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thalia
unregistriert

...   Erstellt am 20.03.2005 - 23:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


das ist meine allererste fanfic überhaupt. habe sie august 2002 angefangen und arbeite noch immer an ihr, bin jetzt bei 78 seiten.
sie handelt von den roswellcharakteren, ist allerdings au ohne aliens. diejenigen, die die serie geschaut haben, kennen sich mit den charakteren ja ein wenig aus, so dass ich hoffe, sie getroffen zu haben.

max verliert seine freundin durch einen "unfall" und liz läuft vor ihrem gewaltätigen vater davon und läuft max, der die einsamkeit sucht, in die arme.....


lg

thalia


Max wachte schweißgebadet auf, wie so oft in letzter Zeit. Es war dunkel und kalt. Ihm war bewußt, das er nicht wieder würde einschlafen können, also stand er auf, um ein Schluck Wasser zu trinken. Draußen heulte der Wind um die Hausecken und er vermutete, daß es bald einen neuen Schneesturm geben würde.

" Na wenn schon" murmelte er. Ihm war sowieso alles egal. Die Hütte hätte auch zuschneien können, wahrscheinlich hätte er es nicht einmal bemerkt. Unwillkürlich schob sich ihr Bild vor seine Augen und er hatte beträchtliche Mühe die Tränen zurückzuhalten. Er legte den Kopf in den Nacken und atmete tief durch." Nur nicht die Kontrolle verlieren. " Eine Devise, an die er sich die meiste Zeit seines Lebens hielt, und die ihm meistens das Leben gerettet hatte. " Dieses Lächeln " dachte er" wird mich ein Leben lang verfolgen."

Er sah auf die Uhr und ihm fiel auf, daß es schon nach 3 Uhr morgens war." Scheiße" entfuhr es ihm. Tia war nicht zurückgekehrt. Normalerweise erschien seine Labradorhündin um Mitternacht herum, um sich ihr Fressen und ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Ganz zu Schweigen von einem langen Schläfchen, wobei sie die Hälfte des Bettes einnahm, was Max aber nicht störte. Seine Nachtruhe währte meist eh nicht lang, was durch die Albträume kam. Tia und sein bester Freund Michael waren zur Zeit die einzigen Bezugspunkte, die ihn am Leben hielten. Er überlegte, ob er Tia suchen oder noch warten sollte, entschied sich aber dafür noch zu warten. Vielleicht jagte sie noch Wild hinterher und hatte schlicht und ergreifend einfach die Zeit vergessen.

Damit seine Zeit nicht zu lang wurde und um sich von seinen trüben Gedanken abzulenken, entfachte er im Kamin ein Feuer und sah zu wie die Funken ihren Weg im Holz suchten. Wieder glitten seine Gedanken ab. Der Moment, in dem die Bombe explodierte und sie in den Tod riss, lähmte ihn noch immer. Die Bombe, die aller Wahrscheinlichkeit nach für ihn bestimmt war und letztendlich alles zerstörte, was er liebte und woran er glaubte: Die Frau seines Lebens und die Fähigkeit sie zu beschützen. Dieser Tag veränderte sein Leben und machte es schwer einen Atemzug nach dem anderen zu tun und einen Fuß vor den anderen zu setzen. Am liebsten hätte er sich gleich mit ins Grab gelegt und neben dem Schuldgefühl überlebt zu haben, kamen noch die ganzen Beileidsbekundungen seiner Verwandten, Freunde und Kollegen. Zu guter letzt quittierte er den Dienst, denn der große Fall an dem er arbeitete, verlor seine Bedeutung und außerdem verlor er beim Anblick eines Verbrechers einfach die Nerven Er verspürte dann das dringende Bedürfnis diesen den Hals umzudrehen. Michael versuchte vergeblich ihn auf andere Gedanken zu bringen und ihn aus dem Tief zu holen, aber Max suchte die Einsamkeit und fand sie schließlich in der alten Berghütte seiner verstorbenen Großmutter. Er überlegte, was ihn als knapp 20 jährigen dazu gebracht hatte zur Polizei zu gehen. Vermutlich war es sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und das er die erste Zeit seines Lebens in der Gosse verbracht hatte. Er hatte diesen Wunsch schon als kleines Kind gehabt und verfolgte dieses Ziel mit einer Beharrlichkeit, die bei den meisten Menschen nur Kopfschütteln hervorrief. Selbst Michael, ein herausragender Staatsanwalt und ebenfalls ein ehemaliges Gossenkind, das Arbeitstier schlechthin, war über seinen Arbeitseifer einfach verblüfft. Dieser Eifer wurde zwar nicht vermindert als sie in seinem Leben auftauchte, aber er erlosch fast gänzlich als sie starb. Ihr Lächeln war umwerfend und sie war die schönste Frau, die er je gesehen hatte. Er wußte nicht wie er ohne sie Leben konnte und ein verzweifeltes Keuchen entrang sich seiner Kehle." Gott, es tat so weh".
Auf einmal hörte er ein aufgeregtes Winseln und Kratzen an der Tür, was eindeutig von Tia kam. Aber untypisch war es schon.


2 Tage vorher:

Jeffrey Parker und seine Tochter Liz stiegen im luxuriösesten Hotel in der näheren Umgebung ab, um dort ihren Winterurlaub zu verbringen.
Niemand ahnte, was sich hinter der heilen Fassade der Parkers verbarg. Nach außen hin spielte Mr. Parker den liebenden Vater, aber zwischen den eigenen 4 Wänden war er der Teufel in Person. In schöner Regelmäßigkeit verprügelte er seine Tochter. Es gab zwar hin und wieder Gerüchte darüber, aber im Grunde interessierten sich nur die wenigsten dafür. In den oberen Zehntausend hielt sich jeder selbst für so wichtig, das es unwahrscheinlich war, das es jemals bemerkt werden würde. Außerdem hatte Mr. Parker aufgrund seiner geschäftlichen Transaktionen und seines vielen Geldes derart viel Einfluß, das er jegliche Art von Einmischung schon bei einer bloßen Vermutung im Keim ersticken konnte. Und da er seine Tochter niemals im Gesicht verletzte, war die Chance gering, das es aufgedeckt werden würde. Er setzte sie zudem so massiv unter Druck, das sie es nicht wagte um Hilfe zu bitten. Das einzige Mal als Liz es versuchte, endete in einer Katastrophe. Er hatte die Macht sie auf und ab hüpfen zu lassen wie eine Marionette, und nutzte dies auch tagtäglich aus. Sie beging diesen Fehler nicht noch einmal.

Sie fühlte sich wie zerschlagen. Hunger und Müdigkeit waren seit mehr als einem Tag ihre ständigen Begleiter, mal ganz unabhängig von der Kälte. Sie war für diesen Trip einfach unzureichend gekleidet, aber bei ihrer nicht geplanten Flucht hatte sie nicht daran gedacht. Sie fragte sich im Stillen wie lange sie noch durchhalten würde. Die Dunkelheit setzte ihr immer mehr zu und sie war sich bewußt, das sie sich verlaufen hatte.
"Hoffentlich fängt es nicht wieder an zu schneien," dachte Liz" das fehlt mir noch."

Das was sie mehr als alles andere brauchte, war soviel Entfernung wie nur irgend möglich zwischen sich und dem Mann, der sich ihr Vater nannte, zu bringen. Sie selbst nannte ihn nicht mehr Vater, nur in der Öffentlichkeit, also wenn es unumgänglich war. Insgeheim betitelte sie ihn seit ein paar Jahren nur noch als ihren biologischen Erzeuger.
Sie stellte sich wohl zum hundertsten Mal die Frage, warum er sie so unerbittlich haßte. Denn es mußte Hass sein, den sie in seinen Augen sah, sobald er sie nur erblickte. Ansonsten strafte er sie mit Nichtachtung, was ihr inzwischen lieber war als die Prügel. Als kleines Kind hatte sie noch versucht ihn mit guten Noten, einem lieben Auftreten und mehr als passablem Aussehen zu versöhnen, aber da sie nicht wußte, wo das Problem lag, brachte auch das nicht den gewünschten Erfolg. Weinen brachte auch nichts, er sah es nicht einmal, und irgendwann hatte sie auch keine Tränen mehr. Sie war allein und ohne Hilfe, denn ihre Mutter starb einige Jahre zuvor ohne das Geheimnis zu lösen, weshalb so eine schreckliche und gewalttätige Atmosphäre zwischen den Familienmitgliedern herrschte.

