Phil entgegnete entrüstet:
“Jaa, du musst auch noch auf mir rumhacken! Vielleicht kann ich noch was dafür, dass ich zu meiner Oma musste - hatte aber auch seine Vorteile.” Lil runzelte die Stirn. so schnell, wie Phils Stimmung immer umschwang, könnte man denken, er würde nie etwas ernst meinen.
“Ich frag mal lieber nicht, was du wieder gemacht hast. Also, kommst du, oder nicht?!” fragte Lilian, ungeduldig mit den Fingern auf ihren Schreibtisch klopfend. Phil nickte (er hatte die Angewohnheit, selbst am Telefon zu gestikulieren).
“Jaa, ja.”
“Also bis dann...”, sagte Lilian.
“Yes, see ya.”, antwortete Phil in seiner supercoolen Art und legte auf.
Später fiel Lilian todmüde ins Bett. Zum Glück sind bald Ferien, dachte sie. Dann kann ich mal wieder richtig ausschlafen... Ehe sie noch weiter darüber nachdenken konnte, war sie schon eingeschlafen.
Zur gleichen Zeit hockte Michael in seinem dunklem Zimmer auf dem Fensterbrett und schaute hinaus. Am Himmel stand der Mond als blasse, dünne Sichel und leuchtete zwischen schwarzen Wolken hervor. Lunar eclipse...an dem Tag, an dem sie die Band gegründet hatten, war Mondfinsternis gewesen - das war jetzt fast sechs Monate her, und die Band war richtig gut geworden. Vor allem, seit Lilian ihre Sängerin war.
Er dachte an den Tag, an dem er das Mädchen kennen gelernt hatte. Das war noch vor der Band gewesen, er war neu in die Stadt gezogen und nach zwei Monaten mit Phil zum ersten Mal in den Jugendclub gegangen. Dort stritten sich gerade ein paar Mädchen um den Proberaum: Unter ihnen waren Lilian und Megan gewesen, welche die anderen Mädchen mit vereinten Kräften anbrüllten. Im Nachhinein hatte sich dann übrigens rausgestellt, dass die zwei im Recht waren, weil sie sich eher in die Benutzerliste des Probenraumes eingeschrieben hatten. Michael war beeindruckt davon gewesen, mit welcher Willensstärke die Beiden sich durchgesetzt hatten, und mochte sie von Anfang an. Die Mädchen aus seinem alten Wohnort hatte er nämlich noch in ganz anderer Erinnerung. Schließlich waren sie ins Gespräch gekommen, und er hatte von Megan erfahren, dass sie Schlagzeug spielte.
Bald darauf gründeten die neuen Freunde ihre Band - Phils damalige Freundin Cathryn war ihre Sängerin. Aber sie trennte sich zwei Monate darauf von Phil, und in Folge dessen und unvermeidlich auch von Lunar Eclipse. Da standen Michael, Phil und Megan ohne Sängerin da, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis Lilian endlich zusagte. So ganz hatte Michael nie erfahren, was der Grund für ihr Zögern war - diesbezüglich war ihm Lilian ein Geheimnis, was er wohl nie ganz begreifen würde.
In diesem Moment fing sein Handy an, “Under the bridge” zu spielen. Es war Phil, der so spät noch anrief:
“Hey!”
“Was willst du so spät noch?”, fragte Michael unfreundlich.
“Ah, gut, du bist noch wach.”, antwortete Phil bloß. “Weißt du schon, dass wir Samstag bei Meg proben?”
“Nee, haben Lilian und sie das ausgemacht?” Phil grinste.
“Hab ich mir schon gedacht, dass sie dirs nicht gesagt haben. Deshalb hab ich dich lieber noch mal angerufen. Es ist ja schon ein Wunder, dass die Gute mich informiert hat. Sie dachten höchstwahrscheinlich, dass es logisch wäre, in Folge dessen, dass wir für gewöhnlich immer Samstag Nachmittag spielen.”
Phil ist heute wieder mal sehr schwer zu verstehen, dachte Michael.
“Na egal. Ich wollt dir noch erzählen, unsere Oma hat ne neue Nachbarin! Ihre Tochter ist totaaal süß! Sie ist genauso alt wie ich...” Michael schaltete ab und ließ seinen Kumpel plappern. Irgendwann hörte er seinen Namen: “Was meinst du, Michael?”
“Jaa...sicher doch...ich wünsch dir viel Glück.” Bevor Phil wieder mit reden anfangen konnte, sagte Michael:
“Du, Sorry, aber ich bin todmüde. Ich mach Schluss - bis denn.”
“Ja gut, bis die Tage.”
