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Das Boot - Albertcamus

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CCHuber ...

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...   Erstellt am 21.02.2007 - 19:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lisbeth mit den acht haarigen Beinen

Ich habe ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis mit schwarzen Augen und haarigen Beinen. Acht wunderschönen schwarzen haarigen Beinen. Meine Schöne, meine Lisbeth. Meine große Liebe.

Lisbeth wohnt im Keller. In einem extra für sie hergerichteten Käfig im hinteren Bereich, gleich neben dem Heizungsraum. Die Tür ist abgeschlossen, den Schlüssel trage ich an einer Kette um den Hals.

Aber ich will die Geschichte vom Anfang an erzählen. Ich bin Rainer. 52 Jahre alt, unfreiwillig getrennt lebend. Ja, meine Frau hat mich vor zwei Jahren, vier Monaten, einer Woche und vier Tagen verlassen. Sie könne es nicht mehr mit mir aushalten, ich sei ihr unheimlich, sie hätte Angst vor mir, könne nachts kein Auge mehr zumachen. Es würde sie ekeln, wenn ich sie anfasse. Entweder Lisbeth oder sie. Was für eine Alternative. Niemals könnte ich Lisbeth aufgeben, noch nicht mal für meine Frau.

So hat sie mich also verlassen. Es gibt Schlimmeres. Ich wünsche ihr alles Gute, der Guten. Leider hat sie meine Söhne gegen mich aufgewiegelt. Robert, mein Ältester kam kürzlich zu Besuch. "Vater", hat er gesagt, "willst du nicht mal einen Termin beim Facharzt ausmachen? Ich gehe auch mit dir hin, falls du dich alleine nicht traust. Aber so kann es einfach nicht weitergehen. Wir machen uns alle ernsthaft Sorgen um dich."

Wie nett er das gesagt hat. Facharzt. Natürlich meint er den Psychiater. Ich geh doch nicht zum Seelenklempner. Ich bin doch nicht verrückt. Womöglich stecken sie mich noch in die Klapse. Und meine kleine Lisbeth, ich kann sie doch nicht alleine lassen, sie braucht doch jemand, der sie füttert und mit ihr spricht.

Robert war jetzt schon lange nicht mehr bei mir, auch Tim, den jüngeren Sohn, habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Feiges Pack. Angsthasen.

Lisbeth war drei Wochen alt, als ich sie geschenkt bekam. Damals hat sie noch in eine Streichholzschachtel gepasst. Ich habe ihr ein wunderschönes Glashaus gebaut, mit Höhlen, Pflanzen, Wärmelampe und alles, was so dazu gehört. Gefüttert habe ich anfangs mit Mehlwürmern, später hat sie Heimchen und andere kleine Insekten bekommen. Sie frisst ja nur alle paar Wochen, zwischenzeitlich muss ich allerdings größere Lebewesen füttern. Aber das ist kein Problem. Ich bin Werksfahrer hier auf dem Reaktorgelände. Wir haben auch ein größeres Versuchslabor. Mein Freund, der Hans, versorgt mich regelmäßig mit Versuchstieren, die nicht mehr benötigt werden. Das ist auch gut so. Als vor einiger Zeit so viele Katzen und Hunde in unserer Siedlung verschwanden, bekam ich einen Anruf von meiner Frau. Sie würde mich bei der Polizei anzeigen, wenn das nicht aufhört, hat sie gesagt. Soviel zur Solidarität innerhalb der Familie. Scheiß drauf.

Lisbeth hat jetzt einen Durchmesser von 1,90 Meter. Ja, ich sorge gut für sie, sie gedeiht prächtig. Ich habe ihr einen Käfig gebaut, natürlich auch verglast, ganze 19 qm hat der Raum. Es war schon eine saumäßige Arbeit, Höhlen in dieser Größenordnung zu bauen, für die richtigen Wärme- und Lichtverhältnisse zu sorgen. In der rechten Ecke steht noch das Gespinst von der letzten Häutung. Aber, und das ist mein völliger Ernst, für meine Lisbeth ist mir keine Arbeit zu viel, keine Anschaffung zu teuer. Meine ganze Freizeit verbringe ich mit ihr.
Sie ist der Sinn meines Lebens, ohne sie könnte ich nicht mehr existieren.

Aber jetzt ist etwas Schreckliches passiert. Hans, mein Lieferant für Lebendfutter, hatte vor drei Tagen einen Herzinfarkt, wird auf Monate hinaus nicht mehr arbeiten können. Jetzt ist guter Rat teuer. Wie soll ich jetzt Lisbeths Ernährung sicherstellen?

Meine Verzweiflung wächst von Tag zu Tag. Lisbeth ist hungrig. Und während ich bei ihr im Käfig sitze, die leisen, trillernden Töne höre, die sie von sich gibt, mein eigenes Spiegelbild tausendfach in ihren acht Augen sehe, zärtlich die gekrümmten Beine streichle, reift in mir ein Entschluss.

"Marion", rufe ich meine Frau an: "Marion, ich bin krank. Ich brauche dringend Medikamente. Kannst du diese in der Apotheke holen und mir vorbeibringen?"

"Kannst du sie nicht selbst holen? Du weißt, ich mache keinen Schritt mehr in dieses Haus, solange dieses Ungeheuer noch da ist. "

Ungeheuer, ich knirsche mit den Zähnen. Wer das Ungeheuer ist, wird sich noch heraus stellen. Lisbeth bestimmt nicht, nein, ganz bestimmt nicht.