Immer wieder schaute sie sich um, ob sie verfolgt wurde. Vielleicht hatte sie ihn ja doch schwerer verletzt und er war bereits tot. Bei dem Gedanken verspürte sie keine Reue, denn das was er ihr all die Jahre an psychischem und physischem Schmerz zugefügt hatte, war zuviel.
Trotz ihrer Müdigkeit ließ sie gedanklich die letzten beiden Tage Revue passieren.
Nachdem sie ein Mittagessen eingenommen hatten, erklärte Liz´ Vater, das er sich erstmal eine Weile in seinem Zimmer ausruhen wollte, und Liz war sich darüber im Klaren, was folgen würde. Er würde dem Alkohol mehr als reichlich zusprechen und bei der geringsten falschen Bewegung oder Bemerkung würde er zuschlagen. Früher hatte sie ihm keinen erkennbaren Protest entgegengebracht, aber nun war das Maß voll. Woher sie den Mut nahm wußte sie nicht.
Dieses Mal tickte er aus, weil Liz sich kurz mit dem Pagen unterhalten hatte. Er warf ihr vor, sich an ihn rangeworfen zu haben und schon begannen die Attacken, zuerst in mündlicher dann in tätlicher Form. Währenddessen warf sie ihm an den Kopf, das er genug Geld hätte, um sich einen Sandsack zu kaufen, damit er dort sein angeknackstes Selbstbewußtsein aufmöbeln konnte anstatt bei seiner Tochter. Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, fragte er sich, ob er sich verhört hätte.
Keine Sekunde später saß er rittlings auf ihr und traktierte sie mit den Fäusten, selbstverständlich ließ er dabei das Gesicht aus, soweit hatte er sich wohl noch unter Kontrolle. Durch die Schläge verlor sie langsam das Bewußtsein und sie hatte enorme Schwierigkeiten sich aus ihrer Benommenheit zu reißen, als sie mit Ihren Fingern den Gegenstand fühlte. Ohne zu überlegen ergriff sie die Flasche und zog sie ihm über seinen Kopf. Ihr Vater brach, ohne einen Laut von sich zu geben, zusammen. Sie brauchte einige Minuten um sich zu sammeln, bevor sie den leblosen Körper von sich schob und sich ungelenk aufrichtete. Die Schmerzen dabei waren fast unerträglich. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Stöhnen, was sie so verzweifeln ließ, das sie sich ihre Winterjacke schnappte und fluchtartig das Hotel verließ.

Einerseits hatte sie Angst, das sie ihn doch umgebracht hatte, weil das hieß, das sie den bedeutendsten Bürger der Stadt New Yorks auf dem Gewissen hatte. Dies würde ihr unweigerlich Probleme mit dem Gesetz verschaffen, da ihr die jahrelange Tortur vermutlich keiner glauben würde. Schließlich hatte sie selbst vor anderen Ausreden benutzt, um die blauen Flecke zu erklären.
Wenn sie ihn andererseits nicht umgebracht hatte, würde er sie verfolgen und entweder umbringen oder sie weiterhin als Punchingball benutzen. Sie kam zu dem Ergebnis das ersteres ihr besser gefallen würde.

"Mist," entfuhr es ihr. Stolpernd versuchte sie sich wieder zu fangen. Sie hatte inzwischen immer mehr Mühe sich auf den Beinen zu halten und es wurde durch den heftigen Schneefall keineswegs einfacher. Das einzig Positive daran, war, das die Spuren dadurch nicht mehr so leicht zu verfolgen sein würden.

Sie wünschte sich sich einfach fallenzulassen. Aber genauso gut war ihr klar, wenn sie nicht erfrieren wollte, mußte sie in Bewegung bleiben. Unabhängig davon das sie nicht sterben wollte, gönnte sie ihm nicht die Genugtuung sie besiegt zu haben. Niemals wieder. "Ich will mein Leben zurück, so wie ich es mir wünsche und niemand wird mich daran hindern!" flüsterte sie.

Sie konnte kaum noch etwas durch den Schneefall erkennen und die dazugehörige Schwäche verleitete sie, sich einen Augenblick Ruhe zu gönnen. Sie lehnte sich an einen Baum und dachte sich" Nur ein paar Minuten".
Der lange Marsch, die Kälte, der Hunger und die Schläge forderten ihren Tribut. Sie rutschte am Baumstamm langsam runter und spürte es nicht einmal mehr. Dies würde den sicheren Tod für sie bedeuten!

Liz fühlte sich, als würde sie schweben. Die ewige Kälte schien ihr nichts mehr auszumachen, der Punkt war überschritten.
Obwohl sie schon eine ganze Weile an derselben Stelle verbracht hatte, schaffte sie es nicht mehr sich zu erheben und irgendwann gab sie es auf. Das Problem des Erfrierens drang nicht in ihr Bewußtsein, denn dafür war es bereits zu spät.
Kurze Zeit später, der Schneefall hatte längst aufgehört, zog und zerrte etwas an ihren Sachen. Sie blinzelte schwach und erkannte einen Hund. Wieder stupste er sie an, um sie zum Aufstehen zu bewegen, doch sie war eindeutig nicht in der Lage dazu." Laß mich schlafen,...bitte," flüsterte sie. Noch mal stupste sie der Hund an, gab dann auf und jagte in den Schnee hinaus.

Max öffnete die Tür. Tia sprang schwanzwedelnd an ihm hoch und versuchte ihm das Gesicht abzulecken. Max wehrte lachend ab, "Damit willst du dich wohl für deine Verspätung entschuldigen, was?" Aufgeregt bellte der Hund ihn an." Also komm schon rein, es wird kalt hier drin." Doch Tia bewegte sich nicht über den Türrahmen hinaus, was zur Folge hatte, das er die Tür nicht schließen konnte.
"Tia, es ist spät, ich bin müde und es ist saukalt. Könnten wir jetzt bitte die Tür schließen?" Max sah sie herausfordernd an, als Antwort bekam er ein Winseln. Aufseufzend ging er runter in die Knie, packte ihren Kopf und sah ihr in die braunen Augen:" Also schön, ich tue dir den Gefallen und gehe mit dir raus, aber ich schwöre dir, wenn es nichts wichtiges ist, weshalb du mich in die Kälte rausschleppst, endest du als Bettvorleger. Verstanden?"
Er ging ins Haus, zog sich wärmere Sachen an und folgte seiner Hündin in die kalte Winternacht hinaus.

Etliche Minuten später wollte er Tia schon entnervt zurückpfeifen, weil er unter anderem bemerkte, das sich die Wetterlage in naher Zukunft drastisch verschlechtern würde, da hätte er sie beinahe aus den Augen verloren. Er versuchte schneller zu laufen, als er etwas oder jemanden am Boden liegen sah. Er oder sie war leicht mit Schnee bedeckt und bewegte sich nicht. Endlich hatte er die Person erreicht.
Er schaute der Person ins Gesicht, eine Frau, wie er feststellte, und rüttelte leicht an ihrer Schulter. Keine Reaktion. Er suchte den Puls. Ihr Handgelenk war kalt und leblos, dann fand er ihn und stellte erleichtert fest, das er zwar schwach schlug, aber immerhin.
Er schob seine Arme unter ihren Körper und machte sich so schnell es eben ging auf den Rückweg. " Je schneller die Kleine ins Warme kommt, desto besser," dachte er. Sonst konnte er nicht für ihr Überleben garantieren.

Es fing wieder an zu schneien und ihm fiel es mit seiner Last sehr schwer durch den tiefen Schnee zu stapfen. Er durfte sich jedoch, wegen ihre lebensbedrohlichen Zustandes, nicht ausruhen.

Da sah er auch schon durch die Bäume die kleine Lichtung mit seiner Hütte. Zielstrebig beschleunigte er seine Schritte und stieß mit der Schulter die Tür auf. Als alle in der Hütte waren, ging er mit ihr ins Schlafzimmer und legte sie auf das Bett. Jetzt galt es für Wärme zu sorgen.

