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Eliane ...



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...   Erstellt am 05.04.2008 - 16:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Am Südende des Golf Paradiso, der weiten Bucht von Genua, liegt ein einzigartiger, unvergleichlicher Ort:

Camogli
.




Eine Stadt, die es trotz des Andrangs der Touristen geschafft hat, ihre ursprüngliche, dem Meer zugewandte Schönheit, vor allem aber ein funktionierendes Leben zu erhalten.


Here's the coastal village of Camogli at Sunset. The buildings are the oldest in town, and sit right on a rocky outcrop on the Camogli's beach.

Das war nur möglich, weil die Camoglieser ein stolzes, selbstbewusstes Völkchen sind:
mit Recht, denn lange Zeit gehörte der kleine Ort zu den großen Seemächten der damaligen Welt.

Zeitweise kreuzten über 700 Segelschiffe unter seiner Flagge. Napoleon heuerte die Camoglieser Flotte für seinen Ägyptenfeldzug an - sie wurde in der Seeschlacht von Abukir von Nelson vollkommen vernichtet.

Doch gaben die Camoglieser nicht auf, bauten neue Schiffe.
Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten sie über doppelt so viele Segler wie Hamburg!
Und 1852 gründet Nicolo Schiaffino mit der Assicurazione Marittima die erste Schiffsversicherung der Welt.

Doch dann kamen die Dampfschiffe, und der Glanz Camoglis war vorbei.

Der mittelalterliche Stadtkern liegt auf einem vorgelagerten Felsensporn mit Castello und der fast festungsartigen, Kirche Santa Maria Assunta sowie den verwinkelten, mit Lauben überwölbten Gassen des angrenzenden Felsenufers.



Häuser zwischen Mauern voller hängender Geranien, hinter Rosenbüschen und überquellenden Glyzinenlauben, gerahmt von Bleiwurz, Orangen, Zitronen und Mispeln in einer Harmonie, die ihresgleichen in Ligurien sucht.

Im stillen Hafen dümpeln Fischerboote und die Linienschiffe nach San Fruttuoso, Portofino und Santa Margherita.
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Bilderquelle : Mehr Fotos von mike matthews - unbedingt ansehen





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Eliane ...



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...   Erstellt am 18.04.2008 - 19:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Diesen Film habe ich Ostern im Dorfkino des Originaldrehortes gesehen - mitten im Herzen Italiens in den Abruzzen.

Es ist ein erstaunlicher Ort, eines der ältesten Naturschutzgebiete in Europa. Dort findet man noch Wölfe und Bären und die große europäische Fauna. Diese Tiere leben in weitläufigen Kopfbuchen-Wäldern mit zahlreichen fantastisch anmutenden Erscheinungsformen, die im Laufe der Jahrhunderte eine unglaubliche Größe erreicht haben.




Das Kino hätte eine Aura von Cinema Paradiso, aber bei den vorherrschenden Wintertemperaturen war es mehr ein Cinema Polaris-Erlebnis.

Ein passendes Setting für die Reise der Pinguine, der andere Film von Luc Jacquet.

Alle sassen in dicken Daunenjacken und Wollmützen da und liessen sich von den gewaltigen Naturaufnahmen verzaubern, während die Nasenspitze zu einem Eiszapfen geronn.

Als wäre man wieder Kind. Eingemummelt unter der Bettdecke. Während der Nonno auf der Bettkante sitzt und eine Fabel erzählt. Und draussen schwere Schneeflocken wie Millionen kleiner Fallschirme hinabziehen.

Dem Fuchs und dem Mädchen nicht unähnlich, ist das spannendste und weit herum bekannte Wirtepaar im Dorf. Ihr rustikales Hotelrestaurant Plistiawird von Slow Food-Touristen regelrecht heimgesucht.

Zu recht. Denn die bezaubernde Laura, die Schwester übrigens vom weltbesten Pizzabäcker Cesidio, bereitet traditionelle abruzzesische Gerichte in solider und nahezu kulturhistorischer Qualität zu.

