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crazy4flava ...
Admin Simone!
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...   Erstellt am 02.04.2007 - 17:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Live or Die
London. Eine Stadt die mehrere Gesichter hat. Einmal diese wunderschöne reiche sehenswürdige Stadt, die man so gern besichtigt und sich so gern dort zuhause fühlt. Auf der anderen Seite eine übliche Großstadt, ein Nest für viele Gangs. Ich wohn schon seit meiner Geburt in London mit meinem Bruder Daniel und meiner Schwester Jenny bei meiner Mutter und meinem Stiefvater. Meine Familie war schon immer zerrüttelt. Überhaupt alles was behütet sein sollte für ein Kind, war bei mir nicht so. Außer auf meine Freunde, meine Schwester und meinen Bruder konnte ich immer zählen. Meine Clique bestand aus 21 Leuten. Die Jungs hießen Jay, Lee, Mus, Stu, Ollie, Sam, Tom, Kenz, Marcel und Chris. Die Jungs machten für ihr Leben gern Musik, sie rappten, machten Beats, die sich echt klasse anhörten. Und ihr größter Traum war es berühmt zu werden. Ich persönlich hatte schon immer eine große Schwäche für Jay gehabt, doch der hielt sich immer was fern von mir. Ich wusste nicht voran es lag, doch ich vermutete es lag daran das Jay der beste Freund von Daniel war, meinem großen Bruder. Und Daniel machte sowieso immer den großen Bruder wenn es um Jungs bei Jenny und mir ging. Ich wusste aber das Jenny schon länger Stu toll fand, der meiner Meinung nach schon oft heimlich zu Jenny schaute. Ich wollte mich da aber nicht festlegen und erzählte es Jenny noch nicht. Der Mädchenpart unserer Clique besteht aus Jenny, Ju, Jojo, Debbie, Shaz, Becca, Jacky, Janina, Melina und mir. Wir kennen uns alle schon seit der Grundschule oder dem Kindergarten und haben dementsprechend auch ein enges Verhältnis und eine starke Bindung. Im Gegensatz zu anderen Gangs oder Cliquen machten wir keine krummen Sachen, wir hingen einfach nur gerne zusammen und wir Girls hörten uns gerne die Lieder der Jungs an. Bei den anderen 'Gangs Londons waren wir aber ziemlich unbeliebt, sie hassten uns weil wir Musik machten und nicht `cool` genug waren weil wir keine illegalen Dinge taten. Man musste echt aufpassen das man abends nicht allein durch die Straßen lief. Es ist einfach zu gefährlich.

Meistens trafen wir uns im Hyde Park oder bei irgendwem zuhause. Heute war schönes Wetter also beschlossen wir uns im Hyde Park zu treffen und da den Tag zu verbringen. Wir machten uns wie üblich auf der Wiese breit. Die Jungs rappten uns einiges vor, während wir Mädels schwärmend zuhörten.
"I'm blazin hot like the heat of the sun, no time to loose put the suppressor on the gun, make
no mistake cause Melo-D is number one, dont even want to step me because the battle has been
won, hype up the set 5, 4, 3, 2, 1, better brace yourself for the fight is to become, a battle
of all dapa d's fighting for the right to be a garage MC." rappte Chris vor sich hin. Janina lag währenddessen auf einer Decke neben ihm und hörte ihm genau zu. Wir Girls wussten genau das sie ihn toll fand, aber sie tat immer so als wäre es nicht so als wir sie darauf ansprachen. Ich grinste als ich die beiden beobachtete. Ich stupste Ju an, die in Mus Armen lag und deutet auf Janina. Mus und Ju waren irgendwie so was wie ein Traumpärchen bei uns in der Clique, genauso wie Shaz und Sam. Die waren schon so lang zusammen und es kam einem vor als hätten sie nie Probleme. Ich wünschte mir passiere mal so was, aber ich hatte sowieso nirgendwo Glück. Na gut ich hatte Glück bei meinen Freunden, aber sonst kam es mir vor ein einziger Pechhaufen zu sein. Ju grinste und kicherte. "Da scheint aber jemand ganz schön verliebt zu sein." sagte sie und lachte. Ich grinste und schaute nun zu Jay der jetzt rappte. "When i come through black suit, white shirt better quit the game, you aint gonna be the one with money to gain, yo, throw your hands in the air if you wanna test this, ha, thats what i
thought so i said you couldn't, and even if you could, you know you really shouldn't, i'll pull
it over your eyes and over your face and Flava's surprise is what you can taste so don't be
late, coz these cats tempt no fate, MCs wanna hate never wanna act bait, so fat,so never sound
wack on this track, takin your boys, my kru be down for these cats." rappte er. Ich sahs da und beobachtete ihn unauffällig. Er sah noch toller aus wenn er rappte, man sah ihm einfach an das rappen für ihn wichtig war, es war sein Element und er beherrschte es gut. Sehr gut. Die anderen Jungs aber auch. Daniel beatboxte dazu und blödelte nach Jays Rap mit ihm rum. Ich lächelte dabei etwas. "Hallooooo pennst du oder was?" fragte Debbie mich und stupste mich etwas an. "Was hä?" fragte ich verpeilt. "Du solltest besser etwas früher pennen gehen jeden Abend, ich hab dich was gefragt." sagte Debbie und krabbelte über die Decken wieder zurück in die Arme von ihrem Freund Ollie. "Sorry ich war in Gedanken." entschuldigte ich mich und kratzte mich verlegen am Kopf. "Jaa ich weiß auch in welchen Gedanken." sagte Jacky lachend, die genau wusste das ich Jay toll fand. Ich wurde rot und tat so als würde ich ein paar Flusen von der Decke machen auf der ich lag. Debbie und die anderen, die Jackys Kommentar mitbekommen hatten grinsten breit. "Na ja wollt nur wissen ob du auch einen selbstgebackenen Muffin von mir haben willst, danach kannst du ja da weiter machen wo du aufgehört hast." sagte sie und grinste weiter. Ich blickte sie finster an, grinste dann aber wieder. "Nein jetzt nicht, danke trotzdem,." sagte ich und legte mich mit dem Rücken auf die Decke und schaute in den klaren Himmel. Ich machte die Augen zu und hörte einfach meiner Umgebung zu. "Back in the beginning it was me and Flava, the two best MCs inside your manor, enter the
streets with your Dolca and Gabbana, get the listening raver hy-pper cha hit em with the flash
lighter, up middle we come and get ya, enter my H and G selector when im spitting out my lyrics,
spitting out my lyrics, pull by the trigger its another winner, my lyrical flow will just make
you shiver, Kenzie MC with the lyrical thriller, westside i just stand and deliver zimm zimmer
get up make you quiver cruising right behind you in my bim bimmer, joy riding police man under
cover me and my crew we do it proper." rappte Kenz. Jacky bejubelte ihn. Ich wusste auch das Jacky auf Kenz stand, und ich glaube die beiden kommen sich näher und näher. Jedenfalls gucken sich die beiden ziemlich intensiv an. Ich ließ die Augen geschlossen und hörte wie Melina und Marcel sich über etwas unterhielten. Die beiden waren erst seit kurzem zusammen und schienen ziemlich glücklich zu sein. Ich fand die beiden total süß. Von allen Paaren waren die beiden die temperamentvollsten, was ich ziemlich süß und unterhaltsam fand. Becca und Tom waren da eher ein ruhigeres Paar, aber trotzdem voll süß. "Simone wenn du jetzt kein Muffin nimmst, sind die gleich weg," warnte mich Jojo. Ich machte die Augen auf und schaute zu ihr. Jojo lag in Lee`s Nähe, der sie toll fand. Das wusste ich aus guter Quelle. Aber Jojo ließ ihn irgendwie nicht an sich ran, obwohl sie ihn auch toll fand. Ich lächelte und krabbelte über die Decke um mir den letzten Muffin zu schnappen. "Danke," sagte ich mit halbvollem Mund. Ich krabbelte zurück zu meinem Platz, als Jay plötzlich vor mir stand und mir den Muffin wegschnappte. "EJJ." schrie ich ihm hinterher und nahm die Verfolgung auf. Jay lachte sich während er weglief kaputt. Durch tricksen holte ich ihn kurze Zeit wieder ein. Ich lachte und kniff ihm in die Seite. "Auu, ist ja gut ich wollte nur einmal abbeißen." sagte Jay und biss schnell ab und gab mir den Rest zurück. "Dann hättest du auch einfach fragen können," sagte ich und ging mit ihm wieder zurück zu den anderen. "So hat es aber mehr Spaß gemacht." sagte er und lächelte mich an. Daniel guckte uns dabei die ganze Zeit an. Jay merkte das und ging wieder zu ihm zurück.

Ich setzte mich zurück auf meinen Platz und beobachtete Jay dabei etwas. Daniel achtete total drauf das keiner der Jungs mir zu Nahe kam. Das nervte mich total. Ich glaub er hatte nur Angst ich könnte verletzte werden oder so. Aber im Prinzip war das meine Sache und ich hasste es das er das tat. Und genau in diesem Moment kam mein persönlicher Albtraum in unsere Richtung und der Hauptgrund warum Daniel den Beschützer von mir spielte. Andy Larkson, der Boss einer Gang hier aus London, der schlimmste Feind unserer Clique, und leider mein Ex-Freund. Ich war mit ihm zusammen da war ich grad mal 16 und ich bereue es. Aber na ja wenn man jung ist tut man Dinge die man später immer bereut. Daniel hasste ihn wie die Pest, genauso wie die anderen und natürlich hasste er uns auch. Seine Gang war einer der Gangs, vor der wir Angst haben müssen. Und natürlich kam er jetzt auf uns zu. Hinter ihm 4 Mitglieder seiner Gang, die schon einiges verbrochen hatten, was nicht mehr zu spaßen ist. "Och ne guckt mal wer da kommt." sagte Daniel direkt in Angriffslaune. "Daniel bleib sitzen und ignorier sie!" ermahnte Jenny ihn. Ich klammerte mich an meine Decke auf der ich lag. Daniel sah Jenny empört an und mich wütend. Er machte mir immer noch Vorwürfe, dass ich mich auf Andy eingelassen hatte. "Hoffentlich gehen die weiter, ich hab kein bock auf ne Schlägerei." sagte Janina und rückte näher zu Chris. Und die anderen Mädels rückten auch etwas näher zu ihren Jungs nur ich saß alleine da und natürlich Daniel und Jay. "Bitte geht weiter, bitte geht weiter." murmelte ich vor mich hin. Währenddessen kam er immer näher. Gefolgt von seinen vier "Wachhunden" wie ich sie nannte.


Kurze Zeit später stand er schon vor uns. Mit breitem Grinsen schaute er uns verachtungsvoll an. Ich sah ihn angewidert an. "Was willst du Larkson?!" fragte Daniel aggressiv. "Ruhig Junge, ich wollt mir nur ansehen was ihr Freaks hier so macht." sagte er lachend. Seine "Wachhunde" lachten dumm hinterher. "Man verpiss dich, wir haben kein bock mit dir zu reden." sagte Mus relaxed, der Ju im Arm hielt. "Schnauze Junge mit dir red ich grad auch nicht!" konterte Andy und sah mich dann an. "Na süße, wie geht’s dir so?" fragte er und sah mich grinsend an. Ich antwortete nicht und sah ihn nur ernst an. "Lass sie in Ruhe!" rief Daniel und stand auf. "Halt die Fresse man, wieso fühlt ihr euch immer so angesprochen?" rief Andy und sah Daniel wütend an. Dann wandte er sich wieder mir zu. "du musst dich ja schrecklich fühlen bei diesen Volldeppen." sagte er lachend und sah mich weiter an. Ich antwortete wieder nicht. Andy hasste es wenn man ihn ignorierte. Er wiederholte sich wieder und sah mich diesmal auch wütend an. Die Girls um mich rum wurden immer nervöser. Ich sah wie Melina die Hand von Marcel nahm und sich irgendwie festklammerte. "Simone!" flüsterte Jojo mir leise zu damit ich antwortete. Ich antwortete bewusst nicht. Früher war es so gewesen wenn man ihm nicht antwortete, dann wurde er zwar sauer aber er verpisste sich dann erstmal in ein anderes Zimmer. Umso mehr wunderte ich mich als er plötzlich auf mich losging, mich am Hals packte und hoch zog. "Ich hab dich was gefragt!" schrie er mich an. Ich blieb regungslos und gab kein Ton von mir. Daniel und die anderen waren total unter Schock. Man sah ihnen an, das sie das nicht erwartet hatten. Plötzlich begriff Daniel und stürmte auf Andy los, riss ihn auf den Boden und schlug ihn ins Gesicht. Seine vier Gangmitglieder reagierten sofort und wollten alle auf Daniel los. Jay, Kenz, Mus und Marcel halfen Daniel während die Girls zu mir krabbelten und mich begutachteten. "Ist bei dir alles okay?" fragte Shaz. Ich nickte nur und schaute besorgt zu Daniel und den anderen Jungs. Chris, Tom, Sam Ollie, Stu und Lee wollten den Jungs irgendwie auch helfen, aber die schrien das sie die Girls hier wegbringen sollten. "Wir kommen gleich nach!" rief Jay schnell und knallte einem der Typen eine. Die Jungs packten sich schnell ihre Girls und Ju packte mich nebenbei noch schnell weil ich irgendwie nicht reagierte. Ich rannte hinter ihr her und merkte noch nicht mal wie lang wir liefen. Irgendwann bekam ich dann nur mit wie wir hielten. Ich musste die ganze Zeit denken dass den Jungs hoffentlich nichts passiert. Wir standen vor Sams Wohnung und gingen alle rein. Kurze Zeit später riefen die übrigen Jungs aus dem Park aus an und fragten wo wir waren. "Wir sind bei Sam." sagte Stu, der von Jay angerufen wurde. "Okay wir sind unterwegs." sagte Jay und legte auf. "Hoffentlich geht’s ihnen gut." sagte Ju, die besonders an Mus dachte. "Also Jay hörte sich normal an am Telefon." versicherte Stu und setzte sich neben Jenny, die ganz nervös war. "Hoffentlich." murmelte sie und sah mich ernst an. "Ich weiß was du denkst, ich bin es Schuld." sagte ich und sah sie an. "Ist es nicht so? Du hast ihn voll provoziert." machte mir Jenny Vorwürfe. Ich nickte und schaute auf den Boden. Jenny stand auf und umarmte mich liebevoll. "Schon gut, jeder macht Fehler." sagte sie und sah erwartungsvoll und wartend auf die Tür.

Kurze Zeit später kamen die Jungs schon wieder. Ju fiel ihrem Mus direkt in die Arme. Ich lächelte bei dem Anblick die beiden waren einfach zu süß. Melina rannte auch direkt zu Marcel, dem ging es aber ziemlich gut, was sie total glücklich machte. "Gut das dir nichts passiert ist." sagte sie und küsste ihn zur Begrüßung. "Ach das waren voll Luschen," sagte Marcel total unbeeindruckt und machte bisschen auf dicke Hose vor Melina, was ich voll witzig fand. Mein Grinsen verschwand aber als Daniel herein kam. Er hatte auch kaum was abbekommen außer einer kleinen Schramme am rechten Auge, jedoch sah er mich wütend an. "War ja ne tolle Idee auf stur zu stellen!" schrie er mich an. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. "Es tut mir Leid, ich wusste nicht das er so reagiert." entschuldigte ich mich. "Jetzt lass sie doch, sie hat es ja nicht extra gemacht!" verteidigte mich Jenny. Kenzie wurde währenddessen besorgt von Jacky beobachtet. "Alles okay bei dir?" fragte sie und sah ihn an. Er nickte und lächelte sie an. Dabei sprühten einige Funken. Ich hoffte die beiden kamen bald mal endlich zusammen. "Du bist doch einfach nur zu dumm!!" motzte mich Daniel weiter an und holte mich wieder aus meinen Gedanken. "Komm lass gut sein," beschützte mich jetzt auch Jay. Er hatte ein Veilchen am Auge, sah aber sonst noch topfit aus. Daniel setzte sich genervt in den Sessel und starrte auf den Fernsehbildschirm den er angemacht hatte. "Mach dir nichts draus," sagte Jay und streichelte meine Schulter. Er lächelte mir aufmunternd zu und setzte sich neben mich. Ich lächelte zurück.

Daniel zappte wütend durch das Programm während wir anderen auf dem Sofa saßen und nicht ganz wussten was wir sagen sollten. Wir beschlossen Daniel erstmal besser in Ruhe zu lassen bis er sich beruhigte. Jacky kuschelte sich währenddessen an Kenz an, der sie in den Arm nahm. Die beiden sahen zu süß aus. Ich hätte mich in der Situation am liebsten an Jay dran gekuschelt, doch das ließ ich besser sein. Erstens um Daniel nicht noch weiter aufzuregen und zweitens wusste ich nicht wie Jay darauf reagieren würde. Jenny flirtete währenddessen mit Stu und schien so langsam ihm immer näher zu kommen. Was ich auch total schön fand war, das Jojo so langsam in Flirtlaune mit Lee kam, bisher war sie total abweisend zu ihm. Das lag wahrscheinlich daran das Jojo wie ich vorher nie Glück in der Liebe hatte. Aber mit Lee schien das endlich mal was Ernstes und wunderschönes zu werden. Ich hoffte es jedenfalls. Irgendwann zischte Daniel ohne was zu sagen ab und würdigte mir natürlich keines Blickes. So stellte er sich echt nur selten an aber wenn dann war das echt ne Tragödie. Irgendwie war dadurch auch die Stimmung dahin und so machten wir die Nachmittage erstmal was allein um die Stimmung was zu lockern. Na ja eher gesagt machten die Pärchen was gemeinsam. Und Jacky und Kenz verabredeten sich. Am Abend wollten wir uns aber noch auf einem kleinen Fußballplatz treffen und da bisschen chillen. Daniel wollten wir dann auch zwingen zu kommen. Wir hingen da zwar selten rum, aber manchmal spielten die Jungs halt gerne da bisschen und wir Girls beteiligten uns oder schauten zu. Auf jeden fall war es immer lustig.

Wir verabredeten uns also für heut Abend am Fußballplatz. Es war zum Glück im Moment noch lange hell. Wir konnten sogar Daniel überreden mitzukommen. Er war aber immer noch sauer auf mich. Aber wenigstens konnten die anderen mit ihm reden, auch wenn er mich mied. Daniel, Jay, Jenny, Stu, Jacky, Kenz und ich trafen uns schon vorher und machten uns gemeinsam auf den Weg zum Fußballplatz. Die anderen warteten schon da auf uns. Als wir trödelnd uns auf den Weg machten fiel mir plötzlich auf das Kenz Jacky an die Hand nahm. Ich grinste breit und rannte dabei voll in Jay rein. "Auuu!" rief er und sah mich an. "Sorry," sagte ich und deutete auf Jacky und Kenz die turtelnd hinter uns herliefen und noch nicht mal merkten wir sie beobachteten. Jay fing auch an zu grinsen und deutete Jenny, Daniel und Stu an, das die beiden zusammen zu sein schienen. "Seid ihr zwei zusammen?" vergewisserte sich Jenny lieber. Kenz nickte nur und strahlte. "Ja seit vorhin." sagte Jacky und lächelte. "Wie süß, herzlichen Glückwunsch." antwortete Jenny und rannte dabei auch noch in Stu. Ich grinste während ihr das peinlich war und sie sich bei Stu entschuldigte. "Macht nix." sagte er und lächelte sie voll süß an. Als wir ankamen, waren die anderen schon bisschen am spielen. Selbst die Girls spielten, was total süß war weil die Jungs deshalb extra sanft spielten. Shaz jagte gerade Sam hinterher der mit dem Ball schnurstracks zum Tor lief, in dem Melina stand. Die schaffte es knapp den Ball abzufangen. "Mist, rief Sam und ärgerte sich voll. Shaz lachte ihn aus und nahm ihn dann aber in den Arm. Währenddessen schnappte sich Janina den Ball und versuchte sich Chris vom Leib zu halten, damit er ihr den Ball nicht wegnahm. Dabei stolperten die beiden über die eigenen Füße und fielen zusammen hin. Wir anderen lachten uns schlapp, weil es total witzig aussah, wie die beiden da halb verknotet auf dem Boden lagen. Die beiden waren knall rot. Wir Neuankömmlinge spielten einfach mit und hatten viel Spaß. Wir wussten gar nicht wie lang wir spielten, aber es wurde langsam dämmrig. Und mit der Dunkelheit kam die Gefahr. Als plötzlich Andy mit seiner Gang am Tor stand rutschte mir das Herz in die Hose. "Scheiße," murmelte ich und deutete zum Tor. "Och nein nicht schon wieder." sagte Janina und wurde nervös. "Er will sich für heut Mittag rächen." sagte Daniel gelassen. "Och ne ich will nicht das ihr euch wieder prügeln müsst." sagte Ju und hielt die Hand von Mus ganz fest. Andy kam zielgerecht auf uns zu und sah wütend aus. "Daniel du Pussy komm her, wir haben noch was zu klären." rief er und blieb einige Meter vor uns stehen. Ne Gang von 20 Typen stand jetzt vor uns. Die anderen Gangmitglieder beschäftigten die anderen Jungs indem sie auf sie losgingen. Jetzt waren nur noch Daniel und wir Mädels aufmerksam. "verschwindet so schnell ihr könnt," sagte Daniel zu uns Girls. Wir wollten schnell weglaufen, da hielt Daniel uns auf. "Stopp!!!" sagte er und richtete eine Waffe auf mich. "Daniel ich hasse es wenn man meine Ehre beschmutzt und das hast du gestern getan! Deshalb werde ich jetzt deine Ehre beschmutzen und deine kleine Sister umbringen." sagte er und löste die Sicherung von der Waffe, die immer noch auf mich gerichtet war. Daniel war geschockt, genauso wie wir anderen.

