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| Erstellt am 18.02.2009 - 11:07 |  |
Lotte Hahm war eine der rührigsten lesbischen Aktivistinnen im Homo-Eldorado der 20iger Jahre, Berlin.
Sie war Vorsitzende gleich mehrerer »Damenclubs«, zum Beispiel des Damenclubs Violetta in der Bülowstraße, der über 4000 Mitglieder zählte und Berlins einschlägige Damenwelt regelmäßig zu »Bunten Abenden« und »Damenbällen« rief.

Doch: »Vor allen Dingen hat es sich dieser Club zum Ziel gesetzt, geschlossen gegen die noch herrschende Achtung der andersgearteten Frau anzukämpfen«, heißt es 1928 im Szeneführer »Berlins lesbische Frauen«. Der Club ist gleichzeitig Mitglied im
»Bund für Menschenrecht«, des mit 48.OOO Mitgliedern größten Homosexuellenverbandes der Weimarer Republik.
Lotte Hahm ist Chefredakteurin der "Freundin", der mit IO.OOO Exemplaren auflagenstärksten Zeitschrift für lesbische Frauen.

Eine der ersten Amtshandlungen der Nationalsozialisten ist es, Die Freundin einzustampfen. Am 8. März 1933 wird das Blatt wie alle Publikationen des Friedrich-Radzuweit-Verlages verboten. Lotte Hahm wird verhaftet.
Wegen »Beleidigung der Reichsregierung« wird auch Elsa Conrad, die Leiterin des Damenclubs »Monbijou«, im Herbst 1935 verhaftet und zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt.
Sie habe sich mehrfach »staatsfeindlich« geäußert und behauptet, Hitler habe ein Verhältnis
mit Rudolf Heß.
Noch bevor Conrad ihre Haftstrafe ganz verbüßt hat,
wird sie Anfang 1937, wie zuvor Lotte Hahm, ins KZ Moringen bei Göttingen gebracht.
Zwei der wichtigsten Protagonistinnen der lesbischen Bewegung, die in der Weimarer Republik für gleiche Rechte kämpfte,sind Opfer der Nazi-Häscher geworden.
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