[Dieser Beitrag wurde am 20.03.2005 - 23:07 von thalia aktualisiert]




thalia
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...   Erstellt am 20.03.2005 - 23:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jetzt galt es schnell zu handeln. Er entfachte das Feuer neu, welches bis zur Glut hinuntergebrannt war. Dann entledigte er sie ihrer Klamotten, was gar nicht so einfach war. Nicht das er nicht schon mal die eine oder andere Frau ausgezogen hatte, meistens jedoch lagen diese nicht willenlos im Bett, sondern machten noch mit." Aber," rief er sich zur Ordnung," das hier ist ernst!"
Auch während dieser Entkleidungsaktion kam die Frau nicht zu Bewußtsein. Als er ihr das Hemd auszog, stockte ihm der Atem. Der Oberkörper der Frau war mit Blutergüssen und blauen Flecken übersät. Einige waren älter, andere neueren Datums wie er feststellte. Er untersuchte, soweit es ihm möglich war, ob die Rippen gebrochen waren, was glücklicherweise nicht der Fall war. Dabei verspürte er den unwiderstehlichen Drang mit dem Mann, der ihr das angetan hatte, 5 Minuten allein in einem Zimmer zu verbringen. Da ihm dieser Wunsch versagt blieb, versuchte er sich wieder zu beruhigen. Er zog ihr vorsichtig einen seiner Schlafanzüge an und deckte sie ordentlich zu.
Sie war immer noch kalt, deshalb entschloß er sich, sich zu ihr zu legen. Er kroch unter die Decke und lag an ihrem Rücken. Der Duft ihrer Haare ließ seinen Beschützerinstinkt wach werden und er legte den Arm um sie.
Sein Beruf war seine 2. Natur, deshalb machte er in Gedanken eine Bestandsaufnahme ihrer Person und der Situation:
Sie hatte braunes wunderschönes, etwas über schulterlanges Haar, Augen, tja Fragezeichen, wahrscheinlich braun und eine zierliche Figur. Einfach wunderschön" schoß ihm der Gedanke in den Kopf. " Mensch Junge, reiß dich mal zusammen." dachte er gleich von sich selbst überrascht.
Ihre Sachen waren teuer, eindeutig. Was allerdings brachte jemanden dazu, nur leicht bekleidet in so einem schweren Winter in der Wildnis spazieren zu gehen? Jedenfalls nicht, um die Natur zu betrachten oder um ein Abenteuer zu erleben. "Es sei denn sie ist lebensmüde." stellte er fest und runzelte die Stirn. Beinahe hätte er die Verletzungen vergessen, die ihn doch geschockt hatten. Es war gar nicht so sehr der Anblick. Als Kind hatte er weit schlimmeres gesehen, als Polizist ganz zu schweigen. Nichts desto trotz hatte er kein Verständnis dafür, wenn Männer ihre Wut und damit oft ihr Unvermögen mit einer Situation umzugehen, sich derart verhielten. Männer waren Frauen nun mal körperlich überlegen, meistens jedenfalls.
"Wer könnte es gewesen sein?" fragte er sich leise. Der Ehemann? Sie trug keinen Ring, was kein Beweis für das Gegenteil war. Bruder oder Vater? Möglich! Zuhälter oder Freier? Diese Möglichkeit durfte man ebenfalls nicht außer acht lassen. Also ebenfalls möglich", dachte er. Wenn er jedoch ihr Gesicht betrachtete, hielt er es für unwahrscheinlich, das sie eine Prostituierte war. Es war gar nicht mal so sehr das Alter, welches er auf knappe 20 Jahre schätzte, es war ihr unverbrauchtes, frisches Aussehen, weshalb er nicht daran glaubte. Sollte es dennoch der Fall sein, hatte er Mitleid mit ihr. Diese Frauen waren Freiwild. Selbst die Polizisten, einige davon waren seine Kollegen betrachteten sie als solche, nahmen sich bei diesen Frauen Freiheiten heraus, die in seinen Augen des Berufes unwürdig waren. Er vergnügte sich dann doch lieber mit willigen Frauen, jedenfalls bevor er Tess traf und sich mit dem Gedanken anfreundete zu heiraten.
Er legte die Hand auf ihre Stirn, um zu sehen, ob sie fieberte, was noch nicht der Fall war. Ihr Puls schlug inzwischen auch ein wenig kräftiger.
Allmählich machte sich die Müdigkeit in seinem Körper breit und das letzte, woran er dachte, bevor der Schlaf ihn übermannte, war Tess. Er stellte überrascht fest, das er die restliche Nacht über gar nicht mehr an sie gedacht hatte.

Ihn weckte ein heftiger Schlag ins Gesicht. Sie schlug um sich und er hatte Mühe sie festzuhalten. Die Frau glühte und phantasierte. Das Fieber hatte Einzug gehalten.

Sie schrie" Nicht, ...nicht weh tun...Papa,... Hilfe, ...bitte."

"Schhhhhhhh, ganz ruhig, ich tu dir nichts, es ist alles in Ordnung. Du bist hier in Sicherheit, niemand wird dir wehtun." flüsterte er ruhig.
Ihre verzweifelte Stimme und die aufgerissenen Augen erschütterten ihn bis in die Knochen. Bis sie sich beruhigt hatte, wiegte er sie in seine Armen und summte leise ein altes Lied.
Danach stand er auf, um lauwarmes Wasser vorzubereiten, er wollte ihren Körper kühlen.

Er zog den verschwitzten Schlafanzug aus, tauchte das Tuch in das Wasser und ließ es über ihren Körper gleiten. Beginnend bei ihrer Stirn, ging es weiter über ihre glühendheißen Wangen und an ihrem Hals entlang. Es fuhr über ihre Brüste, Hüften und Beine entlang, wobei sie aber nicht wach wurde. Wäre sie nicht hilflos gewesen, hätte Max es sicherlich genossen, aber dafür war jetzt nicht die Zeit.
Diese Prozedur wiederholte er noch zwei Mal in Abständen von jeweils einer viertel Stunde und konnte dann erleichtert erkennen, das das Fieber gesunken war. Er zog ihr einen neuen Schlafanzug an, deckte sie zu und legte sich wieder neben sie.

Liz blinzelte, und machte dann die Augen ganz auf.
" Wo bin ich hier?"
Sie lag ganz offensichtlich in einem Bett und hatte einen Schlafanzug an. So wie er aussah gehörte er einem Mann. Heiße Röte stieg ihr ins Gesicht. Um sich davon abzulenken, sah sie sich im Raum um. Sie war allein hier drin und wie lange sie geschlafen hatte, wußte sie auch nicht.

Auf einmal ging die Tür auf und sie sah einen Mann im Türrahmen stehen, der ihr den Atem nahm.

Liz traute ihren Augen kaum. Da stand der bestaussehendste Mann in der Tür, den sie je gesehen hatte. Er war groß, hatte braune Haare, braune Augen und einen durchtrainierten Körper. Eine Bekannte ihres Vaters hätte jetzt gesagt, das sie diesen Mann nicht von der Bettkante stoßen würde, höchsten nach innen. Dem stimmte Liz voll zu, auch wenn sie mit Männern bisher keinerlei Erfahrung gesammelt hatte.
Es war, als hätte sie ihre Stimme verloren und sie mußte sich räuspern. Max sah das sie wach war und kam mit einem Lächeln herein.

" Hi, wie geht es Ihnen?"

" Oh, schon besser. Haben sie mich gefunden?" fragte Liz.

Beinahe hätte Max ihre Stimme überhört, da er in ihren Augen versunken war.

" Ja, das habe ich, das heißt, mein Hund war es."

Das war das Stichwort für Tia und trottete herein. Sie sprang auf das Bett und machte es sich bequem. Max protestierte, was Tia mit einem Schmatzen zur Kenntnis nahm. Liz kicherte und Max war hin und weg von dem Geräusch.

" Kein Problem, sie kann ruhig hier liegen bleiben." meinte sie.

Dabei sah sie ihn an und wurde rot bei dem Gedanken an den Schlafanzug. Als wenn er den Gedanken gelesen hatte, beantwortete er die unausgesprochene Frage:

" Ich mußte ihnen die Sachen ausziehen, da sie total durchnäßt waren. Außerdem haben sie Fieber bekommen und es war niemand außer mir hier, der dazu in der Lage war sie über den Berg zu bringen. Tia ist zwar weiblich, aber ihr hätte ich das wohl kaum anvertrauen können!" scherzte er mit einem Grinsen in ihre Richtung. Die Sache mit dem Senken des Fiebers erklärte er ihr wohl lieber nicht so genau. Vermutlich würde die Röte wohl nie mehr ihr Gesicht verlassen. "Entzückend!" dachte er.
Liz war immer noch rot, aber wiegelte ab, als wenn es kein Problem für sie darstellte.