Mhm. Phil gab wohl nie auf. Dauernd auf der Suche nach ner neuen Freundin. dachte Michael. Er griff nachdenklich nach seiner schwarzen Konzertgitarre, die am Fenstersims lehnte. Er zupfte das Erste, was ihm einfiel - eine Ballade. Leicht und fließend glitten seine Finger über die Saiten. Als schließlich der letzte Ton leise verklang, stellte er die Gitarre bei Seite und kroch ins Bett, von wo aus er noch lange den hellen Mond durchs Fenster leuchten sah.
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Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 15.05.2007 - 11:39 |  |
Soll ich weiter posten? Ja oder nein?
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Halbelfenprinzessin  Literaturkenner

Status: Offline Registriert seit: 14.04.2007 Beiträge: 342 Nachricht senden | Erstellt am 16.05.2007 - 16:45 |  |
Unbedingt!
Total toll der Anfang 
Schreib bitte den nächsten Teil!
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Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 16.05.2007 - 20:32 |  |
2. Kapitel
Schließlich war endlich Samstag, die Woche war nur sehr zäh vorbei gegangen. Die Bandprobe stand an, also fuhr Lilian nach dem Mittagessen mit ihrem Fahrrad zu Megan. Diese wohnte ganz in der Nähe, und es war ein schöner Sommertag. Lilian genoss die Fahrt sehr.
Für die Probe war sie noch etwas zu früh, also setzten sich die beiden mit Erdbeeren und KiBas auf die Hollywoodschaukel in den Garten und quatschten endlich mal wieder ausgiebig. Lilian erinnerte sich an das Gespräch mit ihrer Mum vergangenen Mittwoch und fragte Megan nach ihrer Familie. Diese seufzte.
“Ich wollte es dir schon lange erzählen.” sagte sie und setzte sich auf. “Vor zwei Wochen ist der Halbbruder meines Vaters gestorben. Zusammen mit seiner Frau, er ist nachts betrunken Auto gefahren, und kam von der Fahrbahn ab, wo er gegen einen Baum gefahren ist.”
“Oh nein! Das tut mir Leid!” rief Lilian erschrocken. Im selben Moment hasste sie sich auch schon dafür - was bedeutete dieser Satz schon?
“Na ja.” zögerte Megan. “Ich will jetzt nicht sagen, dass mir das egal ist, aber wir hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, ich hab ihn auch noch nie gesehen. Er lebte weit weg von hier. Es ist nur so - sie hatten einen kleinen Sohn, Felix. Er ist erst drei Jahre alt, war, als der Unfall passierte, bei seiner Babysitterin. Jedenfalls sind wir jetzt seine letzten lebenden Verwandten, wenn man mal von seinen Großeltern absieht, und die sind zu alt, verstehst du? Jetzt will mein Vater den Kleinen bei uns aufnehmen, weil er sich schuldig fühlt, dass er vor Jahren den Kontakt zu seinem Bruder abgebrochen hat, als dieser von zu Hause abgehauen ist. Frag mich nicht, ist alles sehr kompliziert, Dad hat mir das nie erzählt. Ich hab es vor ein paar Tagen von Mom erfahren. Und deswegen haben sich meine Eltern gestritten, denn Mom will, dass er in ein gutes Heim kommt. Na ja, ich kann sie auch irgendwie verstehen, wir sind ja schon zu dritt, und Dad ist arbeitslos. Wir können gradeso das Haus bezahlen, und wir haben eigentlich auch keinen Platz mehr.”
“Ich - ich weiß gar nicht was ich sagen soll - das wusste ich nicht.” sagte Lilian sprachlos. War sie denn so mit sich beschäftigt gewesen, dass sie nicht gemerkt hatte, dass mit Megan wirklich etwas nicht stimmte? Was bin ich nur für eine schlechte Freundin, dachte Lil.
“Kannst du auch nicht.” lächelte Megan hilflos. “Jedenfalls rast mein Vater jetzt überall herum, wegen dem Papierkram. Und das, obwohl sich meine Eltern noch nicht mal entschieden haben. Nächstes Wochenende ist erstmal die Beerdigung, und sie wollen, das ich mitkomme.”
“Und was denkst du darüber?” fragte Lil. “So eine Beerdigung ist doch ganz schön Nervenaufreibend, oder?”
“Ich weiß nicht, kann schon sein. War noch nie auf einer. Ich weiß nur, dass ich meinem Vater zur Seite stehen muss, wenn es soweit ist. Er zählt auf mich, was auch immer mit ihr sein sollte.” antwortete Megan und nahm sich noch eine Erdbeere.
“Das finde ich toll, dass du das machen willst.” sagte Lilian bewundernd. Das gute Verhältnis zwischen Meg und ihrem Dad wurde schon in ihrer Säuglingszeit begründet, weil sich Neil viel um seine Tochter hatte kümmern müssen, das wusste Lilian.
“Ich hätte auch gern so einen Vater, der immer für dich da ist und du für ihn. Es ist seltsam, ohne Dad aufzuwachsen. In der Zeit als ich zehn war, habe ich meine Mutter immer nach ihm gefragt. Sie sagte nur, ich solle sie nie wieder fragen, weil ich nur enttäuscht wäre.”
