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MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 18.12.2005 - 22:58 |  |
Um unserer Begeisterung eine gewisse psychologische Ernüchterung zu geben möchte ich mal folgendes zitieren:
"Unser Leben wickelt sich durchweg innerhalb enger Horizonte ab, inmitten einer banalen Wirklichkeit, in der Tretmühle des Alltagstrotts und der Konventionen. Aus der Dumpfheit können die meisten von uns nur mit Hilfe einer Illusion entkommen, die uns vorgezaubert wird durch Theater, Film oder Buch..."
Der Autor kannte ( das Buch ist aus den 50er) noch kein Reenactment, sonst hätte er seine Aufzählung bestimmt damit ergänzt...
ODER???
[Dieser Beitrag wurde am 18.12.2005 - 23:03 von MadameKaya aktualisiert]
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
MadameKaya  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 742 Nachricht senden | Erstellt am 18.12.2005 - 23:02 |  |
Übrigens habe ich mit großer Begeisterung und glänzenden Augen eure Beiträge gelesen und ständig zustimmend mit dem Kopf genickt, besonders schön fand ich Majas Metapher mit dem Kokon... und Nanny passt ja nun wirklich in ihre Rolle 
[Dieser Beitrag wurde am 18.12.2005 - 23:02 von MadameKaya aktualisiert]
Signatur Es gibt kein echtes Leben im Falschen... |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 00:55 |  |
Merci, meine Liebe  Reenactment waren auch schon in den 50ern bekannt, nur nicht in dem Ausmaß wie heute und ich weiß nicht ob unter diesem Namen.
Das erste mal im Juli 1913, zum 50 Jährigem Gedenken und das letzte mal 1938 zum 75 Jährigen Gedenken an die Schlacht von Gettysburg, traffen sich die letzten Überlebenden des Sezessionskrieges auf dem Schlachtfeld von Gettysburg. Dort auf dem Feld, auf dem nicht nur viele von General Picketts Männern den Tod fanden standen sich die Gegner von einst gegenüber und die alten Veteranen des Südens "stürmten" mit dem Rebellenruf auf die Reihe ihrer Kameraden aus dem Norden zu. Als sie sich an der Mauer traffen, reichten sie sich die Hände. Ein alter Soldat erzählte hinterher, das er zuerst fürchterlich erschrocken war, als er den Kriegsruf seiner Gegner von damals nach so langer Zeit wieder hörte.
Ich habe gelesen, das diese Treffen heute als der allgemein gültige Zeitpunkt gelten an dem das was wir heute Reenactment nennen, ins Leben gerufen wurde. Selbst bin ich nach unserem letzten Gefecht abends immer zu den Yankees gegangen, um mit ihnen zu singen und die Freundschaft zu pflegen.
http://www.nps.gov/gett/getttour/sidebar/reunion13.htm
[Dieser Beitrag wurde am 19.12.2005 - 01:19 von Nanny aktualisiert]
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Una  Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 201 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 02:17 |  |
1827 wurde in den Vauxhaull Gardens ein Re-enactment der Schlacht von Waterloo mit über 1000 Soldaten (meist Zivilisten in Uniformen) und Pferden nachgespielt. Anstatt richtigen Kanonen gab es Chinaböller und Raketen. Dazu wurde dann Musik gespielt.
Re-enactment in der Geschichte ist ja nichts anderes als die jährlichen Feste, zu denen man berühmte Schlachten/Geschehnisse wieder aufleben ließ. Battle of Hastings, Untergang der Armada ... dies sind nur einige Daten, die gerne beim britischen Adel, aber auch zur Ergötzung des Volkes gerne aufgeführt wurden, entweder direkt auf dem Schlachtfeld oder in den Städten und am Hofe. Wenn man es nicht ganz genau nehmen will, dann kann man sogar die Gladiatorenkämpfe, in denen antike Schlachten nachgestellt wurden, schon als Re-enactment bezeichnen.
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- Stephen Covey |
Republicain  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 14.10.2005 Beiträge: 522 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 07:57 |  |
Für wahr.
Signatur ... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet. |
Elisabeth Ast


Status: Offline Registriert seit: 13.10.2005 Beiträge: 231 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 08:28 |  |
hier steht " Sehnsucht nach klaren Werten"
Die Frage stellt sich weniger nach den Werten als solchen , sondern vielmehr nach denen , die sie aufstellen,bzw deren Einhaltung kontrollieren ,nicht wahr ? Und in meinem Arkadien macht mir niemand mein Reich streitig oder stellt mich in Frage wie im richtigen Leben......
Wenn wir die Möglichkeit hätten ( es lebe der Konjunktiv ) ,uns in die Zeit zurückversetzen zu lassen ,die wir " reenacten "-unser Traum wäre ganz schnell ausgeträumt.
Signatur der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht ..... |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 19.12.2005 - 09:46 |  |
Wie wahr! Ich wollte wirklich nicht 1800 oder 1860 leben! Wenn ich mir allein anschaue, wie es dem größten Teil der Bevölkerung da ergangen ist oder welche Rolle die Frau in dieser Zeit spielt und welche Rechte (Rechte? Welche Rechte!)sie hatte - Nein danke!
Danke Una , dann war das, was ich da las, allein auf die Civil War-Reenactments bezogen 
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Una  Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 201 Nachricht senden | Erstellt am 20.12.2005 - 03:21 |  |
Bitte, bitte, liebe Nanny. Du kennst ja die bekloppten Briten (oder besser Engländer, Schotten würden Niiiiiiiiiiieeeeee auf diese Idee kommen, wir haben die Braemar Spiele ), die wollen immer wieder grosse Schlachten nach spielen. Vauxhall Gardens (wo heute die Waterloo Station ist) war bekannt dafür, antike wie auch zeitgenössische Schlachten und Geschehnisse nach zu stellen. Ein etwas anzügliches Re-enactment des Raubes der Sabinerinnen war in aller Munde in der Londoner ton im frühen 19. Jahrhundert. Man munkelte sogar, dass der Prince Regent dann die gleiche Aufführung nochmal im Palast hat spielen lassen und die Frauen waren mit einem Hauch von nichts bekleidet 
[Dieser Beitrag wurde am 20.12.2005 - 03:22 von Una aktualisiert]
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- Stephen Covey |
Nanny  Dieses Baums Blatt


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 656 Nachricht senden | Erstellt am 20.12.2005 - 07:30 |  |
Dann hatte der Prinzregent also auch Sehnsucht... nach anderen Werten 
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Una  Ast


Status: Offline Registriert seit: 12.10.2005 Beiträge: 201 Nachricht senden | Erstellt am 21.12.2005 - 00:02 |  |
Oh ja .. besonders die anderen Werte 
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