"Ich danke ihnen. Ich werde Ihnen bestimmt nicht zur Last fallen. Wenn meine Sachen getrocknet sind, mache ich mich sofort auf den Weg!"

Max sah sie gespannt an. Würde sie ihm jetzt erzählen, vor was bzw. vor wem sie die Flucht ergriffen hatte? Gleichzeitig kam ihm die Erkenntnis, das er es offensichtlich nicht mit einem Freudenmädchen zu tun hatte, denn welche Prostituierte würde beim Gedanken von einem Mann ausgezogen zu werden, derart heftig erröten?

" Sie brauchen sich nicht zu beeilen, außerdem würden sie sowieso nicht weit kommen. Wir sind total eingeschneit, also von der Außenwelt abgeschnitten. Seit gestern früh, als wir sie gefunden haben, hat es ununterbrochen geschneit und wenn sie in ihrer derzeitigen Verfassung auch nur 100 Meter weit kommen, haben sie meine aufrichtige Bewunderung."

Liz stöhnte innerlich und Max gewann den Eindruck das sie sich unter seinem Blick wand.

"Eigentlich habe ich keine Zeit um hier zu bleiben. Gibt es keine Möglichkeit um von hier wegzukommen?"

Max schüttelte den Kopf, bemüht sein Nicht-Bedauern nicht zu zeigen. "Es tut mir leid, aber sobald sie sich kräftig genug fühlen, können sie aufstehen und sich selbst davon überzeugen. Zudem fürchte ich, könnte Ihr Aufenthalt eine Weile dauern, die Winter sind hier ganz schön heftig. Vor 2 Jahren war ich fast 3 Wochen eingeschneit." Er sah sie bei diesen Worten erblassen und er fragte sich, ob es nur die Aussicht war mit einem ihr unbekannten Mann eine längere Zeit zu verbringen oder vielleicht die Angst zu verhungern. Nun, er würde sie versuchen zu beruhigen.

" Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, ich werde Ihnen nichts tun und genug zu essen haben wir auch. Es würde für ein ganzes Jahr ausreichen."

Liz versuchte ihre Angst von ihrem Vater aufgegriffen zu werden zu unterdrücken. Irgendwann würde sich eine Gelegenheit ergeben. " Nein, nein, ich glaube Ihnen. Ich mache mir bestimmt keine Sorgen mehr, versprochen."

Er glaubte ihr kein Wort, aber beließ es für´s erste dabei.
" Ich habe eine Hühnersuppe gekocht. Möchten sie etwas essen? Sie müßten eigentlich halb verhungert sein?" stellte er fragend fest.

"Oh." brachte Liz nur hervor. Man sah ihr an, das sie sich freute. Ihm schien, als würde sich niemand die Mühe machen sich um sie zu kümmern. Max hatte auf einmal vor das zu ändern.

" Also, wie ist es nun mit ein bißchen Suppe?" fragte er freundlich als er kein Antwort bekam.

"Ja gern. Das ist sehr nett von Ihnen!"

Max grinste:" Keine Ursache. Ich mußte was kochen , um nicht selbst zu verhungern. Das nächste Mal dürfen sie das gern übernehmen!" Liz lachte.

Er drehte sich um und wollte den Raum verlassen als Liz fragte:" Wie heißen sie eigentlich? Sie haben mir Ihren Namen noch nicht genannt?" Ach ja, das hätte er fast vergessen. Sein Großvater hätte ihn wegen mangelnder Manieren bestimmt aus dem Familienalbum gestrichen, zu dem er sich eh nicht zugehörig fühlte. "Was für eine Schande," dachte er sich ironisch, bevor er sich umdrehte um die Frage zu beantworten.

" Mein Name ist Max, Max Evans. Und wie heißen Sie?" Gespannt wartete er auf ihre Antwort. Unter seinen Augenlidern beobachtete er genau ihr Gesicht und nahm jede Regung war.

" Mein Name ist Jessica Mitchell!"

Er nahm es mit einem, wie ihr schien kühlen Nicken zur Kenntnis und sagte ihr, sie solle sich noch ausruhen, er würde ihr die Suppe bringen. Dann verließ er den Raum und schloß die Tür hinter sich.
Er lehnte seine Stirn an den Türrahmen und überlegte, warum sie log. Ihr Name war Elisabeth Parker, wohnhaft in New York. Sie war eine Lügnerin, eine hübsche zwar, aber er fragte sich unwillkürlich, welche Schwierigkeiten ihm das einbringen würde.

Als Max das Zimmer verlassen hatte, atmete Liz tief aus. Nachdem sie nämlich diese Lüge von sich gegeben hatte, konnte sie nicht mehr atmen. Sie war sich fast sicher, das er ihr die Lüge an der Nasenspitze angesehen hatte.
" Was für ein Chaos," dachte sie," Und was um Himmels willen soll ich nur tun?" Sie hatte Angst vor ihrem Vater, vor Max, einfach vor allem, und sie haßte dieses Gefühl abgrundtief! Sie konnte und wollte Max nicht erzählen, weshalb sie weggelaufen war, denn sie glaubte, er würde sie an die Polizei oder ihren Vater verraten. Sie hatte ihn gerade erst kennengelernt und war natürlich noch mißtrauisch. Als er hier im Zimmer stand hatte er sie manchmal so komisch angesehen, das Ihr ein Schauer über den Rücken lief, und sie war sich nicht sicher, ob sie es nun als angenehm oder unangenehm empfand. Sie wollte das alles nicht, es würde ihr Leben nur komplizierter machen und für Komplikationen hatte sie weder Zeit noch Nerven. Was war, wenn er nicht besser war als ihr Vater, ein rücksichtsloser Schläger? Im Moment konnte sie dazu nicht viel sagen, aber vielleicht konnte er es auch nur besser unter seinem Charme verbergen.
" Ich will niemandem mehr glauben oder vertrauen, ich könnte es nicht ertragen wieder enttäuscht zu werden!"


Zur selben Zeit in der Küche:
Max rührte gedankenverloren in der Suppe, und er machte das schon so lange, das der Topf bald ein Loch bekommen würde. Er dachte darüber nach, was er in ihren Taschen fand, als er die Sachen zum Trocknen aufgehängt hatte. Sein Ordnungssinn trieb ihn dazu, die Taschen zu leeren, und als der Ausweis von Liz aus der Tasche fiel kam die kriminalistische Neugier zum Vorschein. Er sah hinein und fand ihre Daten. Es gab also keinen Zweifel. Sie belog ihn. Warum? Wahrscheinlich zum Schutz? Vor wem?
Er mußte versuchen das rauszufinden, aber nicht zu direkt. Er würde sie bei ihrem falschen Namen nennen und dezente Fragen einstreuen. "Mal sehen, was passiert."
Diese Fragen stellte er sich als er ein lautes Poltern und Krachen aus dem Schlafzimmer hörte.