Beim Ostermenü gabs nichts zum aussuchen. Wie schon andere Mahle zuvor, wird einfach ein Menu Degustazione aufgetragen. Diesmal sollten es etwa 12 Gänge sein:

Eine Platte mit fein geschnittenen Champignons, Rucola und Grana mit delikatem Olivenöl und Balsamico steht schon bereit, als wir unseren Tisch zugewiesen bekommen. Es folgen nacheinander Schafskäse und Salami, Bruschette mit Schweinepaté und Wachteleier.



Danach ein luftig frittierter Baccalà (Stockfisch), ein Minestrone mit schwarzen Ceci (Kichererbsen), ein Cannellone mit Ricotta und Orapi (wilder Spinat) sowie ein Rotolo mit Lammragù und Artischocken.




Die Patate Maritate sind eine lokale Variante des Kartoffelgratins, mit Pecorino statt Rahm, Olivenöl statt Butter und Paniermehl statt Käsekruste.




Das versprochene Spanferkel über dem Kaminfeuer ging leider nicht in Erfüllung (Lieferengpass).

Dafür gab es die luftigsten Profiteroles, die ich je hatte.

Zutaten:
für den Teig:

40g Butter
80g Mehl
2 kleine Eier
Salz

für die Füllung:
100g Vollmilchschokolade
100 ml Sahne
100g Vanilleeis

Zubereitung:

Mischen Sie die Butter, etwas Salz und 125 ml Wasser. Kochen Sie alles auf. Nehmen Sie dann den Topf vom Feuer und rühren Sie das Mehl ein, bis sich ein Klos vom Topfboden löst.
Rühren Sie nun sehr schnell das erste Ei ein. Lassen Sie den Teig dann etwas abkühlen und rühren Sie dann das zweite Ei hinzu.
Setzen Sie mit einem Löffel kleine nuss-große Teighaufen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Backen Sie bei 225°C ca. 25 Min. Lassen Sie dann alles abkühlen.
Erwärmen Sie die Schokolade bis sie flüssig wird und rühren Sie dann die Sahne hinein. Spritzen Sie in jeden Windbeutel etwas Vanilleeis und servieren Sie mit der Sahne.



Zu jedem Essen gehört Wein.



Die tiefroten Weine aus den Abruzzen, die am feinsten geschliffen und technisch perfekt sind, macht Marcello Zaccagnini in Bolognano.



Schon die riesige Skulptur in Form eines Auges vor seinem Weingut Ciccio Zaccagnini symbolisiert absolute Kontrolle. Nichts wird hier dem Zufall überlassen, alles steht unter – computergestützter –Überwachung.


Marcello Zaccagnini
führt eine der modernsten Kellereien Italiens und beschäftigt mit dem jungen Concezio Marulli einen Önologen, der schonende Analysemethoden und Techniken der Vinifizierung tatkräftig mitentwickelt.
Quelle

Die Homepage von Zaccagnini ist ein Genuss, untermalt mit traumhafter Musik.





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Eliane ...



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...   Erstellt am 02.05.2008 - 20:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Bildquelle


Keine Stadt Liguriens kann soviel aus der Vergangenheit erzählen wie Albenga.

[img]Bildquelle[/img]


Die Stadt ist in seltener Unversehrtheit zu erleben: Umringt beschützt von der gewaltigen Stadtmauer, geben Geschlechter- und Stadttürme, Bischofspalast, Rathaus, das Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert mit seinen großartigen Mosaiken, die reiche Kathedrale, die Paläste des Adels und viele andere weltliche Baudenkmäler ein einzigartiges Bild vom mittelalterlichen Wohlstand.



Es herrscht lebendiges Treiben - Läden, Obst- und Gemüsestände, Antiquitätengeschäfte, Flohmarkt.