"Hilf mir doch bitte, ich habe hohes Fieber, mein Kreislauf spinnt total, mir ist so schwindlig. Ich kann sicher nicht Auto fahren, ohne dass ein Unglück passiert."

"Also gut, aber nur bis zur Tür, weiter gehe ich auf keinen Fall."

Das sollte reichen. Sie sollte reichen, mindestens für 6 Wochen. Die letzten Jahre hat sie etwas zugenommen. Die Wechseljahre. Es hat mich noch nie gestört und jetzt bin ich eigentlich recht froh darüber.

Es läutet. Ich öffne ihr die Tür, lasse mich dann mit einem theatralischen Stöhnen zu Boden sinken. Leider ist die große Terrakotta-Vase im Weg. Ich höre
noch einen Aufschlag, ein Splittern, dann bin ich weg.

Weiß nicht, wie viel Zeit vergangen ist, als ich wieder erwache. Ist das der Keller, ist das Lisbeth, die da so vergnügt trällert?

Marion ist da und auch Hans. Hans? Was macht der denn hier? Ich denke, er ist im Krankenhaus? Schon entlassen? Dann kann es doch auch nicht so schlimm sein, oder? Hans legt den Arm um Marions Schultern, drückt sie zärtlich an sich. Verräter, Schweinehund. Und so was will mein Freund sein? Das wird er mir noch büßen, ich lass mir doch von dem keine Hörner aufsetzen.

"Komm, Marion, wir gehen. Das Problem löst sich von ganz alleine. Seine Lisbeth wird sich schon um ihn kümmern. Wie gut, dass du misstrauisch warst und mich gleich angerufen hast." Hans grinst über das feiste Gesicht.

Ich höre sie noch lachen, als sie die Tür hinter sich abschließen. Der Käfig ist zu, ich bin mit Lisbeth alleine. Ihre Cheliceren zittern schon vor Lust. Ich schaue in ihre Augen, sehe ein hungriges Glimmen in den Tiefen ihrer acht Blicke. Und Liebe, unendliche Liebe. Ich versinke in diesem Blick, kann mich nicht lösen.

Sie wird mich niemals enttäuschen. Mich niemals verlassen. Ohne mich kann sie nicht weiterleben. Ja, ich weiß es genau, sie hat mich zum Fressen gern!





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Setze dich an den Fluss und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorbei schwimmen.
(Indianische Weisheit)

Daggi ...

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...   Erstellt am 21.02.2007 - 20:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Christa,

oh Menno... wo nehmt ihr bloß eure Ideen her???? *kreisch* Iiigittt! 1,90 Durchmesser... mir reichen ja schon sagenhafte 2 cm (mit Beinen)!

Schüttelnde Grüße

Daggi





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Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist - sei froh, dass es gewesen ist...

Stefan ...
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...   Erstellt am 21.02.2007 - 21:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Christa,

wenn Christa anfängt die Geschichte zu lesen..... Den Schrei hörst Du bis zu Dir!

Daggi schrieb
    oh Menno... wo nehmt ihr bloß eure Ideen her????


Das frage ich mich auch.


Lisbeth was here.



Mit Ohren zu haltenden Grüßen

Stefan

[Dieser Beitrag wurde am 21.02.2007 - 21:40 von Stefan aktualisiert]





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Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....

Chrissi ...

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...   Erstellt am 22.02.2007 - 17:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Christa,

vielleicht erinnerst Du Dich ja, diese Geschichte kenne ich. Stimmt so auch nicht. Damals las ich genau zwei Reihen, schüttelte mich und weg war ich. Ich werde NIE imstande sein sie wirklich zu lesen.
Weil, wenn es das ist, was ich denke das es ist, ist es für mich ekliger als Schlangen, Kröten, Mäuse, Ratten oder sonstwas!!!! Furchtbare Viecher! Wenn ich Forscher wäre, würde ich sie ausrotten!
Sag mir jetzt nicht, sie sind nützlich, sie tun keinem was usw. Das weiß ich alles selber nur bei mir, müssen sie sofort weg. Platt sein. Nicht freundlich nach draußen tragen oder so. Nee, die kommen wieder! Auch nicht in die Toilette, dann geh ich den Rest meines Lebens nur noch auf´n Eimer!

Ich hab mich eben bis unten durchgescrollt damit ich Dir schreiben kann.

Immer noch schüttelige Grüße
Chrissi





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Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!

Daggi ...

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...   Erstellt am 23.02.2007 - 10:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Chrissi schrieb


    Auch nicht in die Toilette, dann geh ich den Rest meines Lebens nur noch auf´n Eimer!



Hi Chrissi,

sowieso NIE ins Klo... sie können auch dort wieder kommen!!! Manch eine Hausfrau nimmt den Staubsauger... ich nicht, hab Schiss, dass so ein Monster durchs Rohr wieder in Freiheit krabbelt... *zitter*

Einzeln sind wir ja offensichtlich schon ziemlich gut im Schreien, aber gemeinsam wären wir wohl nicht zu toppen und niemals mehr zu überhören! *grins*

Nun denn, die nächste S... kommt bestimmt, ich werde dich hören... und du mich!

Liebe Grüße
von Daggi





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cchuber ...

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...   Erstellt am 23.02.2007 - 17:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also, Ihr Lieben alle,
dies war Lisbeth am Tage ihrer Einschulung. Die Schultüte und den Lehrer hatte sie leider schon gefressen, deshalb ist davon nichts mehr zu sehen.
Grüssle
Christa



[Dieser Beitrag wurde am 25.02.2007 - 10:14 von cchuber aktualisiert]





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