“Die Gefühle deiner Mum sind fast zu Klischeehaft.” antwortete Megan nachdenklich. “Na ja, sie wird schon recht haben, oder?! Wenn sie dir das so sagt. Wer weiß was das für ein Kerl ist?! Denk nur mal an ...” Sie lachten kurz, dann wurde es still.
“Weißt du, ich bewundere dich auch oft.” gestand Megan. “Du hast so eine tolle Beziehung zu deiner Mutter, und du kannst machen, was du willst. So ein Vater kann auch ganz schön anstrengend sein, vor allem, wenn er solche altmodischen Ansichten vom Ausgehen usw. hat, so wie meiner.” Lilian sah abwesend durch den Vorgarten auf die Straße.
“Wenn meine Mum doch nur mal zu Hause wäre...” sagte sie leise.
Anderthalb Stunden später kam Michael, direkt von seinem Gitarrenunterricht. Phil kam zwanzig Minuten zu spät, weil angeblich “der Bus Verspätung hatte”. Er sah aber sehr verschwitzt aus, so als wäre er gerannt, und seltsamer Weise hatte er rote Flecke auf der rechten Wange. Mit einem Grinsen sagte Megan zu ihm:
“Geh dich waschen.”
Als Phil, jetzt leicht rosa angelaufen, wieder auftauchte, hatte Michael die Gitarre gestimmt, an den Verstärker angeschlossen und war gerade dabei, ihn richtig einzustellen. Megan spielte sich bereits warm und Lilian machte ein paar Gesangsübungen.
“Los, los, wir müssen noch die Lautstärke überprüfen!” wendete sich Michael an Phil, als dieser in die Garage von Megans Eltern kam, in der sie spielten. Sie hatte eine direkte Verbindung zum Haus. Also stellte nun auch Phil den Verstärker seiner Bassgitarre ein. Das Problem dabei war natürlich, dass wenn Michael seine E-Gitarre zu laut stellte, man den Bass möglicherweise nicht mehr hörte. Als alle fertig waren, spielte Megan einen Tusch und sagte vergnügt:
“Na dann laßt uns mal anfangen.”
“Die Coversongs, wie üblich?”, fragte Lilian.
“Jep.”, antwortete Michael. Es lief bereits reibungslos.
“Ich denke, kann jetzt ‘Only happy when it rains’ ”, fiel Lil ein. “Vielleicht könnten wir das gleich mal üben.”
“Warum nicht!”, antwortete Michael. Die Anderen nickten zur Bestätigung.
“Eins, zwei, drei, los!”
“I'm only happy when it rains
I'm only happy when it's complicated
and though I know
you can't appreciate it
I'm only happy when it rains
You know I love it when the news is bad
and why it feels so good to feel so sad
I'm only happy when it rains.
Pour your misery down...”
“Stop stop stop!”, rief Michael. “So geht das nicht!” Phil kann den Refrain nicht...”
So oder so ähnlich ging es den ganzen Nachmittag weiter, bis Lilian auf ihre Armbanduhr sah und rief:
“Verdammt, es ist ja schon um sechs! Ich hab meiner Mum versprochen, halb sechs zu Hause zu sein!”
“Ja, machen wir Schluß für heut!”, sagte Michael. Er packte sein Zeug ein und holte sein Handy heraus, um seiner Mutter eine sms zu schreiben.
Lilian und Phil waren schon weg, während Michael noch auf seine Mutter wartete, die ihn abholen wollte.
Er stand draußen auf der Straße und flirtete mit zwei Mädchen - das heißt, eigentlich flirteten sie mit ihm:
“Oh bitte, laß uns nur einmal zuhören, ja?! Wir sind auch ganz lieb!” Michael wich aus:
“Ähm, das glaub ich euch auch, es ist nur so, dass...” Aber er konnte nicht weiterreden, denn da fiel ihm die Andere schon ins Wort:
“Ach, komm schon, du bist doch sonst nicht so...” In dem Moment kam eine wütende Megan aus der Garage, die die ganze Szene beobachtet hatte:
“Los, haut ab, was wollt ihr hier? Das ist hier kein Bahnhof, wenn...” Angesichts der wutschnaubenden Megan sagte eines der Mädchen schnell:
“Ja, ist gut, wir haun ja schon ab, brauchst nicht gleich so biestig werden. Komm, Bianca.” Sie schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren davon. Michael blickte die Drummerin mit einem Was sollte das denn - Blick an:
“Ich dachte eigentlich, das wär hier ein freies Land, wo sich jeder mit jedem auf der Straße unterhalten kann, der will.” Um ihre offensichtliche Eifersucht zu überspielen sagte sie schnell und etwas zu laut:
“Na, die gehn mir auf die Nerven. Da kann man ja gar nicht spielen, bei dem Lärm.” Sie drehte sich um und stapfte wieder in die Garage.