Kurz zuvor in eben diesem Schlafzimmer:
Tränen traten in ihre Augen als sie an ihre tote Mutter dachte, die einzige Person, die sie schützen wollte und dann umkam. "Selbstmord, das ist ja lächerlich!" flüsterte sie. Sie ahnte, nein, sie wußte, das ihr Vater seine Hände im Spiel hatte. Warum, war nicht schwer nachzuvollziehen. Sie wollten ihn verlassen und er konnte es nicht ertragen. Wie hatte er herausgefunden, das sie ihn verlassen wollten? Hatte Jim ein guter Freund ihrer Mutter, dem sie ihre Lage geschildert hatte und der eigentlich helfen wollte, geplaudert? Warum? Diese Frage stellte sie sich seit Jahren, und erfuhr von ihm keine Antwort. Als ihre Mutter gefunden wurde, war Jim wie vom Erdboden verschwunden. Früher oder später würde sie herausfinden, was genau damals geschehen war, das hatte sie am Grab ihrer
Mutter geschworen. Sie gab zum Teil sich selbst die Schuld an ihrem Tod und ihr Vater ließ sie das auch sehr genau spüren.
Zum Trost streichelte sie das Fell von Tia, die vorher zu faul gewesen war, um Max zu folgen. Sie hatte sich immer ein Tier gewünscht, und natürlich nicht bekommen. Tiere waren anders als Menschen. Sie verließen und enttäuschten einen nicht. Sie spielten nicht mit einem.
Siedendheiß erinnerte sie sich an ihre Lüge und vor Verlegenheit rutschte sie tiefer in die Kissen. Was, wenn er wußte wer sie war.
"Gott laß es nicht sein. Er darf die Wahrheit nicht erfahren, wer weiß, ob er sonst auch gegen mich ist."
Schnell stand sie auf, etwas zu schnell, was ihren Kreislauf dazu brachte zusammenzubrechen. Sie stieß gegen die Kommode neben dem Bett und eine Nachttischlampe fiel herunter. Sie zerbrach. Liz saß auf dem Boden, als die Tür mit einem Ruck aufgerissen wurde und Max hereingerannt kam. Liz weinte und rutschte soweit wie möglich an die Wand, um sich vor dem was jetzt kam zu schützen.
Max lief auf sie zu." Jessica, alles in Ordnung?" Die Panik um sie ließ ihn dazu verleiten sie in den Arm zu nehmen.
"Bitte nicht schlagen, bitte! Es war nur aus Versehen." wimmerte sie.
Geschockt und leise fluchend schob er sie ein Stück von sich weg, um ihr in das Gesicht zu blicken. Sie hielt jedoch den Kopf gesenkt, in Erwartung, das er sie schlagen würde. Mit Daumen und Zeigefinger hielt er ihr Kinn fest und sagte mit ruhiger Stimme: "Jessica, sieh mich an!"
Mit vor Angst geweiteten Augen tat sie es. Bei diesem Blick zerriß es ihn fast und er schwor sich den Mann zur Verantwortung zu ziehen, aber das hier war jetzt wichtiger. " Jessica," sagte er noch einmal, "erinnern sie sich daran, was ich vor gut einer halben Stunde zu Ihnen gesagt habe?" Sie nickte ängstlich.
" Nun, daran hat sich immer noch nichts geändert. Ich schwöre, das ich sie nicht anrühren werde, okay?"

" Aber, aber ich habe doch den Lampenschirm zerbrochen!" stammelte sie.

" Zugegeben, der Schirm war einiges wert, ich werde Mühe haben, diese wertvolle Antiquität wiederzufinden. Das wird mich bestimmt einige schlaflose Nächte kosten, um das zu überwinden!" Er sah amüsiert auf die braune häßliche Lampe zu seinen Füßen und blickte dann wieder auf. Liz war ganz bleich und ihr liefen die Tränen wieder runter. Er wußte in dem Moment, das er was falsches gesagt hatte.
"Hey, Kleines, das war ein Scherz. Die Lampe ist so häßlich, das ich Ihnen sogar dankbar bin. Ich war nur zu faul sie zu entsorgen. Sobald der Schnee zurückgegangen ist, fahren wir in die Stadt, und vielleicht helfen Sie mir dabei eine neue auszusuchen. Hier fehlt, glaube ich, ein bißchen weiblicher Schnickschnack, mit dem Ihr Frauen Euch so gern umgebt. Ist das in Ordnung?"
Bei diesen Worten entspannte sie sich sichtlich. Er strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und wischte eine Träne weg, erleichtert, das sie aufgehört hatte zu weinen. Tränen von Frauen konnte er einfach nicht widerstehen, außer wenn es wirklich wichtig war.
Verlegen standen sie beide auf. Sie ließ ihn schnell los, um seiner enervierenden Nähe zu entkommen. Ein Blick auf ihr Schlafanzugoberteil trieb ihr die Röte wieder ins Gesicht, es war gefährlich hochgerutscht. Max folgte ihrem Blick, sagte zwar nichts, mußte aber innerlich grinsen.
Während er einen Bademantel holte, damit sie nicht nur im Schlafanzug herumlaufen mußte, schob sie das Oberteil wieder runter.
"Er wird zwar ein bißchen groß sein, aber für das verspätete Mittagessen, wird’s langen. Ihre Sachen sind bestimmt bald trocken."
Groß war noch untertrieben, riesig traf es schon eher, aber sie sagte nichts ob seiner Fürsorge. Es berührte ihr Herz und machte ihr gleichzeitig Angst.


Das Mittagessen verlief am Anfang recht schweigsam. Max studierte aufmerksam ihre Gesten und Regungen und Liz sah sich noch immer mißtrauisch, aber mit wachsender Neugierde im Wohnzimmer um. Es war eine heimelige Atmosphäre, nicht wie in der Berghütte ihres Vaters. Dort hingen überall Jagdtrophäen herum. Ihr Vater war leidenschaftlicher Jäger. Offensichtlich tat er alles mit Leidenschaft.
Das Zimmer war aufgeteilt in eine offene Küche und dem Wohnzimmer. Dazwischen stand der Eßtisch, an dem sie beide saßen. Die Küche war in hellem Holz gehalten und schien sehr sauber. Das Wohnzimmer bestand aus einer Dreiercouch, einem Holztisch und 2 bequemen Schaukelstühlen, die zum Sitzen einluden. Alles schien hell und freundlich. An der gegenüberliegenden Wand der Couch befand sich ein großer offener Kamin, indem ein warmes helles Feuer brannte.
Max merkte wie Liz sich immer mehr entspannte. Das freute ihn sehr. Zumal es leichter fallen würde sie auszufragen, das hoffte er jedenfalls.
Auf einmal stand Liz auf und ging zum Fenster.

"Sie hatten recht," rief sie aufgeregt," es hat wirklich viel geschneit!"

Max daraufhin belustigt: "Haben sie mir nicht geglaubt?"

"Doch schon, aber ich dachte sie übertreiben. Soviel Schnee bin ich gar nicht gewohnt. Es sieht so schön aus!"

"Gott, wie süß sie aussieht, wenn sie sich über etwas freut! Ihre Augen leuchten richtig," stellte Max fest. Tess fiel ihm auf einmal ein und er fragte sich, ob sie sich auch über so etwas einfaches wie Schnee gefreut hätte. Die beiden waren unterschiedlich wie Tag und Nacht, das war unschwer zu übersehen. Als Meister in Verdrängung, gelang es ihm auch dieses Mal, Tess beiseite zu schieben.

"Jessica, sie sollten noch etwas essen, oder könnte es ein, das meine Kochkünste nicht besonders schmackhaft sind?"

Liz lachte:" Doch ich könnte noch einen Teller Suppe vertragen. Sie kochen gar nicht schlecht!"

Das fasse ich als Kompliment auf! Können Sie kochen?"

"Ein bißchen. Wir hatten Kochunterricht in der Schule damals!" Liz überlegte sich, was sie erzählen konnte und was nicht. Sie wollte ihn nicht in ihre Sache hineinziehen. Erstens war sie sich seiner Reaktion ihr gegenüber nicht im Klaren und zweitens fing sie an ihn zu mögen. Er war ganz anders als die Männer, die sie kannte oder die Jungs, mit denen sie die Schule absolviert hatte. Bei den meisten von ihnen hatte man das Gefühl, das sie das Pubertätsstadium nie verlassen hatten, und es auch nie tun würden. Sie dachten an nichts anderes als Sex. Sie wollte schon irgendwann welchen haben, aber sie beschäftigten einfach andere Sachen. Außerdem sollte es etwas besonderes sein, nicht irgendwas kurzlebiges. Etwas, was sie nie vergessen würde.
Max holte sie aus ihren Gedanken.

"Was halten sie davon, wenn sie morgen kochen?"

Unsicher sah sie ihn an:" Ich weiß nicht. An was haben sie denn gedacht?"

" Na ja nichts wildes. Wie wär’s mit einem Nudelauflauf?"

"Soetwas habe ich noch nicht gekocht!" konstatierte sie.

"Das ist kein Problem, dann machen wir es eben zusammen!"

Sie nickte:" Wenn sie wollen, wasche ich jetzt ab. Das würde ich dann für heute Aufgabenverteilung nennen."

"Nein, Sie sollten sich bis morgen ausruhen. Ihr Kreislauf ist dafür noch nicht stabil genug. Setzen sie sich doch in den Schaukelstuhl und lesen sie eine Runde. Im Regal neben der Couch läßt sich bestimmt was für sie finden."

Sie sah ihn beinahe ungläubig an, als könne sie nicht glauben, das er meinte was er sagte. Dann fing sie an zu strahlen, und wieder bröckelte ein wenig Mißtrauen ab.
Bei diesem Strahlen wurde Max ganz warm, allerdings nicht um´s Herz, sondern eher unten herum.
"Das kann doch nicht wahr sein, ich kenne sie kaum," dachte er. Eilig versuchte er an etwas anderes zu denken. Er kam zu dem Schluß, das eine kalte Dusche ihm schnelle Abkühlung verschaffen würde.

