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Arne 



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...   Erstellt am 20.07.2009 - 17:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


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Arne 



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...   Erstellt am 21.07.2009 - 16:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Labdien" heißt „Guten Tag" auf Lettisch, das zu der baltischen Gruppe des indoeuropäischen Sprachstammes gehört.

Einige Wörter sind mit den Deutschen ins Land gekommen, eines davon lautet „ja". Für die Letten blieb es allerdings ein Fremdwort, denn ihre Sprache ist reich an Verneinungen.

Zur Staatssprache wurde Lettisch aber erst mit der Unabhängigkeitserklärung 1918.

Bis dahin war die Amtssprache erst Deutsch, dann Russisch. Während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion drohte Lettisch zu einer Minderheitensprache zu werden. Seit dem 1. Mai 2004 ist Lettisch eine der Amtssprachen in der EU.

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre liberalisierte sich die Sowjetunion, und die Letten verstanden dies zu nutzen.

Nachdem die Pläne für das Moskauer Staudammprojekt an der Daugava bekannt wurden, gründete sich 1987 der Umwelt-und Bürgerrechtsklub VAK.

Aus ihm gingen die Nationale Unabhängigkeitsbewegung, die Volksfront und der Bürgerkongress hervor, die eine große Dynamik für die Souveränität Lettlands entwickelten.

Ein bedeutendes Ereignis auf dem Weg in die Unabhängigkeit "war auch der 46. Jahrestag der Deportationen von 1941, der 14. Juni 1987. 1941 waren Tausende Letten nach Sibirien verschleppt worden.

Die vor dem Jahrestag gegründete Menschenrechtsgruppe „Helsinki-86" legte am Freiheitsdenkmal Blumen nieder - ein Akt des nationalen Mutes und des erwachten Selbstbewusstseins.

Den gewaltigsten Schub lieferte die 620 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn nach Vilnius zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Molotow-Ribbentrop-Paktes (auch Nichtangriffspakt oder Hitler-Stalin-Pakt) am 23. August 1989. Organisiert hatten die Aktion die drei Volksfronten der baltischen Länder.

Dieses Ereignis ist allen Letten so im Gedächtnis wie den Deutschen der Fall der Mauer.

Ein großer Schritt auf dem Weg in die Souveränität waren die Wahlen zum Obersten Rat der Lettischen SSR, bei denen die Befürworter der Unabhängigkeit die Mehrheit gewannen.

Der Rat verabschiedete am 4. Mai 1990 eine Deklaration, in der der Wille zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit ausgedrückt und eine Übergangszeit bis zur „vollständigen Unabhängigkeit" festgelegt wurde.




Arne 



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...   Erstellt am 31.07.2009 - 17:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


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[Dieser Beitrag wurde am 31.07.2009 - 17:29 von Arne aktualisiert]




Arne 



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...   Erstellt am 31.07.2009 - 17:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sprache und Kultur haben in Lettland, "wie auch in den baltischen Nachbarländern, immer etwas mit Volks- bzw. nationalem Bewusstsein und dem Kampf für die Freiheit zu tun. Vor allem in der Musik wurde die Sehnsucht nach Selbstbestimmung und die Liebe zur Heimat ausgedrückt. Nicht umsonst sagt man, die Balten hätten ihre Unabhängigkeit mit einer „singenden Revolution" erstritten.

Der aus Riga stammende, international berühmte Geiger Gidon Kremer schreibt in seiner Bio-grafie „Kindheitssplitter", während der Sowjetbesatzung sei die Musik das „vertonte Gewissen" gewesen. In den Okkupationsjahren entstanden die eindrucksvollsten Oratorien, deren eigentliches Thema das Leiden Lettlands ist.

Das im Sommer 1944 geschriebene Requiem von Andrejs Eglitis „Dievs, tava zeme deg"
(Herr, Dein Land brennt) war bis zur Eigenstaatlichkeit verboten, der Besitz der Noten und Texte galt in der Lettischen SSR als Straftatbestand.

Der bekannteste moderne Komponist heißt Peteris Vasks (geb. 1946).
Er schrieb Anfang 1991, "während in Riga die sowjetischen Panzer in Stellung gebracht wurden, seine inzwischen international vielfach eingespielte Sinfonie für Violine und Streichorchester „Tala gaisma" (Fernes Licht).

Eine lange Tradition hat der Chorgesang. Viele moderne Komponisten arbeiten für dieses Genre, das wie in Estland und Litauen eine hochentwickelte Kunstform ist.

Die „Nationalen Sängerfesten". finden in Riga alle fünf Jahre statt, zuletzt im Jahr 2008. Sie sind das Erbe aus der Zeit des „Nationalen Erwachens" im ausgehenden 19. Jahrhundert, als die sogenannten „Jungletten" begannen, die Dominanz deutscher und russischer Kultur abzuschütteln und für das lettische Volk nationale und Bürgerrechte zu fordern.

Die ursprüngliche Grundlage der lettischen Volksmusik sind die „Dainas", inzwischen sind sie von der UNESCO zum „Erbe der Menschheit" erklärt worden.

Die poetisch feinsten Lieder sind die Waisenlieder. In ihnen werden die Leiden von elternlosen Kindern symbolisiert. Die Mutter wird mit der Sonne verglichen, der Verlust der Mutter ist deshalb der Verlust von Wärme und Licht. Die Tränen der Kinder verwandeln sich ebenfalls in Naturelemente, in glänzende Tautropfen oder glitzernden Regen.





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