Was war das denn wieder? Megan hätte ihm auch einfach zur Hilfe kommen können, und sagen, dass die Probe schon zu Ende war, da die Weiber ihn ja nicht hatten ausreden lassen. Anstatt diesem Zirkus... Michael seufzte. Wenn er noch weiter so tat, als bemerke er ihre Gefühle nicht, würde sie sich noch bis in alle Ewigkeit lächerlich machen. Er musste es jetzt tun. Also ging er Megan hinterher ins Haus, ein “Weiber!” konnte er sich dabei nicht verkneifen. Meg machte gerade ihr Schlagzeug sauber.
“Ähm...Meg, ich muss mal mit dir reden.”
“Ja, was ist denn?”
Na los. Jetzt bloß nicht kneifen.
“Ich will nicht weiterhin so tun, als wüßte ich nicht, was du fühlst...ähm...für mich.”
“Oh.”, sagte sie überrascht. “Das kommt jetzt ziemlich direkt.” In Wahrheit hatte sie schon darauf gewartet, nur nicht geglaubt, Micheal hätte den Mumm, den Mund aufzumachen. Es kam ihr gelegen, dass es jetzt zur Sprache kam. Megan stand auf Michael, ihr war das eigentlich etwas peinlich und sie konnte es sich auch nicht erklären. Noch nie hatten sie und Lilian die gleichen Typen gemocht. Aber sie musste ihm klar machen, dass sie sich in der Situation eben und in ähnlichen schon erlebten Momenten nicht lächerlich gemacht hatte, weil Michael irgendwie erkennen musste, dass Lilian ihn mochte und dasss sie ihn ihr abtrat. Und wenn das nicht anders funktionierte, als ihn zu provozieren...
Er sprach weiter:
“Jaa...ich weiß. Aber hör mal...”
“Nein.”, unterbrach ihn Megan. Das dauerte ihr viel zu lange. “Ich weiß, dass du es weißt. Schon lange, weißt du.”, lächelte sie tapfer, “Du bist kein besonders guter Schauspieler, aber ich schon, wie du siehst, denn ich weiß auch, dass ich mir keine Hoffnungen machen brauche. Du liebst nun mal Lilian, nicht mich. Und darauf wollte ich dich damit auch aufmerksam machen.”
“Oh.” Jetzt war Michael dran, überrascht zu sein. “Das ist ja...der Hammer.” Meg nickte hilflos. Warum kapierten die meisten Männer so langsam?
“Aber...”, wagte Michael nun (denn sonst würde er die Wahrheit wohl nie erfahren), “Woher weißt du, dass ich...Lilian...”
“Also, das ist doch offensichtlich!”, rief Megan entrüstet.
Michael runzelte verärgert die Stirn, sagte jedoch:
“So? Bisher wußte ich das selbst noch nicht richtig...aber wenn du das weißt, dann hat Lilian...” Megan unterbrach ihn schon wieder:
“Die? - Nein, die kriegt so was doch nicht mit. Weißt du, eigentlich ist sie von uns Beiden das Trampeltier.” Jetzt herrschte Stille. Das alles hatte sogar den sonst so ruhigen Michael umgehauen. Megan hatte die ganze Zeit gewusst, dass er von ihr wußte...und trotzdem hatte sie nichts gesagt, sondern sich weiter nach außen hin lächerlich gemacht, aber warum, wenn sie wußte, das er nichts von ihr wollte?! Was hatte sie noch eben gesagt? Sie wollte ihn damit darauf aufmerksam machen, dass er Lilian lieben sollte? Was war das denn für eine Logik? Weiber muss man wohl nicht verstehn! dachte er, sagte dann aber:
“Danke. Jetzt weiß ich wenigstens mal, was ich für Lilian empfinde...du hast mir sozusagen die Augen geöffnet.” Jetzt, da Megan alles wußte, und anscheinend sowieso die Überlegene gewesen war, war ihm das auch nicht mehr peinlich. Und schließlich war sie Lilians beste Freundin...verlegen drehte Michael seine Haarspitzen in den Fingern. “Aber...was mach ich wegen ihr? Ich glaube nicht, dass sie mich mag - so wie ich sie.”, sagte er schließlich.