Jay reagierte als einziger und schlich sich an Andy ran und warf sich auf ihn. Andy erschrak sich so stark, dass er abdrückte…knapp an mir vorbei durch Jays Attacke. Ich war wie gelähmt. Ich konnte mich überhaupt nicht bewegen. Daniel reagierte schließlich auch und zog mich weg von der Gang, die merkten das aber, weshalb dann drei große Typen auf uns zukamen. Zwei gingen auf Daniel los und der eine schleppte mich wieder zurück. Ich wehrte mich so gut ich konnte, aber der Typ war einfach zu groß und zu stark. Er schleppte mich bis vor Andys Füße der sich immer noch mit Jay prügelte. Die anderen Girls wurden währenddessen von anderen großen Typen festgehalten. Man sah ihnen die Angst im Gesicht stehen. "Los knall sie ab!" rief Andy und warf dem großen Typen der mich festhielt die Waffe rüber. Der fing die Waffe und ladet die Waffe wieder. Ich machte die Augen zu. Ich hatte Angst. Aber ich hatte keine andere Wahl als dem Tod in die Augen zu sehen. Er stand vor mir, die Waffe auf mich gerichtet. Plötzlich attackierte Daniel den Typen wieder und durch deren Prügelei landete ich unsanft auf den Boden und schlug hart mit dem Kopf auf. Ich wurde ohnmächtig konnte aber einige Sekunden entfernt laute Geräusche war nehmen. Ich konnte Schüsse, Schreie und Rufe wahrnehmen. War ich getroffen worden? Oder jemand anderes?

Ich wachte irgendwann wieder auf. Jay war über mich gebeugt und begutachtete mich besorgt. "Ist alles ok?" fragte er mich und sah mich an. Ich nickte benommen. "Du blutest etwas am Kopf." sagte er und wischte es mir weg. "Wo sind wir?" fragte ich völlig verpeilt. "Auf dem Fußballplatz süße." sagte er und schaute nach rechts wo ich glaub ich Jenny und die anderen weinen hörte. "Was ist denn passiert?" fragte ich und versuchte in die Richtung zu schauen, aber mir tat alles weh und ich war irgendwie so schwach das ich meinen Kopf nicht drehen konnte. "Das erklär ich dir alles später." sagte er und sah mich traurig an. "Der Krankenwagen kommt gleich." fügte er hinzu und drückte meine Hand ganz fest. "Okay," sagte ich und schaute in den Himmel der immer dunkler wurde. Es war eine klare Nacht. Man sah alle Sterne und sie schienen alle so zum greifen nah zu sein. Ich hörte immer noch wie Jenny weinte. "Wieso weint sie," fragte ich Jay der neben mir auf dem Boden saß und nachdenklich auf dem Boden schaute. "Ich…ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll." sagte Jay und sah mich von oben herab an. Er zog sich sein Jacke aus und legte sie über mich damit ich nicht fror. In diesem Moment kamen anscheinend einige Krankenwagen um die Ecke. Jay sah in die Richtung wo die Sanitäter herkamen. Ich wurde auf eine Trage gelegt und dann in den Krankenwagen gelegt. Die anderen standen alle um jemanden herum, aber ich konnte durch die Dunkelheit nichts sehen. Ich sah dann plötzlich das auch die Polizei da zu sein schien und ein Leichenwagen. Ich war schockiert. Oh Gott, bitte lass keinen aus meiner Clique tot sein, betete ich. Ich zitterte richtig und wäre am liebsten auf gesprungen um selbst nachzusehen, aber ich konnte nicht. Währenddessen wurde irgendwer in einen Leichensack gepackt und weg getragen. Jay kam zu mir in den Krankenwagen und sah mich mit Tränen in den Augen an. "Simone du musst jetzt stark sein…es ist jemand gestorben der dir sehr viel bedeutet hat." sagte Jay und drückte wieder meine Hand. Ich sah ihn geschockt an. "wer?" brachte ich mit zittriger Stimme als einziges heraus. "Daniel." sagte er selber mit zittriger Stimme. Ich sah ihn an. Ich fühlte mich so leer. Das konnte nicht sein. Nein nicht Daniel. "Du lügst." sagte ich und brach in Tränen zusammen. "Tut mir Leid." sagte er während ihm ne Träne über die Wange lief. "Nein!" schrie ich während mir weiter Tränen über die Wange lief. Ich drückte mich mit letzter Kraft hoch und versuchte aufzustehen. "Sie dürfen nicht aufstehen, sie haben eine Gehirnerschütterung." sagte der Arzt und versuchte mich sanft wieder hinzulegen. "Jay bitte hol mir Jenny hier hin ich muss sie sehen." sagte ich und krallte mich an der Liege fest. "die wird grad selbst ärztlich behandelt. sie hat einen Nervenzusammenbruch." sagte Jay und sah mich besorgt an. "Ist sonst jemand verletzt?" fragte ich zittrig "Ja Mus wurde angeschossen, aber der Schuss ist harmlos." sagte Jay. "Ich will zu meinen Bruder!" schrie ich wieder und wollte wieder aufstehen. "Das geht jetzt leider nicht." sagte der Arzt und verabreichte mir eine Beruhigungsspritze. "Wollen sie mit zum Krankenhaus fahren?" fragte der Arzt Jay. Der nickte und setzte sich auf einen Stuhl neben mir hin.

Während der ganzen Fahrt zum Krankenhaus musste ich die ganze Zeit an Daniel und Jenny denken. Das konnte nicht wahr sein. Nicht Daniel! Und Jenny ging es richtig schlecht, ich wollte sie sehen, ich wollte sie in den Arm nehmen. Das Leben war ungerecht wieso Daniel? Er war grad mal 20! Sein ganzes Leben hatte er noch vor sich. Was hat man schon mit 20 erlebt??? Fängt das Leben da nicht erst richtig an? Ich starrte an die Decke des Krankenwagens. Jay beobachtete mich die ganze Fahrt über. Ich wusste er wollte mir einiges sagen, aber was soll man in so einer Situation schon sagen? Tut mir Leid Simone? Nein, Jay hatte ja schließlich selber Verlust gemacht, sein bester Freund war tot. Mir liefen immer mal wieder Tränen über die Wange. Ich wusste noch nicht mal, ob meine Eltern Bescheid wussten. Ich hatte so viel Fragen die mir im Kopf umher schwirrten. Als wir im Krankenhaus ankamen, wurde ich erstmal untersucht und kam dann auf ein Zimmer. Jay wich mir zum glück nicht von der Seite. Ich wüsste nicht was ich täte wenn ich alleine wäre. "Danke das du bei mir bist." sagte ich während Jay auf einem Stuhl neben mir saß. Er nickte und lächelte mir zu. Irgendwann klopfte es bei mir an der Tür. Jay rief für mich "Herein." Es kamen Jojo, Lee, Debbie, Ollie, Janina und Melo herein. Sie sahen mich traurig an. "Hey," sagte ich mit heiserer Stimme. Die sechs umarmten mich mitfühlend und vergossen einige Tränen. "Das tut mir so Leid, Simone." sagte Janina und musste sich am Bett stützen. "Ich glaub das kann keiner so richtig glauben." sagte Jay und sah auf den Boden. "Unfassbar." sagte Ollie und hielt Debbie fest im Arm. Jojo wischte sich zitternd einige Tränen weg. "Die anderen sind auch draußen, wir dürfen leider nicht alle gleichzeitig hier rein." erklärte Lee. Ich nickte bloß. "Weiß einer wie es Jenny geht?" sagte ich und unterbrach damit die Stille im Raum. "Sie schläft jetzt. Morgen dürfen wir sie besuchen." sagte Janina und schluckte schwer. Ich nickte wieder. "Deine Eltern wurden grad auch benachrichtigt." sagte Debbie zitternd. Oh man meine Eltern mussten total fertig sein von der Nachricht. Ein toter Sohn und beide Töchter im Krankenhaus. Na gut meinem Stiefvater war es wahrscheinlich egal, er würde sich höchstens über die hohen Kosten jetzt aufregen, so wie ich ihn kannte. Aber meine Mutter musste am Boden zerstört sein. Nach einiger Zeit verabschiedeten sich die sechs und dafür kamen dann die anderen rein. Shaz, Sam, Becca, Tom, Jacky, Kenz, Melina und Marcel umarmten mich auch mitfühlen und sprachen ihr Beileid aus. "Wenn ich diese Typen in die Finger kriege," sagte Marcel wütend und schaute zu Boden. "Red nicht so." sagte Melina traurig und umarmte ihn. "Sie werden schon ihre gerechte Strafe bekommen." sagte Jacky und hielt Kenzies Hand ganz fest. "Was ist mit Mus und Ju??" fragte ich und schaute in die Runde. "Mus wird grad ärztlich versorgt. Ihm geht es aber ganz gut." sagte Shaz und sah mich aufmunternd an. "Ja und Ju ist grad bei ihm." sagte Becca, die von Tom ganz fest gehalten wurde. Ich nickte verständnisvoll. Unser Gespräch ging noch einige Zeit so weiter bis auch die acht sich verabschiedeten. Man sah ihnen die Erschöpfung an und da war es besser jeder schläft erstmal ne Runde. Ich sah auch wie Jay erschöpft war. "Du willst bestimmt nachhause?" fragte ich ihn vorsichtig. Er schüttelte den Kopf. "Du siehst aber so müde aus." sagte ich und sah ihn besorgt an. "Schon gut, ich will dich nicht allein lassen." sagte er und sah mich an. "Das ist lieb von dir." sagte ich müde. "Du kannst auch zu mir ins Bett kommen, aber ich will nicht aufdrängend wirken." sagte ich und sah ihn an. Jay sah mich an. Mir wurde das Angebot direkt peinlich und schnappte mir das Piepsgerät um ne Schwester zurufen. "Oder ich sag einfach der Schwester bescheid, die sollen dir ne Bettdecke und n Kissen für das Bett neben mir bringen." sagte ich und wollte auf den Knopf drücken. Doch Jay hielt mich auf und sah mich aufmunternd an. "Schon gut ich penn einfach bei dir." sagte er und krabbelte zu mir unter die Bettdecke. Er drückte mich ganz fest und nachdem ich noch einige Tränen vergoss schlief ich fest ein.



Als ich am nächsten Morgen aufwachte war ich so glücklich in Jays Armen zu liegen. Ich kuschelte mich noch etwas mehr an ihn ran und atmete tief durch. Danach machte ich die Augen auf und schaute mich um. Als ich dann merkte das ich im Krankenhaus lag, fiel mir alles schlagartig wieder ein. Ich krallte mich an der Decke fest und schaute traurig in die Gegend. Ich konnte es noch immer nicht fassen. Jay atmete ganz ruhig. Ich hörte seinen Herzschlag was sehr beruhigend war. Plötzlich ging die Zimmertür auf und meine Mutter und mein Stiefvater standen im Raum. Ich sah sie schockiert an. Mit einem Stupser weckte ich Jay sanft, der bei dem Anblick des Besuches, direkt aus dem Bett hüpfte. Mein Stiefvater sah mich wie immer ernst an. Jay sah er angewidert an. Meine Mutter hatte Tränen in den Augen und umarmte mich. "Was macht ihr nur für Sachen." sagte sie und weinte bitterlich. Mein Stiefvater stand währenddessen abseits und gab keinen ton von sich. Deswegen hasste ich ihn. Er hatte uns nie Zuneigung oder wenigstens Respekt gezeigt. Oder wenigstens das er uns akzeptierte. Er hasste Kinder und das zeigte er uns seit ich 6 Jahre alt war. Mich hasste er besonders, weil ich die Kleinste war und deswegen länger Kind war. Aber genauso wie er mich hasste so hasste ich ihn.


"Ich bin so froh das wenigstens Jenny und du noch lebt, ach Gott das ist so schrecklich." sagte meine Mutter und wischte sich zitternd Tränen aus den Augen. Ich machte grad den Mund auf um meine Mutter zu trösten, da mischte sich plötzlich mein Stiefvater ins Gespräch ein. "Das war so klar, dass so was passiert. Ich hab’s dir gesagt Amanda, wenn die mit solchen Leuten verkehren." sagte er zu meiner Mutter und schaute Jay weiter angewidert an. Jay sah ihn irritiert an. Er wusste nicht was er sagen sollte. Ich sah meinen Stiefvater wütend an. "Sag mal hast du sie nicht mehr alle! Er hat mit dem Vorfall gar nichts zutun, er ist eher einer der Gründe das ich noch lebe." schrie ich meinen Stiefvater an. Der sah mich nur ausdruckslos an, sowie er es öfter tat. "Simone ich bin sicher er meinte das nicht so." sagte meine Mutter und versuchte mich zu Beruhigen. "Komm setz dich hin du darfst dich nicht aufregen." sagte Jay und drückte mich sanft aufs Bett. "Es tut mir sehr Leid was passiert ist." wandte er sich dann zu meiner Mutter. "Ich meinte das ganz genauso wie ich es gesagt habe." sagte mein Stiefvater da und brachte mich damit wieder auf 180. "Herbert." versuchte meine Mutter ihn dazu zubringen das zu lassen. "Komm lass uns gehen." sagte ich zu Jay und schnappte mir seine Hand und rannte mit ihm aus dem Zimmer. "Wo wollen wir denn jetzt hin“, fragte er irritiert. "Weg, einfach nur weg von meinen verrückten Erziehungsberechtigten." sagte ich und suchte mir einen Weg durch die vielen Gänge des Krankenhauses. Jay musste dabei irgendwie grinsen. Ich ging zu einem Informationsschalter und erkundigte mich wo Jenny lag. "OK Zimmer 210, 3.Etage." sagte ich dann zu Jay und stieg mit ihm in den Aufzug. "Tut mir leid wegen meinem Stiefvater." sagte ich während ich mit ihm allein im Aufzug stand. "Schon gut kannst du ja nichts für." sagte er und lächelte mich süß an. Dabei fiel mir auf das wir uns noch nie näher waren als jetzt in den letzten Tagen. Es war schon komisch was passieren musste damit man sich näher kam. Ich konnte aber noch immer nicht glauben, das Daniel tot war. Er hat mir immer beigestanden, war immer für mich da und jetzt gibt es ihn einfach nicht mehr?? Das war so unfair. Jay holte mich plötzlich aus meinen Gedanken. "huhu nicht schlafen wir sind angekommen. 3. Etage." sagte er und zog mich aus dem Aufzug.


Ich folgte ihm zum Zimmer 210, wo Jenny lag. Ich klopfte nervös an die Tür. Ich wusste nicht wie es ihr geht oder ob sie überhaupt mit mir redete. Ich hatte irgendwie das Gefühl ich war an Daniels Tod Schuld. Nach einigen Sekunden gingen Jay und ich rein. Jenny lag in ihrem Bett, Stu saß auf einem Stuhl neben ihr. Sie sah mich an. Ich sah sie mit Tränen in den Augen an. Ihr liefen Tränen in die Augen und sie öffnete ihre Arme. "Komm her süße." sagte sie. Ich ging zu ihr hin und schloss sie in die Arme. Wir beiden saßen so bestimmt 20 Minuten lang da und weinten uns einfach unseren Schmerz von der Seele. Die Jungs saßen neben uns und waren sichtlich erschöpft von den ganzen Ereignissen. "Waren Mum und Er auch schon hier bei dir?" fragte sie dann als wir uns wieder beruhigt hatten. Sie nickte und verdrehte dann die Augen. "so ein Penner.“ Er hat Stu Vorwürfe gemacht." sagte sie und schaute Stu kurz an. "Ach das macht mir nichts aus." sagte Stu und lächelte sie an. "Zu uns kamen sie auch…und er hat natürlich auch Jay Vorwürfe gemacht." sagte ich wütend. "oh man der hat sie doch nicht mehr alle." antwortete sie und krallte sich an ihrer Decke fest. "Warts du schon bei Mus?" fragte sie mich. Ich schüttelte den Kopf. "Dann lass uns das doch mal machen." schlug Stu vor und nahm Jenny an der Hand. "Ich kann auch alleine laufen." sagte sie ironisch und lachte. "Da bin ich mir nicht sicher." sagte er lachend. Ich grinste Jay an, der das erwiderte. Wir gingen wieder zum Informationsschalter und erkundigten uns wo Mus lag. Er lag gar nicht so weit von Jenny entfernt. Wir klopften und wurden on Ju hereingebeten. "Ahhh euch geht es gut." rief sie und fiel mir und den anderen stürmisch in die Arme. Ich drückte sie ganz fest und begrüßte dann Mus der schwach aussah, aber lächelte. "Und wo hat es dich erwischt." fragte ich ihn und schaute dabei schon auf seinen verbundenen Arm. "Ach mein Arm hat darunter gelitten, aber sonst geht’s mir gut…außer na ja das mit Daniel, dass tut mir total Leid." sagte er und sah mich aufmunternd an. "Danke." sagten Jenny und ich gleichzeitig. "Das ist so schrecklich." sagte Ju und wischte sich ne Träne aus den Augen. "Wo sind eigentlich gestern Andy und seine Gang hin…nachdem…das mit Daniel." sagte ich und konnte schon gar nicht mehr weiter reden. "Abgehauen." sagte Jay ruhig und schaute auf den Boden. "Mistkerle." sagte ich und hätte am liebsten was kaputt schlagen können. "Als du ohnmächtig auf dem Boden lagst, sind die noch mal auf dich los gegangen." sagte Ju zu mir und sah mich an. Ich hörte fast auf zuatmen. Die ganzen Stunden nach dem ich wieder aufgewacht war und Jay über mich gebeugt war hatte ich mich nie gefragt was passiert ist als ich ohnmächtig war. Mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf das ich noch gar nicht dazu gekommen war. "Und dann?" fragte ich zitternd. Daniel ist dir ´zu Hilfe gekommen, und es gab halt ein Gerangel zwischen Andy und ihm, dabei fielen mehrere Schüsse." erzählte Jay und schaute weiter auf den Boden. "Einer traf Daniel, mitten ins Herz, der andere mich am Arm." fügte Mus hinzu. Ich war wie gelähmt. Alle sahen mich an. Mir liefen Tränen über die Wange. "Ich bin alles Schuld." sagte ich und brach weinend zusammen.


