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Ciriel 
Vize-Administrator
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...   Erstellt am 26.02.2008 - 13:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Willkommen zur letzten Leserunde vor der Winterpause. Dieses Mal soll es um die besondere Geschichte "The Cardboard Box / Die Papschachtel" (1893) gehen. Wir haben zwar Winter, aber das ist doch eigentlich nur ein Grund mehr, sich in eine im August glühend heiße Baker Street zu begeben...
http://www.sherlockian.net/canon/stories/card.html

Lestrade ruft Holmes herbei, da er zu einem besonderen Fall gerufen wurde. Per Post wurden zwei menschliche Ohren an Miss Cushing geschickt. Sie weiss sich darauf keinen Reim zu machen. Sie führt ein ruhiges Leben, geht kaum aus und hat keine Freunde. Warum sollte ihr also jemand 2 Ohren schicken?
Holmes übernimmt den Fall und erfährt bald darauf erstaunliche Dinge. Geht es etwa um eine Art Familiengeheimnis? Oder wurden die Ohren an die falsche Adresse geschickt?


Eine Bemerkung zur Geschichte als Ganzes vorneweg:
Eigentlich gehört die Geschichte zu den "Memoirs of Sherlock Holmes". Sie wurde aber nicht in die erste britische Ausgabe (in Buchform) aufgenommen. Anscheinend war man darüber in den USA nicht informiert, denn in der ersten amerikanischen Ausgabe der "Memoirs" erschienen alle ursprünglich 12 Geschichten. Es folgte in Rekordzeit allerdings eine zweite Auflage, in der "The Cardboard Box" nicht mehr enthalten war. Die erste Aflage ist ziemlich selten geworden.
Warum "The Cardboard Box" nicht in die Sammlung der Geschichten aufgenommen wurde, wurde nie zufriedenstellend erklärt. Möglich ist immerhin, daß Conan Doyle das Thema des Verbrechens (eine außereheliche Affäre, immerhin geht es eigentlich um Mord aus Eifersucht) zu heikel erschien, um es zu dem Zeitpunkt zu veröffentlichen. Vielleicht hat er gegen die erste amerikanische Auflage Protst eingeelgt, deshalb dann auch die schnelle Neuauflage. Klingers Version der Geschichte ist die aus dem britischen "Strand Magazine".

Anscheinend gefiel die Szene, in der Holmes Watsons Gedanken liest, dem Verleger so gut, daß er sie unbedingt dabei haben wollte. So wurde sie in "The Resindet Patient" eingefügt. Dieser Teil beginnt nach dem Satz [I]"It was hard to believe that these were the same wall which loomed so glommily through the fog of winter." und endet vor Holmes Satz "[I]I should not have intruded it upon your attention had you not shown some incredulity the other day."
Später löste es natürlich Überraschung aus, daß diese Szene ZWEImal beschrieben wird.. Die Haffmanns-Ausgabe folgt wiederum dem "Original", also existiert die Szene auch im Deutschen "doppelt".
Was ich mich dabei aber schon lange Frage: Holmes hat das sehr gekonnt gemacht, keine Frage! Aber war es dazu nicht auch nötig, den Menschen, den man beobachtete, gut zu kennen? Er kannte Watson sehr gut, besser als (fast) jeden sonst. Wäre ihm das auch ebenso gut bei einem Fremden gelungen? Was seine Leistung aber nicht schmälern soll.
Es zeigt sich nämlich, daß auch Watson Holmes sehr gut einschätzen und z. B. in seinem Gesicht lesen kann. Schließlich schreibt er, daß "Überraschung und Zufriedenheit" ("surprise and satisfaction") nur ganz kurz in seinem Gesicht zu sehen sind, als er das Profil seiner "Klientin" erkennt. Aber der gute Doktor hat es bemerkt!

Dazu fällt mir wieder auf, wie einfühlsam Holmes mit Klienten / Klientinnen umgehen kann, wenn er will. Der erschütterten Frau gegenüber zeigt er wieder sehr viel Geduld und eine beruhigende Art.

Ein Wort zu sprachlichen Kunstgriffen: Mit dem Begriff "brown study", in der Watson sich anfangs befindet, konnte ich nichts anfangen. Klinger bringt eine Textstelle in einem anderen Werk und definiert den Begriff als "Nachdenklichkeit" oder "Melancholie". Der deutsche Übersetzer hat sich da Mühe gegeben, denn "Grübeleien" erscheint mir durchaus passend.

So, und nun seid Ihr dran!





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"Nanna nenn' ich Nökkvis Tochter..."

Moritza ...
Stanley Hopkins
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...   Erstellt am 13.05.2008 - 12:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ciriel schrieb

    Später löste es natürlich Überraschung aus, daß diese Szene ZWEImal beschrieben wird.. Die Haffmanns-Ausgabe folgt wiederum dem "Original", also existiert die Szene auch im Deutschen "doppelt"


Da wir gerade an anderer Stelle drauf gekommen sind, daß es scheinbar nicht nur eine Haffmans-Übersetzung gibt....Diese Hintergrundinfo löste bei mir wiederum Überraschung aus, in meinen Haffmans-Ausgaben existiert diese Szene nur in CARD!

Diesmal beziehe ich mich auf die wunderschönen Haffmans-Ausgaben des deutschen Bücherbundes.

Wie sieht es bei Euch aus?




Wiggins 
Administrator
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...   Erstellt am 17.04.2009 - 14:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auch in meiner Haffmans-Asugabe (1. Auflage; Leineneinband) ist die Szene in Der niedergelassene Patient nicht vorhanden.

Ob das in den nachfolgenden Auflagen (glatter Einband) ebenfalls so ist, kann ich nicht beurteilen.

Zur Geschichte selbst:
Ich finde sie ist gut zu lesen und am Anfang interessant. Etwa nach der Hälfte läßt das Interesse etwas nach, denn dann hat die Handlung nichts mehr mit Holmes zu tun, sondern bereitet nur noch den ganzen Hintergrund des Eifersuchtsdramas auf.

Trotzdem: Eine schöne, wengleich auch etwas blutrünstige, Geschichte.




Moritza ...
Stanley Hopkins
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...   Erstellt am 17.04.2009 - 16:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gott, mit der Antwort hast Du Dir aber jetzt Zeit gelassen....fast ein Jahr!!!




Wiggins 
Administrator
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...   Erstellt am 17.04.2009 - 17:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es ist doch schön wenn man dennoch Antwort bekommt, auch wenn es lange her ist, oder?




Moritza ...
Stanley Hopkins
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...   Erstellt am 17.04.2009 - 17:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Warte noch ein Jahr!





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