“Oh, Lil verachtet all die Mädchen, die ständig um dich herum sind, sich in den Vordergrund rücken und um deine Aufmerksamkeit wetteifern. Die du natürlich nur Lilian schenkst. (Hat aber bis jetzt auch noch keiner mitgekriegt. dachte Megan nun.) Also, Lil würde niemals so sein wollen wie sie - und deshalb gesteht sie es sich auch nicht ein, dass sie genauso auf dich steht wie deine zahlreichen Verehrerinnen. Und erst Recht würde sie es nicht jemand anderem sagen.” Es fiel Megan durchaus nicht leicht, so objektiv mit Michael darüber zu reden, da sie doch selbst so fühlte. Doch hatte sie im Unterschied zu den anderen Mädchen unter die Oberfläche des gut aussehenden Jungen geblickt, wie sie es stets tat. Und jetzt musste sie im noch dazu helfen, ihre beste Freundin auf ihn aufmerksam zu machen...nur Megans Stolz und die Freundschaft zu Lilian ließ sie so handeln. Außerdem hatte sie sich schon längst daran gewöhnt, dass Michael irgendwie immer zu Lilian gehören würde, egal was passierte.
Dieser kratzte sich gerade am Kopf.
“Bist du sicher? Weißt du, ich hab’s satt, dass mir immer alle hinterherlaufen, und denken, ich wär so ein...Weiberheld. Die haben doch gar keinen Anhaltspunkt dafür, ich mein, ich hatte in den zehn Monaten, die ich hier bin noch keine Freundin, ich habe nie an irgendeiner von denen Interesse bekundet, und mir geht das einfach nur auf die Nerven.” Es war eine merkwürdige Sache, das alles einem Mädchen zu erzählen, aber Michael begriff, dass er es niemandem erzählt hatte, weil er es keinem Jungen sagen konnte. Und außerdem, dachte er, habe ich hier Informationen aus erster Hand - endlich mal jemand, der mir erklären kann, wie Mädchen ticken.
“Tia.”, lächelte Meg. “Ich fühle mich geehrt, dass du ausgerechnet mich fragst. Also, zeig ihnen einfach, was Sache ist.”
“Was?” Was meinte sie nun schon wieder?
“Du musst ihnen klarmachen, dass du was von jemand anderem willst. Wenn sie’s kapiert haben, werden sie auf der Stelle das Interesse verlieren. Hoff ich zumindest.”
“Du meinst, ich sollte Lilian sagen...”
“Jaa, genau!”
“Aber wie...” Megan lachte. “Was, das soll ich dir auch noch sagen? Da frag ich mich doch, wer hier was von Lilian möchte. Nee, das musst du selbst machen.” Eine peinliche Stille trat ein. “Also, ich finde, für die ganze Hilfe könntest du mich ruhig...”
“Ja, mach ich.”, lachte Michael nun ebenfalls, und sie umarmten sich.
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Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 17.05.2007 - 10:19 |  |
Ich habe beschlossen, weiter zu schreiben! 
Es ist ja doch schade, wenn das so verkommt und außerdem schäme ich mich immer, wenn ich sehe, was andere so schreiben und dann, was ich so auf die Reihe bekomme... irgendwas muss man ja mal fertig machen, oder?! Hoffe nur, dass das auch was wird.
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Narmonlaya  Schreiberling

Status: Offline Registriert seit: 10.06.2007 Beiträge: 51 Nachricht senden | Erstellt am 12.06.2007 - 20:39 |  |
Das ist doch echt mal was... warum steht das noch nicht in der Buchhandlung und meinem Regal!?!
Ne, mal im Ernst, das ist wirklich gut!
Du beschreibst in deiner unnacharmlichen Art den Alltag von Jugendlichen und die "neuen", manchmal sogar befremdlichen Gefühle (wie die erste Liebe) und Gedanken, die sich beim Erwachsenwerden einstellen, und die damit zusammenhängenden Probleme.
Bitte schreib weiter, das wird sicher eine klasse Geschichte, und halte uns bitte auf dem Laufendem! 
Narmonlaya
P.S.: Gibst du uns bitte nen Wink, wenn dein Werk verlegt wird und man es endlich kaufen kann? 
Signatur "Was du tust ist wichtig;
wichtiger aber ist, wovon du träumst - und daß du an deiner Träume glaubst."
Sergio Bambaren, Autor von "Der träumende Delphin - Eine magische Reise zu dir selbst" |
Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 12.06.2007 - 21:25 |  |
Hi hi... ich hatte nicht vor, diesen Stuss (im positiven Sinne) verlegen zu lassen... aber jetzt, wo du es sagst... 
Na ja, die Geschichte ist nicht besonders tiefgründig, aber ich hänge sehr an den Charakteren. Ich hab diese story vor Jahren angefangen, als ich selbst noch ein Teeny war... keine Ahnung, ob ich heute anders darüber denke.
Aber ich werde versuchen, die Sache zu Ende zu bringen (falls ich jemals die Zeit dafür finden sollte), auch, weil ich den ganzen Plot eigentlich schon entwickelt habe. Na ja.
Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe eben! 
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Narmonlaya  Schreiberling

Status: Offline Registriert seit: 10.06.2007 Beiträge: 51 Nachricht senden | Erstellt am 13.06.2007 - 16:44 |  |
Ich bin zwar eigentlich auch aus dem Alter für solche Romane raus - aber ab und zu lese ich sowas auch mal gerne wieder! 