Ein archäologischer Küstenwanderweg führt an römischen Ruinen vorbei nach Alassio, im Flussbett der Centa kann man Fundamente römischer Bauten entdecken, im Museo Navale Romano die Reste eines römischen Schiffes bewundern, das vor Albenga sank, sowie die Weinamphoren, die mit ihm ausgegraben wurden.


Ob das Schiff damals hier ein- oder auslief, also Wein brachte oder exportierte, weiß man nicht.

Möglicherweise wurde schon damals in Ligurien Wein angebaut.

Die Gemüsefelder um Albenga entwickelten sich jedoch erst Mitte des letzten Jahrhunderts, nachdem die sumpfige Flussmündung entwässert und urbar gemacht worden war.

Der leichte, mineralstoffreiche Boden der Schwemmlandebene der Centa liefert erstklassiges Gemüse, Beeren, Obst und Blumen. Am berühmtesten ist der violette Spargel von Albenga, der mit seinem delikaten Geschmack die Feinschmecker erfreut!


Violetta d'Albenga ist eine Diva. Wo sie auftaucht, zieht sie alle Blicke auf sich: Purpur ist eben eine gewagte Farbe - für Spargel sowieso. Starallüren verstehen sich so gesehen von selbst: Violetta wächst nicht auf jedem Boden. Ihren ersten Auftritt der Saison inszeniert sie später als ihre weißen und grünen Verwandten, sie wirft auch viel weniger Ertrag ab: Dieser Spargel ist kein Massenprodukt.
Es gibt ihn nur in Ligurien, er ist leicht süss, ohne Fasern aber trotzdem intensiv im Geschmack.
Seit mehr als 200 Jahren rund um Albenga kultiviert.



Wenn man über Spargel spricht darf man Rossini nicht vergessen. Die nachfolgenden zwei Rezepte, eines als Spargel - Vorspeise, das andere als delikates Hauptmenü jeder königl. Tafel würdig.

Dieser italienische Gourmet par excellence entfaltete musikalisches Genie ebenso häufig wie hemmungsloses Schlemmertum. Wie wirkte sich das eine auf das andere aus? In bestimmten Phasen seines Lebens fand der Maestro seine Inspiration beim guten Essen, in anderen verzehrte er seinen Gram über Stücke, die - ohne Leidenschaft geschrieben - von der Kritik verrissen worden waren.

Rossinis Leben spielte sich lange Zeit zwischen zwei Polen ab: Paris, das ihn mit Ehrungen überhäufte und Bologna, seiner Heimatstadt, die nach ihm rief.

So war er immer wieder auf Reisen, und dabei entwickelte er eine ganz eigene - kulinarische - Sicht der Geographie. Liebhaber französischer, spanischer, flämischer oder italienischer Delikatessen, der er war, liess sich nur von ersten Adressen beliefern; eine Oper hätte er gegen einen Schinken eingetauscht, und Kuchen waren ihm allemal lieber als Ehrungen.

Aber vorerst einige Spargel Noten von Rossini

Gioacchino Rossini, der Komponist des Barbier von Sevilla und des Wilhelm Tell, stand mit 30 Jahren auf der Höhe seines Ruhmes. Er entsagte fast ganz seinem musikalischen Schaffen und verwandte sein Vermögen dazu, einer der ersten Feinschmecker Frankreichs zu werden. Sein Talent in der Küche stand dem des Tonkünstlers nicht nach. Bezeichnend dafür ist eine Stelle aus einem seiner Briefe:

«...und was Sie wohl ebenso sehr wie meine neue Oper interessiert, ist die Entdeckung eines neuen Spargelrezeptes, das mir soeben gelungen ist ...»

Und nun folgte eine ganz eingehende Schilderung der Spargelzubereitung vom Schneiden des Spargels bis zur Krönung des Salates durch eine raffinierte Sauce.

