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Ciriel 
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...   Erstellt am 26.02.2008 - 11:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der "Sommerverschnaufpause" geht es diese Woche um die Geschichte "The Yellow Face / Das Gelbe Gesicht" (1893).
http://www.sherlockian.net/canon/stories/yell.html

Mr. Grant Munro hat an seiner Frau sehr seltsames verhalten bemerkt, und das obwohl sie sonst nie Geheimnisse vor ihm hatte. Erst bittet sie ihn um 100 Pfund, dann schleicht sie sich mitten in der Nacht aus dem Haus. Haben etwa die neu eingezogenen Nachbarn damit zu tun? Was sucht sie bei ihnen? Und wer ist dieses seltaam wächserne Gesicht am Fenster? Geht es um Erpressung?

Vorneweg: Aus Zeitgründen habe ich mich deises Mal mit der deutschen Übersetzung zufriedengeben müssen. An die KLinger-version werde ich mich erst heute machen, es kann also sein, daß morgen noch einige Anmerkungen dazu kommen (nur, daß sich niemand wundert).

Das Besondere: Holmes macht einen Fehler, und dieses mal einen totalen. Seine Theorie verbindet zwar die Fakten, hat aber nichts mit der Wirklichkeit gemeinsam. Doch scheint er nur selbst auf sich sauer zu sein, daß er nicht auch andere Möglichkeiten in Betracht zog.

Die anfängliche Deduktion schafft es wie immmer, zu verwundern und auch zu erstaunen, auch wenn man Holmes Methoden ja nun kennt. Vor allem immer wieder auffallend, auf welche Details er achtet (besonders gefreut hat mich in dem Zusammenhang der Linkshänder ("Sie gehören zu einer Minderheit").

Warum nennt Munros Frau ihn Jack? Oder hat sie sich mit Watsons Frau abgesprochen?

Wieder ein Fall ohne echtes Verbrechen. Eigentlich ist ja nichts passiert, wozu Holmes hätte hinzugezogen werden müssen. Die beiden Eheleute hätten besser einfach offen miteinander reden sollen. Aber auch einer der sehr wenigen Fälle, der inzwischen zeiliche Probleme aufwirft.

Was ich mich frage: Wars so schlimm, jemanden zu heiraten, der schwarz ist? Gab es zu der Zeit solche großen Anfeindungen? Und wie es aussieht (auch schon vor dem Ene) scheint Munro doch ein netter und toleranter Mann zu sein. Warum hatte sie sooo große Angst, ihm die Wahrheit zu sagen? Konnte sie ihn so schlecht einschätzen?

Umso mehr Ehre macht es ihm (und Watson ebenso!), daß er die Sache so einfach und selbstverständlich beendet. Da wird eine Familie wohl mal wirklich glücklich sein, denke ich.

Wie ich finde, DIE Geschichte im Kanon, die für Toleranz wirbt. Schön!
Mehr, wenn ich den Klinger durchgeackert habe. "Norbury, Holmes, Norbury!"

Nächste Woche geht es dann um "The Stock-broker's Clerk / "Der Angestellte des Börsenmaklers" (1893).





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Wiggins 
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...   Erstellt am 23.01.2009 - 19:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Als Holmesgeschichte enttäuscht dieses Werk, dennoch finde ich die Story - gerade wegen dem Ende - wunderschön.

Holmes ist - außer am Anfang - nur Statist, er trägt dem Fall nichts/kaum sinnvolles bei.
Weshalb hat Mr. Munro Holmes überhaupt aufgesucht? Schon während er die Fakten berichtet, präsentiert er doch schon fast die ganze Lösung.

Das Mrs. Munro ihren Gemahl nicht die Wahrheit sagt, mag in der ersten Phase des Verliebtseins und vielleicht auch noch in der allerersten Zeit der Ehe verständlich sein, bedenkt man die Rassenunterschiede in jener Zeit, besonders in Amerika, wo sie lange gelebt hat. Ich denke Mrs. Munro befürchtete das ein ähnliches Verhalten auch in England sich durchsetzen könnte, wodurch nicht nur sie selbt und ihr Kind, sondern auch ihr Gemahl durch sie ins Unglück gestürzt würde.

Allerdings sollte man doch annehmen das eine liebende Frau in das Herz ihres Angebeteten hineinschauen kann, und wissen wird wie tolerant er ist und welch ein gutes Herz er hat, ohne sich von irgendwelchen real existierenden oder auch nur eingebildeten Umständen ablenken/abbringen zu lassen.
Hätte sie mit ihm frühzeitig über ihre Sorgen und Probleme gesprochen, hätte sie vermutlich schon viel früher mit ihrem Kind wieder zusammen sein können und all die Probleme die sich bei ihr aufgestaut haben, wären von vorneherein in Wohlgefallen aufgelöst gewesen.

Das sehe ich auch als eine Botschaft, die die Geschichte vermittelt. Was einem beschäftigt sollte man mit dem Partner bereden, denn i.d.R. verpuffen die Probleme im Nichts, oder man findet gemeinsam eine Lösung.
Hätte Mrs. Munro dies beherzigt, wären ihr selbst und auch ihrem Gemahl, viel Leid erspart geblieben.




Ciriel 
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...   Erstellt am 24.01.2009 - 21:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schön gesagt!

Wiggins schrieb
    Allerdings sollte man doch annehmen das eine liebende Frau in das Herz ihres Angebeteten hineinschauen kann, und wissen wird wie tolerant er ist und welch ein gutes Herz er hat, ohne sich von irgendwelchen real existierenden oder auch nur eingebildeten Umständen ablenken/abbringen zu lassen.
    Hätte sie mit ihm frühzeitig über ihre Sorgen und Probleme gesprochen, hätte sie vermutlich schon viel früher mit ihrem Kind wieder zusammen sein können und all die Probleme die sich bei ihr aufgestaut haben, wären von vorneherein in Wohlgefallen aufgelöst gewesen.

Da hast Du ohne Zweifel recht. Aber denk mal an heute. Das Problem besteht immer noch... sonst ghäbe es bestimmt nicht so viele Fernsehshows zu irgendwelchen Themen (nicht, dass ich die gucke :happy.





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"Nanna nenn' ich Nökkvis Tochter..."

Wiggins 
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...   Erstellt am 25.01.2009 - 14:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Leider ist das allzu wahr. Mangelnde Kommunikation schafft auch heute noch viel Trauer und Leid - und das völlig unnötigerweise.
Gerade unter Liebenden - wie in diesem Holmes-Fall - finde ich das ziemlich unverständlich, auch wenn es aus der Motivation heraus zustande kommt, daß man die geliebte Person nicht mit eigenen Sorgen belasten will. Man sieht ja wohin das führt und bedauerlicherweise gibt es nicht immer automatisch ein Happy End.





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