Außerdem triffst du mit dieser Geschichte sicher den Geschmack einer ziemlich großen Zielgruppe: Jugendliche! Da muss man auch nicht unbedingt sooo tiefgründig werden! 
Und, lass uns mal ehrlich sein: Es gibt viele Bücher zu diesem Thema, die wesentlich weinger tiefgründig waren als deine Geschichte! (...und die trotzdem sehr beliebt wurden...)
Wenn du nochmal dazu kommen solltest diese Geschichte fertig zu stellen, versuchst doch wirklich einfach mal und schick sie einigen verlegern!
Warum denn nicht? 
Narmonlaya
P.S.: Ich würd´mich über ne Fortsetzung freuen!
[Dieser Beitrag wurde am 13.06.2007 - 16:46 von Narmonlaya aktualisiert]
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Sergio Bambaren, Autor von "Der träumende Delphin - Eine magische Reise zu dir selbst" |
Aerowen  Schreib-Ass

Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 802 Nachricht senden | Erstellt am 24.06.2007 - 17:57 |  |
Ich muss wohl irgendwie eingeschlafen sein hierrüber... na ja.
3. Kapitel
Es war Dienstag Nachmittag, und die Mitglieder von Lunar Eclipse verbrachten ihre Zeit wie meistens im SaM, dem Jugendklub der Stadt. Lilian saß im Computerraum und schrieb an einem Artikel, Megan hockte an der Bar, beobachtete den neuen Barkeeper, den sie sehr interessant fand (er war 19, also schon mit der Schule fertig, und einige Mädchen erzählten überall herum, dass er im Gefängnis gewesen sei) und aß einen Cheeseburger. Phil spielte draußen Tischfußball mit ein paar Kumpels, und Michael war noch auf dem Weg, er musste erst seine kleine Schwester aus dem Kindergarten abholen, ehe er herkommen konnte.
Als er eintrudelte, kam der Leiter des SAM, der “zufällig” genauso hieß wie sein Club (SAM stand für ‘Scaremongers and Maniacs’), auf sie zu:
“Seid ihr alle da, ja?!”, fragte er ohne Begrüßung.
“Phil spielt Fußball.”, antwortete Lilian, ohne von ihrer Arbeit aufzusehen. Es gab hier wenig ruhige Momente, in denen sie sich auf ihr Schreiben konzentrieren konnte. Trotzdem tat sie das lieber hier, statt allein zu Hause.
“Ich geh ihn holen.”, sagte Michael, warf seinen schwarzen Rucksack im Gemeinschaftsraum auf die Couch und ging nach draußen. Die anderen folgten Sam in sein Büro. Als alle vier dort versammelt waren, sagte Sam ohne Umschweife:
“Es geht um euren Gig.”
“Haben wir denn einen?” ,fragte Phil.
“Das hängt von euch ab, seit eurem ersten und bis jetzt letzten Konzert vor vier ein halb Monaten gab es große Nachfrage.”
“Nicht zu fassen.”, wunderte sich Phil daraufhin.
“Zeitraum?”, fragte Megan.
“Kommt darauf an, wie lange ihr zum Vorbereiten brauchen würdet.”, meinte Sam.
“Na ja, es ist nur so, dass wir in vier Wochen schon auf dem Abiturientenball spielen, also haben wir ohnehin nicht viel Zeit.”, bedachte Michael. “Und das ist, glaube ich, sehr wichtig für uns als Band.”
“Das ist ja schön für euch, ich muss das aber jetzt planen, denn es sind bald Sommerferien, dann baruchen wir auch nicht mehr anfangen. Überlegts euch.”, wandte Sam ein.
“Und wenn wir einfach in etwa das selbe Programm spielen, ich mein, wenn wir’s sowieso schon einüben müssen?!”, schlug Lil vor. Megan schüttelte den Kopf.
“Und wann willst du das üben, in noch kürzerer Zeit?” fauchte sie. Ihr passte die ganze Sache überhaupt nicht. Klar, Auftritte waren schön und gut, schließlich hatten sie erst einmal auf dem Schulfest, auf zwei Partys und einmal im Jugendclub gespielt, aber der Abiball reichte ihr an sich schon. Sie musste ziemlich viel zu Hause helfen, und in der Schule lief es auch nicht so besonders. Und nun noch die doppelte Zeit mit der Band verbringen, und dabei die ganze Zeit Lilian und Michael zu sehen...so richtig hatte sie das Ganze noch nicht verdaut. Denn trotz allem hatte sie sich sozusagen für ihre beste Freundin geopfert, doch es passierte nichts, gar nichts...Warum bekam keiner der Beiden nur etwas mit?, fragte sie sich.