"Also, der Abwasch kann eine Weile stehen bleiben, ich will erstmal duschen gehen. Danach kümmere ich mich drum. Wenn irgend etwas ist klopfen sie einfach, ich lasse die Tür angelehnt!"

" Ja, danke. Gehen sie ruhig duschen. Tia und ich werden es uns gemütlich machen."

Er war schneller weg als sie gucken konnte, und sie wunderte sich schon über seinen Abgang. Seine Stimme war außerdem so rauh.

Max holte sich saubere Sachen aus dem Schlafzimmer, und war froh das sie nicht mehr in seiner unmittelbaren Nähe war. Er hätte für nichts mehr garantieren können.
"Verdammt nochmal, was ist hier los? Tess ist gerade ein paar Monate tot, und ich kann über nichts anderes nachdenken als dieses Mädchen ins Bett zu bekommen." In diesem Moment verachtete er sich und vor lauter Wut hätte er beinahe die Schranktür zugeschlagen. Er schaffte es gerade noch sich zurückzuhalten.
Unter der Dusche versuchte er sich abzulenken und als er aus der Kabine trat, fühlte er sich um längen besser und der Situation wieder gewachsen.
"Wenn ich mich jedesmal duschen muß, sobald mich die Kleine anlacht, werde ich nach ein paar Wochen keine Haut mehr am Körper haben," flüsterte er leise ironisch.




thalia
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...   Erstellt am 20.03.2005 - 23:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liz saß im Schaukelstuhl, als sie begann zu frösteln. Neben der Haustür sah sie Hausschuhe stehen und wollte sie gerade überziehen, als Tia sich einen von ihnen schnappte. Es begann ein Tauziehen, wobei Liz den Kürzeren zog. "Tia, komm sofort her, und gib mir den Schuh!" rief sie , allerdings zwecklos. Er flüchtete vor ihr um die Stühle herum, und dann Richtung Badezimmer, um bei seinem Herrchen Schutz zu suchen. Diese Absicht erkannte sie allerdings erst als sie das Zimmer betreten hatte. Max stand direkt vor ihr. Er hatte nichts an und die Wassertropfen perlten von seinem Körper ab.


Liz stand direkt vor Max und hätte sie vorher nicht abgestoppt, wäre sie ihm in die Arme gelaufen. Sie sah ihn an, seinen muskulösen Oberkörper, seine Hüften und dann schnellte ihr Blick wieder hoch. Sie fühlte eine heiße Röte in ihr Gesicht steigen. Ihre Zunge klebte am Gaumen und ein Kribbeln breitete sich in ihrem Körper aus, was sie nicht kannte, aber keineswegs als unangenehm empfand.
Max ging es nicht wesentlich anders. Er sah ihr Gesicht, welches zwischen rot und tiefrot wechselte und spürte wie nervös sie war. Auch wenn man es ihm vielleicht nicht anmerkte, ging es ihm genauso. Er hob seine Hand und strich eine Strähne ihres Haares, die sich gelöst hatte, zurück und wanderte weiter zu ihrem Nacken. Er beugte sich über ihr Gesicht um sie zu küssen, immer in der bangen Erwartung das sie ihn stoppen würde. Sie sah ihn an, ohne sich aus der Erstarrung zu lösen. Max berührte sachte ihre Lippen und eine heiße Welle des Verlangens überwältigte ihn. Jedoch hatte er sich soweit unter Kontrolle, um sich nicht in seiner Erregung zu verlieren. Fragte sich nur wie lange noch.
Langsam löste sich Liz aus ihrer Erstarrung und erwiderte den Kuß. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und schmiegte sich an ihn. Er stöhnte. Dann öffnete er seine Lippen und fuhr behende mit seiner Zunge ihren Mund entlang, um sich dann in einen Zungenkuß mit ihr zu verlieren.
Liz wußte gar nicht wie ihr geschah, ihr wurde heiß und kalt und sie genoß die intimen und gleichzeitig unbekannten Zärtlichkeiten.
Max öffnete ihren Bademantel und währenddessen löste er seinen Mund von ihrem, nur um dann küssend ihren Hals entlang zufahren. Seine Hände schoben sich unter das Schlafanzugoberteil und er streichelte sanft ihren Rücken. Liz liefen Schauer über den Rücken und sie vergaß dabei alles. Ebenso wie Max, der flüsternd ihren Namen sagte, ihren richtigen Namen: " Elisabeth, Du bist wunderschön!"


Beide realisierten im selben Augenblick, was Max gesagt hatte. Liz stemmte daraufhin verzweifelt ihre Hände gegen seine Brust und schrie: ²Seit wann wußten Sie davon?"
"Elisabeth, beruhige Dich!" Sich selbst verfluchend hielt er sie an den Handgelenken fest, während sie sich immer mehr wand. Aufgrund ihrer Schwäche durch die Flucht und die Schläge ihres Vaters war sie nicht in der Lage sich mit ihm eine längere Auseinandersetzung zu liefern und rein instinktiv zog sie ihr Knie hoch, um es an seine empfindlichste Stelle zu plazieren. In letzter Sekunde sah er es kommen und wich ihr aus. Sie traf nur den Oberschenkel und der Schmerz ließ ihn kurz unaufmerksam werden. Sie konnte sich von ihm befreien und ihre Chance nutzend, floh sie aus dem Badezimmer in Richtung Wohnzimmer zur Haustür, nicht daran denkend, das der Schnee so hoch lag, das sie nicht weit kommen würde.
Max rappelte sich in der Sekunde wieder auf, als sie das Badezimmer verließ. Noch immer splitterfasernackt nahm er die Verfolgung auf. Er war stinksauer. Sicher, er hatte ihr nicht gesagt, das er ihre wahre Identität kannte, er hatte ja auch seine Gründe dafür, und es war nun auch nicht so, das er sie nicht verstand, warum sie gelogen hatte, aber er hatte ihr mehrfach versichert, das er ihr nichts tun würde. Er wollte ein paar Antworten und die würde er nur von ihr bekommen können.
"Die hat Nerven!" stöhnte er, als er sah, wie sie sich im fast hüfthohen Schnee abkämpfte. Sie war noch keine 2 Meter weit gekommen und konnte sich keinen Schritt mehr wegbewegen.
Sie blickte sich um, und erkannte Max, wie er nackt und mit wütendem Gesichtsausdruck hinter ihr her stapfte. Die Kälte schien er nicht zu bemerken, oder sie machte ihm nichts aus. Ein panisches Gefühl stieg in ihr auf und sie verstärkte ihre Bemühungen weiterzukommen. Es brachte nichts.
Max hatte sie fast erreicht und ergriff sie an den Armen. Nochmals wollte sie Gegenwehr leisten, doch er verstärkte seinen Griff. Sie jaulte auf. Auch ihre Oberarme waren durch die Schläge immer noch mit blauen Flecken übersät gewesen. Erschrocken das er ihr weh getan hatte, ließ er sie abrupt los.
Liz flehte ihn an:" Laßen sie mich doch gehen! Bitte!"

Unbeeindruckt sah Max sie an:" Ich mache Dir jetzt einen Vorschlag. Entweder Du kommst auf Deinen eigenen Beinen mit ins Haus, oder ich trage Dich. Welche Art wählst Du?"
Sie wußte, das ihr nicht viel übrig blieb, und fügte sich widerstrebend nickend. Scheinbar ohne sich nach ihr umsehend, ging er ins Haus zurück.
Nachdem sie in der Hütte angekommen waren, warf Max die Tür zu und sagte:" Warte hier!" Es klang eindeutig wie ein Befehl und Liz fühlte eine ungeheure Wut in sich aufsteigen.
Um nicht auszuflippen und hysterisch herumzuschreien, drehte sie sich zum Fenster herum und sah hinaus, ohne zu spüren, das ihr Bademantel und ihr Schlafanzug total durchnäßt waren.
In der Zwischenzeit holte Max für Liz einen Pullover und eine Boxershorts, die zwar auch zu groß für sie waren, aber mehr konnte er ihr im Moment nicht bieten. Er zog sich schnell etwas über und ergriff ein Handtuch, damit sie sich abtrocknen konnte. Er blickte immer wieder über die Schulter in das andere Zimmer, ob sie auch ja keine Dummheiten machen würde.