Es stimmt: Rossini verbrachte bisweilen mehr Zeit in den Küchen seiner verschiedenen Wohnungen als beim Komponieren im Schlafgemach oder im Arbeitszimmer. Aber das tat er für die gute Sache: Er schaute den Köchen - und nicht nur seinen eigenen - so häufig über die Schulter, dass er zum Namensgeber für einige ihrer erlesensten Gerichte wurde. Wo und wann immer die Tournedos Rossini zubereitet werden, sie bringen sofort eine bekannte Melodie zum Klingen.

Quelle und Rezepte

Luciano Pavarotti sings "La danza" by G. Rossini

So schmeckt mir der violette Spargel am Besten:

In Salzwasser garen, mit Zitronensaft und Olivenoel beträufeln, anschließend frisch geriebenen Parmesan darüber.





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Eliane ...



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...   Erstellt am 17.05.2008 - 17:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Alle Welt liebt Venedig, diese ganz besondere Stadt,die unsere Sinne unmittelbar anspricht und ständig fordert.
Es ist auch die Stadt der Verliebten. La bella Venezia.
Zum ersten Mal war ich vor 31 Jahren in Venedig. Und heute nach unzähligen Besuchen begeistere ich mich immer noch an der Schönheit des Markusplatzes und seines Löwen, des Wappentieres von Serenissima




In diesem geheimnisvollem Venedig, geht man zu Fuss oder lässt sich per Gondel treiben.






In Venedig atmet jeder Stein, aus ihm erzählt das Leben, wie ein Mosaik.
Das Mosaik ist im Leben des Venezianers allgegenwärtig.
Es ermöglicht, die Farben zu trennen und wirft alles Licht zurück.
Regen, Himmel, Sonne spiegeln sich in den Mosaiken und verwandlen so ständig ihr Aussehen.
Ein Zauber auf den Außenmauern der Paläste.
Vielleicht lernt niemand jemals Venedig kennen, vielmehr erinnert man sich an die Stadt, holt sie aus einer Episode in einem anderen Traum ins Gedächtnis.
Venedig ist die Summe unserer Phantasien.
Wasser, Licht, Farbe, Duft, Flucht, Verkleidung, Konzession sind mit goldenen Fäden gesponnen. Eine exzessive Stadt, immer berauschend.



Der Rialto wörtlich übersetzt "Anhöhe" ist die Stelle, wo angeblich die erste venizianische Siedlung entstand.

Dorthin kamen seit uralter Zeit die Kaufleute aus aller Welt,um zu handeln.
Über die Märkte des Rialtos zu schlendern ist ein Muss für mich bei jedem Venedigbesuch.

Die vielleicht venezianischste aller botteghe im Rialto ist die Drogheria Mascari, ein Laden, der noch mit Gewürzen handelt. Eine Unze Gewürznelken, eine Handvoll pepe di Giamaica, Pimentkörner, Muskatnüsse, groß wie Aprikosen, fußlange Zimtrinde mit scharf-süßem Duft, schwarzer Kastanienhonig aus dem Friaul, Tee, Kaffee, Schokolade, kandierte oder in Alkohol eingelegte Früchte.




Hauptsächlich sind es Frauen, die einkaufen, Hausfrauen jeden Alters,und mit ziemlich einheitlicher, schriller Stimme, die von der Tonart her knapp unter einem Schrei liegt.

Sie ziehen carelli hinter sich her, Einkaufswagen gefüttert mit großen Plastikbeuteln, und man wird schnell und nachdrücklich davon überzeugt, sich von ihnen fern zu halten. Gruppen alter Männer beschäftigen sich - unter anderem - mit dem nüchternen Handel mit arugula, Löwenzahnblättern und anderen Sträußen aus wilden Gräsern, die mit einem Baumwollfaden gebunden sind.

Die Bauern können hervorragend feilschen, grob, zuvorkommend,spöttisch.

Als wäre der Markt selbst nicht schon Geschenk genug, gibt es noch die "Cantina do Mori" ganz in der Nähe in einer stillen ruga.




