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<LiteraTour>
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...   Erstellt am 13.08.2009 - 11:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




"Wir haben eine Verantwortung dem Leben gegenüber. Schuldig können wir nur werden,
wenn wir die Kräfte, die in uns liegen, vergeuden und verschleudern, ohne dass sie der
Bestimmung nützlich zu sein gedient haben. Keiner von uns weiß, welche Aufgabe das Leben uns noch stellt! Deshalb wollen wir Glauben haben und überwinden, was mühsam und schwer ist."

Lisa Tetzner geb. 10. November 1894 in Zittau
gest. 2. Juli 1963 in Carona, Schweiz




Lisa Tetzner »gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten im Bereich des Kinder- und Jugendbuchs der Nachkriegszeit - und das weit über den deutschen Sprachraum hinaus«. (Eberts)

Die »wohl beste Märchenerzählerin Deutschlands« (Hermann Hesse) stammte aus einer Arztfamilie in Zittau, Sachsen.

Seit ihrem elften Lebensjahr war sie körperbehindert; immer wieder war sie monatelang in einem Gipspanzer ans Bett gefesselt.

Nach dem Besuch der Sozialen Frauenschule in Berlin wollte sie ursprünglich Polizeiassistentin zur Betreuung gefährdeter Kinder und Jugendlicher werden, aber ihre ungewöhnliche Erzählgabe (technisch unterstützt durch Kurse in Sprecherziehung und Stimmbildung) veranlasste sie dann, märchenerzählend durch die Dörfer Süd- und Mitteldeutschlands und schließlich, 1920 offiziell als »Märchenerzählerin« vom preußischen Kultusministerium angestellt, durch das Rhein-Ruhr-Gebiet zu wandern:

»Diese Lisa Tetzner, die wie eine blaue, unbekümmerte Märchen-Missionarin auf Dorfstraßen saß und in den Schulen, hat etwas Rattenfängerhaftes.« (>Vossische Zeitung )

In ihren ersten Büchern, Anfang der zwanziger Jahre, berichtet sie über ihre Märchen-Wanderschaften.
1924 erschien ihre berühmte Märchensammlung Die schönsten Märchen der Welt für 365 und einen Tag, seitdem immer wieder neu aufgelegt: in den fünfziger Jahren von der Büchergilde Gutenberg, in den Achtzigern als Taschenbuchserie in 12 Bänden (Sammlung Luchterhand).

Im selben Jahr heiratete sie den Schriftsteller Kurt Kläber (Pseudonym Kurt Held, Autor der »Roten Zora«), dem sie nach seinem Tod 1959 ein Erinnerungsbuch widmete: Das war Kurt Held: Vierzig Jahre Leben mit ihm (1961).

1927 übernahm Lisa Tetzner die Leitung der Kinderstunde des Berliner Rundfunks.

1933 emigrierte das Ehepaar Kläber (Tetzner veröffentlichte immer unter ihrem Geburtsnamen) in die Schweiz, obwohl die Nazis die populäre Märchenerzählerin in Deutschland zu halten versuchten.
Hier begann Tetzner mit ihrem Hauptwerk, der neunbändigen »Kinderodyssee«

Die Kinder aus Nr. 67(1933-49), in denen sie »zwölf Jahre Faschismus und Krieg an den Erlebnissen einer Gruppe von Kindern in all ihrer Brutalität schildert.

Die erschütternde Realistik war wohl mit der Grund dafür, daß dieses vielbändige Erzählwerk in der Bundesrepublik kaum Resonanz fand.

Tetzners Werk, ihre Vortragstätigkeit eingeschlossen, war von Anfang an durchzogen vom tiefen Bedürfnis zu helfen, aufzuklären, zu ändern. Sicherlich spielte dabei die Erfahrung der eigenen Krankheit eine wichtige Rolle. Dazu kam der Einfluß der Zeitströmungen: Jugendbewegung, Expressionismus, ... schließlich die Erfahrung des Krieges.« (Eberts).





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