Wie natürlich zu erwarten war, fand Michael Lilians Vorschlag toll:
“Warum nicht, dann könnten wir die Publikumsreaktionen beobachten und hätten schon ein Feedback, dann wären wir viel besser vorbereitet!” Michael hatte den Streit, der sich zwischen Lil und Meg anbahnte, schon von weitem gerochen, und wollte dem natürlich aus dem Weg gehen. Mit der Zeit hatte er ein feines Gespür für solche Vorfälle entwickelt, wenn er auch nie verstand, warum sich die Zwei ständig stritten. Vor allem, wenn er an Megs und sein Gespräch am vorigen Samstag dachte, als Megan ihre beste Freundin so verteidigt hatte, wußte er sich gar nicht mehr zu helfen. Um in Gedanken wieder zum Thema zurück zu kommen, setzte Michael hinzu:
“Wir müssten uns dann natürlich voll reinhängen.” Er sah in die Runde.
“Na klar doch.”, meinte Phil sofort. Lilian nickte. Jetzt sahen alle zu Megan.
“Bitte, wenn ihr meint. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, wenn wir es nicht schaffen.”
Tolle Bereitschaft. dachte Michael. Aber dann sagte Megan plötzlich:
“Dann müssen wir aber auch gleich anfangen.” Ihre Energie kehrte langsam zurück. Es war ohnehin sehr ungewöhnlich, dass sie an etwas zweifelte.
“Schön!”, freute sich Sam. “Dann brauchen wir jetzt noch den genauen Termin.” Phil bekundete sofort seine Meinung dazu:
“Ich bin für den Freitag vor dem Abschlussball, dann hätten wir noch eine Woche Zeit zum ausfeilen.”
“Seit wann denkst du denn so praktisch?”, witzelte Megan. Doch zu sich selbst sagte sie: Seltsam, seit dieser Band wachsen wir langsam und stetig über uns selbst hinaus. Sie dachte auch an die Arbeit, welche sie sich selbst gerade aufgehäuft hatte.
“Ja gut, dann meld ich euch heute noch an und den Rest besprechen wir dann, wenn alles genehmigt ist.” antwortete Sam zufrieden. Eine Band war immer gute Promotion für ein Jugendhaus.
“Also, was sitzen wir hier dann noch rum?”, fragte Megan.
“Jaa, gehen wir zu mir, ich habe die Songlisten da. Müssen ja mal mit der Auswahl anfangen.”, fügte Michael hinzu.
Bei Michael angekommen, hockten sich alle auf die weichen Teppiche auf den Fußboden seines Zimmers und breiteten die Songlisten aus. Darauf standen alle Cover, die sie schon drauf hatten, die, welche sie noch üben mussten und Songs, die sie noch nie gespielt hatten. Des weiteren waren die Programme ihrer bisherigen Gigs dabei, sowie ihre - hauptsächlich von Michael und Lilian - selbstgeschriebenen Texte. Sie rechneten nach, wie viel Songs sie in der Zeit spielen konnten, suchten Auftakt und Schlusslied aus, und überlegten, was sie zwischendurch erzählen konnten. Dann begann die eigentliche Liedauswahl: Besonders wichtig war, das Programm abwechslungsreich zu gestalten. Darum mussten sich schnelle, lautere Songs mit tanzbaren und mit ‘Kuschelsongs’ abwechseln.
“Nicht zu viel Pop für das SAM, nicht zu rockig für den Abiball.”, diese Aussage traf Megan.
“Wie wärs mal mit ein paar Gags, wie zum Beispiel ‘Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord’ ”, schlug Phil vor. Dafür erntete er jedoch nur vorwurfsvolle und besorgte Blicke. Das Ganze war natürlich ein ziemlicher Streitpunkt für die Band, weil jeder so seine Lieblingssongs dabei hatte, die er unbedingt spielen wollte.
“Wir können aber nur Lieder nehmen, die wir schon bringen oder wenigstens fast! Dieses haben wir erst zwei Mal gespielt!”, versuchte Michael alles mit Ruhe zu erklären, damit sie sich nicht ernsthaft stritten wegen so was. Das war jedoch nicht immer ganz einfach. Megan passte auf, dass der Gig nicht doch noch zu lang wurde, und musste so die Soli kürzen:
“Schließlich spielen wir auf dem Ball nicht zur Unterhaltung, sondern zum Tanzen, während es im Club eher andersherum ist.”, erklärte sie Phil. Von ihren eigenen Songs nahmen sie erst mal nur drei mit auf, weil die noch am Unsichersten waren.
Am Ende blieb nur noch ein Reibungspunkt: Lilian wollte unbedingt ‘Bittersweet Symphony’ singen, Michael fand den Song jedoch zu lang und meinte, er würde nicht so gut über kommen, da ihnen ja die Streicher fehlten. Lilian wußte eigentlich auch, dass es nicht mehr rein passte, es sei denn, sie würden das Programm noch mal ändern - doch dann hätten sie dabei wieder andere Probleme - aber sie ‘hing’ so an dem wunderschönen Lied. Vorläufig gab sie sich aber geschlagen.