Als er das Zimmer wieder betrat, hatte sie sich noch immer zum Fenster gedreht, und tat so, als ob er gar nicht da wäre.

"Elisabeth, hier ist ein Handtuch und trockene Kleidung!"

Auch wenn seine Stimme noch einen wütenden Unterton hatte, hörte sie sich schon weicher an. Trotzdem erinnerte sie ihr voller Name an ihren Vater. Er war der einzige der sie Elisabeth nannte. Alle anderen sagten Liz zu ihr, was sie sehr begrüßte. Sie wollte einfach nicht mehr an ihn erinnert werden. Eine Welle der Übelkeit erfasste sie, und sie sank gegen das Fenster.
Sofort war er an ihrer Seite und stützte sie. Sie wehrte ihn jedoch unnachgiebig ab:" Es geht schon. Sagen sie Liz zu mir, das gefällt mir besser!"
Max war überrascht über ihre Nachgiebigkeit, dachte aber, das es ihrer momentanen Schwäche zuzuschreiben war, und trat wieder zurück.

"Schön das wir das Namensproblem endlich geklärt haben. Hier trockne Dich ab!"

Irgendwie konnte sie seinen arroganten Befehlston nicht leiden und fuhr ihn an:" Sind sie eigentlich immer so arrogant, oder leisten sie sich so etwas nur dann, wenn ihre Opfer nicht fliehen können?"

Max sah sie leicht entnervt an: "Ich weiß nicht, was für ein Problem wir beide miteinander haben, aber ich will Dir nur helfen. Es wäre schön, wenn wir nochmal von vorn anfangen könnten. Unabhängig davon würde ich es schön finden, wenn wir uns duzen würden. Einverstanden?"

"Keineswegs," konterte sie," wir kennen uns kaum!"

" Liz, ich hatte meine Zunge in Deinem Mund! Meinst Du nicht das wir von Höflichkeitsfloskeln mehr als ein paar Meilen weit entfernt sind?" schoß er zurück.

Liz blickte ihn vernichtend an. Natürlich hatte sie das nicht vergessen, aber sie wollte ihn nicht an sich heranlassen. Das war gefährlich und sie wußte nicht, ob sie ihm trauen konnte bezüglich ihres Vaters.

Sie griff geistesabwesend nach dem Handtuch und den trockenen Sachen:" Ich geh mich umziehen!"
Max nickte:" Ich mache uns inzwischen einen Kakao, oder willst Du lieber einen Tee? Mit Kaffee kann ich leider nicht dienen!"
Ein vorsichtiges Lächeln zierte ihr Gesicht:" Kakao wäre schön!" Sie drehte sich um und ging ins Badezimmer.
Max ging in die Küche und machte sich daran den Kakao vorzubereiten. Dabei sah er aus dem Fenster und seufzte. Es würde schwieriger werden als er dachte. Wenn er sie so betrachtete wurde er traurig. Sie gefiel ihm, wenn sie Widerstand leistete, ihre Augen blitzten und sie wirkte lebendig. Wenn sie lachte, lachte nicht nur ihr Mund sondern auch ihre Augen, ihr ganzer Körper entwickelte eine Vitalität, die vollkommen verschwunden war, wenn ihre Panik und Angst zum Vorschein kam. Er wußte, er mußte behutsam vorgehen, aber er wurde langsam ungeduldig.
Es wurde langsam dunkel und er zündete ein paar Kerzen an. Er liebte Kerzen, was für einen Mann ja nicht unbedingt passend war. Dabei konnte man am besten nachdenken, und fand die Ruhe, die man dazu brauchte. Der Kakao war fertig und er stellte die Becher auf den Couchtisch. Er schürte das Feuer und legte Holzscheite nach. Es war eine angenehme Wärme, die ihn schläfrig gemacht hätte, wenn er nicht so besorgt und gleichzeitig so neugierig gewesen wäre.

Liz zog sich derweil im Badezimmer um. Sie würde ihr fortlaufen irgendwann erklären müssen und sie hatte eine Heidenangst davor. Nachdem sie fertig war, trat sie aus dem Badezimmer. Max saß in einem der Schaukelstühle und sah in die Flammen. Er wirkte traurig. Sie fragte sich, was wohl der Auslöser war. Komischerweise kam sie gar nicht auf den Gedanken, das sie selbst es sein könnte. Niemand hatte sich je wirklich für sie interessiert, abgesehen von ihrer Mutter, und die war schon lange tot.
Sie genoß insgeheim den Luxus ihn zu betrachten. Obwohl er so deprimiert wirkte, sah er unheimlich gut aus. Sie hatte, obwohl er zwischendurch wütend auf sie war, keine Angst vor ihm gehabt. Respekt ja, das war etwas neues und ungewohntes für sie, weil sie sonst vor allem Angst hatte.
Er hatte ein Geräusch gehört und hob sein Gesicht, was sich schlagartig bei ihrem Anblick erhellte. Die Boxershorts standen ihr ausgezeichnet, und betonten ihre langen, schlanken Beine. Er mußte sich auf etwas anderes konzentrieren, damit er nicht die Hand ausstreckte, um sie zu berühren. Er wollte sie schließlich nicht wieder verschrecken.
" Setz Dich doch! Hier ist Dein Kakao!"

Liz nahm allen Mut zusammen und setzte sich.
"Du willst bestimmt wissen, was ich mutterseelenallein in der Wildnis draußen zu suchen hatte, oder?" begann sie leise.

"Es wäre schön, wenn Du es mir erzählen würdest. Vielleicht würdest Du Dich dann nicht mehr allein fühlen!"

Sie schluckte:" Ich war mein ganzes Leben allein! Und ich will keine Enttäuschungen mehr. Nachdem Du mich allerdings gerettet hast, hast Du es eigentlich verdient, das ich es Dir erzähle!"

"Ich habe Dir nicht geholfen, weil ich mir irgendwas verdienen wollte, Liz. Wenn ich irgend etwas tue, tue ich es zwar nicht immer ohne Hintergedanken, zugegeben, aber nicht in solchen Sachen. Dafür ist das Leben zu wichtig."

Ein paar Minuten lang war Stille. Offenbar dachte sie über seine Worte nach und sie war beeindruckt. Gab es hier wirklich jemanden, dem sie vorbehaltlos vertrauen konnte. Jemandem der uneigennützig war? Das war schwer zu glauben.

Im Raum lag eine Spannung, die für beide belastend war, für Liz, weil sie die Last die sie mit sich herumtrug herauslassen mußte und für Max, weil ihm klar war, wie schwer es für sie sein würde. Er wünschte sich, er hätte es für sie leichter machen können, aber er konnte sie erst dann trösten, wenn sie es sich von der Seele geredet hatte. Alles was er davor tun würde, würde vielleicht zur Folge haben, das sie sich verschloß, und das würde sie nicht weiterbringen.
Liz saß mit angewinkelten Beinen auf dem Sofa. Sie hatte ihre Arme um die Beine geschlungen, als ob sie sich daran festhalten würde. Ihre Augen waren auf das Feuer im Kamin gerichtet und sie begann mit emotionsloser Stimme zu erzählen. Max hielt den Atem an.
„Wahrscheinlich habe ich vor 3 Tagen einen Mord begangen.“
Max sog den Atem scharf ein: „War er es der Dich so zugerichtet hat?“
„ Ja!“ Sie schloß kurz die Augen. “Mein Vater!“
Max schluckte, er konnte es nicht glauben. Wie konnte man so etwas seiner Tochter, seinem eigen Fleisch und Blut antun? “Wie lange geht das schon so?“
Liz schüttelte sich leicht um die Schauer auf ihrem Rücken loszuwerden.“ Ich weiß es nicht, ich kann mich nicht daran erinnern, wann es angefangen hat. Ich glaube es war schon immer so. Als ich klein war, hat er mich immer so angesehen, als ob er mich zu gerne los werden würde. Und irgendwann kam er auf die glorreiche Idee mich zu verprügeln, ich glaube das erste Mal war ich 8.“
Behutsam fragte Max:“ Was ist mit Deiner Mutter?“
Liz schüttelte den Kopf und einen Moment dachte Max sie würde zusammenbrechen.
„ Sie ist vor 6 Jahren an Herzversagen gestorben. Sie wußte nichts davon, ich habe es ihr verschwiegen.“ Sie stockte, sie wollte ihm nicht erzählen, das sie den Verdacht hegte ihr Vater hätte ihre Mutter umgebracht. Sie wollte und konnte einfach nicht darüber nachdenken. Max fiel auf, das Liz zögerte, und merkte sich das.