Ju und Jenny kamen direkt zu mir hin und umarmten mich. "du bist es nicht schuld." sagte Ju und sah mich an. "Ja gebe dir doch nicht die Schuld an dem ganzen." sagte Jenny und umarmte mich weiter. Ich weinte noch immer und konnte mich nicht so richtig beruhigen. Jay kam auch auf mich zu und hob mich vom kalten Boden hoch, und setzte mich aufs leere Bett neben Mus. Er hob mein Kinn sanft hoch und wischte mir die Tränen weg. "Erzähl nicht son Blödsinn, was soll Daniel denn von dir denken wenn du dir die Schuld gibst. Dafür ist er nicht gestorben." sagte er ernst und sah mich an. Ich hörte direkt auf zu weinen und nickte. Jay setzte sich neben mich und schaute wieder auf den Boden. "Der einzige der Schuld hat ist Andy." sagte Mus sauer. "Wenn ich ihn in die Finger kriege." sagte Stu. Plötzlich klopfte es an der Tür. Ich dachte es wären meine Mutter und mein Stiefvater oder ne Schwester, umso nervöser war ich als plötzlich drei Polizisten im Raum standen. Die Polizisten sahen uns an und sprachen dann durch sein Walkitalki. "Die beiden Schwestern sind gefunden." sagte er und sah Jenny und mich genauer an. "Wir haben sie beide gesucht." sagte er. "Wieso das denn?" fragte Jenny. "Nun ja gestern ist ihr Bruder gestorben, wie sie ja wissen, denn sie waren dabei. Und da sie beide nicht auf ihren Zimmern war bestand Fluchtversuch." erklärte ein strenger Polizist. "Wieso sollten wir fliehen?" fragte ich entsetzt. "Wir wissen im Moment nicht wer ihren Bruder getötet hat, deshalb stehen sie selbst auch unter Verdacht." sagte er und sah uns eindringlich an. "Wie bitte?? Sie glauben doch nicht das wir unseren eigenen Bruder oder guten Freund umbringen." sagte Jenny empört. "alles ist möglich." sagte der Polizist unbeeindruckt. "Das war Andy, niemand anderes sonst." sagte ich und mir kamen wieder Tränen in die Augen. "Wir haben ihn schon vernommen, aber er gibt an unschuldig zu sein. Wir werden aber natürlich noch alles überprüfen." sagte der Polizist.

"Wir müssen James Murray, Stuart Baker und die junge Frau da mitnehmen zum Verhör." sagte der Polizist und deutet auf Ju. "Muss das sein, wir sind doch noch nicht alle drüber weg was gestern passiert ist." sagte ich geschockt. "Lass nur Simone, nur durch unsere Aussagen kommt Andy auch wirklich in den Knast." sagte Jay und legte eine Hand auf meine Schulter. Ich nickte schließlich und setzte mich wieder aufs Bett. "Sie anderen drei werdet vernommen wenn ihr aus dem Krankenhaus entlassen werdet." sagte der Polizist. Jenny, Mus und ich nickten. Wir verabschiedeten uns von Jay, Stu und Ju und sahen ihnen nach wie sie aus dem Zimmer gingen. "Ich will gar nicht zurück in mein Zimmer." sagte ich schließlich. "Ich frag mich sowieso wieso wir so weit auseinander liegen, wir sind alle nicht schwer verletzt und hier in dem Zimmer sind eh drei Betten frei." sagte Jenny und kratzte sich am kopf. "Na ja wird wohl daran liegen das du und ich morgen bestimmt schon wieder entlassen werden und Mus muss noch etwas behandelt werden." sagte ich. "Toll trotzdem find ich sollten wir für die Nacht bei ihm bleiben können, vor allem weil Ju nicht da ist." sagte Jenny. "Vielleicht können wir das ja regeln das ihr hier pennt." sagte Mus lächelnd. "Komm Jenny wir regeln das mal schnell." sagte ich und zog Jenny am Arm aus dem Zimmer. Wir gingen zu einer Schwester und überreden sie dazu das wir verlegt worden. Wir holten schnell unsere Sachen, die unsere Mutter uns heute Morgen mitgebracht hatte, während die Stationsschwester schon die neuen Betten für uns bezog. Mus fand es gut das wir mit ihm das Zimmer teilten, auch wenn er die ganze Zeit an Ju dachte. Wir lagen den ganzen Tag in unseren Betten und redeten miteinander. "Was machen eigentlich die anderen. Ist ja nett das sie uns besuchen kommen." sagte ich ratlos. "Die können nicht. Die werden grad auch verhört." sagte Jenny und sah mich an. "Ja Ju hat vorhin mit Melina telefoniert." sagte Mus. "Bestimmt werden die jetzt voll hart verhört, die armen die sind noch genauso fertig wie wir." sagte ich dann und schaute an die Decke. Mir gingen immer noch so viele Gedanken durch den Kopf. Ich konnte den beiden gar nicht mehr zuhören. Ich schlief irgendwann nachmittags ein. So fest das ich irgendwann spät nachts erst aufwachte. Es war stockdunkel, doch trotz der Dunkelheit merkte ich wie jemand neben meinem Bett stand.

Mir stockte der Atem, aber trotzdem schaffte ich es noch laut los zu Schreien. Die Person packte mich am Hals und würgte mich. Ich versuchte verzweifelt weiter zu schreien. Als Jenny und Mus dann endlich langsam wach wurden, lief der Typ plötzlich aus dem Zimmer. Ich stand auch auf und rannte aus dem Zimmer, ich musste wissen wer das gewesen ist. Der Typ war aber schneller und schon weit weg. Ich schlug mit der Faust gegen die Wand und ging enttäuscht wieder zurück ins Zimmer. Jenny stand da an der Tür und sah mich ängstlich an. "Was ist passiert?" fragte sie mich zitternd. "Jemand wollte mich umbringen." sagte ich und ging an ihr vorbei ins Zimmer. Sie kam noch ängstlicher hinter mir her. "Wie jemand wollte dich umbringen? War das Andy" fragte Mus verwirrt. "du hast schon richtig gehört. Das muss einer von Andys Männern gewesen sein. Andy selber wird bestimmt grad verhört" sagte ich und setzte mich aufs Bett. "Oh mein Gott was wäre denn passiert, wenn du heut allein in dem Zimmer geschlafen hättest?" fragte Jenny und schaute auf den Boden. "Dann wäre ich jetzt tot." sagte ich und krallte mich an meiner Decke fest. "Wir müssen die Bullen rufen." sagte Jenny und ging zum Telefon. "Nein das nützt nichts, er ist weg." sagte Mus. Ich nickte. "Das stimmt, es bringt eh nix, außer das die dann denken wir hätten uns das was ausgedacht oder so." sagte ich ernst. Wir saßen schließlich die ganze restliche Nacht wach da, keiner von uns konnte mehr schlafen.
Am nächsten morgen dann wurden Jenny und ich aus dem Krankenhaus entlassen. Wir wollten Mus zwar nicht alleine lassen, aber wir hatten eh keine andere Wahl, weil wir direkt von Polizisten mitgenommen wurden. Ich fühlte mich langsam wie ein Sträfling. Ich hatte irgendwie Angst vor dem Verhör, schließlich musste ich den ganzen schrecklichen Tag wo Daniel gestorben war noch mal erzählen und das brachte mich immer noch zum weinen. Jenny und ich wurden direkt am Polizeirevier getrennt und in leere Räume gesteckt. Im vorbeigehen sah ich Shaz in einem Raum sitzen. Sie sah müde aus und total verheult. Ich wäre am liebsten zu ihr aber ich wurde von einem Polizisten leicht weitergeschubst. Ich setzte mich auf einen Stuhl und ein grimmiger Polizist sah mich an. "also Simone, du musst uns jetzt die Wahrheit sagen. Was ist vorgestern passiert?" fragte er mich und sah mich verdächtigt an. "Das wissen sie doch eh schon." sagte ich und direkt als ich an Daniel dachte kamen mir Tränen in die Augen. "Ich will es von dir hören." sagte er und sah mich weiter an. "Wir haben einen ganz normalen Tag verbracht, ich und meine Clique. Wir verbrachten den Mittag im Park und hatten so viel Spaß, aber dann kam Andy Larkson mit seiner Gang und hat Ärger gemacht." erzählte ich. "Was für Ärger?" fragte er und wandte den Blick nie von mir ab. "Er ist auf mich losgegangen. Daniel, hat mich beschützt und so kam es zu einer Prügelei." sagte ich während ich Tränen zurückhalten musste. "und dann?" fragte der Polizist gefühllos. Ich schluckte und atmete tief durch. "Die Jungs sind heile zurückgekommen...wir haben gedacht Andys Gang hätte jetzt erstmal genug und haben uns sicher genug gefühlt um uns abends noch mal auf dem Fußballplatz zu treffen. Da kamen die dann aber hin...mit einer Waffe." sagte ich während mir Tränen über die Wange liefen. "Weiter.." forderte der Polizist. "Er wollte sich an Daniel rächen und mich deshalb umbringen...dann gab es ein Gerangel und dadurch wurde ich ohnmächtig. Als ich aufgewacht bin…war Daniel schon tot." sagte ich und schlurzte. "Tja Simone…ich muss ihnen da aber sagen, das Andy sagt er ist unschuldig…Aussage gegen Aussage, also wen soll ich glauben." sagte der Polizist und sah mich fragend an. So ein Arsch dacht ich. Es war ja wohl klar wer hier log und wer nicht. "Sie wissen selber, dass Andy und seine Gang schon viel kriminelles gemacht hat, da macht es ihm nichts aus einfach jemand kaltblütig umzubringen." sagte ich und sah den Polizist funkelnd an. "Ist das so?" fragte er mich ironisch. Unser Verhör ging noch den ganzen Tag so weiter. Ich war so froh als ich endlich gehen durfte. Ich war total fertig mit den Nerven und ich hätte am liebsten noch mal losheulen können. Im Flur standen die anderen die anscheinend alle noch auf mich gewartet haben. Ju und Jojo kamen auf mich zu gerannt und umarmten mich. Ich erwiderte die Umarmung und ging dann mit den beiden zu den anderen. Shaz sah immer noch total fertig aus und wurde von Sam geknuddelt. Melina und Marcel saßen auf Stühlen und redeten leise miteinander. Janina hielt ihr Gesicht in den Händen und schien auch total fertig zu sein. Becca und Debbie lagen jeweils in den Armen ihrer Schatzis. Als sie sahen das ich fertig mit dem Verhör war sahen mich alle an. "Das war die Hölle." sagte ich und verschränkte meine Arme als wäre mir kalt. Irgendwie war mir auch kalt. Die ganze Wärme in mir die ich vorgestern noch besessen hatte war jetzt weg. Und das strahlte ich jetzt auch aus. "boah haben die dir auch so scheiß Sachen unterstellt?" fragte Jacky mich und sah richtig wütend aus. Ich nickte. "Solche Arschlöcher, zu nix zu gebrauchen die Polizisten hier." sagte sie. Währenddessen ging ein kleiner dicker Polizist vorbei und sah sie ängstlich an. "jaaaa ihr seid gemeint." rief sie ihm nach, der gleich einen Schritt schneller ging. "Ich find das so unverschämt…wehe Andy kommt damit durch." sagte Shaz. "Dann können die echt was erleben." sagte Melina auch wütend. "Das wäre dann ein weiterer Beweis dafür das die Polizisten hier dumm wie Brot sind." sagte Jacky weiter. Kenz versuchte sie zu beruhigen was aber nicht ganz klappte. "aaargh wenn ich einen von denen mal ohne Uniform sehe, dann sag ich dem erstmal richtig meine Meinung," sagte sie und ballte ihre Fäuste. Ich musste dadurch wieder leicht grinsen, aber trotzdem wollte ich einfach nur nachhause.


Es war nicht weit bis jeder zuhause war. Deshalb beschlossen wir zu Fuß zu gehen. Alle gingen jeweils in zweier Reihen, selbst Jay lief plötzlich neben mir her. Ich schlenderte den anderen hinterher und schaute auf den Boden. Mit den Händen in den Taschen und tief in Gedanken versunken merkte ich nicht wie plötzlich alle anhielten und lief damit mit voller Wucht in Marcel rein, der gut zwei Köpfe größer war als ich. "Tschuldigung," murmelte ich und schaute nach vorn, weil ich keine Ahnung hatte wieso die anderen angehalten hatten. "Du wurdest überfallen und sagst uns nix davon????" fragte Shaz und kam zu mir. Ich sah sie müde an und nickte dann. "Wie du wurdest überfallen?" fragte Jay und sah mich auch an. Genauso wie die anderen. Ich sah zu Jenny und Mus, die es erzählt haben mussten. "Ich weiß eh nicht wer es war, was soll ich denn da noch groß erzählen." sagte ich und schaute dann auf den Boden. Ich hasste es von so vielen Menschen angeguckt zu werden. "Du hättest es uns sagen müssen und besonders der Polizei." sagte Melina und sah mich eindringlich an. "Die Polizei denkt doch eh das wir scheiße erzählen, ich hab keine Beweise angegriffen worden zu sein." verteidigte ich mich. "Da muss ich ihr aber recht geben, die sind so hohl in der Birne, die checken doch gar nix." sagte Jacky, die Kenz an der Hand hielt. "Ich lass dich jetzt nicht mehr allein." sagte Jay plötzlich und sah mich an. "Ich brauch keinen Bodyguard." sagte ich und sah ihn etwas böse an. "Wir wollen aber nicht das dir auch noch was passiert." sagte Janina, die auch Melo an der Hand hielt, was mir aber erst jetzt aufgefallen war. "Seid ihr zusammen?" fragte ich und grinste dann. Sie nickte und lächelte fröhlich. "Seit gestern." sagte sie und sah ihrem Chris in die Augen. Die anderen wussten es anscheinend und grinsten einfach nur mit. "freut mich für euch." sagte ich und lächelte sie an. "so aber jetzt wieder zum Thema, wir möchten einfach nicht das du deinem Bruder folgst." sagte Becca ernst. Ich nickte verständnisvoll. "Ich kann euch ja verstehen, aber ich hätte gern ein normales Leben und möchte mich nicht wie Queen Elisabeth fühlen." sagte ich und schubste die Leute vor mir an damit sie weiter gehen. "Mh wäre doof wenn du dich wie die fühlst die is ja voll alt." sagte Sam frech und grinste. "Och Saaaam." sagte Shaz grinsend und kniff ihm in die Seite. Ich grinste. Ich schaute nach vorn aber ich merkte trotzdem Jays blick. Nach 10 Minuten circa verabschiedeten sich die ersten, da sie in ne andere Richtung mussten. "Bye bis morgen." sagte Debbie auch zu mir und ging mit ihrem Ollie im Arm die Straße entlang. Auch Kenz, Jacky, Janina, Melo, Ju und Mus verabschiedeten sich. Wir restlichen machten uns weiter auf dem Weg. "Ehm Simone, ich schlaf heut bei Stu, ich kann einfach nicht nachhause, da erinnert mich alles an Daniel." sagte Jenny plötzlich zu mir. "Ok," sagte ich verständnisvoll und nickte. Die beiden bogen also nach der nächsten Kreuzung auch ab und waren schnell in der Dunkelheit verschwunden. Die restlichen Girls and Boys verschwanden bald auch. Selbst Jojo und Lee, die nicht zusammen waren gingen miteinander weg. Aber da beide sehr nah aneinander wohnten wusste ich nicht ob sie die Nacht heut gemeinsam verbringen würden. Schließlich waren nur noch Jay und ich übrig. "willst du nachhause?" fragte er und sah mich musternd an. "Jaa," sagte ich und nickte. "Wenn du es nicht aushältst kannst du gern mit zu mir." bot er vorsichtig an. "Danke." sagte ich und war irgendwie froh über das Angebot. Ich wusste nämlich nicht wie ich mich fühlen würde wenn ich nachhause kommen würde. Als ich mit Jay vor meinem Haus stand kam mir direkt ein mulmiges Gefühl. Es war so als käme Daniel gleich aus der Tür gestürmt und motzt mich an, wo ich denn die letzten Tage gewesen bin.


Ich wartete und wartete, Sekunden und Minuten vergingen aber Daniel kam nicht raus. Wie auch...er ist tot. Er ist es und wird es für immer sein. Nichts holt ihn mehr zurück. Nur die Erinnerung bleibt. Ich ballte meine Hand zu einer Faust. Jay stand ruhig neben mir und schaute auf die Tür. Ich war so froh das er bei mir war. Ich atmete tief durch. "Okay lass uns rein gehen." sagte ich und wagte den ersten Schritt. Jay folgte mir. Von drinnen drang kein Licht nach außen. Es schien so ausgestorben. Ich holte den Schlüssel aus meiner Tasche und machte die Tür auf. Der Flur war dunkel. Insgesamt war alles in dem Haus dunkel, nur ein kleiner Lichtstrahl kroch durchs Haus. Das Licht kam aus dem Wohnzimmer, wo ich meine Mutter und meinen Stiefvater vermutete. Jay schloss leise die Tür hinter mir. Oh Gott war das kalt hier. Es kam mir so vor als wäre es im Haus kälter als draußen gewesen. Jay bemerkte wohl wie ich vor Kälte zitterte. "Willst du meine Jacke?" fragte er und machte die Jacke schon auf. Ich schüttelte den kopf. "Ich wohn hier, das heißt ich kann mir auch meine eigene Jacke nehmen." sagte ich und grinste ihn an. "Ach ja.." sagte er und schaute sich um. "Es kommt einem gar nicht so vor als wäre ich bei dir zuhause." sagte er und machte seine Jacke wieder zu. "Daniel hat die ganze Wärme die dieses Haus mal besessen hat mit genommen." sagte ich und starrte ich auf die Wohnzimmertür. "willst du mit ihnen reden?" fragte er und sah mich an. "Eigentlich nicht aber ich muss wohl." sagte ich und ging zur Wohnzimmertür und öffnete sie. Ich war total verblüfft. Das Wohnzimmer unterschied sich vom restlichen Haus wie als schritt man in eine andere Welt. In eine andere Dimension. Es war warm und hell und wie immer saß mein Stiefvater auf seinem Sessel und starrte auf den Fernseher. Meine Mutter saß auf dem Sofa und schaute als einzige zur mir und Jay, wie wir da in der Tür standen. Sie sah blass aus. "Ach was verschafft uns die Ehre?" fragte mein Stiefvater ohne zu sehen wer da stand, anscheinend wusste er genau das ich es war. "Ich komm nicht wegen dir." sagte ich knallhart und funkelte seinen Hinterkopf an, den ich als einziges sehen konnte. "Schön dass du gekommen bist. Wie geht es Jenny?" fragte meine Mutter. "Den umständen entsprechend." sagte ich und sah sie an. Sie nickte. Sie stand auf uns kam auf mich zu und umarmte mich. "Dir geht’s auch gut?" fragte sie dann und sah mich an. Ich nickte. "Ich muss Jenny und dich um etwas bitten. Bald muss Daniel beerdigt werden und ich möchte das ihr das alles organisiert. Ich schaff das nicht." sagte sie und fing fast wieder anzuweinen. Ich schaute schockiert auf den Boden. "Okay machen wir." sagte ich dann schließlich. Ich konnte verstehen wieso sie meinte es nicht zu schaffen, denn ich fühlte mich auch nicht dazu bereit. Aber Daniel brauchte seine Beerdigung, die seiner würdig war. "Okay danke," sagte sie. Wir verabschiedeten uns von ihr und verließen dann das Wohnzimmer. Es war irgendwie so als hätten sich meine Mutter und mein Stiefvater ein Reich geschaffen in dem es kein Daniel, keine Jenny und keine Simone gab. Ich ging mit Jay nach oben. Als ich an Daniels Zimmer vorbei ging hätte ich am liebsten angefangen zu weinen. Ich hielt mich an Jays arm fest. "Darf ich…heut doch zu dir?" fragte ich und starrte auf die Tür. Er nickte. "Natürlich." antwortete er.

Ich zitterte am ganzen Körper. Ich ging zu Tür und berührte langsam die Türklinke und drückte sie herunter. Langsam machte ich die Tür auf. Es war stockdunkel in dem Zimmer. Ich starrte in die Dunkelheit und traute mich nicht das Licht anzumachen. Jay erledigte jedoch dann den Job. Als ich mich dann umschaute traf mich fast der Schlag. "Das darf nicht wahr sein." schrie ich. Das Zimmer war leer. Ausgeräumt. Das einzige das noch von Daniel da war, war ein kleiner Karton mit Klamotten. Ich stürzte auf den Karton zu und durchwühlte ihn als würde ich da den Rest des Zimmers finden. "wo ist alles hin?" fragte ich schreiend und fing anzuweinen. Jay kam zu mir hin und umarmte mich von hinten damit ich mich beruhigte. Er drückte mich ganz fest, sodass ich mich wieder beruhigen konnte. Ich nahm einen von Daniels Pullovern und roch dran. Es war noch sein Duft dran. Oh man er fehlte mir so. Jay setzte sich neben mich und schaute sich um. "Oh man als wäre er ausgezogen." sagte Jay und atmete tief durch. Ich stand auf und rannte runter ins Wohnzimmer. "Wo ist alles von ihm hin?" schrie ich meine Mutter und meinen Stiefvater an. "Wir haben alles weggeschafft, es ist besser so." sagte meine Mutter ruhig und starrte mich an. Ich funkelte sie an. Ich merkte gar nicht wie ich immer noch Daniels Pullover in der Hand hielt. "Ich brauchte Platz, ich brauch ein Büro." sagte mein Stiefvater eiskalt. Ich sah ihn zornig an. "Du mieser..." sagte ich, wurde aber von Jay aufgehalten der mit den Mund zu hielt. "nicht…komm." sagte er und schloss die Wohnzimmertür wieder. Er hatte den Karton mit Daniels Sachen runter gebracht und an die Tür gestellt. "Den nehmen wir mit." sagte er. "Bei mir ist das besser aufgehoben." fügte er hinzu. Ich nickte. "Hol dir noch schnell ein paar Sachen, damit du erstmal nicht zurück kommen musst." sagte er dann noch. Ich nickte wieder stumm und lief hoch um ein paar Sachen zu packen. Dabei guckte ich nicht zu Daniels Tür. Ich konnte es einfach nicht. Nach 10 Minuten war ich fertig. Mit einem Rucksack und dem Karton verschwanden wir in der Dunkelheit.