Dort zu sitzen ist wie im Zuschauerraum eines Theaters. Fischhändler mit Plastikschürzen, Metzger in blutigen Kitteln, Gemüsebauern, Eierfrau, fast jeder Mann und Frau aus dem bunten Markttreiben des Rialtos kommt in Abständen von etwas eineer halben stunde in die Cantina do Mori, stellt sich an die Bar, verlagen nur durch die Bewegung des Kopfes und der Augen, der Finger nach einem Getränk.


Sie kippen den Prosecco, den Refosco, den Incrocio Manzoni in einem Schluck herunter, stellen das leere Glas und das abgezählte Kleingeld auf die Theke und gehen zur Hintertür hinaus wieder.





Incrocio Manzoni
Bezeichnung (bedeutet sinngemäß „Kreuzung von Manzoni“) für mehrere Rebsorten, die durch den italienischen Züchter Luigi Manzoni Mitte der 1920er-Jahre am Weinbau-Institut Conegliano (Venetien) kreiert wurden und durch eine anschließende Nummer unterschieden werden. Die rote Incrocio Manzoni 2.15 ist eine Kreuzung Prosecco (weiß) x Cabernet Sauvignon (rot). Die Rebe verdankt ihre Entstehung einem Zufall, denn eigentlich war vom Züchter eine Kreuzung zwischen den zwei weißen Sorten Prosecco x Sauvignon Blanc geplant gewesen. Durch den Fehler einer Hilfskraft wurde aber der Samen des roten Cabernet Sauvignon genommen und es entstand daraus eine rote Sorte. Die weiße Incrocio Manzoni 6.0.13 (auch Manzoni Bianco) ist eine Kreuzung zwischen Pinot Bianco (Weißburgunder) x R...
Refosco
Die rote Rebsorte ist bereits seit dem Altertum bekannt. Wahrscheinlich wurde daraus der bereits von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnte berühmte Rotwein Pucinum gekeltert. Die Rebe wird vor allem in den italienischen Regionen Friaul-Julisch-Venetien, Venetien und Emilia-Romagna kultiviert. Synonyme sind Cagnina, Dolcedo, Drobni Rifoshk, Große Syrah, Mercuri, Refasco, Refosca, Refoschino, Refosco Del Pedunculo Rosso, Rephousko, Rifosco, Rifoshk Debeli, Riphosko und Schitterer. Es gibt viele Spielarten wie zum Beispiel Refosco d´Istria, Refosco Nostrano (auch Refoscono, Refosco di Faedis), Refosco dal Peduncolo Rosso und Terrano (Refosco Terrano). Refosco wird auch in Griechenland auf dem Weingut Mercouri (Peloponnes), wo sie im Jahre 1870 eingeführt wurde...
Quelle


Ombretta heisst übersetzt >der kleine Schatten und bedeutet für die Bewohner der Lagunenstadt Venedig das Trinken eines Glases Wein mit Freunden in einer der unzähligen Osterien der Stadt.

Der Begriff stammt - so erzählen die Einheimischen -aus der Zeit, als in den heissen Sommermonaten auf dem Markusplatz den Passanten und Besuchern kühler Wein zur Erfrischung angeboten wurde.

Um ihn vor der Sonne zu schützen, folgten die Weinverkäufer mit ihren Schubkarren dem quer über den Platz wandernden Schatten des Glockenturms von San Marco.

Die fliegenden Weinhändler sind längst von der Bildfläche verschwunden, geblieben hingegen ist der Begriff Ombretta.

Ich entdecke Venedig dort, wohin Venedig mich führt.
Weiß, wo Bänke während der Mittagshitze im Schatten bleiben, wo das beste Espressoeis wartet, wann der Nachmittagskuchen in welchem panificio fertig ist, welche Kirchen immer offen sind, und wo man klingeln kann,um einen schlurfenden Küster aus sienem pisolino, seinem Nickerchen zu reißen.
Ich lausche dem Geschichten des Küsters von seinem Canaletto von Guardi und Tiian und Tiepolo.
Er sagt mir, dass das Leben eine Suche nach Schönheit und Kunst sei, die jede Einsamkeit vertreibe.

