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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2173 Nachricht senden | Erstellt am 16.02.2008 - 17:13 |  |
Da bin ich mir nun nicht so sicher, liebe Angela,
ob ich auf einen Schweinskopf Appetit habe....
erinnert dieser mich doch sehr an sog.
Schandmasken , die zur Erlangung eines
schnellen Geständnisses weltweit angewandt wurden.
Schweinskopf für Männer / Katzenkopf für Frauen

Da ist's mir bei einer bayerischen Schweinshaxen
dann doch wohler. 

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wortundbild unregistriert
| Erstellt am 16.02.2008 - 17:51 |  |

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Westallgaeuer unregistriert
| Erstellt am 16.02.2008 - 18:09 |  |
Werner, du hast ja das ganze Schwein am Kopf gelassen.
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Angela 

Status: Offline Registriert seit: 01.01.2008 Beiträge: 545 Nachricht senden | Erstellt am 18.02.2008 - 11:55 |  |
Zur Kontrolle musste man wissen, wie lange es brauchte, bis Kartoffeln in einem gewöhnlichen Topf weichgekocht waren.
Vom täglichen Nachtmahlkochen her wusste er es ungefähr. Aber wenn es um Wissenschaft ging, musste man genau sein. Eindreiviertel Liter Wasser, eindreiviertel Kilo Kartoffeln.
Wie lange brauchte das? Er konnte den Topf über den Bunsenbrenner stellen und unterdessen schon den anderen Eisentopfund dessen Deckel bearbeiten, der sich in den Patenttopf verwandeln sollte.
Die gekochten Kartoffeln konnte er am Abend aufbraten. Onkel Ernst würde sicherlich noch
irgend etwas zum Dazuessen mitbringen, wie gewöhnlich:
Heringe oder Wurst.
Aus: Perlmutterfarbe - Ein Kinderroman für fast alle Leute
Autorin :Anna Maria Jokl

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<Minotaurus> unregistriert
| Erstellt am 19.02.2008 - 21:07 |  |
Nun, das Schwein am Spieß gehörte ganz sicher nicht in diese Kategorie, aber ich vermute mal, daß dieses Kartoffelgericht bereits ein Rezept aus dieser Richtung sein sollte, auch wenn ich jegliche Preisangaben darin vermisse (was kostet z.B. der Speck?). Aber es kommt dem Ein-Euro-Gericht zumindest schon sehr, sehr nahe.
Es gibt ein bekanntes Sprichwort, das heißt: "Viele Köche verderben den Brei." Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, einige Verbesserungsvorschläge hierzu beizusteuern.
Anstatt gekochter Kartoffeln verwende ich immer rohe Kartoffeln, das hat gleich mehrere Vorteile:
Einerseits wird das köstliche Aroma (und die Vitamine?) nicht vorher ausgekocht und mit dem Sud einfach weggeschüttet, anderseits wird damit sogar noch Energie gespart, denn der Kartoffel ist es völlig wurscht, ob sie bereits vorher gekocht wurde. Bratkartoffeln dauern deswegen auch nicht länger. Wenn die Zwiebeln schön braun sind, sind es die Kartoffeln auch.
Daß man zu Bratkartoffeln keine mehlige, sondern eine speckige, festkochende Sorte verwenden sollte, versteht sich hoffentlich von selbst?
Apropos Speck: Zur Geschmacksabrundung würde sich natürlich anstatt Pflanzenöl oder Butterschmalz auch Schweineschmalz gut eignen, aber das wiederum ist eine Kostenfrage (Ein-Euro-Gericht).
Beinahe unerläßlich hingegen ist eine mehr oder weniger große Prise Kümmel. Keine Angst, der kostet nicht viel, wenn man größere Mengen davon einkauft und er unterstützt den typischen Eigengeschmack von Kartoffeln (aber auch Brot) in hervorragender Weise.
Ist aber letzten Endes eine Geschmacksfrage, denn nicht jeder mag Kümmel.
Zum Schluß möchte ich noch einen kleinen Literaturhinweis zu der "tollen Knolle" geben: Das Buch von Imre Kusztrich mit dem Titel "Kartoffel-Diät, die ideale Schlankheitskur" paßt gut in die derzeitige Fastenzeit.
Mosaik Verlag, ISBN 3-570-08268-7
Sparsame Genießergrüße vom Mino an alle, die ebenfalls ein gutes "Bratkartoffelverhältnis" haben. 
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Angela 