Als wir bei Jay ankamen, war ich immer noch total fertig mit den Nerven. Ich wollte nicht mehr nachhause. Alles was mich nachhause gebracht hatte war mein Bruder und meine Schwester. Aber Daniel ist tot. Und Jenny hatte jetzt auch nicht mehr das Bedürfnis nachhause zu kommen. Als Kind wollte ich oft von zuhause abhauen. Ich hielt es einfach nicht mit meinem Stiefvater und der ganzen Situation aus. Doch wegen Daniel und Jenny ließ ich es bleiben. Sie halfen mir das zu überstehen. Zuhause war nichts mehr, das mir das Gefühl gab das ich zuhause war. Wo aber ist jetzt mein Zuhause? Besaß ich überhaupt noch eines??
Jay holte mich mal wieder aus meinen Gedanken in dem er mir was zu trinken anbot. Ich nahm das Glas Wasser und trank während ich nachdenklich auf den Boden stierte. "Du kannst bei mir im Bett pennen, ich penn dann auf dem Sofa." sagte Jay während er mich vorsichtig beobachtete. "Ich hätte auch nix dagegen bei dir zu pennen." sagte ich und sah ihn an. Jay lächelte. "ok gut, dann komm es ist spät." sagte er und zog mich zu seinem Bett. Es war alles so neu. Vorher bin ich sehr selten bei Jay gewesen, und wenn dann nur mit der ganzen Clique oder mit Daniel. Das war so unwirklich. So als würde ich grad nicht mein Leben leben. Ich legte mich neben Jay ins Bett und kuschelte mich etwas an ihn ran. Er nahm mich in den Arm und nach wenigen Minuten waren wir beide schon fest am schlafen.

Am nächsten morgen wurden wir unsanft aus dem Bett geklingelt. "Du solltest dir ne neue Türklingel besorgen, die ist ja grässlich." sagte ich verschlafen und legte mir ein Kissen aufs Gesicht. Jay lachte und stand auf. Plötzlich wurde es ziemlich laut. Ich hörte mehrere Stimmen. An hand der Lache konnte ich Sam erkennen, der auch als erster mit Shaz Jays Schlafzimmer betrat. "Aufstehen Schlafmütze." sagte Shaz und grinste mich an. Sam riss mir währenddessen die Decke vom Körper. "Ohh ihr seid total gemein." murmelte ich und vergrub mein Gesicht im Kissen. "Komm steh auf wir wollen heut alle mal was aufmuntern." sagte Shaz und grinste." Aha und wie willst du das hinkriegen?" fragte ich während plötzlich die restlichen Leute ins Schlafzimmer stürmten und schrecklichen Krach machten. Irgendwann hatte ich auch Tom, Melo und Sam auf dem Bett rumhüpfen, die kläglich von Becca, Janina und runtergezogen wurden. Widerwillig stand ich auf und begrüßte alle. Jenny sah heut auch ziemlich ausgeschlafen aus. Ich erzählte ihr von Daniels Zimmer was sie ziemlich schockierte. "son Mistkerl!" rief sie und krallte sich an Stus Arm fest. "Ja ein Wunder das unsere Zimmer noch da sind." sagte ich und verschränkte die Arme. "Das ist doch bescheuert…wegen einem Büro!" sagte Melina die es genauso wenig fassen konnte. "Der Typ kann was von mir erleben," sagte Jacky, die die Stirn runzelte und neben Kenz auf dem Bett saß. Während die anderen alle weiter diskutierten sah ich mir alle mal genauer an. Dieses Bild fehlte mir wie alle ausgeschlafen da saßen und Blödsinn machten. Ich war immer so happy gewesen ein Teil dieser Clique zu sein, da man sich hier immer geborgen fühlte und nie allein war. Ich lächelte leicht vor mich hin als ich an die alte Zeit dachte, da wo Daniel immer neben Jay saß und die zwei beste Friends waren. Ich saß öfters bei den beiden... "Haalllooo." sagte Debbie und holte mich aus meinen Gedanken. Sie schnipste mit den Fingern und fuchtelte wild mit den Händen rum. Ich sah sie erwartungsvoll an. "Ja?," antwortete ich. "Du hörst auch nie zu." sagte Becca und lachte. Ich sah verlegen in die Runde und kratzte mich am kopf. "Also wir haben beschlossen uns mal heut was aufzumuntern und deshalb machen wir das was wir immer gern getan haben, und zwar gehen wir jetzt Playstation zoggen und Filme gucken." erklärte Ju. "ich freu mich voll drauf." sagte Jojo und sah Lee dabei voll lange an. "ja wie in alten Zeiten," sagte ich und musste dabei aber schlucken. "nicht ganz, dachte ich und sah dabei Jay an der mich auch ansah.





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ju du bist die beste patientin die man haben kann xDD luvya


Das WE war der hammer, lieb euch =)

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...   Erstellt am 02.04.2007 - 18:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Aber wehe wir gucken irgendwelche Schnulzen," meckerte Kenz und sah und Girls an. "Ach warum nicht?" beschwerte sich Becca und baute sich vor ihm auf. "Weil wir 50% Männer sind und 50% Frauen, da ihr aber alle so klein seid und wir einen Schwanz in der Hose haben, dürfen wir bestimmen." sagte Kenz. "Oh Kenz du Macho," sagte Shaz und rollte mit den Augen. Ich grinste und setzte mich auf nen Stuhl. "Wieso hängen wir hier eigentlich immer noch in Jays Schlafzimmer rum?" fragte Melina, der es anscheinend als einzige aufgefallen war. "Mhh gute Frage, was macht ihr in meinem Schlafzimmer, raus hier." sagte Jay und grinste. Wir gingen rüber ins Wohnzimmer, wo für uns alle viel mehr Platz war. Die Jungs rangelten wer als erster spielen durfte. Wir Girls hielten uns da erst raus und ließen die Jungs mal machen.
Wir Girls tratschen aber irgendwie schaffte ich es nicht, mich ganz an dem Gespräch zu beteiligen. Ich war mit meinen Gedanken irgendwo ganz weit weg...bis Jay sich plötzlich neben mir aufs Sofa fallen ließ und mir den Controller der Playstation in die Hand drückte. "Los du bist dran." sagte er und grinste. Ich schaute leicht abwesend auf den Bildschirm und spielte einfach was Tekken mit. Ich spielte grad gegen Kenz, der mein Spieler mit seinem Typen brutal zu Boden warf. Ich konterte direkt und wurde plötzlich von allen angefeuert, bis ich Kenz besiegt hatte. Der ging schmollend aufs Sofa und ließ sich nur zu gern von Jacky trösten. "Männer." flüsterte sie und grinste sie mich an. Ich lachte und spielte weiter. Diesmal gegen Jay, der mich immer wieder versuchte abzulenken und zu necken damit ich nicht gewinnen konnte. Wir lachten soviel herum, dass wir gar nicht merkten wie die anderen uns grinsend beobachteten. "Läuft da was zwischen den beiden?" fragte Stu leise Jenny. Jenny zuckte mit den Achseln. "Keine Ahnung, würde ich selbst gern mal wissen." sagte sie und lächelte. Die beiden lächelten sich an und sahen sich tief in die Augen.

Während Jay und ich immer noch um den ersten Platz kämpften, fingen die ganzen Pärchen allmählich an rum zuschmusen. Ju redete mit Mus, sodass es keiner hören konnte. Mus schaute sie dabei immer voll verliebt an. Jackie und Kenz stritten sich wegen irgendwas, wobei Jacky eh gewann, da selbst Kenz gegen ihr Temperament nicht ankam. Aber die beiden konnten sich eh nicht lang sauer sein und knutschen gleich darauf wild rum. Melina und Marcel waren irgendwie in der Küche verschwunden um wahrscheinlich alleine zu sein. Janina und Chris sahen sich beide frisch verliebt dauernd an. Währenddessen suchten Becca, Tom, Jojo und Lee ein paar filme aus. Tom und Becca verstanden sich wie immer super und waren sich irgendwie immer einig. Jojo und Lee näherten sich immer mehr und Lee wagte es sogar den Arm um Jojo zu legen. Debbie und Ollie küssten sich auf dem Sofa und Shaz hatte ihren Kopf auf Sams Schoss gelegt, der ihr sanft den Kopf streichelte. Jenny und Stu sahen sich immer noch an und es war deutlich zu sehen das zwischen den beiden was passierte.
Ich bekam das gar nicht mit. Ich alberte noch immer mit Jay herum und konnte für einige Stunden endlich alle Probleme hinter mich lassen. "Und geht’s dir besser?" fragte Jay mich und lächelte. Ich nickte fröhlich und lächelte zurück. Wir hörten auf zu spielen, weil uns schon langsam die Finger wehtaten. Lachend setzten wir uns zu den anderen, die uns grinsend beobachteten. "Na fertig?" fragte Debbie und grinste. Ich lächelte und verstand nicht genau worauf sie hinaus wollte mit ihrem grinsen, deshalb dachte ich mir nichts weiter bei und setzte mich neben Jay auf den Boden. Wir beschlossen uns einen Horrorfilm anzusehen. Sam stand grinsend auf und dämmte das Licht. Danach setzte er sich wieder brav zu Shaz, die sich leicht an ihn ran kuschelte.

Wir schauten uns Saw an. Ich liebte Horrorfilme und konnte mich damit immer gut ablenken. Die ganzen Paare saßen beieinander und kuschelten. Ich saß mit Jay unten vor dem Sofa. Es kam mir irgendwie so vor als würden die anderen uns immer beobachten, aber ich ließ es darauf beruhen das ich es mir nur einbilden würde. Nach einiger Zeit wurde es um mich rum immer ruhiger. Melina war in Marcels Armen eingeschlafen und auch Ju schlummerte langsam in Mus Armen vor sich hin. Ich fand den Film aber so spannend das ich gar nicht ans schlafen dachte. Plötzlich merkte ich wie Jays Kopf langsam auf meiner Schulter runter sank. Ich schaute ihn nervös an. Er hatte aber die Augen geschlossen und schlummerte süß vor sich hin. Ich musste dabei leicht grinsen. Ich legte meinen Kopf sanft auf seinen Kopf und schlief bald daraufhin auch ein. Als ich am nächsten Morgen wieder aufwachte, sah ich mich irritiert um. Ich hatte erst keinen blassen Schimmer wo ich war als ich dann merkte das Jay hinter mir auf dem Boden lag und noch schlief. Jacky und Kenz sahen mich grinsend an. "Na gut geschlafen?" fragte Jacky. Ich stand wackelig auf und versuchte meine Haare irgendwie zu richten was aber eh nicht klappte, da sie in alle Richtungen standen. "Öhm ja gut." sagte ich und musste irgendwie beschämt grinsen. Ich wusste genau wieso alle so guckten. Sie dachten da bahnt sich was an zwischen uns aber ich war mir da nicht so sicher. Ich sah zu Jay der noch immer schlief. Kenz und Jacky hörten derweil immer noch nicht auf zu grinsen und beobachteten mich. Shaz und Sam sahen mich auch an. "Komm jeder weiß das du was von ihm willst, und er mag dich auch." sagte Shaz grinsend. Ich wurde knallrot und flüchtete ins Bad.

Ich setzte mich nervös auf die Badewannenkante und schaute zu Tür. Oh man, gut das Jay fest am schlafen war. Er darf das nicht wissen. Ich stand auf und stützte mich mit den Armen am Waschbecken und sah in den Spiegel. Wovor hatte ich angst? Wenn mir das nur jemand beantworten könnte. Nachdenklich drehte ich den Wasserhahn auf und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht. Tropfend sah ich mich an. Ich sah eine traurige blasse Person im Spiegel. Einsam. War das mein Problem? Ich hatte Angst, wenn ich mit Jay zusammen kommen würde wäre ich so schnell wieder einsam. So viele Menschen die ich gern mochte und liebte waren plötzlich weg. Und Jay wollte ich nicht verlieren. Selbst als guter Freund war er mir wichtig. Aber war ich wirklich einsam? Ich habe doch so viele gute Freunde, die immer für mich da sind. Das muss alles durch Daniels Tod entstanden sein, seit dem er erschossen wurde, ist in mir so viel Leere. Er hat einfach ne Lücke hinterlassen, die niemand mehr schließen kann. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Jemand klopfte vorsichtig an die Tür. "Herein." sagte ich und schaute zur Tür. "Hey alles okay?" fragte Debbie und sah mich an. Ich nickte. "Ich weiß auch nicht was grad mit mir los ist." sagte ich und setzte mich wieder auf die Badewannenkante. Sie lächelte mir aufmunternd zu. "Das ist normal das du dich fühlst, wir fühlen uns nicht anders, das mit Daniel muss erstmal verarbeitet werden, das braucht seine Zeit, aber man muss trotzdem weiter leben." sagte sie und lächelte. Ich nickte. "Und es ist wegen Jay ne?" fragte sie und grinste sie wie die anderen. Nickend sah ich sie an. "Das klappt schon, ich dachte mit Ollie erst auch das klappt nicht, aber plötzlich waren wir dann zusammen." sagte sie und schwärmte. Ich grinste. "Ich freu mich für dich." antwortete ich und lächelte." Lass uns wieder zurück gehen." sagte sie und zog mich mit sich mit ins Wohnzimmer. Jay war bereits wach und schaute mich mit den anderen, die anscheinend plötzlich auch alle wach waren an.

"Morgen," begrüßten Debbie und mich alle. Jenny hielt ihr Handy in den Händen. "Die Kriminalbeamten haben Daniels Leiche frei gegeben. Die Beweissuche an seiner Leiche ist abgeschlossen. Wir dürfen ihn besuchen und beerdigen." sagte sie ruhig und stand neben Stu, der sie leicht stützte. Ich sah sie geschockt an. Das hatte ich nicht erwartet. "Besuchen? Das...das kann ich nicht." sagte ich und zitterte. Mir war so kalt bei dieser Nachricht geworden. "du musst nicht mit, es ist nur zum verabschieden da." erklärte Shaz und sah mich an. Ich setzte mich auf einen Stuhl der in meiner Nähe stand. "Wann können wir ihn sehen?" fragte ich zittrig. Ju kam zu mir um mich zu beruhigen. "Heute." antwortete sie mir. Ich nickte. Oh man ich wusste nicht was ich wollte. Ich wollte mich so gern bei ihm verabschieden aber andererseits war das so…so gruselig. Und außerdem viel zu viel für mich. "Okay ich komm mit." sagte ich. Mit leerem blick starrte ich auf den Boden.

Gegen Mittag fuhren wir dann zu Daniel. Jeder war nervös, da sah man den anderen an. Jeder war auf seine eigene Art nervös. Jay schaute die ganze Fahrt aus dem Fenster. Marina spielte nervös mit Marcels Hand herum. Die anderen fuhren in den Autos von Mus, Sam, Ollie und Shaz mit. Kenz achtete genau auf den Verkehr, mehr als sonst. Jay saß mit Kenz vorne. Ich beobachtete Jay vorsichtig von hinten. Nach einer Zeit seufzte ich und schaute auch aus dem Fenster. Es regnete in Strömen. Mehrer Häuser zogen an mir vorbei und viele Menschen. Mir kam es so vor als würde grad mein Leben an mir vorbeiziehen. Einen traurige kalte Welt nur für mich in der ich gefangen war.
Als ich merkte dass wir angekommen waren, stieg ich mit den anderen aus dem Auto. Es war kalt. Zitternd zog ich meine Jacke zu und schaute in den grauen Himmel. Der kalte Regen tropfte mir ins Gesicht, aber anders als sonst machte es mir nichts aus. Jay schob mich sanft mit sich. Die anderen kamen uns hinterher. Ich schaute mich um fand das wir aussahen als würden wir zu einer Beerdigung gehen. In irgendeiner Weise stimmte das auch. Jay regelte alte Formalitäten und schon nach 10 Minuten durften wir in einen Raum. Der Gerichtsmediziner machte ein weißes Tuch zur Seite und der Blick auf Daniel wurde frei. Er lag da. So als würde er schlafen. blass…aber schlafend.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten. Jojo fing direkt anzuweinen und ließ sich von Lee trösten. Auch die anderen standen geknickt da. Keiner wusste so genau was er sagen sollte. Nach einiger Zeit gingen einzeln alle mal zu ihm hin und sprachen sozusagen mit ihm. Abschied nehmen hieß es jetzt. Nachdem jeder fertig mit verabschieden war, gingen die anderen raus. Jay und ich waren als letztes da. Jay murmelte etwas Unverständliches und sah mich dann an. Seine Augen glänzten. Weinend sah ich ihn an. Dann schaute er auf den Boden und verließ den Raum. Ich wischte mir meine Tränen weg und sah Daniel an. "Wieso musstest du mich verlassen bro? Ich vermiss dich so und ich brauch dich so, Jenny und ich brauchen dich. Du kannst doch nicht einfach gehen." sagte ich. Meine Hände taten mir schon weh, da ich bestimmt schon seit 15 Minuten fest zudrückte. "Machs gut Daniel, ich vergesse dich nicht." sagte ich und ging aus dem Raum.

Als ich draußen angekommen war atmete ich erstmal tief durch. Das war härter als ich gedacht hatte. Es regnete immer noch. Jenny, Stu, Janina, Chris und Shaz und Sam saßen schon in den Autos. Ihnen ging es sichtlich schlecht. Jojo weinte leise vor sich hin und auch Debbie kullerten Tränen übers Gesicht. Ich stand mitten im Regen, meine Haare klebten mir halb im Gesicht, mein Make up war total verlaufen und ich war klitschenass. Aber stören tat es mich nicht. Ich merkte plötzlich dass mir Jay seine Jacke über die Schulter gelegt hatte und mich zum Auto brachte. Ich vermutete, dass jetzt alle erstmal zu sich nachhause fuhren um das alles zu verarbeiten. Ich wurde mit Jay von Kenz und Jacky zu Jay`s Wohnung gebracht. Wir verabschiedeten uns von den beiden und gingen in seine Wohnung. Ich setzte mich leicht abwesend auf die Couch im Wohnzimmer und starrte vor mich hin. Jay brachte mir ein paar Handtücher damit ich mich abtrocknen konnte. "Hier ich hab dir aus deinem Rucksack auch andere Klamotten mitgebracht, sonst erkältest du dich. Geh dich schnell umziehen." sagte er und sah mich lächelnd an. Ich lächelte leicht zurück und ging mich schnell umziehen. Als ich wieder kam saß Jay mit Jacke und Schuhen da. "Musst du weg?" fragte ich ihn überrascht. Er nickte. "Ich muss arbeiten gehen, ich möchte das du hier bleibst während ich weg bin." sagte er und sah mich ernst an. "Mh…okay." sagte ich und nickte. "Du bist hier denke ich sicher, aber mach trotzdem niemanden auf und wenn was sein sollte, ruf mich an." sagte er und deute aufs Telefon. Ich nickte wieder. "Okay dann bis heut Abend." sagte er und umarmte mich. Ich erwiderte die Umarmung. "Bis nachher." antwortete ich und sah ihn dann an. Er lächelte und verließ die Wohnung.
Die Zeit verging und ich wusste nichts mit mir anzufangen. Ich schaute TV oder schaute einige Zeit auch einfach an die Decke um nachzudenken. Irgendwann beschloss ich gegen Jays Willen, die Wohnung zu verlassen. Ich wusste das er einen Ersatzschlüssel hatte, den ich mir beim rausgehen schnappte, sodass ich bevor Jay wieder kam, längst wieder da sein konnte. Ich verschwand in der nebligen nassen Luft. Ich hatte noch einiges zutun.

