WordPerfekt

Status: Offline Registriert seit: 09.03.2007 Beiträge: 688 Nachricht senden | Erstellt am 13.02.2008 - 16:21 |  |
Über Nacht Millionär werden — davon träumen viele. Deshalb spielen sie Lotto.
Das ist ein Glücksspiel, bei dem man auf dem Tippschein Zahlen ankreuzt.
De Chancen, im Lotto so viel Geld zu gewinnen, sind sehr, sehr klein.
Die meisten spielen ihr Leben lang vergeblich. Einige aber ziehen das große Los.
Über das Lottogeld freuen sich aber auch noch andere. Denn nicht alles Geld, das die Spieler bei den Tippstellen einbezahlen, gibt es später auch zu gewinnen.
Nutznießer des föderal organisierten Lottogeschäfts in Deutschland sind aber zunächst die Landesfinanzminister. Die Einnahmen der unterschiedlichen Lotterien - vom traditionellen Lotto 6 aus 49 und der Toto-Auswahlwette bis hin zu Erfindungen wie Keno und Rubbellos - fließen zu erheblichen Teilen dem jeweiligen Landeshaushalt zu.
Die Bundesländer sind über den Staatsvertrag zum Lotteriewesen dazu verpflichtet, einen Anteil davon - meist sind es zwischen 15 und 20 Prozent - für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Kritiker sehen in diesem Anteil eine Art Feigenblatt für die Finanzminister, die am Glücksspiel prächtig verdienen.
Substanziell gefährdet
Von Bundesland zu Bundesland werden die Lottoeinnahmen unterschiedlich verwendet. So führt etwa die Hamburger Lottogesellschaft ihren gesamten Überschuss direkt an den Senatshaushalt ab. Zusammen mit der Lottosteuer von 16,6 Prozent waren dies im vergangenen Jahr immerhin 85 Mio. Euro.
In Berlin fließen 20 Prozent der Einnahmen der landeseigenen Deutschen Klassenlotterie sowie der Bilanzgewinn in die Stiftung der Deutschen Klassenlotterie Berlin (DKLB-Stiftung) unter dem Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Im Jahr 2004 verteilte der Stiftungsrat 68,4 Mio. Euro an gemeinnützige Zwecke.
Der weitaus größte Empfänger sind die Sportvereine. Zwischen 500 und 550 Mio. Euro fließen pro Jahr in die deutsche Sportförderung. In Hamburg gingen beispielsweise 15 Prozent der Überschüsse an den Hamburger Sportbund mit seinen rund 800 Vereinen und 500.000 Mitgliedern.
Der Dachverband aller Landessportverbände, der neu gegründete Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), sieht den Breitensport substanziell gefährdet, sollte das staatliche Wettmonopol eingeschränkt werden und sich in der Folge die Lottoeinnahmen verringern. "Das wäre eine Katastrophe", sagt Harald Pieper, DOSB-Pressechef.
"Das fängt damit an, dass in den Sportvereinen keine Übungsleiter mehr ausgebildet werden könnten, und in letzter Konsequenz wären Millionen Menschen betroffen."
Auch die Wohlfahrtsverbände verweisen auf ihre Abhängigkeit von den Lottogeldern. "Ohne diese Zuweisungen stünden unzählige Projekte vor dem Aus - von der Krebsvorsorge bis zur Schuldner- und Suchtberatung", sagt Werner Ballhausen, Geschäftsführer des Dachverbandes Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. "Die soziale Landschaft in Deutschland sähe anders aus."
Genau an dem Punkt der Gemeinnützigkeit melden sich die privaten Wettanbieter zu Wort, die das staatliche Glücksspielmonopol zu Fall bringen wollen. Die Privaten sind bereit, Abgaben zu zahlen, und machen eine eigene Rechnung auf.
"Bei einem Wettsteuersatz von zwei Prozent, wie er in Österreich besteht, und einem Marktvolumen von 2 bis 3 Mrd. Euro wäre eine angemessene Abgabe für gemeinnützige Zwecke möglich", sagt Markus Maul, Präsident des Verbandes Europäischer Wettunternehmer (VEWU) mit Sitz im niedersächsischen Dannenberg.
Maul erhält politischen Flankenschutz aus der FDP. "Wenn wir den Sportwettenmarkt öffnen, können wir noch viel höhere Summen für gemeinnützige Zwecke erlösen", sagt Detlef Parr, sportpolitischer Sprecher der Freien Demokraten. Die Fraktion seiner Partei hat im Deutschen Bundestag deshalb jüngst einen Antrag zur Neuordnung des Wettmarktes unter Berücksichtigung der Gemeinwohlbelange eingebracht.
"Wenn wir keinen Wettbewerb zulassen, dann werden Oddset die Kunden weiter davonlaufen", sagt Parr, "und die Umsätze werden im Ausland gemacht." Zurzeit entwerfen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zwei Modelle für einen privaten Wettmarkt in Deutschland: eines, das Anbieter zu Steuerabgaben verpflichtet, und ein anderes, das über Konzessionen dem Staat Einnahmen sichert.
"Das Monopol in seiner derzeitigen Form ist mittelfristig nicht zu halten", sagt Parr, "und in den Bundesländern reift diese Einsicht allmählich."
Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/handel...html?zid=90221
Ich spiele kein Lotto.
Signatur Der menschliche Geist gleicht einem Fallschirm;
er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.
Franscis Picabia |
Robert 

Status: Offline Registriert seit: 25.08.2008 Beiträge: 351 Nachricht senden | Erstellt am 31.01.2009 - 16:49 |  |
Aber, wenn ich 2 Scheine kaufe, erhöht sich meine Chance 
Mein Nachbar hatte vor Jahren 5 Richtige.
Mit ihm hatten mehr als 60.000 Spieler 5 Richtige.
Der Lottogewinn betrug nur 300 DM.
Es kommt wohl nicht nur darauf an, 6 Richtige zu haben, sondern die RICHTIGEN zu haben.
Ich spiele auch jede Woche Lotto in einer Tippgemeinschaft. Wie gewonnen, so zerronnen.
|