Status: Offline Registriert seit: 01.01.2008 Beiträge: 545 Nachricht senden | Erstellt am 21.02.2008 - 11:52 |  |
Hallo Minotaurus,
hiermit stelle ich dich ab sofort als Koch ein. Ein Koch wie du, kann nichts verderben, nur verbessern.
Prima dein Bratkartoffelrezept mit ausführlicher Kochanleitung und Tipps.
lichte Grüße
Angela
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Angela 

Status: Offline Registriert seit: 01.01.2008 Beiträge: 545 Nachricht senden | Erstellt am 21.02.2008 - 17:33 |  |

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wortundbild unregistriert
| Erstellt am 21.02.2008 - 17:43 |  |
Wunderbar! Dankeschön!
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Angela 

Status: Offline Registriert seit: 01.01.2008 Beiträge: 545 Nachricht senden | Erstellt am 29.02.2008 - 10:45 |  |
LiteraTour
Hatte gerade noch Zeit, mein einziges sauberes Hemd anzuziehen, bevor der Gong zum Abendessen ertönte. Mrs. Crom-melynck entschuldigte sich vielmals, aber der Appetit ihres Mannes sei noch zu geschwächt und Demoiselle bevorzuge, allein zu speisen. War mir mehr als recht. Spinat aus dem Ofen, Regen prasselte auf die Terrasse.
Anders als bei den Frobishers und den meisten anderen britischen Familien, die ich kenne, werden die Mahlzeiten im Schloß nicht schweigend eingenommen, und Mme. C. erzählte mir ein wenig von ihrer Familie.
Der Wolkenatlas
Autor: David Mitchell

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Angela 

Status: Offline Registriert seit: 01.01.2008 Beiträge: 545 Nachricht senden | Erstellt am 06.03.2008 - 08:28 |  |
Am Schlimmsten war es mit dem Essen. Aus irgendeinem Grund wurde mir schon beim Riechen einer Mehlsauce, die man damals über alle Gemüse goss, aber auch bei den damals üblichen dicken Fleischsaucen, übel. Es wurde mir übel schon beim Betreten der Küche. Trotzdem musste ich mitessen, sitzen bleiben, bis der letzte Bissen weg war, auch wenn es zwei Stunden dauerte. Manchmal gelang es mir zwei- oder dreimal mit vollem Mund, schon bei Tisch halb erbrechend, auf die Toilette zu rasen und das im Mund Gestapelte herauszukotzen.
Da ich im Rohzustand fast alles Gemüse und Fleisch aß, bat ich meine Mutter, die Sachen für mich nur im Wasser aufzukochen oder rasch anzubraten, saucenfrei.
Mein Vater empfand das als extrawurst. »Ausgerechnet der Jüngste«, sagte er. »Jeder isst, was auf den Tisch kommt.« (Es gibt Lernprozesse: ich habe meiner Tochter in den zwölf Jahren nicht einen einzigen Löffel aufgedrängt; lieber als auch nur einen Teil jener Qual und Angst zu erleiden, die mir das Mittagessen jeweils einflößten, soll sie, so oft sie will, ihre Pizzen und Spaghetti essen). Noch jetzt bleibt es mir dabei ein Rätsel, wie jemand, von dem ich nie auch nur ein einzig lautes und grobes Wort gehört habe, sich bei Tisch so unduldsam verhielt. Dass einem aus dem Proletariat Aufgestiegenen, der Hunger und Entbehrung am eigenen Leib bis zur Invalidität durchgemacht hatte, jedes weggeworfene Stück Brot und jedes verschmähte Gericht ein Sakrileg war: ich hätte schon damals vielleicht dieses Argument verstanden; aber bei Tisch wurden wir Kinder beim Reden ja nur zugelassen, wenn wir gefragt wurden. Und so unterblieb dieses Gespräch, weil nach Tisch alle Beteiligten sich freuten, dass das Theater vorbei war
Aus : Was auf den Tisch kommt wird gegessen
Autor: Urs Jaeggi

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