Ich schlenderte durch London. Ziel gerecht nachhause. Ich musste sehen was mit Daniels Sachen passiert war und vor allem wollte ich wissen wie es meiner Mutter ging. Als ich vor meinem Haus stand bekam ich wieder Gänsehaut. Ich hatte zwar nicht mehr das Gefühl, Daniel würde gleich aus der Tür stürmen aber trotzdem, das mulmige Gefühl blieb. Ich kramte meinen Schlüssel aus der Tasche und schloss auf. Zögernd ging ich rein. Es war stickig. Es schien keiner zuhause zu sein. Selbst im Wohnzimmer war niemand. Ich ging vorsichtig hoch. Es war irgendwie gruselig. Die Holztreppe knarrte unter mir. Mit jedem Schritt wurde ich zittriger und zittriger. Ich klammerte mich am Geländer fest als würde ich befürchten gleich runter zu fallen. Mir fiel Daniels Zimmertür ins Auge. Sie war angelehnt. Ich weiß nicht wieso aber irgendwas fand ich merkwürdig, ich wusste einfach es stimmt was nicht. Ich schlich zur Tür und machte sie langsam auf. Das Tageslicht drang nur an einer kleinen Stelle ins Zimmer, ansonsten war es stockdunkel. Ich knipste das Licht an und sah mich um. Es war noch immer leer...die Wände waren halb gestrichen. Ich runzelte die Stirn. Ich drehte um und ging in mein Zimmer. Meine Sachen standen da wie vorher. Unverändert…nur etwas Neues viel mir auf. Ein weißer großer Zettel lag auf meinem Bett mit der Handschrift meiner Mum.
"Hallo Simone und Jenny. Wenn ihr das liest sind wir beide schon weit weg. Wir halten es nicht mehr aus hier. Bernd und ich sind fürs erste in eine andere Stadt gefahren. Ich will euch nicht im Stich lassen, aber ich verkrafte es nicht mehr. Bietet Daniel eine schöne Beerdigung, die ganzen Unterlagen findest du neben diesen Brief. Deine Mum." las ich mir den Brief leise durch. Ich sah den Brief fassungslos an. Ist das etwa deren ernst?? Das darf doch nicht wahr sein!! Jenny und mir ging es genauso schlecht und wir hauen nicht einfach ab!! Ich krallte meine Fingernägel wütend in den Brief, schnappte mir alle Unterlagen, die ich brauchte, packte noch ein paar wichtige Klamotten zusammen und lief wütend aus dem Haus.

Ich brauchte einige Zeit um mich zu beruhigen, ich wusste gar nicht wo ich lang ging, ich brauchte einfach frische Luft und Zeit um die Nachricht erstmal zu verarbeiten. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte griff ich zu meinem Handy und sagte Jenny bescheid. "Waaaaaaaaaaaaaaaaas?" rief sie ins Telefon als ich ihr die Nachricht vorgelesen hatte. "Das ist nicht deren ernst?" fügte sie dann hinzu. "Doch anscheinend schon." antwortete ich. "Ich fass es nicht!" rief sie wütend. "Das heißt die Beerdigung müssen wir alleine organisieren." sagte ich und seufzte. "Besser wir als die." antwortete Jenny. "Das stimmt." gab ich zu. "Wir reden später noch mal, ich muss erstmal an die frische Luft." sagte sie. "Ja okay, bis dann." sagte ich und legte auf. Als ich mein Handy wieder zurück in die Tasche bekam ich fast einen Herzinfarkt. Kaum 50 Meter standen mindestens 5 von Andys Gangmitgliedern. Im gleichen Moment wo ich sie sah, sahen sie auch mich. Sie begriffen schnell und rannten auf mich los. Ich ergriff so schnell ich konnte die Flucht. Ich merkte wie die 5 Kerle hinter mir her liefen. Ich hatte so schiss. Ich rannte um mein Leben. "Warte du Miststück!" hörte ich von hinten. Die Typen waren verdammt schnell, sie kamen mir immer näher. Da sah ich eine Fluchtmöglichkeit. Eine U-bahn Station. Gut das ich mein Jahresticket hatte. Ich stolperte die Treppen halb runter und steckte das Ticket schnell in den Scanner. Einer der Typen schnappte mich fast aber vorher rammte ich ihn, die Eisenstangentür, die vor Schwarzfahrern schützte in die Knie. Er schrie vor Schmerz während die anderen Typen einfach drüber sprangen. Ich schaffte es noch ganz knapp in ne U-Bahn zu schlüpfen. Die Typen jedoch nicht mehr. Sie schlugen wütend auf den Boden, während ich ängstlich zurück sah. Das war verdammt knapp.

Ich setzte mich erstmal geschockt auf einen freien Platz. Ich wusste gar nicht in welcher Linie ich saß. Orientierungslos sah ich mich um und fand einen Plan in der Bahn. Ich saß anscheinend in der Piccadilly line, also ne praktische Linie um nachhause zu kommen. Ich hatte den Schock von eben immer noch nicht überwunden, das war einfach zu krass, selbst am helligsten Tag wollten die Typen mir an den Kragen. An der Endstation stieg ich aus und fuhr ein kleines Stück mim Bus zu Jay. Hoffentlich war er noch nicht zuhause.
Vor Jays Tür kramte ich in meinen Taschen nach dem Ersatzschlüssel den ich beim rausgehen eingesteckt hatte, doch ich fand ihn nicht. Mist, murmelte ich und suchte weiter nach dem Schlüssel. Hoffentlich hatte ich ihn nicht bei wegrennen verloren. Plötzlich ging Jays Haustür auf und Jay sah mich böse an. Total ertappt sah ich ihn an. "Wo warst du zum Teufel noch mal?" fragte er und zog mich rein. Ich ließ mich ohne zu wehren von ihm reinziehen. "Ich musste was erledigen." sagte ich entschuldigend. "Oh man Simone, was meinst du was hier los wäre wenn dir passiert wäre?" fragte er sauer und sah mich verständnislos an. "Ich muss doch mal raus. Ich kann mich doch nicht wie die Queen verstecken oder ne Leibgarde ansetzen mich zu beschützen." verteidigte ich mich. "Ja aber wie meinst du wie es uns dabei gehen würde wenn dir echt was passiert wäre, man du musst doch einsehen das du im Moment allein nicht sicher bist." sagte Jay und verschränkte dir Arme. "Ich bin doch wieder da." entgegnete er mir. Jay musterte mich vorsichtig. "Du bist denen begegnet he?" sagte er als könne er Gedanken lesen. "Nein," log ich, wurde aber nervös. Jay hob mein Kinn hoch damit ich ihm in die Augen sah. "Wirklich?" fragte er noch mal. "na gut doch aber ich bin heile." sagte ich und sah ihn an. "Oh Simone." sagte er vorwerfend. "Tut mir leid dabei muss ich deinen Ersatzschlüssel verloren haben, ich mach ihn dir nach." sagte ich und sah ihn an. "Das ist mir egal Hauptsache dir geht’s gut." sagte er und umarmte mich. Ich erwiderte die Umarmung happy. Gut das er mir nicht mehr böse war. Dann sah ich ihn an. "Ich war bei mir zuhause und hab das gefunden." sagte ich und zeigte Jay die Nachricht meiner Mutter. Jay las sich dir Nachricht Stirn runzelnd durch. "Wow das ist krass," sagte er und sah sich den Zettel weiter an. "Ich bin so enttäuscht, sie kann uns doch nicht einfach alleine lassen." sagte ich wütend. "Ich verstehs auch nicht." sagte Jay und sah mich an. "Toll meine ganze Familie geht in Luft auf. Wenn Jenny jetzt auch noch was passiert, dann kann und will ich nicht mehr leben." sagte ich und setzte mich auf einen Stuhl. "Du hättest immer noch mich, Ju, Jojo, und alle anderen." sagte er, kniete sich runter zu mir und sah mich aufmunternd an.

"Zum glück," sagte ich und lächelte ihn an. "Wir kriegen das schon alles hin, und mit der Beerdigung helfe ich dir und Jenny gerne." sagte er. Ich nickte. "Das ist echt so viel was da organisiert werden muss." sagte ich und zeigte Jay die ganzen Unterlagen...
Die nächste Woche nutzten wir um Daniels Beerdigung also richtig zu organisieren. Dabei halfen alle aus der Clique, was mir sehr viel bedeutete. Jenny und mich erleichterte das so sehr. Nach knapp einer Woche stand der Termin dann fest. Daniel wurde nächsten Mittwoch beerdigt. Einerseits erleichterte es mich dass Daniel nun endlich seine Beerdigung bekommt und in Frieden Ruhen kann, andererseits bedeutete das noch mal Abschied nehmen und ich hatte den letzten Abschied noch immer nicht verkraftet.


Es gibt Tage da wünscht man sich man wäre nicht geboren. Es sind immer die wichtigen Tage die einem unangenehm erscheinen. Beerdigungen gehören auch dazu. Sie sind wichtig um sich zu verabschieden und dem Toten die Ehre zu geben die er verdient. Trotzdem wünscht man sich diese Tage müsste es nicht geben. Besonders wenn man einen Menschen verloren hat, den man sehr geliebt hat. Wieso gibt es also solche Tage? Wenn man dies beantworten könnte, wüssten wir auch wie es zu verhindern wäre, aber das können wir nicht. Alles ist vergänglich...wenn man sich umschaut sieht man das nichts unsterblich ist und nichts für immer hält. Deshalb ist es wichtig sein Leben zu genießen...
Cape diem - Nutze den Tag
Es war Mittwoch, Daniels Beerdigung. Ich wohnte immer noch bei Jay, ich konnte im Moment einfach nicht zurück in mein Haus. Zu viele Erinnerungen, zu viel Vergangenheit. Es war eh nichts wie früher, meinen Job als Sekretärin hatte ich fürs erste aufs Eis gelegt. Es war Zeit das zu tun, was ich für das richtige hielt. Ich wollte meine Zeit nicht mehr mit Dingen verschwänden, die ich eh nicht für wichtig hielt. Das heißt ich muss meinen Traum verwirklichen...
Ich suchte mir meine Trauerkleidung aus dem Koffer. Jay war schon fertig angezogen. Er lächelte mich aufmunternd an. Ich dankte ihm so sehr das ich zurzeit nicht allein leben musste. Er war immer da. Und das tat mir sehr gut. Um Punkt 9 Uhr klingelte es an der Tür. Ich wusste wer es war und machte deshalb den anderen auf. Knapp 20 Leute, alle in schwarz gekleidet. Ein Bild das ich wahrscheinlich nie vergessen werde. "Hey," grüßten sie Jay und mich. Shaz kam auf mich zu und umarmte mich. "Wir stehen den Tag gemeinsam durch." sagte Jojo und lächelte mich auch an. Becca wurde von Tom dauernd in den Arm genommen, ich sah ihr an das es ihr schlecht ging. Jenny kamen immer wieder Tränen in die Augen. Ich ging zu ihr hin und umarmte sie. Plötzlich begann sie erst richtig zu weinen. Ich stand da, mit ihr im Arm und versuchte sie so gut es ging zu trösten. Je länger wir da standen desto schwerer war es gegen meine Tränen anzukämpfen. Ich wollte nicht weinen, aber es ging nicht anders. Irgendwann löste Stu mich ab und nahm Jenny beschützerisch in den Arm, ich setzte mich schlurzend auf einen Stuhl, worauf Ju mich dann trösten kam. Jacky versuchte auch ihre Tränen zurück zu halten, was ihr aber besser gelang als die anderen. "Mädels ist doch gut, behaltet eure Tränen für die eigentliche Trauerfeier," versuchte uns Debbie zu beruhigen, die aber selbst nasse Augen hatte. "Lasst uns fahren, sonst kommen wir zu spät," sagte ich und wischte mir die Tränen aus den Augen, als wäre nichts gewesen..


Jay nickte und alle zusammen stiegen wir in unsere Autos. Ich saß mit Jay in seinem Auto, auf dem Beifahrersitz. Er konzentrierte sich auf den Verkehr, ich sah nachdenklich aus dem Fenster. Beerdigungen bedeuten Abschied zu nehmen, und das wollte ich nicht. Ich hoffte innerlich immer noch, dass das alles nur ein böser Traum und Daniel gar nicht tot war. Aber leider war das die Wirklichkeit. Ich wusste Daniel würde mir immer fehlen und der Schmerz das er nicht mehr da war würde mich immer begleiten, aber ich hoffte das es leichter werden würde. Als wir ankamen, sah ich schon viele von Daniels restlichen Freunden bzw. Bekannten und Verwandte. Meine Mutter und Stiefvater waren nicht anwesend. Das brachte mich wieder zum heulen. Die Tränen kullerten mir wieder über die Wange ohne es verhindern zu können. Ich wusste Daniel würde das fertig machen, wenn er wüsste das seine Mutter nicht da war. Aber seitdem sie mit IHM zusammen war, hörte sie nur noch auf ihn. Es war traurig. Und in irgendeiner Weise machte mich das sehr wütend. Die anderen konnten ihre Tränen auch nicht zurück halten. Ju hatte ihre ganze Taschentuchpackung verbraucht und Becca schlurzte bitterlich in Toms Schulter, der versuchte sie irgendwie zu trösten. Selbst die harten Jungs wie Mus, Marcel oder Kenz bekamen ein paar Tränen in die Augen oder nasse Augen. Nur Jacky schien ihre Tränen zurückhalten zu können. Ich musterte sie besorgt. Danach sah ich mich weiter um. Debbie wurde von Ollie im Arm gehalten, die wie paralysiert auf den Sarg von Daniel schaute. Jojo weinte auch ohne es verhindern zu können. Jenny hatte nicht aufgehört zu weinen seit wir bei Jay in der Wohnung waren und Jay schaute traurig auf Daniels Sarg. Es wurden Ansprachen und Reden gehalten und so langsam ging die Trauerfeier zu ende. Plötzlich merkte ich wie Jacky lauthals anfing zu weinen. Sie konnte es einfach nicht mehr unterdrücken und brach in Kenz Armen fast zusammen. Ich verkrampfte meine Hand. Ich wusste nicht wie lang ich das noch aushielt, das war einfach zu viel für mich. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Daniel wurden währenddessen unter die Erde gebracht. Jeder warf noch eine Rose auf Daniels Sarg und sprach noch leise etwas zu ihm. Als ich an der Reihe war, schritt ich zitternd zum Sarg. Ich kniete mich und verabschiedete mich leise von ihm.
Lieber Daniel, egal wie viel Zeit vergeht, du bleibst für immer mein großer Bruder und ich werde dich nie vergessen. Rest in peace.


Nachdem sich alle einzeln verabschiedet haben löste sich die Menge langsam auf. Viele wollten jetzt alleine oder bei ihren liebsten sein. Jeder ging in seine Richtung. Ich ging unbemerkt weg, ich musste unbedingt grad allein sein...
Ich schlenderte durch den Friedhof und dachte einfach nur nach. Die Sonne schien leicht durch die Wolken hindurch und es war angenehm warm. Ich setzte mich auf eine Bank und hörte dem rascheln der Bäume und der Stille des Friedhofes zu. Ich wusste gar nicht wie viel Zeit verging die ich da absaß aber ich merkte wie die Sonne sich weiter am Himmel bewegte. Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Jemand hatte sich neben mich gesetzt. Es war Jay. Ich lächelte ihn an. "Naa," sagte er und lächelte zurück. "Wie lang sitzt du hier schon?" fragte er und sah mich an. "Keine Ahnung und guckte in den Himmel. Jay folgte meinem Blick und sah auch in den Himmel. "Glaubst du daran dass man in den Himmel kommt?" fragte ich und ließ den Blick nicht vom Himmel ab. Jay schüttelte den Kopf. "Nein.." sagte er und schaute auch noch nach oben. "Ich auch nicht…aber schön wäre es." sagte ich und schaute dann nach unten weil mir langsam mein Nacken wehtat. Jay nickte. "Das stimmt." fügte er hinzu und sah mich dann an. "Geht’s dir denn gut?" fragte er. Ich sah ihn an. "Ja es geht schon, und dir?" fragte ich zurück. "Auch ganz gut denk ich." sagte er. "Das Leben geht weiter." fügte er hinzu. Ich merkte wie die Sonne hinter dicken schwarzen Wolken verschwand. Der Wind wurde immer stärker. Ich fing leicht anzuzittern, was Jay schnell bemerkte. "Ist dir kalt?" fragte er und sah mich an. Man er hatte so ein tolles Lächeln. Seine Augen leuchteten und wenn er einem damit ansah, fühlte man sich soo wohl. Ich nickte während ich ihn noch heimlich schwärmend ansah. Er zog seine Jacke aus und legte sie über meine Schultern. "Wir sollten eh gehen, es fängt bald anzustürmen." sagte er und schaute noch mal in den Himmel. Ich nickte. "Lass uns gehen." sagte ich und stand mit Jay auf. Wir schlenderten zu seinem Auto und sprachen kein Wort. Jeder dachte über was nach. Währenddessen wurde der Wind immer stärker und unangenehmer. Zu genau dem richtigen Zeitpunkt setzten wir uns ins Auto, denn es fing tierisch anzuregnen. Jay konzentrierte sich wieder auf den Verkehr während ich aus dem Auto starrte.
Als wir ankamen setzten Jay und ich uns vor den Fernseher und schauten gemeinsam Tv. Er holte ein paar kuschelige Decken heraus, mit denen wir uns zudeckten. Wir fingen irgendwann an rumzualbern und bewarfen uns auch mit Kissen. Irgendwie munterte mich das ziemlich auf und lenkte mich vor allem ab. Nachdem mich Jay mal wieder voll mit seinem Kissen getroffen hatte fiel ich halb vom Sofa, wobei ich ihn aus versehen mit zog. Jay lag nun halb auf mir. Wir sahen uns an. Sein Gesicht war nur paar Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich weiß nicht wieso ich es tat aber ich berührte meine Lippen mit seinen..

Jay erwiderte den Kuss kurz, schubste mich dann aber unsanft von sich weg. Ich sah ihm überrascht zu wie er sich sauer den Mund abwischte und auf stand. "Was soll das?" fragte er und sah mich an. "Ich dacht nur…also weißt du ich mag dich halt sehr und ich dachte du würdest auch.." sagte ich wurde von Jay aber unterbrochen. "Nein.." sagte er und räumte die Kissen vom Boden. Ich sah ihn verletzt dabei zu. "Okay." sagte ich leise. "Ich dacht nur weil in den letzten Wochen da warst du so freundlich zu mir und so.." sagte ich und setzte mich verwirrt aufs Sofa und starrte durch die Gegend. "Tut mir halt Leid." sagte Jay und sah mich dabei nicht an. "Wieso machst du mir dann die letzten Wochen so Hoffnungen? Wieso warst du stets bei mir?" fragte ich während mir ne Träne über die Wange lief. "Man ich habe nur deinem Bruder einen Gefallen getan!" rief Jay und schien es direkt wieder zu bereuen was er gesagt hatte. "Waas?" fragte ich entsetzt. "nichts," sagte Jay und schaute mich nicht an. "Jay, was für ein Gefallen?" fragte ich weiter. "Als er angeschossen wurde, war er für einige Minuten noch am leben, er hat mich gebeten auf dich aufzupassen." beichtete Jay. Ich sah ihn an. "so ist das also.." sagte ich während in mir die Wut brodelte. "Es tut mir Leid." sagte er und schaute mich entschuldigend an. Ich schüttelte verachtend den Kopf. "Du warst nur nett zu mir weil Daniel es so wollte ja? Weißt du was? Scheiß drauf was Daniel gesagt hat, ich brauch keinen Aufpasser!!!!" sagte ich und stand wütend auf und ging zur Tür. "Simone bitte, es tut mir Leid, na ja ich war ja nicht nur weil er wollte das ich auf dich aufpasse so oft bei dir und hab mich um dich gekümmert." versuchte Jay sich rauszureden. "Jay fahr zur Hölle." sagte ich leise aber kraftvoll, sodass es richtig deutlich wurde. Er sah mich traurig an. Ich zog mir schnell meine Jacke und Schuhe an und verschwand aus der Tür in den Stürmischen kalten Nachmittag.