„Hast Du eine Ahnung, warum er Dich so haßt?“
Liz schüttelte erneut den Kopf:“ Nein. Ich weiß es nicht. Ich habe oft überlegt und einmal meine Mutter gefragt. Sie hat mich dabei so merkwürdig angesehen, ist aber nicht mit der Sprache herausgerückt. Ich habe eigentlich immer versucht es ihm recht zu machen, aber es klappte nicht. Weißt Du was er zu mir gesagt hat, als ich in Mathe mit einer eins nach Hause kam? Er sagte, an der Spitze stehen ist immer noch zu weit hinten. Da war ich 10 Jahre alt, und habe mir geschworen, nicht einen Handschlag, nicht eine Bemühung mehr in seine Richtung zu tun.“
Max war gelinde ausgedrückt geschockt. Sicher hatte er damit gerechnet, das ein Mann dahinter steckte, ihr Freund oder Ehemann, aber der eigene Vater? Es mußte in ihrer Vergangenheit irgend etwas stecken, weshalb er sie so fertigmachte.
„Ist er Trinker?“
„Du meinst, ob er mich deshalb so sehr verprügelte?“
Er nickte.
„Nein, sicher trinkt er oft mehr als er verträgt, er ist nämlich ein lausiger Trinker, aber diese Sache erledigte er oft nüchtern.“
Das war es also nicht. Nun, die Frage nach dem Warum würde er vermutlich heute nicht mehr klären können, aber sobald sie die Hütte wieder verlassen konnten, würde er in New York ein paar Nachforschungen anstellen. Mal sehen was dabei herauskommen würde. Jetzt wollte er sich einer anderen Frage widmen.
„Wie kommt es, das du denkst, Du hättest ihn umgebracht?“
„ Er hatte mich wieder verprügelt, dieses Mal leistete ich Widerstand. Daraufhin schlug er mich fast bewußtlos. Ich schaffte es ihm eine Vase über den Schädel zu ziehen, und bin verschwunden so schnell es ging. Er stöhnte als ich ihn verließ!“
Max überlegte. Es war nicht unwahrscheinlich, das er eine schwere Kopfverletzung von sich getragen hatte, aber genausogut war es möglich, das es oberflächlich war, und er nur eine kleine Platzwunde hatte.
„ Hast Du viel Blut gesehen?“
Liz versuchte sich zu erinnern und zuckte mit den Schultern. „Ein bißchen, ich habe in meiner Panik nicht darauf geachtet. Ich wollte nur weg.“
„Verständlicherweise!“ stellte Max fest.„Liz, ich würde gern etwas wissen. Warum in aller Welt, hast Du Dich in all den Jahren nicht jemandem anvertraut, Deiner Mutter, einem anderen Verwandten oder Freunden?“
Liz sah ihn merkwürdig an.“ Du kennst meinen Vater wirklich nicht, oder?“
„Nein, muß ich das?“
„Mein Vater ist ein sehr reicher und einflußreicher Mann in New York. Niemand würde es wagen sich gegen ihn zustellen. Als allerletztes natürlich seine eigene Tochter.“ Bei dem Gedanken was sie getan hatte, stellten sich ihr die Nackenhaare auf. „Du verkehrst wahrscheinlich nicht so oft in den gesellschaftlichen Kreisen meines Vaters. Aber wer würde schon freiwillig dort verkehren. Ich habe selten eine so oberflächliche Bande erlebt.“
Max blickte sie amüsiert an, so gefiel sie ihm schon besser.“ Du hast recht, ich habe zwar auch ein wenig Geld, aber die Oberen haben mich nie sonderlich interessiert, bis auf wenige Ausnahmen. Ich hatte einfach zuviel um die Ohren, außerdem, haben ständig irgendwelche Mütter versucht mich mit ihren kleinen Mädchen zu verkuppeln.“ Ihm graute jetzt noch, obwohl er diesen Leuten schon am Anfang recht schnell den Rücken zugekehrt hatte. Was ihren Vater anging, hatte er tatsächlich vor, ihm die Stirn zu bieten. Er freute sich darauf, diesen Mann kennenzulernen, ihn zu Boden zu schlagen und noch einiges mehr!
„Warum hast Du Dich nicht an die Polizei gewandt?“
Jetzt lachte Liz wirklich, allerdings war es ein trauriges Lachen: „Max, mein Vater kalkuliert alle Risiken genau, wenn es um private sowie geschäftliche Dinge geht. In dieser Hinsicht geht er kein Risiko ein. Soweit ich weiß, hat er ein paar Polizisten auf seiner Gehaltsliste stehen, die manchmal Schwierigkeiten für ihn ausräumen!“
Er hatte bevor sie diesen Satz ausgesprochen hatte, seinen Kopf zum Feuer gewandt, jetzt schnellte er herum und blickte sie scharf an:“ Woher weißt Du das?“
„Ich habe mal gelauscht, und hörte ihn wie er mit einem Polizisten über Geschäfte sprach. Dabei fielen einige Namen, soweit ich weiß, aber da war ich noch um einige Jahre jünger. Wieso willst Du das wissen?“
Max antwortete nicht sofort. Er mußte das erst einmal verdauen. Auch unter den Polizisten gab es sicherlich schwarze Schafe. Er hätte zwar für seine Leute auf dem Revier seine Hände ins Feuer gelegt, aber es gab in ganz New York ja noch mehr Reviere, und er kannte eben nicht alle. Auch das würde er überprüfen und er freute sich nicht auf das Ergebnis. Soviel war ihm jetzt schon klar.
Er überlegte, ihr seinen Beruf zu verschweigen, wollte aber mit offenen Karten spielen:“ Ich bin Bulle, das heißt Ex-Bulle!!
Liz schluckte, und fing krampfhaft an darüber nachzudenken, ob er vielleicht einer von den Polizisten war, der ihrem Vater half. Max sah ihren Gesichtsausdruck und merkte in welche Richtung ihre Gedanken liefen: „Ich steh auf deiner Seite, Liz. Ich schwöre bei meinem Leben, das ich nichts mit deinem Vater zu tun habe oder hatte. Sobald wir zurück in New York sind, werde ich mich um deinen Vater kümmern. Mach Dir keine Sorgen, er kann dir nichts mehr tun.“
Liz beschloß ihm das zu glauben, konnte aber nicht verstehen, warum sich Max unbedingt mit ihm anlegen wollte:“ Du solltest das nicht tun, er ist kein gewöhnlicher Verbrecher!“
„Mach Dir keine Sorgen. Ich habe ebenso einflußreiche Freunde wie er, und er wird einen Teufel tun, sich mit mir offen anzulegen.“
Liz blieb skeptisch, sagte ihm aber nichts. Sie hatte an ihren Plänen eigentlich nichts ändern wollen, und mußte jetzt über alles nachdenken. Außerdem wollte sie ihn nicht mit hineinziehen.
Sie saßen beide noch eine Weile am Feuer. Liz mehr oder weniger erleichtert, weil sie endlich jemandem ihre Geheimnisse anvertrauen konnte, und Max einerseits stinkwütend, weil er zur Zeit nichts unternehmen konnte und andererseits froh, das sie es gesagt hatte.
Liz brach als erste die Stille, und man hörte die Erleichterung in ihrer Stimme:“ Ich sollte jetzt ins Bett gehen! Wo soll ich schlafen?“
Max sah sie an:“ Das Schlafzimmer gehört dir!“
„Wo wirst du schlafen?“
„Hier auf der Couch. Wieso, wolltest du mich einladen?“ fragte er sie süffisant grinsend.
Was dazu führte, das sie sofort den Rückzug antrat.
„Denkst du eigentlich auch noch mal an was anderes?“ erwiderte sie entrüstet, während sie sich in ihr Schlafzimmer zurückzog.
„Manchmal, aber nicht oft!“ gab er lachend zu. “Gute Nacht!“
Liz mußte lachen. Es war erfrischend mit ihm zusammen zu sein, alles für ein paar Minuten zu vergessen. Als sie sich ins Bett legte fiel ihr dann aber ein, das sie ihn fragen wollte, warum er manchmal so traurig aussah. Während sie noch darüber sinnierte, schlief sie auch schon ein.

tbc?

[Dieser Beitrag wurde am 20.03.2005 - 23:06 von thalia aktualisiert]





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