Ich widerspreche ihm nicht, obwohl ich mich kenne und weiss, dass mir nur Suchen nicht reicht.

Ich möchte nach Herzenlust mit Menschen zusammensein, wenn ich in Venedig bin,um zu teilen, was ich erlebe.





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CarpeNoctem 



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...   Erstellt am 17.05.2008 - 18:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Vielen Dank verehrte Eliane,
Dein Beitrag über Venedig hat meine Gedanken auf Erinnerungsreise geschickt.
Unzählige Male war ich schon Gast in der Lagunenstadt, die nicht nur als Stadt der Kunst sondern auch als Stadt der Literatur bekannt ist.
Seit Jahrhunderten wird Venedig wie keine andere Stadt der Welt so häufig literarisch beschrieben, als Schauplatz benutzt und als Symbol eingesetzt.
Jeder Schriftsteller, der diese Stadt betrat, hat seine Eindrücke auf Papier gebracht und
ein facettenreiches Bild entworfen, und somit am Mythos Venedig mitgewirkt.

Ich werde an den nächsten Abenden in meiner Bibliothek nach Zeugnissen suchen, um sie hier zu veröffentlichen.

wohlgesonnen
Klaus





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...   Erstellt am 18.05.2008 - 11:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der Marciana –Nationalbibliothek gibt es eine reichhaltige Sammlung von Reiseliteratur über die Lagunenstadt.
Tauchte das Wort „Venedig“ nur einmal in Reisebeschreibungen oder in Romanen auf, stellte es Angiolo Tursi in seine Sammlung, die eine über Venedig hinausreichende Bedeutung erlangt hat.

Venedig war und ist Inspirationsquelle für Künstler jeglicher Art: Maler, Musiker, Schauspieler, Regisseure und natürlich Schriftsteller. Venedig diente ihnen als Kulisse und Austragungsort leidenschaftlicher Romanzen und Liebschaften ebenso wie krimineller Machenschaften. Liebe und Tod sind die beiden Pole, zwischen denen sich die Handlung der hier spielenden Romane, Erzählungen und Theaterstücke spannt.

Als literarische Orte haben sich in Venedig u.v.a. Markusplatz, Campanile wie auch das berühmte Caffe Florian und Harry Bar verewigt.

Auf der Piazza San Marco, haben Touristen angesichts der Opernkulisse , ihr erstes richtiges „Venedig-Erlebnis“
So auch der 1900 in Paris geborene Schriftsteller Julien Green. Er schrieb in seinem Buch

"Meine Städte. Ein Reisetagebuch 1920 -1984",

über seine erste Begegnung mit Venedig.

Zitat:
„Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in Vernedig. Ich war siebzehn Jahre alt. Als ich auf dem Markusplatz stand, glaubte ich, den Verstand zu verlieren.
Nichts auf der Welt war mir je so herrlich schön erschienen, wie diese Stadt, die man eines Tages zerstören wird, gerade weil sie zu schön ist. Die Luft war warm, und ich sah alles im Flimmerstaub einer triumphierenden Sonne. Wie ein Geblendeter ging ich durch die Straßen und Straßen, einen Stadtplan in der Hand, den ich nie benutzte, weil ich mich verlief, und von all diesem endlosen Hin und Her ,ist mir nur einen Erinnerung an einen Schwindelrausch geblieben“





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...   Erstellt am 19.05.2008 - 10:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Im Innenhof des Dogenpalastes wird in der ersten Septemperwoche der bedeutende Literaturpreis " Campiello" vergeben.