Die Freunde waren froh, innerhalb so kurzer Zeit die Rohfassung aufgestellt zu haben und verabredeten sich gleich zum Proben am nächsten Montag. Eher ging es nicht zu machen, da sie für sich allein erst mal Zeit zum üben brauchten, weil Michael Donnerstag und Freitag zwei schwere Klausuren schrieb, und Phil und Megan übers Wochenende weg fuhren. Sie einigten sich darauf, dafür in den nächsten Wochen drei - oder viermal zu spielen.
Als es um fünf war, fiel Meg und Phil plötzlich ein, dass sie Beide sofort weg mussten, und kaum dass Michael oder Lilian fragen konnten warum, waren sie schon aus dem Haus. Megan war zu dem Schluss gekommen, dass die Beiden einfach mehr Zeit allein miteinander verbringen mussten (und welche Gelegenheit wäre günstiger gewesen...) und hatte Phil kurzerhand mitgeschleift.
“Was war das denn?”, fragte Lil rhetorisch.
“Keine Ahnung.”, antwortete Michael, allerdings mit gerunzelter Stirn.
“Na egal. Ich hab jedenfalls noch ein bisschen Zeit, meine Mum will mich dann abholen. Wir essen heut bei meinen Großeltern.”, seufzte Lilian. Sie saßen nebeneinander auf Michaels Sofa. In dem Moment war die CD in seiner Anlage zu Ende, und es wurde still.
“Also...du hast wirklich nichts dagegen, wenn wir das mit den zwei Gigs durchziehen?”, fragte Michael.
“Nein. Echt nicht. Ist doch eine Chance für uns, oder?!”
“Ja, so seh’ ich das auch.”, meinte Michael.
“Aber ich will trotzdem ‘Bittersweet Symphony’ singen!”, sagte Lilian mit trotziger Miene.
“Nein! Das machen wir ganz bestimmt nicht!”, protestierte Michael nur halb ernst.
“Dooch!”
“Nein, nein! Weißt du was, du bist ein echter Sturkopf!” Lilian sog entrüstet die Luft ein.
“Was hast du da gesagt? Du hast mich einen Sturkopf genannt? Na, warte!”, rief sie und fing an, ihren Kollegen mit Kissen zu bombardieren.
“He, lass das!” rief dieser.
“Nur, wenn du das zurücknimmst und mich singen lässt!”, forderte Lilian ihn auf. Michael lachte, so etwas albernes hatte er schon lange nicht mehr mitgemacht.
“Niemals mach ich das!” Jetzt warf er die Kissen zurück.
“Doch!”
“Nein!” Dann zogen sie an einem Kissen, jeder an einer Seite, und dabei lehnte sich Lilian zu weit raus und fiel vom Sofa. Michael, der immer noch das Kissen festhielt, wurde mitgerissen und schon lagen die Beiden übereinander auf dem Boden. Oh. Mein. Gott. dachte Lilian. War sie jetzt in einem Kitschfilm gelandet?
Oh Scheiße, was mach ich jetzt, dachte Michael. Vor Schreck konnte er sich gar nicht bewegen. Sie sahen sich in die Augen, Michael in Lilians grüne, und sie in seine blauen. Was er dann sagte, war nicht geplant. Gedacht hatte Michael es, aber er wollte es doch nicht aussprechen!
“Hättest du was dagegen...wenn ich dich....also...”
“Was, Michael?”
Was? War das ihr ernst?, dachte er und runzelte die Stirn. War das nicht offensichtlich? Genau in diesem Moment knallte es laut und die Zimmertür flog auf.
Es war Michaels fünfjährige Schwester Sarah, und sie rief mit ihrer Kinderstimme:
“Oh oh oh, was seh ich da! Ein verliebtes Ehepaar!” All das passierte unglaublich schnell hintereinander, und als die Beiden Sarahs Stimme vernahmen, fuhren sie so erschrocken auseinander, dass Michael einen halben Meter in die Höhe sprang. Lilian rappelte sich ebenfalls schnell auf. Da brüllte Michael seine feixende Schwester an:
“Raus hier, aber sofort! Und lass dich hier nicht noch mal blicken!” Vor Schreck, weil die Kleine es nicht gewohnt war, angebrüllt zu werden, lief sie, ohne die Tür zu schließen die Treppe wieder hinunter. Lilian sammelte ihre Sachen zusammen und stotterte schnell:
“Ich...ich geh dann jetzt mal lieber.” Sprachs und war ebenfalls zur Tür raus. Michael stand da, den Blick noch auf die Tür gerichtet, und raufte sich die Haare. Was sollte er denn jetzt nur tun?
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