Währenddessen bei Becca und Tom
"Man das war heute so hart, ich kann’s immer noch nicht glauben das Daniel tot ist." sagte Becca, die in Toms Armen lag. Sie lagen auf dem Bett und dachten zusammen nach. "Ich kenne ihn seit dem Kindergarten," sagte Tom, der an die Decke schaute. "Ja und als ich sah wie Jenny und Simone fast vor Tränen zusammengebrochen sind, hätte ich am liebsten auch angefangen zu weinen und mich auf den Boden geworfen." sagte sie und kuschelte sich noch mehr in Toms Arme. "Wehe wenn Andy dafür nicht in den Knast kommt." sagte sie wütend. "Kommt er, das kann ja nicht angehen wenn nicht!" sagte er und sah Becca an. Sie fing an zulächeln und sah ihn auch an. Tom küsste Becca zärtlich, die den Kuss gern erwiderte. Nach dem Kuss sah Tom sie an und spielte mit ihren Haaren. "Wollen wir was unternehmen heut Abend?" fragte er und spielte weiter mit Becca`s Strähnen. "Nein, heut ist mir echt nicht danach, außerdem müssen wir früh raus, arbeiten." sagte sie und sah ihn an. "Gut, dann verbringen wir den Abend heut zuhause, zusammen, mh…in der Badewanne." sagte er und fing anzugrinsen. Becca rollte extra mit den Augen, musste dann aber lachen und küsste Tom wieder. "Heißt das ja?" fragte er breit grinsend. Becca grinste und zuckte mit den Schultern. "Mal schauen.." sagte sie und lachte.

Bei Ju und Mus
Die beiden saßen gemeinsam in der Küche und aßen ihre bestellte Pizza. "wie geht’s dir schatz?" fragte Mus beim essen und beobachtete sie. "Mh na ja nicht so berauschend, dass mit Daniels Beerdigung is so hart." sagte sie und biss in ihre Pizza. Mus nickte. "Wie kann ich dich aufmuntern?" fragte er und grinste. "Kuscheln! du und ich gleich vorm Fernseher." sagte sie und grinste. "Lässt sich einrichten." antwortete er und lachte. Ju lächelte und biss weiter in ihre Pizza. "Und wie geht es dir schatz?" fragte sie nach dem sie zu Ende gekaut hatte. "Muss ne, leben geht weiter." sagte er und sah sie an. Ju nickte. "Ich hoffe Jenny und den anderen geht es gut, ich will nicht das die irgendwie traurig sind oder weinen." sagte sie. Mus nickte. "Das wollen wir alle nicht." sagte er und biss dann in sein letztes Stück Pizza rein. Als beide mit essen waren schnappte sich Mus Ju`s Hand und zog sie ins Wohnzimmer. Beide legten sich aufs Sofa, halb aufeinander und machten den Fernseher an. Ju lächelte vor Glück. Sie fühlte sich in seinen Armen total wohl und kuschelte sich noch mehr an ihn ran. "Ist dir kalt?" fragte Mus voll lieb. Ju schüttelte lächelnd den Kopf und küsste Mus. Sie küssten sich mehrere Minuten lang und vergaßen dabei ganz den Film weiter zu schauen.
Bei Jacky und Kenz
Jacky hatte noch immer total verheulte Augen und ließ sich grad von Kenz trösten. "So was wie heute will ich nicht noch mal erleben, das war mir viel zu viel." sagte sie und wischte sich eine Träne weg. "Halt einfach deine Tränen nicht zurück, das endet immer in so einem Zusammenbruch süße." sagte Kenz und streichelte ihr über die Schulter. Jacky lächelte leicht. "Ich werds mir merken." sagte sie und schniefte in ein Taschentuch. Die beiden saßen zusammen auf Kenzies Bett. "Ich mein mir ging es ja schon schlecht, ich Kenn Daniel auch schon so lange, ich weiß nicht wie Jenny und Simone das ausgehalten haben." erklärte sie und schaute ihn an. "Für die beiden war’s bestimmt nicht leicht, aber für uns eben genauso wenig…Daniel war für uns alle wichtig." sagte Kenz. Jacky lächelte leicht. Sie bemerkte an Kenz immer wieder diese wunderbare liebe Seite. Er war gar nicht immer son Draufgänger wie er immer tat. Das fand sie einfach zu süß, sodass sie ihn küsste. Kenz erwiderte überrascht den Kuss und sah sie dann an. "Wofür war der?" fragte er und lächelte. "Einfach nur so," sagte sie und sah ihn an. Kenz schaute sie lächelnd an und küsste sie weiter.
Währenddessen wanderte ich verloren in London herum. Es war kalt, nass und dunkel. Also viel zu gefährlich für mich, aber ich wusste nicht wohin. Ich konnte nirgendwo hin, zu den Mädels wollte ich nicht, weil ich niemanden stören wollte, zu Jay zurück, nein besser nicht und zu mir nachhause auch nicht, das traute ich mich nicht. Nur wo sollte ich hin??

Bei Jojo und Lee
"Oh man das ist so traurig." sagte Jojo und schaute durch die Gegend. Sie und Lee saßen in einem kleinem Cafe und unterhielten sich. "Ja ich werd ihn so vermissen." sagte Lee und nippte an seinem Cafe. Die beiden kamen sich in den letzten Tagen immer und immer näher. Wenn sich ihre Blicke trafen, schien es förmlich zwischen den beiden zu knistern. Jojo war aber manchmal zu schüchtern und traute sich einfach nicht dem Blick stand zu bleiben. Wer wurde bei Lee schon nicht nervös? Er lächelte sie während des Gesprächs leicht an, auch wenn es um Daniel ging. Jojo seufzte und sah ihn dann auch noch mal an. Sie konnte nicht widerstehen ihn anzuschauen.
Als sich ihre Blicke erneut trafen fasste sich Lee ein Herz. "Du Jojo ich muss dir was sagen." sagte er und sah sie an. Jojo wurde direkt nervös. "Also ich weiß unpassender geht’s nicht, wenn man bedenkt das heute Daniels Beerdigung war aber das zeigt mir das die Zeit an uns vorüber geht wie Schallgeschwindigkeit. Deshalb muss ich dir einfach so schnell wie möglich sagen das ich dich liebe!" sagte er und sah sie an. Jojo lief rot an und wackelte nervös umher. "Ich…ich also ich lieb dich auch." sagte sie und wurde noch roter...
Bei Jenny und Stu
Jenny saß total fertig mit Stu in seiner Wohnung. Sie lehnte sich schlurzend an ihn und dachte nach. "Hoffentlich wird’s irgendwann leichter, dass Daniel nicht mehr da ist." sagte sie schließlich und starrte an die Wand. "Das wird es, das verspreche ich." sagte Stu und streichelte Jenny leicht über die Schulter. "Oh man wie soll ich denn die Gerichtstermine überstehen? wenn ich dem Typen gegenüber sitze, fang ich entweder anzuheulen oder greif den Typen an." sagte sie und schlurzte. "Glaub mir so werden wir uns alle fühlen," sagte Stu und nahm sie in den Arm. Er zog sie so zu sich das beide nebeneinander lagen und sich umarmten. In der Position schliefen beide tief ein.
Währenddessen wurde es immer dunkler. Ich beschloss an einem meiner Lieblingsplätze zu gehen. Eine kleine Brücke über einer viel befahrenen Straße. Hier dachte ich oft nach. Auch wenn es unten laut war, war es hier oben merkwürdigerweise sehr still. Man fühlte sich hier frei. Man hatte das Gefühl nach den Sternen greifen zu können. Ich lehnte mich an das Gitter und schaute nach unten. Ich weiß noch wie oft ich hier stand früher, zum Beispiel als mit Andy Schluss war. Ja gut er ist ein Arsch, ein mieser Penner, besonders weil er meinen Bruder auf dem Gewissen hat. Aber früher, da war ich schon irgendwie verliebt in ihn. Als es Schluss war ich ziemlich deprimiert. Ich weiß nicht wie oft ich daran dachte meinem Leben ein Ende zu setzen. Aber wie oft dachte ich daran, dass es Menschen gibt, die mich liebten. Ich wusste das hatte sich jetzt auch nicht geändert. Aber Jay liebte mich anscheinend nicht. Wie er nach dem Kuss geschaut hatte, werd eich wohl nie vergessen. Es tat so weh, so dass ich meine Hand am Gitter fest festkrallte. Mir lief eine einzelne Träne über die Wange und ich starrte weiter nach unten...


Ich hasste mein Leben! Ich hatte zwar so viele Menschen die mir viel bedeuteten aber irgendwie gab es bei mir nur Probleme. Ne Stimme im Inneren sagt mir dauernd, dass es doch besser wäre mein Leben ein Ende zu setzen. Aber das war doch bescheuert! Würde ich das tun würde ich so viel Menschen verletzen und sie ewig traurig machen und außerdem war mein Leben gar nicht so schlecht. Gut mein Bruder war tot, Jay liebte mich nicht und ich hatte knapp 20 Leute hier in London die mich umbringen wollten. Aber sonst war mein Leben gut! Es gibt halt immer ups and downs oder nicht? Ich ließ das Gitter schnell los und ging einen Schritt zurück. Wie komm ich überhaupt auf so blöde Ideen! Schnell weg hier, dachte ich und verließ die Brücke...
Währenddessen bei Debbie und Ollie
"Ich könnt immer noch heulen." sagte Debbie und sah Ollie an. "Lass es raus wenn du weinen musst." sagte er und sah sie aufmunternd an. "gut das du da bist." sagte sie und fiel über Ollie her. Sie stürzte sich sozusagen auf ihn und knuddelte sich an ihn ran. Ollie fing laut anzulachen und drückte sie ganz fest. "Bleibst du heute bei mir?" fragte sie ganz lieb. "Natürlich, hatte nichts anderes vor." sagte er und grinste. "guuut, ich will nämlich grad echt nicht alleine sein." sagte sie und küsste ihn. Ollie lächelte happy und erwiderte den Kuss.
Bei Shaz und Sam
"Du musst mich gaaanz dringend aufmuntern." sagte sie und lächelte Sam an. "wie soll ich dich denn aufmuntern." sagte Sam, der Shaz im Arm hielt. "Bring mich einfach zum lachen." sagte sie und grinste. Sam schien kurz noch zu überlegen und fing dann an Shaz zu kitzeln. Die konnte sich gar nicht wehren und lachte sich kaputt. "ahh ist gut ich kann nicht mehr." sagte sie dann und hielt sich vor lachen den Bauch. "Geht doch." sagte er und grinste. "Ahh ich will heut einfach nur in deinen Armen liegen." sagte sie und kuschelte sich gemütlich in Sams Arm ein. Der lächelte und sah sie an.
Währenddessen machte sich Jay langsam Sorgen. Er wusste nicht wo ich war. Nervös schritt er umher und dachte nach. Wo könnte Simone sein? Er hasste sich dafür das er das mit Daniel gesagt hatte. Das war so gemein, dachte er. Konnte ich das wirklich ausschließen nichts mit ihr zu haben? fragte er sich leise...


Bei Janina und Melo
"Was machen wir heut süßer?" fragte Janina und schaute Melo an. "Ich weiß nicht, mir ist irgendwie nicht nach was großem." sagte er und sah sie an. "Och man das nimmt ich alles so mit ej." sagte sie und umarmte Melo fest. "Ich will dich nimmer los lassen." sagte sie und lachte. Melo grinste und küsste sie ganz sanft. "Wollen wir spazieren, ich brauch frische Luft." sagte er schließlich und zog sie mit. Sie lächelte und folgte ihm. Janina und Melo schnappten sich ihre Jacken und Schuhe und gingen raus in die Kälte. Es war noch immer windig und ziemlich neblig. Janina schnappte sich aus Angst Melos Hand und folgte ihm durch die Straßen. Plötzlich trafen sie Jay, der ziemlich verstört aussah. "Hey mate, was ist los?" fragte Melo erschrocken. "Ich such jemanden." sagte er und sah sich um, als würde er hoffen ich käme gerade um die Ecke. "Wen?" fragte Janina und sah ihn an. "Simone.." sagte Jay und kratzte sich nervös am Kopf. "Wieso ist sie denn weg?" fragte Melo. "Ach ehm lange Geschichte, ich muss weiter." sagte er. "Mh okay, wenn wir sie sehen sagen wir dir Bescheid." meinte daraufhin Janina. Jay nickte nur und verschwand schnell um die Ecke. "Was war das denn bitte?" fragte sie Melo und sah ihn an. "Keine Ahnung." antwortete er und zuckte mit den Schultern. "Total merkwürdig." sagte sie leise vor sich hin und dachte nach...
Währenddessen bei Melian und Marcel
Die beiden saßen in einem Cafe und redeten miteinander. Es wurde langsam dunkel und durch den Wind und den Nebel war es draußen richtig gruselig. "Boah das war heut so ein schrecklicher Tag." sagte Melian und seufzte laut während sie in ihrem Cafe rumrührte. "Ja das stimmt," antwortete Marcel und schien nachzudenken. "Hey guck mal da ist Simone." sagte Marcel plötzlich und deutete auf mich. "Ah stimmt." sagte sie und sah mich an. "Simone!!!" rief sie damit ich sie hörte. Ich blickte nachdenklich auf. Zögernd folgte ich ihrem Ruf und begrüßte die beiden. "Hey," sagte beide und wiesen mir einen Platz zu. "Ach nein danke ich muss gleich wieder los, wollt mir nur schnell n Cafe zu mitnehmen holen." sagte ich und lächelte. "Ach so." sagte Melina und sah mich besorgt an. "Gut dann schönen Abend euch noch, man sieht sich." sagte ich, bestellte mir noch schnell n Cafe und ging davon. "Ihr geht’s gar nicht gut." sagte Marcel besorgt und sah mir hinterher. "Ja überhaupt nicht." stimmte sie zu und dachte nach. "Oh man ich glaub ich will nachhause." sagte sie und sah Marcel an. "Ja klar, lass uns gehen." sagte Marcel, bezahlte schnell und verließ mit Melina dann das Cafe. Die Dunkelheit erdrückte einen fast. Der Mond kam kaum durch die Wolken, weshalb es noch viel dunkler war. Marcel nahm Melian beschützerisch an die Hand und zog sie mit sich. Plötzlich bogen auch Janina und Melo um die Ecke. "Heeyyy." sagte Janina, die das Treffen als erste mitbekommen hatte. Die vier begrüßten sich höflich und plauderten etwas über den Tag. "Oh man wir haben eben Jay getroffen, der sah total zerstört aus." erzählte Melo. "Echt?? Na ja wir haben eben Simone getroffen und die sah auch total zerstört aus." erzählte Melina. "Was echt?? Jay sah wegen Simone so zerstört aus. Er hat sie irgendwie gesucht. Ich hab aber keine Ahnung was passiert ist, Jay wollte nichts sagen." sagte Janina und war leicht erschrocken. "Oh man, sollen wir Jay bescheid sagen, das wir sie gesehen haben?" fragte Melina die drei. "Mh jetzt ist sie eh weg aber dann weiß er wenigstens wo ungefähr er suchen soll." sagte Melo und nickte. "Gut ich ruf ihn an." sagte Marcel und wählte Jays Nummer....

"Ihr habt sie getroffen?" fragte Jay gleich interessiert und wurde nervös. "Ja, hier am Trafalgar Square." erklärte Marcel. "Aber ist schon 10 Minuten her." fügte er dann hinzu. "Ah okay, danke." sagte Jay und legte auf. "Ich will ja nicht neugierig klingen, aber mich würde schon interessieren was da passiert ist. Ich mach mir etwas Sorgen." sagte Janina und sah in die Runde. Die anderen nickte...
Jay suchte währenddessen nicht am Trafalgar Square…er wusste genau wo ich hinwollte. Sein Weg führte zum Friedhof, wo Daniel lag. Und er hatte Recht gehab, genau vor seinem Grab stand ich. "Gut das ich dich gefunden hab." sagte er und blieb eine Meter vor mir stehen. Ich drehte mich nicht um, ich wusste eh wer es war. "Was willst du." sagte ich und seufzte. "Ich will nur das du weißt das ich das nicht so gemeint habe." sagte er während sein Blick auf mir haftete. "Schon gut Jay...ich hab überreagiert, wenn wir ehrlich sind waren wir nie Freunde. Du warst halt eben Daniels bester Freund und ich seine Schwester. Wir waren quasi dazu gezwungen befreundet zu sein. Und ich hab irgendwie wohl gedacht, dass da etwas wie Liebe wäre...aber kann ja nicht sein. Na ja auf jeden fall Daniel ist tot, du bist nicht mehr verpflichtet mit mir befreundet zu sein und auch wenn er dich drum gebeten hat, du brauchst auch nicht auf mich aufzupassen. Da muss ich alleine durch." sagte ich und sah ihn jetzt dabei an. Jay sah mich traurig an. Er wusste nicht was er dazu sagen sollte. Er wollte mir so gern sagen, dass er gerne mit mir befreundet ist und das er es nie ausschließen könnte was mit mir zu haben, aber er brachte es nicht zu Stande es zu sagen. Ich lächelte ihn traurig an. "Machs gut Jay, man sieht sich." sagte ich, drehte mich um und ging...


Ich war’s langsam leid in der Gegend rum zulaufen, vor allem da es langsam dunkel und kalt wurde. Außerdem taten mir meine Beine schon total weh von vielen laufen. Aber verdammt wo sollte ich jetzt hin? Ich hatte irgendwie keine Lust jemanden von Jay und mir zu erzählen, aber wenn ich abends total erledigt bei einem der Mädels aufkreuzte, blieb mir wohl nichts anderes übrig. Ich beschloss zu Jacky und Kenz zu gehen. Ich war erstens am nächsten bei den beiden und zweitens hatte Jacky noch n Raum bei sich in der Wohnung frei. Ich hoffte nur das sie gerade heute nicht bei Kenz war. Die beiden waren ja schließlich noch nicht lang zusammen und wohnten deshalb noch nicht zusammen. Ich klingelte an der Tür und wartete gespannt und wow ich hatte Glück. "Heeey was machst du denn hier so spät? Ist was passiert?" fragte sie und zog mich schon zu sich rein. "Jo also ich hab mich mit Jay gestritten." sagte ich während Jacky die Tür schloss. "Was wie? Och nee heute, gerade wo Daniel.." sagte sie, wollte es aber nicht richtig aussprechen. "Ja," sagte ich müde. "Du kann ich ne Nacht bei dir pennen. Ich will zwar echt nicht stören.." sagte ich wurde aber von Jacky schon unterbrochen. "Quatsch tust du nicht, du kannst bei mir im Gästezimmer pennen, ich wusste doch es ist gut ein Gästezimmer zu haben." sagte sie und grinste. "Ah danke." sagte ich und war ziemlich erleichtert. "Nicht zu danken." antwortete sie. "komm mit, Kenz und ich gucken irgendwie son beknackten Film." sagte sie und rollte mit den Augen. "Männerfilme ne?" sagte ich und grinste. "Oh jaaa." sagte sie und lachte. "Na ja weißt du ich glaub ich geh direkt pennen, ich bin so müde," sagte ich und sah sie an. "Ja klar kein Problem." sagte sie und lächelte. Ich begrüßte Kenz noch schnell und legte mich dann auch schon ins Bett. Ich schlief sofort ein...
Am nächsten morgen wurde ich durch laute Geräusche geweckt. Ich musste mich erstmal wieder erinnern wo ich eigentlich war. Ich stand müde auf und verließ das Gästezimmer. Wer war denn so laut, man! dachte ich und ging in Richtung Jacky`s Küche...