Er wurde im Jahr 1962 von der Industriellenvereinigung Veneziens eingeführt und ist heute ein sehr angesehener Literaturpreis. Eine Jury von 300 Lesern aus der Bevölkerung wählt den Sieger aus einer Gruppe von 5 Finalisten, die von einer Jury von Schriftstellern und Kritikern ausgelesen wurden. Niemand darf mehr als einmal an dieser Jury teilnehmen, und die literarischen Werke müssen zum ersten Mal pubbliziert werden , um an der Selektion teilnehmenzu können.

Schon in der Endauswahl zu sein sichert den Erfolg eines Buches am Markt.


Bilder des Dogenpalastes

Preisträger 1962 - 2007




Einen kühnen Bogen einer 130 Jahre alten Familiendynastie schlägt die italienische Autorin Mariolina Venzia in ihrem Roman "Tausend Jahre, die ich hier bin".

Handlungsort ist die Basilikata, ein italienischer Landstrich, der einiges an archaischen Traditionen und bäuerlichen Gepflogenheiten zu bieten hat.

Leseprobe:
Tausend Jahre, die ich hier bin
Am selben Tag, als das noch nicht eroberte Rom zur Hauptstadt des endlich vereinigten Italien erklärt wurde, kam es in einem kleinen Ort im Süden des Landes zu einem Ereignis, das zur Legende werden sollte: Das ganze Dorf war überschwemmt von Olivenöl, das aus dem Haus von Don Francesco Falcone floss. Dort war Concetta gerade dabei zu gebären, und ihre Schreie waren so gellend, dass sämtliche im Lager befindlichen Ölkrüge zersprangen. Trotz dieses Verlusts war die Freude groß, als nach sechs Mädchen ein Junge geboren wurde – für Don Francesco ein Grund, die Mutter seiner Kinder endlich zu heiraten. Doch hatte er nicht mit der Eigenwilligkeit seiner ältesten Tochter gerechnet, die für eine Überraschung sorgte. Und damit nahm die Geschichte ihren Anfang.
Eine mehr als ein Jahrhundert umspannende Familiensaga zwischen Olivenhainen und den staubigen Straßen Grottoles in der Basilikata.
Quelle: Piper

Rezession


Mariolina Venezia


Mariolina Venezia, 1961 im süditalienischen Matera geboren, lebt heute in Rom. Sie hat ein Diplom der Scuola Nazionale di Cinema und schreibt Drehbücher, wofür sie diverse Auszeichnungen erhielt. Als Regisseurin drehte sie bereits mehrere Dokumentarfilme.




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...   Erstellt am 21.05.2008 - 12:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In einem Roman von Alfred Andersch
„ Die Rote“ erlebt Franziska an einem frühen Morgen vom Campanile aus einen bezaubernden Blick über die Lagune

Zitat:

......sie hatte Glück, die Frau an der Kasse des Campanile war schon da, sie sagte , es sei noch zu früh, aber sie verkaufte Franziska eine Karte, und sie öffnete sogar den Lift und schloss das Gitter hinter ihr.
Langsam glitt Franziska nach oben. Als sie aus der Kabine des Aufzugs trat, musste sie den Kragen hochklappen und sich in ihren Mantel vergraben, weil der Ostwind von schneidender Stärke war. Sie fand eine Nische, neben einer der Glocken, in der sie geschützt stehen konnte, wenn auch frierend und geblendet. Erst nach einigen Sekunden wagte sie es, die Augen zu öffnen; sie erblickte das Meer. Von dieser Höhe aus war das Meer eine hohe Wand, deren oberer Rand, der Horizont, dunkler war als der Himmel, dunkel und ohne feste Grenze, der Horizont der Adria war an diesem Morgen ein schieferfarbenes, durchleuchtetes Gewölk, aus dem Gewölk entwickelte sich die Fläche des Meeres in eine graue Lasur, unter der Violett lag, gegen das Land zu hellere Tinten, hauptsächlich ein fast süßes Lila, aber immer der graue leuchtende Lack darüber, das Land war der Lido, wie mit dem Bleistift gezogen, von der sichersten Hand in die Karte eingetragen, eine gezeichnete Linie zwischen dem Schiefer-Meer, dem Opal-Meer und der silbern blendenden Lagune"





