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| Erstellt am 17.12.2006 - 18:43 |  |
Von den insgesamt 6.668 Insolvenzverfahren in den ersten neun Monaten 2006 in Sachsen betrafen fast drei Viertel private Personen und Nachlässe, teilt das Sächsische Landesamt für Statistik mit. Das waren 682 Verfahren bzw. 16 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2005. Von diesen 4.983 Verfahren entfielen 142 Verfahren auf natürliche Personen, die als Gesellschafter tätig waren, 1.412 auf ehemals selbstständig Tätige (darunter 452, die ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen), 3.251 auf übrige Verbraucher und 178 auf Nachlässe.
4.574 Verfahren - also 91,8 Prozent - wurden eröffnet, 381 mangels Masse abgewiesen und 28 mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes beendet. Aber das ist dann njur die Art der Abwicklung. Entscheidender ist: Warum häufen sich die Schuldenberge in manchen Regionen Sachsens besonders? Leben tatsächlich, wie es Sachsens Sozialministerin Helma Orosz formuliert „immer mehr Menschen ... über ihre Verhältnisse“?
Nachvollziehbar ist noch, dass auf die drei größten sächsischen Städte Chemnitz, Dresden und Leipzig in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 41 Prozent aller Insolvenzverfahren für private Personen und Nachlässe entfielen. Das entspricht auxch in etwa ihrer Bevölkerungszahl. Aber davon betrafen allein 1.140 Verfahren die Stadt Leipzig, gefolgt von Chemnitz mit 510 und Dresden mit 398 Verfahren. „In allen drei genannten Kreisfreien Städten wurden mehr Verfahren für private Personen und Nachlässe gemeldet als im Vorjahreszeitraum“, meldet das Statistische Landesamt.
Regional betrachtet, so das Amt, meldete das Amtsgericht Leipzig 2.060 Verfahren, das Amtsgericht Chemnitz 1.843 und das Amtsgericht Dresden 1.080 Verfahren. Aber nicht nur das hohe Level der Verfahrenszahl ist augenfällig. 2006 verzeichnete gerade Leipzig einen weiteren, deutlichen Anstieg der Verfahrenszahl: Allein im Amtsgericht Leipzig stieg die Verfahrenszahl um 35,1 Prozent, in Chemnitz waren es 9,6 Prozent mehr, während das Amtsgericht Dresden 1,3 Prozent weniger Verfahren meldete. Ein deutliches Zeichen dafür, dass vom sächsischen Wirtschaftsaufschwing zuallererst die Landeshauptstadt profitiert, während die Leipziger Entwicklung noch keine nachweisbaren Breiteneffekte hat.
Dabei geht es gar nicht um besonders hohe Summen. Die von den Gläubigern angemeldeten Forderungen für private Personen und Nachlässe betrugen in den ersten neun Monaten 2006 fast 594 Millionen Euro und waren damit 85 Millionen Euro bzw. knapp 13 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2005, erklärt das Amt. Die durchschnittlichen Forderungen je insolvente Privatperson beliefen sich auf gut 119.000 Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 158.000 Euro gewesen.
quelle: www.lizzy-online.de
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