Eigentlich hätte ich die ganzen Stimmen erkennen müssen, aber die Müdigkeit ließ grüßen. In Jacky`s Küche saßen alle aus der Clique, auch Jay. Er sah mich traurig und besorgt an. Ich wandte den Blick schnell ab und sah zu den anderen. "Guten morgen." grüßten sie mich, woraufhin ich leicht verpeilt zurück grüßte. "Ihr seid laut." sagte ich und grinste leicht. Ich wusste genau das sie Bescheid wussten, das Jay mir ne Abfuhr gegeben hatte. Und genau deshalb waren alle da, auch Jay. Ich spürte diese Blicke auf mir. "Sorry, wollten dich nicht wecken." sagte Ju und sah mich besorgt an. Ich wusste kaum was ich sagen sollte. Alle sahen mich an und schienen irgendwas zu erwarten. "Ähh ja dann esse mal was, die Jungs und ich äöähm wir gehen was Ps2 zocken." sagte Kenz und ging mit allen Jungs raus, Jay wurde von Sam mitgeschleift. Ich nickte Stirn runzelnd. "Seit wann hast du ne PS2 hier rum stehen Jacky?" hackte ich nach. "Ehm hat Kenz mitgebracht." sagte Jacky. "Mh also du hast Jay gestern geküsst ja?" sagte Debbie und brachte die ganze Situation endlich zum Punkt. Ich seufzte. "Steht das schon in der Presse oder was." sagte ich genervt und setzte mich auf einen Küchenstuhl. "Nein, nur wir wollten wissen weswegen ihr Streit habt und irgendwann Jay kapituliert und es uns gesagt." sagte Jojo und sah mich an. Und wieder hafteten alle Blicke auf mir. Ich ließ meine kopf genervt in meine Hände sinken und seufzte laut. "Jacky, hast du Kaffee da?" fragte ich und sah sie an. "Klar, aber seit wann trinkst du Kaffee?" fragte sie während sie mir ne Tasse warmen Kaffee einschüttete. "Seit jetzt." sagte ich und exte die Tasse weg. Die Mädels sahen mich komplett baff an , mussten aber auch irgendwie grinsen. "Pass auf gleich fang ich auch noch an zu rauchen." sagte ich und massierte mir leicht die Schläfen. Ich glaub so früh am Morgen hatte ich noch nie Kopfweh ohne am Vortag besoffen gewesen zu sein. "Ach jetzt lass den Kopf nicht hängen." sagte Debbie und sah mich an. "Ihr habt ja leicht reden ihr habt alle eure Freunde oder Fast-Freunde." sagte ich und stützte meinen Kopf auf meiner Hand. "Mh also Jay hat dich gestern gesucht, das beweist doch, das er dich mag." sagte Melina und sah mich an. "Das beweist grad mal das er n schlechtes Gewissen hat." sagte ich und ließ meinen kopf auf den Tisch fallen.
~~~Währenddessen bei den Jungs~~~
"Ich wusste gar nicht dass sie da ist!" sagte Jay und schaute zur Tür. "ehm ja wir auch nicht." log Tom, der so tat als würde er n PS2 spiel raussuchen. "Als ob, kommt schon Jungs ihr wusstet das genau, seit mal ehrlich." sagte Jay und ließ sich aufs Sofa fallen. "also weißt du wir wollten, dass ihr euch vertragt aber da wussten wir noch nicht das du ihr einen Korb gegeben hattest." erklärte Kenz, der sich n PS2 Controller nahm und n Spiel einlegte. "Also ich denke ich bin alt genug um solche Sachen selber zu klären." sagte Jay genervt. "Jaa schon klar, nur wir dachten wenn wir euch in eine Wohnung bringen können, dann habt ihr besser Gelegenheit zu, wir wollten nur was helfen dabei, aber nun wissen wir das du ihr ja n Korb gegeben hast und das ändert die Situation natürlich irgendwie." erklärte Mus, der mit Kenz gerade ein Rennen fuhr. "Oh man, die muss jetzt sonst was von mir denken." sagte Jay und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. "Ach dann klär das doch einfach, noch ist nichts verloren." sagte Stu der sich auf der Couch breit machte. "Das hab ich gestern schon versucht aber ich krieg da nichts aus." sagte Jay während sein Gesicht noch immer in den Händen vergruben war...

Irgendwann verzog ich mich aus Jacky`s Wohnung, ich wollte allein sein, nachdenken und so weiter. Und alleine sein konnte ich nur an einem Ort und das war mein eigenes Zuhause, das eh unbewohnt war. Ich fühlte mich da zwar nicht mehr wie zuhause, aber ich fühlte mich sowieso nirgends mehr zuhause. Alles war so blass im Haus, die Grelligkeit und die Lebendigkeit war verschwunden. Nichts war mehr davon übrig. Es war eisig kalt im Haus, da seit längerer Zeit nicht mehr geheizt wurde. Ich öffnete den Briefkasten, der schon fast überquilte. Dabei fiel mir ein Brief vom Gericht auf. Ich schmiss die restliche Post auf den Boden und öffnete den Brief hastig. Ich überflog den Brief und sank seufzten zusammen. Der Gerichtstermin stand fest. Heute in einem Monat. Andy wurde wegen Todschlag und Mordversuch angezeigt, und ich betete er würde verurteilt werden. Dann erst konnte das Leben für mich weiter gehen. Und für die anderen auch. Ich rief Jenny an um sagte ihr Bescheid. "Nächsten Monat schon, umso besser." sagte sie, schien aber bedrückt zu sein. Ich wusste genau was sie fühlte. Das war der Tag an dem wir alle Andy wieder sehen würden und das macht bestimmt nicht nur mir Angst. Ja sag den anderen bitte bescheid, ich muss jetzt was allein sein." sagte ich und legte schon auf. Ich starrte noch stundenlang auf den Brief und las ihn mir bestimmt 100mal durch. Ich saß in einer Decke eingehüllt in meinem Zimmer. Ich sah mich in meinem Zimmer um. Oh man was tat ich hier eigentlich. Ich merkte wie ich mich komplett zurück zog, meine Freunde vernachlässigte um bloß alleine sein zu können. Nachdenken, wie ich es nannte. Aber wirklich helfen würde es niemanden. Ich wusste nicht wieso ich mich zurückzog, es war einfach so komisch ohne Daniel. Und die ganze Sache mit Jay machte es nicht leichter. Ich wusste einfach nicht wie ich mich jetzt verhalten sollte, besonders vor Jay. Sollte ich so tun als würde es mir nichts ausmachen oder ihm aus dem Weg gehen? Und anstatt mich zu stellen verkroch ich mich hier in diesem alten Haus, das vor gar nicht langer Zeit mein Zuhause war. Ich musste mein Leben ganz schnell wieder in ein Gleichgewicht bringen, ansonsten wusste ich das ich das nicht lang aushalten würde. Ich würde schlicht und ergreifend daran kaputt gehen.
Irgendwann hielt ich das rum sitzen nicht mehr aus, ich stand auf und verließ mein Zimmer. Der Flur war düster. Die Tür zu Daniels Zimmer war zu, Jenny Zimmer war auch zu. Ich stieg die knarrenden Treppen hinunter und versuchte einen Anhaltspunkt zu finden, wo meine Mum die Sachen von Daniel hingetan hatte. Ich fands nicht in Ordnung, dass sie einfach weggebracht wurden. Obwohl ich meine Mum in einer Weise auch verstand. Ich erinnerte mich an den Karton, der noch bei Jay stand, wo ein paar Sachen von Daniel drin waren. Ich ging ins Wohnzimmer, das auch ziemlich düster war. Plötzlich stolperte ich über ein paar Kartons, die mit mir umfielen und der halbe Inhalt raus fiel. Ich starrte auf die Sachen, die eindeutig meinem Stiefvater gehörten. Mein Blick blieb vor allem auf eine Waffe hängen. Vorsichtig hob ich sie auf und guckte ob sie geladen war...

Und tatsächlich sie war geladen. Ich schmiss sie vorsichtig in eine Ecke. So was hier zu lassen, dachte ich. "Mistkerl." murmelte ich leise vor mich hin. Ich wischte mir meine Hände ab als hätte ich etwas totes angefasst. Mit wackligen Beinen stand ich auf und dachte weiter nach. Ich beschloss im Keller nachzusehen, wo ich dann endlich fündig wurde. Daniels Schränke, Sachen, Klamotten. Der ganze Keller war voll damit. Ich hätte hier zuerst suchen sollen. Langsam ging ich auf Daniels Sachen zu. Sein Pokal vom Fußball, seine Musiksammlung, seine Modellautos auf die er so stolz war. Das alles erinnerte mich an die Vergangenheit. An Situationen, die ich mit ihm erlebt hatte und die wir mit Jenny durchgemacht hatte. Ich berührte einige Sachen von ihm, als würde ich damit erhoffen, Daniel so nicht mehr vermissen zu müssen. Doch ich wusste das konnte nicht klappen. Ich setzte mich auf den kalten Boden und starrte die ganzen Sachen nachdenklich an. Ich war in meinen Erinnerungen gefangen. Saß da wie ne leere Hülle, die darauf wartete mit Leben gefüllt zu werden...
Plötzlich rief von oben jemand meinen Namen. Ich schrak auf und schaute zur Kellertür. "Simone?" rief noch mal eine Frauenstimme. Es war eindeutig Jenny. Ich stand auf und ging langsam nach oben. "Hey du bist ja doch da." sagte sie und umarmte mich dann. Ich nickte. "alles okay?" fragte sie mich misstrauisch. "Ja passt schon." sagte ich und sah sie an. "Was hast du unten gemacht?" fragte sie weiter. "Daniels Sachen sind da unten." sagte ich, worauf Jenny runter lief um sich selbst davon zu überzeugen. Sie sah sich seine Sachen alle genau an und schien sich auch an so vieles zu erinnern. Irgendwann saßen wir beide auf dem Kellerboden und erzählten uns irgendwelche Gesichten über Daniel oder welche, die wir mit ihm erlebt hatten. "Weißt du noch als er die Rollschuh fahren bei gebracht hatte?" fragte sie mich und ließ den Blick nicht von Daniels Sachen ab. "Ja stimmt, das erste was ich gemacht hab, war in einen Busch zu fahren." sagte ich und lachte. "Und er hat dich zum weiter üben animiert." sagte Jenny und musste auch lächeln. "Ja er wusste wie er mich überreden konnte." sagte ich und grinste. Das ging den ganzen Abend so weiter. Das einzig gute an Daniels Tod war, dass Jenny und ich näher zusammenrückten und uns besser umeinander kümmerten. Daniel hätte das gewollt. Das wusste ich.

Der Monat bis zur Verhandlung verging im Fluge. Ich bereitete mich mental schon auf die Verhandlung vor, wobei ich die meiste Zeit allein war. Die anderen wollten mich nie allein lassen, doch ich brauchte meine Ruhe. Jay hielt sich dabei immer raus. Er sah mich immer so an als müsste er mir was sagen, aber egal was es war ich wollte es nicht wissen. Wozu denn auch. Als der Tag dann endlich da war, stand ich früh auf und zog mir meine Sachen an. Ich hatte diese Nacht eh nicht lang gepennt. Ich war viel zu aufgeregt. Das war der Tag an dem ich Andy wieder sah, den Mörder meines Bruders!
Um Punkt 10 begann die Verhandlung. Die anderen waren auch als Zeugen geladen. Ich begrüßte sie alle herzlich außer Jay dem ich nur zunickte und ein schlichtes Hallo zuwarf. "Oh Gott ich hoffe, dass das schnell geht, ich halt das bestimmt nicht lange aus diesen Arsch zu sehen." sagte Ju und kuschelte sich an Mus Seite. "Das wird schon." sagte er und küsste Ju auf die Stirn. "Das kann nur gut ausgehen." sagte Jojo optimistisch. Ich nickte stumm während wir alle in den Gerichtssaal kamen. Andy und einige seiner Gangmitglieder waren schon da. Er saß auf der Anklagebank und grinste mich an. Die letzten Wochen war er in Untersuchungshaft gewesen, doch würde er heute Recht gewinnen, käme er frei. Ich setzte mich mit den anderen auf die Zeugenbank und versuchte seinem Blick zu entweichen. Ich wusste er starrte mich absichtlich die ganze Zeit an. Der Richter sprach sein Machtwort und begann damit mit der Verhandlung. Alle standen auf. "Wir sind hier heute um den Täter von Daniel Redcliffe zu finden. Verdächtigt wird Andy Larkson, der am Abend des 20.Aprils Daniel Redcliffe absichtlich erschossen haben soll. Außerdem hatte er die Absicht Simone Redcliffe zu ermorden." sagte er und las dann die Paragraphen vor. Ich stand wie gebändigt da, es fühlte sich an, als würde das Blut in meinen Adern gefrieren. Schließlich wurde Andy aufgerufen um selbst zu seiner Tat zu sprechen. Doch ich wusste er würde sich nicht so leicht was anhängen lassen. Der Staatsanwalt quetschte ihn mit unendlichen Fragen auf, wobei Andy nur grinste und immer eine Antwort drauf fand. Währenddessen stieg die Wut in mir immer mehr. Ich sah zu den anderen die auch wie versteinert auf ihren Plätzen saßen. Jay saß da und funkelte Andy wütend an, je mehr er log. Plötzlich wurde ich als Zeugen aufgerufen. Ich stand wackelig auf, wobei mir Becca noch einen fürsorglichen Klaps auf die Schulter gab. Ich wurde von Andys Anwalt hart befragt. Eine Frage nach der anderen unter anderem auch intime. "Sie waren mit Andy mal zusammen stimmt das?" fragte sein Anwalt. Ich nickte stumm. "Kann es nicht sein, dass sie aus Rache Andy die Schuld an dem Tod von Daniel geben wollen?" fragte er mich und bückte sich zu mir runter. Ich starrte ihn entsetzt an. "So ein Quatsch! Das ist mit Andy war ein Fehler, nichts wofür ich Rache nehmen würde. Sie wissen selber das Andy die Schuld trägt, sie sollten sich schämen ihn zu verteidigen." sagte ich und funkelte seinen Anwalt an. "Mäßigen sie sich!" sagte der Richter bestimmend. Ich merkte wie besonders Jacky sich zügeln musste um nicht auszuticken. "Nun gut sie handeln also nicht aus Rache Simone, aber was ist dann ihr Grund? Nach ihren Angaben waren sie während Daniel erschossen wurde bewusstlos, woher wissen sie dann das es Andy war?" fragte er als wäre nichts gewesen. "Andy wollte mich töten! Er hatte es geplant weil er es nicht mag gedemütigt zu werden. Und dafür geht er auch über Leichen. Ich weiß ganz genau das er es war. Und wenn meine Aussage nichts taugt, da vorne sitzen knapp 20 Leute die da waren und gesehen haben wie Daniel von Andy erschossen wurde." sagte ich und funkelte den Anwalt böse an. Er beugte sich noch mal runter zu mir und sah mir genau in die Augen. "Weißt du Simone, ich glaube dir nicht. Meinst du Andy ist so dumm jemanden bei so vielen Zeugen umzubringen?" fragte er mich. Ich sah ihn weiter funkelnd an. "tz Andy ja! Ihm ist es egal ob da Zeugen sind. Die schaltet er einfach mit aus. Außerdem hat Papi genug Geld um ihn erfolgreich durch so eine Verhandlung zu bringen. Aber das lass ich nicht zu. Er hat Daniel umgebracht und dafür gehört er hinter Gitter." sagte ich wütend. "Sehr geehrter Richter sie sehen doch, dass sie keine brauchbaren Beweise hat. Es ist doch klar, dass sie lügt. Keine weiteren Fragen." sagte der Anwalt und setzte sich neben Andy hin. Ich durfte mich wieder auf meinen Platz setzen und atmete tief durch. Das war härter als ich dachte...


Die Verhandlungen wurden mehrmals unterbrochen. Es dauerte mehrere Wochen, da viele Beweise und Zeuge vorgebracht werden mussten. Ich fühlte mich immer schlechter und schlechter. Den anderen ging es genauso. Ich merkte wie angespannt alle waren. Jenny redete kaum, außer mit Stu. Sie war einfach zu angespannt um sprechen zu können. Nur Stu vertraute sie alle ihre Gefühle an. Ich wusste die beiden waren schon längst zusammen, auch wenn sie kein großes Ding draus machten und es nicht an die große Glocke hängten, merkte man, dass sie sich liebten. Ich schlief während der Verhandlungen kaum. Ich wurde blasser und blasser und essen konnte ich kaum. Ich merkte oft wie Jay und die anderen mich besorgt ansahen, doch sprechen wollte ich nicht darüber. Meine Sorge war Andy und ansonsten konnte ich mich auf nichts konzentrieren, noch nicht mal auf mich selber. Ich war eh nicht mehr ich selbst. Daniels Tod hatte mich verändert. Nichts war mehr so wie es war. Innerlich zerbröckelte ich immer mehr, ich wusste, dass es noch lange dauern würde bis ich meine Seele wieder flicken konnte. Fast jeden Tag wurde die Verhandlung fortgesetzt. Fast jeden Tag, an dem ich Andy sah und dann nachts von ihm schlecht träumte. Er verfolgte mich selbst im Schlaf…wann hat das alles ein Ende?
Als die Verhandlungen dann endlich in die heißen Runden kamen, wollte ich einfach nur das Ergebnis hören. Ich wusste ich hielt es nicht mehr lange aus. Jacky war selber auch sehr angespannt, sie war schon mehrmals kurz davor gewesen Andy an zufallen, weil er oft so einen scheiß erzählte.
Dann kam der Tag an dem wir alle erfuhren sollten, ob Andy endlich für schuldig gesprochen werden sollten? Aber reichten die Beweise?


Es war ein regnerischer Tag. Der Nebel kroch über den Boden und verbarg das Ferne. Das Wetter war nicht gerade Stimmungs-hebend. Es war schon irgendwie wie zu einem Ritual geworden, dass unsere Clique sich vor dem Gerichtssaal traf. Ich wusste gar nicht wie oft wie hier schon gestanden hatten, aber ich war froh das heute alles ein Ende hatte. Hoffentlich. Obwohl es draußen regnete und neblig war, war es warm, nur mir war bitter kalt. Ich schätze, dass es die Nervosität war. Jay und die anderen redeten alle nicht. Das wusste ich auch zu schätzen, denn die Stille fand ich angenehmer. Als die Verhandlung dann in die Ehrenrunde ging, schlotterten allen die Knie. Selbst schlucken fand ich mühsam. Ja sogar atmen tat weh. Es war 10 Uhr. Wir wurden wie immer in den Gerichtssaal gebracht, Andy kam in Handschellen mit seinem Anwalt zuletzt rein. Ich konnte dieses Gesicht nicht mehr ertragen. Sein Blick hatte sich in mein Gehirn gebrannt. Ich setzte mich auf meinen Platz. Jenny in meiner Nähe. Die anderen daneben. Der Richter kam herein. Es ging alles so schnell. Die Anklage wurde noch mal wiederholt. Ich spürte Andys Blick auf mir heften. Er wusste was dieses Urteil für mich bedeutete und besonders für ihn. Jede Minute die verging, hatte ich mehr und mehr das Bedürfnis los zu schreien. Plötzlich war es soweit. Alle standen auf und erwarteten das Urteil. Ich stand wackelig da, alles schien so entfernt. Der Richter blickte zu Andy. „Auf Grund mangelnder bzw. fehlender Beweise, wird die Anklage gegen Andy Larkson fallen gelassen. Die Kosten trägt der Staat. Die Sitzung ist beendet.“ Verkündete er und setzte sich wieder hin. Ich hörte wie Andy jubelte, genauso wie sein Anwalt. Neben mir schrien besonders Jacky und Becca, Jacky rannte sogar los und ging auf Andy los, doch bevor sie ihm was antun konnte, wurde sie leider schon von Polizisten hinaus gebracht. Ich stand noch immer da. Fassungslos. Verloren. Einsam. Der Boden war wie unter meinen Füßen weg gezogen wurden. Ju und Jojo weinten. Jay schlug wütend gegen den Tisch. Alle anderen beschwerten sich lauthals. Jenny brach zusammen und ich? Ich stand da wie gar nicht da. Ich fühlte mich leer und Andy war frei. Er hatte Daniel ermordet und kommt frei? Wo ist da die Gerechtigkeit? Ich verfluchte ihn. Ich schloss meine Augen und verkrampfte meine Hände zu Fäusten.

[Dieser Beitrag wurde am 02.04.2007 - 18:02 von crazy4flava aktualisiert]





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ju du bist die beste patientin die man haben kann xDD luvya


Das WE war der hammer, lieb euch =)

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...   Erstellt am 02.04.2007 - 18:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich spürte wie Jay meine Hand nahm und mich mit sich zog. Er fasste mich an als wäre ich aus Glas. Und so fühlte ich mich auch. Ich hatte das Gefühl ich würde tief fallen und in Tausend Teile zersplittern. Andy und sein Anwalt feierten immer noch. Jay nahm mich beschützend in den Arm, als bräuchte ich Personenschutz. Jacky wurde gerade von Kenz versucht zu beruhigen, aber ich wusste genau wie sie Ungerechtigkeit hasste. „Können wir raus Jay, ich muss weg hier.“ Sagte ich flüsternd worauf Jay sofort reagierte und mich raus brachte. Meine Kehle war wie zugeschnürt und setzte mich direkt draußen auf die Treppe des Gerichtsaales. Es war noch immer neblig und kalt. Jay hockte sich vor mich hin und sah mich besorgt an. „Wir kriegen das noch hin, wir gehen in Berufung, dann wird der Fall noch mal aufgewirbelt. Wir lassen Daniel nicht ungerächt.“ Sagte er und nahm sich meine Hand. Mir liefen Tränen über die Wange während ich ihn an sah. „Gott, Jay ich kann nicht mehr,“ sagte ich und versteckte mein Gesicht in meinen Händen. „Komm wir gehen erstmal zu mir und trinken einen heißen Tee.“ Sagte er und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich nickte und folgte ihm. Wenigstens schafften Jay und ich es wieder normal miteinander zu reden. Ich war froh darüber, denn nur bei ihm oder meinem Bruder Daniel fühlte ich mich wohl. Aber Daniel war nicht mehr da. Und er kommt nicht mehr wieder. Meine Aufgabe war es Daniel zu rächen und wenn der Staat versagte, dann wusste ich würde ich es anders tun…Denn ich hasse Ungerechtigkeit.

Jay kochte uns bei sich erstmal einen schönen warmen Tee. Ich setzte mich aufs Sofa und wartete auf ihn. Dabei kamen mir die Erinnerungen hoch, wo Jay und ich uns hier geküsst hatten und er mich abwies. Ich verdrängte alle Erinnerungen und versuchte an was anderes zu denken, aber egal was ich tat, ich dachte doch nur an Daniel…Jay…Andy…Ungerechtigkeit…Kuss. Plötzlich drückte mir Jay eine Tasse in die Hand und setzte sich mit seiner Tasse neben mich. „Vorsicht heiß.“ Sagte er und fing anzupusten. Ich nickte und schaute mich nachdenklich um. Jay folgte meinen Blick und wusste woran ich dachte. „Du Simone, wegen unserem Kuss..“ sagte er wurde aber von mir unterbrochen. „Nicht jetzt…bitte ich vertrag jetzt nichts mehr.“ Sagte ich und sah ihn flehend an. Er nickte verständnisvoll und trank weiter Tee. Wir beide waren ruhig. Keiner wusste was er sagen sollte. Ich trank weiter Tee obwohl ich Tee eigentlich nicht mochte. Aber dennoch tat er gerade gut. Irgendwann stand ich auf, stellte die Tasse ab und ging zu dem Karton, in dem einige von Daniels Sachen drin lagen. Ich kniete mich daneben und packte einige Sachen aus. Wie zum Teufel schaffte es Andy für unschuldig erklärt zu werden? Ich roch an einem T-shirt und machte die Augen zu. Jay beobachtete mich besorgt. Er wusste wie ich war. Emotionale Situationen brachten mich schon immer aus der Bahn. Die Scheidung meiner Eltern hatte ich bis heute nicht weggesteckt. Und Daniels Tod werde ich auch nie wegstecken können. Jenny war da zum Glück anders. Sie schaffte es immer das positive an Situationen zu sehen. Als Kind wollte ich immer so sein wie sie. „Wenn du willst kannst du hier heut übernachten. Ich gebe dir mein Bett, dann schlaf ich auf dem Sofa.“ Sagte Jay und riss mich aus meinen Gedanken. Ich öffnete meine Augen und legte Daniels T-shirt weg. Ich stand auf und sah Jay an. „Nein danke Jay, das ist nett aber…aber ich muss alleine sein.“ Sagte ich und schnappte mir meine Jacke. „Okay ich fahr dich.“ Sagte er und sprang auf. Ich versuchte zu protestieren, aber Jay bestand drauf. „Warte ich such nur schnell meine Schlüssel.“ Sagte er und zog sich seine Schuhe an. Ich ging schon mal raus und atmete tief durch. Plötzlich bemerkte ich Andy, der an Jays Auto gelehnt war. Ich sah ihn geschockt an. „Die Handschellen standen dir.“ Sagte ich und blieb bestimmt drei Meter von ihm entfernt. „Fand ich nicht.“ Sagte er und grinste. „Aber wenn du drauf stehst, besorg ich uns welche.“ Sagte er und zwinkerte mir zu. Ich schaute ihn wütend an. „Was willst du hier Andy?“ fragte ich ihn zornig. „Ich steh hier nur so rum, ich bin ein freier Mensch.“ Sagte er und kam auf mich zu. Ich wollte weg hier. Doch meine Beine bewegten sich nicht. Ich war wie gelähmt und Jay war noch drinnen. Er stand direkt vor mir und sah mich an. „Du kommst damit nicht durch.“ Sagte ich flüsternd. „Siehst du doch. Und du kommst auch noch dran. Zwar nicht heute und nicht morgen und auch nicht hier und von mir. Aber glaub mir ich krieg dich…und zwar genauso tot wie deinen beschissenen Bruder.“ Sagte er auch flüsternd. „Ich hasse dich.“ Flüsterte ich ihm ins Ohr. „Macht ja nichts.“ Grinste er. Plötzlich kam Jay wie ne Rakete aus der Tür geschossen und schubste Andy weg von mir. „Fass sie nicht an, du Mistkerl.“ Sagte Jay und hob bedrohlich seine Faust. „Wooaw, Junge beruhig dich, ich steh hier nur so rum.“ Sagte er und hob grinsend seine Hände, als wenn Jay ein Polizist wäre. Ich stand immer noch wie gelähmt da. Andy winkte uns grinsend zum Abschied und verschwand im Nebel. Jay drehte sich zu mir um und begutachtete mich. „Alles okay? Was hat er gesagt?“ fragte er und fasste mich an der Wange an. Ich sah ihn an und wollte ihm am liebsten alles erzählen, aber ich…ich konnte schlicht und einfach nicht. „Nichts, er hat nur angegeben, dass er gewonnen hat.“ Sagte ich. Ich wollte Jay und den anderen nicht noch mehr Sorgen machen, vielleicht waren Andys Drohungen auch gar nicht so ernst. „Wirklich? Okay dann fahr ich dich jetzt nachhause.“ Sagte Jay und schloss sein Auto auf. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz, schnallte mich an und schaute nach draußen in den Nebel.

Wenn ich ehrlich war hatte ich keine große Angst vor Andy. Mir war gerade alles egal. Selbst wenn er mich quälen oder töten würde, irgendwie wäre es sogar eine Erleichterung. Leben zu müssen bedeutet hin und wieder Schmerzen zu spüren. Genauso wie man Schmerz verbreitet. Absichtlich oder nicht, dass ist egal. Meist sind es nur kleine Dinge, wie jemanden gehen lassen zu müssen oder jemanden nie zu bekommen.
Während der ganzen Autofahrt schwiegen Jay und ich uns an. Jeder war in seinen Gedanken versunken. Ich sah aus dem Autofenster und empfand die Welt total grau und traurig. Ich hatte Angst, die Welt nie wieder so zu sehen wie früher. Ich lebte gerne. Auch wenn mein Leben gerade nicht schön war. Ich hing an meinen Freunden. Und das alles freiwillig aufzugeben kam für mich nicht in Frage. Und doch war es mir egal wenn Andy mir wehtun würde. Soviel Schmerz, den er mir mit Daniels Tod gebracht hatte, könnte er mir nie wieder geben. Außer er würde Jay und den anderen was antun. Und das wusste ich zu verhindern. Ich musste eh noch eine Rechnung bezahlen…und das würde ich…früher oder später eh tun. Ich merkte plötzlich wie Jays Auto zum stehen kam. Ich sah auf und orientierte mich. Wir standen vor meiner Haustüre. Ich dankte Jay leise und stieg ohne ihn anzusehen aus. Jay nickte nur nachdenklich. Ich wusste er hatte Angst um mich. Ich wollte aber nicht darüber nachdenken ob ich mir deshalb was einbilden konnte. Dafür schwirrten mir auch viel zu viele Gedanken im Kopf herum. Ich stieg die Treppen hoch und schloss auf ohne noch einmal zurück zu schauen. Ich weiß nicht wieso, aber ich hatte irgendwie Angst Jay in die Augen zu sehen. Ich trat in das Haus ein. Es war still. Ich atmete tief ein und ging ins Wohnzimmer. Ich setzte mich in den Sessel in dem mein Stiefvater immer gesessen hatte. Ich krallte meine Fingernägel in den alten Stoff des Sessels und begann plötzlich zu weinen. Ich schlurzte wie eine Verrückte, stand auf begann Sachen umzuschmeißen und Zerbrechliches fallen zu lassen. Ich riss alle Schränke auf und durchwühlte alles. In kürzester Zeit sah es wie auf einer Müllhalde aus. Mit voller Kraft zog ich Schubladen aus der Verankerung und schmiss sie in die Ecke. Ich glaub ich hatte noch nie so eine Zerstörungswut. Bei der letzten Schublade fiel mir plötzlich die Waffe von meinem Stiefvater vor die Füße. Ich starrte plötzlich wie gebannt darauf. Langsam bückte ich mich und hob sie auf. Ich starrte die Waffe in meinen Händen an. Ich wusste was ich zutun hatte…

Ich brauchte nicht lange um zu reagieren. Eilig schnappte ich mir meine Tasche und packte die Waffe dort behutsam hinein. Ich schnappte mir schnell einen Stift und ein Blatt Papier und kritzelte ein paar Worte darauf. „Bitte seid mir nicht böse für das was ich getan habe. Andy hat es verdient wie Daniel zu sterben.“ Ich legte den Zettel schnell auf mein Bett und rannte quasi aus der Tür. Es war überhaupt nicht meine Art eine Waffe mit mir herumzuschleppen. Ich wusste noch nicht einmal wieso ich so reagierte. Ich verabscheute Waffen, besonders nach Daniels Tod. Und trotzdem rannte ich mit einer Waffe herum. Ich wusste genau wo Andy um die Uhrzeit war. Auf einem Basketballplatz, ganz in der Nähe von hier. Der Platz war abgelegen und Andy spielte dort öfters allein bis seine Freunde irgendwann dazu kamen. Ich sah ihn schon von weitem…
~~~Währenddessen Zuhause~~~
Jenny betrat nach langem wieder ihr Zuhause. Sie gruselte sich noch immer vor der erstickenden Stille, die dieses Haus umgab. „Simone?“ rief sie laut durchs Haus. Stille. Vorsichtig schritt sie durch den Flur und hielt an der Wohnzimmertür inne. Die Tür war angelehnt und dahinter war es stockdunkel. Jenny fürchtete sich vor diesem Haus. „Simone?“ flüsterte sie diesmal und schob langsam die Tür auf. Sie knipste das Licht an und sah sich erschrocken um. Das Wohnzimmer sah katastrophal aus. „Oh mein Gott,“ murmelte sie und schritt verängstigt im Wohnzimmer umher. Total hysterisch lief sie hoch in mein Zimmer um mich zu suchen. Was sie fand war ein leeres Zimmer. Auf dem Bett lag mein Brief. „Bitte seid mir nicht böse für das was ich getan habe. Andy hat es verdient wie Daniel zu sterben.“ Jenny las sich den Zettel bestimmt 10-mal durch. „Scheiße.“ Flüsterte sie und griff zitternd zu ihrem Handy…