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...   Erstellt am 25.05.2008 - 17:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Caffe Florian kann hier stellvertretend für Venedig stehen, denn wenn man den Anekdoten, Gerüchten und Geschichten Glauben schenken mag, hat hier schon jeder Literat und Dichter einmal gesessen, seinen Kaffee oder seinen Martini getrunken und die Piazza auf sich wirken lassen. Als Florian-Gäste verbürgt sind Lord Byron, Foscolo, die Brüder Gozzi, Rousseau, Dumas pere, Alfred de Musset zusammen mit George Sand, Arthur Schopenhauer, Henry James, Hippolyte Taine, Ilja Ehrenburg, Jean Giono, von den lebenden Schriftstellern ganz zu schweigen. Ein spritziger Liebesroinan unserer Zeit, Gabriel Baryllis »Butterbrot«, spielt mit dem Mythos »Florian« und kann sich ihm doch nicht entziehen.
Zitat:

»Mein Gott, wer soll hier nicht schon alles gesessen und Schokolade geschlürft haben. >Who's who in man's history würde nicht ausreichen, um den Odem der Tradition zu übermitteln, der um diesen Kaffeeausschank liegt wie eine Federboa um Marylin Monroes zartweiche Schultern.“

Jean-Francois Vilar bringt in seinem Roman „Palazzo Calonna“ das Caffe Florian sogar in Verbindung mit einem terroristischen Anschlag.

Franz Grillparzer schreibt in seinen Reisetagebüchern Zitat:

„Als ich in der Nacht beim Mondschein in der Gondel diesen Palast hinum fuhr, bei den Staatsgefängnissen vorbei und nun in den durch Streiflichter manchmal unterbrochenen Schatten, welche diese Riesengebäude einander geheimnisvoll zuwerfen, der Ponte di sospiri über mir schwebte, über den die Staatsverbrecher einst aus dem Gefängnis zum Tode geführt wurden, da überfiel es mich mit Fieberschauer.
Alle die Gewesenen und all die Verblichenen, all die Verfolger, und Verfolgten, Mörder und Gemordete schienen aufzusteigen vor mir mit unverhüllten Häuptern.
Auf dieser Brücke ging Marin Falieri, ging vor ihm und nach ihm so mancher dem Tode entgegen, und dort erwarteten sie Henker und Richter, die Menschenleiden nicht beben machten und ein nicht zittern“





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...   Erstellt am 31.05.2008 - 11:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Daphne Du Maurier benutzt in ihrem Roman



Don't look now Venedig als Hintergrund für eine Horrorgeschichte. Venedig bei Nacht, Venedig im Nebel, geheimnisvolle Morde in Venedig, eine teleathisch begabte blinde Schottin, ein messerstechendes Zwergenwesen - überall Misstrauen und Düsterei.

Als Verfilmung " Wenn die Gondeln Trauer tragen"
wurde es mit Julie Christie und Donald Sutherland
in den Hauptrollen ein Welterfolg.





Leseprobe

Der Kanal war schmal,die Häuser auf beiden Seiten schienen sich über ihn zu neigen.
An jene Vormittag,als sich die Sonne im Wasser spiegelte, Bettzeug auf den Simsen der offenen Fenster lag und auf einem Balkon ein Kanarienvogel in seinem Bauer sang, hatte die Szene Wärme und Geborgenheit ausgestrahlt.

Jetzt in der Dunkelheit aber,schlacht beleuchtet, die Fenster mit Läden verschlossen, das Wasser dumpfing, wirkte die Gegend völlig verändert, ärmlich, verfallen,und die langen schmalen Boote, an glitschigen Stufen zu Kellergängen vertäut,sahen wie Särge aus.




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