Ich wusste gar nicht wie lang ich Andy beobachtete. Ich hasste ihn. Wegen allem was passiert war. Nicht nur wegen Daniel. Ich merkte wie sich meine Hände zu Fäusten verkrampften. Alles was ich wollte, war mich zu rächen und Andy zu zeigen wie es ist das Opfer zu sein. Ich stand von meinem Versteck auf und ging Schritt für Schritt näher zu Andy. Er sah mich und hörte auf zu spielen. Der Ball kullerte davon und Andy sah mich an. „Was verschafft mir die Ehre?“ fragte er grinsend und sah mir in die Augen. Ich antwortete nicht sondern starrte zurück. „Oh ich sehe eine Menge hass in deinen Augen.“ Stellte er fest und wandte den Blick nicht von mir ab. Er hatte keine Angst von mir. Aber er hatte Respekt. Er wusste nicht was ich vorhatte und das machte ihm Angst. Andy brauchte das Gefühl alles im Griff zu haben ansonsten wurde er nervös. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich dich hasse. Als du meinen Bruder getötet hast, hast du mir etwas genommen, das mir keiner mehr ersetzen kann.“ Sagte ich mit bebender Stimme. Mein ganzer Zorn auf Andy brach in diesem Moment aus mir heraus. „Tja, er war mir im Weg.“ Antwortete Andy eiskalt. „Was bist du eigentlich? Eines steht fest, ein menschliches Wesen jedenfalls nicht!“ schrie ich mit Tränen in den Augen. Andy grinste. „Weißt du ich habe es genossen deinen Bruder zu töten. Das wollt ich schon seit ich was mit dir hatte, Kleine! Und genauso werde ich es genießen wenn ich dich töten kann.“ Sagte er und grinste. „Versteh schon, genauso werde ich es genießen dich umzubringen!“ sagte und drückte meine Hand schon so fest zu einer Faust, dass sie mir wehtat. Andy lachte. „Was drohst du mir etwa?“ fragte er grinsend. Ich antwortete nicht sondern starrte ihn nur wütend an. „Du bist niedlich, wir können ja mal gerne schauen wer von uns lebend hier weg kommt. Nur du und ich.“ Sagte er und fing an seine Gelenke knacken zu lassen. Ich machte eine herausfordernde Geste. Andy ließ sich das nicht zweimal sagen und kam mit geballter Faust auf mich zu. Im letzten Moment holte ich die Waffe aus der Tasche und knallte Andy damit eine voll an die Stirn. Andy fiel zu Boden und sah mich an. Er drehte seinen Kopf leicht zur Seite und ließ seinen Nacken knacksen. „Respekt. Du hast Mafiamethoden drauf.“ Sagte er und stand auf. Ich entsicherte die Waffe und richtete sie auf Andy. Grinsend breitete er seine Arme aus und sah mich herausfordernd an. „Komm schieß. Ich glaub eh nicht das die Waffe geladen ist.“ Sagte er. „Bist du dir da so sicher?“ fragte ich und schoss auf Andys Basketball. Ich traf. Andy hatte Angst. Zum ersten Mal. Ich spürte förmlich wie er zitterte. „Ich hab noch zwei Kugeln. Genug um dein erbärmlichen Herz zu durchlöchern.“ Sagte ich und richtete die Waffe wieder auf Andy. Plötzlich wurde mein Name gerufen. Ganz oft und von mehreren Menschen. Ich ahnte wer es war. „Simone, tu`s nicht!!!“ rief Ju. Alle waren da. „Geht weg hier!“ reif ich und ließ den Blick nicht von Andy ab. „Simone hör auf mit dem scheiß.“ Sagte Jacky ernst. „Du verbaust dir dein ganzes Leben wenn du ihn tötest!“ sagte Jay und sah mich an. „Hört auf! Geht einfach. Das ist meine Sache.“ Rief ich. „Denkst du das wirklich? Hör mal zu wir haben genauso wie du einen wertvollen Menschen verloren! Aber wenn du ihn tötest bist du nicht besser als er.“ Sagte Shaz. Mir stiegen Tränen in die Augen. Andy stand da und grinste. Er wollte dass ich abdrückte. Er wollte dass ich mir mein Leben ruinierte. Meine Hände zitterten. Plötzlich stellte sich Jay vor mich, sodass er falls ich abdrückte die Kugel abbekam. „Bitte geh aus dem Weg.“ Flehte ich Jay an, während mir einzelne Tränen über die Wange liefen. „Tu es nicht. Ich lieb dich. Verbau dir nicht dein Leben. Du bist nicht so wie Andy.“ Sagte Jay leise und sah mich an. Ich schloss meine Augen. Was tat ich hier eigentlich? Ich würde nie jemanden töten können. Was hatte Daniels Tod nur aus mir gemacht? Als ich meine Augen wieder öffnete sah Jay mich immer noch flehend an. Ich schaute auf die Waffe, die ich auf Jay richtete, der vor Andy stand. Andy stand gut zwei Meter von uns entfernt. Er grinste nicht mehr. Er hatte überhaupt keinen Ausdruck mehr im Gesicht.
Ich löste meinen Finger vom Abzug und übergab Jay die Waffe. Danach brach ich weinend zusammen…



Ich merkte wie Jay mich vom Boden hochzog und wegtrug. Andy blieb ohne was zutun da stehen. Er sah uns hinterher, niemand beachtete ihn weiter, nur ich sah wie er da stand. Und er hatte noch immer keinen Ausdruck im Gesicht. Jay brachte mich in sein Auto. Die anderen fuhren mit anderen Autos. Ich war so in Gedanken vertieft, dass ich die ganze Fahrt lang kein Wort sprach. Aber ich spürte Jays besorgte Blicke auf mir. Ich dankte ihm so, dass er mich von meiner Tat abgehalten hatte. Wir fuhren zu Jay. Drinnen machte er mir erst mal einen Tee und sah mich an. Ich nahm den Tee an, obwohl ich keinen mochte und trank davon. Im Moment tat das so gut. Die anderen waren auch da. Ich schämte mich so. „Es tut mir Leid.“ Sagte ich ohne aufzuschauen. „Macht dir keine Sorgen, wir haben dich trotzdem noch lieb. Es ist ja nichts passiert.“ Sagte Ju und lächelte mir aufmunternd zu. „Wenn ihr aber nicht gekommen wärt…ich weiß nicht was dann passiert wäre.“ Antwortete ich und sah in die Runde. „Aber es ist nichts passiert, also mach dir keinen Kopf.“ Sagte Jacky und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. Ich atmete erleichterter auf. Wir saßen noch mehrere Stunden zusammen und redeten. Wir redeten uns unsere Seelen frei. In den letzten Wochen wurde das Band zwischen uns rissiger. Jeder ging seinen Weg und teilte mit kaum jemand seine Gedanken. Zum Glück schien sich das wieder zu ändern. Ich fühlte mich wieder wohl. Und vor allem nicht allein. Ich schaute zu Jay. Er lächelte mich an und umarmte mich. Ich konnte es kaum glauben, dass er mich echt liebte. Aber ich war so glücklich. Ich erwiderte seine Umarmung und küsste ihn. Jay wich diesmal nicht zurück, worüber ich mich sehr freute. Plötzlich klingelte das Telefon. Jay löste sich von mir und huschte schnell zum Telefon. Es war die Polizei. „Sie wollen dich sprechen.“ Sagte Jay und reichte mir den Hörer. Mein Herz klopfte. Was ist wenn die mich jetzt festnehmen wollen? Zitternd nahm ich den Hörer in die Hand. „Hallo?“ fragte ich mit rauer Stimme. „Hallo Simone, wir wollten ihnen nur mitteilen, dass Andy sich soeben gestellt hat.“ Sagte der Polizist am Telefon. Ich brachte kein Wort raus. Ich konnte es nicht fassen. Die anderen, die auch alle durch den Lautsprecher mitgehört hatten, konnten es auch nicht fassen. „Wirklich?“ fragte ich komplett geschockt. „Ja, das heißt es findet eine neue Verhandlung statt.“ Sagte der Polizist. „Wieso hat er plötzlich ausgesagt?“ fragte ich völlig überrascht. „Wir sind uns nicht ganz sicher. Den meisten Tätern plagt das schlechte Gewissen, aber bevor er gestanden hat, hat er irgendwas von geredet, dass er ein Mensch sein will. Merkwürdiger Kerl.“ Erzählte der Polizist. Ich erinnerte mich an die Worte die ich Andy an den Kopf geworfen hatte. „Was bist du eigentlich? Eines steht fest, ein menschliches Wesen jedenfalls nicht!“ Die Worte schwirrten mir immer wieder durch den Kopf. „Hallo?“ fragte der Polizist und holte mich aus meinen Gedanken. „Oh ja, das freut mich.“ Sagte ich noch immer etwas verwirrt. „Gut das wär’s dann. Den Verhandlungstermin erfahren sie noch früh genug. Ansonsten Herzlichen Glückwunsch, die harte Zeit ist für sie, denke ich, vorbei.“ Sagte der Polizist und legte auf. Ich vergaß den Hörer wegzulegen, so vertieft war ich in meinen Gedanken. Jay nahm mir den Hörer ab und küsste mich. „Es ist vorbei.“ Sagte er und schaute mich an. Ich lächelte. „Dann hat die Waffe doch Wirkung gezeigt.“ Sagte Becca und zwinkerte mir zu. Ich nickte. Nach langem war ich wieder glücklich. Mein Hass gegen Andy verringerte sich. Ich respektierte dass er sich gestellt hatte. Ich war ihm sogar dankbar…das war der erste Schritt für ein Leben danach…
ENDE





Signatur



ju du bist die beste patientin die man haben kann xDD luvya


Das WE war der hammer, lieb euch =)


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