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Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Fünfter Teil: Lehrzeit und erste Liebe Die Jahre vergingen und aus den kleinen Jungen wurde ein größerer Junge. Sein Großvater war inzwischen - mit über 80 Jahren - verstorben und dessen Sohn, also sein Onkel hatte den kleinen Hof übernommen, der als Kind einmal seine Heimat gewesen war. In den letzten Wochen seines Lebens hatte er seinen Großvater ganz besonders oft besucht und dabei sogar die Schule und seine Freunde stark vernachlässigt. Ihm wurde plötzlich klar, daß er den "Vati" auf keinen Fall verlieren wollte und er hätte Gott weiß was dafür gegeben, wenn er den Gang des Lebens hätte aufhalten können. Aber Gevatter Tod ließ nicht mit sich handeln. Seine Großmutter bekam als Wohnung die kleine Kammer zugeteilt, die früher einmal die Schlafkammer gewesen war. Als Erbstück hatte ihm sein Großvater den alten Regulator (Wand- Pendeluhr) vermacht, den er schon als Kind reparieren und wieder in Gang bringen konnte. Dieser Regulator war eines der wertvollsten Stücke im ganzen Haushalt. Sein Großvater hatte ihn damals - kurz nach seiner Hochzeit mit Großmutter - gekauft, nachdem das selbsterbaute Haus endlich bezugsfertig war. Als dieser Regulator einmal nicht mehr richtig schlug, hatte er ihn ganz ehrfurchtsvoll geöffnet, um nachzusehen, woran es liegen könnte. Das System und die umfangreiche Technik hatte er relativ schnell kapiert. Der Fehler lag am Aufzugsmechanismus und mit einigen Handgriffen war das Uhrwerk wieder repariert. Es gab daraufhin ein dickes Lob vom Großvater, worauf er viel mehr Stolz war als auf die erfolgreiche Reparatur. Allerdings wollte er dieses - für ihn ungemein wertvolle - Erbstück weiterhin bei seiner Großmutter lassen, wo es seit über 40 Jahren an der Wand gehangen hatte und bisher fast immer regelmäßig angezeigt hatte, was die Stunde geschlagen hatte. Auf diese Weise hatte er immer einen Grund, sie zu besuchen, obwohl er wußte, daß er dazu eigentlich keinen Vorwand brauchte. Er vermißte seinen Großvater wirklich sehr, der ihm so vieles beigebracht hatte, was man als Junge im Leben einfach wissen muß und bei jedem Schlag des alten Regulators wurde er wieder an ihn erinnert. Bing ... - .... Bong! ...................... Bing ... - .... Bong! Handwerklich war er schon immer sehr geschickt und deshalb machte er nach der Schule eine Ausbildung in einer Werkzeugfabrik am anderen Ortsrand der Stadt. Von weit über zwanzig Bewerbern für die Lehrstellen wurden nur drei genommen und er war einer davon. Natürlich war er unheimlich stolz darauf. Wenn das der Vati noch erlebt hätte! ... Noch dazu erhielt er dort sogar etwas mehr Lohn als gleichaltrige Schulkameraden, die eine Mechanikerlehre machten. Mit dem Abteilungsleiter - einem echten „Nordlicht" - kam er nur sehr schwer klar, denn dieser glaubte, als letzter die alten, preußischen Tugenden bewahren zu müssen. Entsprechend wurden in diesem Betrieb auch die Lehrlinge nach Gutsherrn - Art gehalten. Zu seinem Ausbilder, Herrn Karl aber hatte er ein besonders herzliches Verhältnis. Er bewunderte einfach diesen alten Handwerksmeister, der ihm - genau wie ehedem sein Großvater - mit Ruhe und Geduld so viele berufliche Kniffe und Tricks beibringen konnte, wovon er selbst noch keine Ahnung hatte. Natürlich gab es auch so manchen Tadel, aber niemals böse Worte oder gar Prügel. Einmal hatte er z.B. in seinem Übereifer einen teuren Flansch verkehrt herum angeschweißt und dafür eigentlich ein Donnerwetter erwartet, als er es - leider viel zu spät - bemerkt hatte. Herr Karl aber nahm ihn zur Seite und sagte in seiner ruhigen und bedächtigen Art zu ihm: „Bub, das Eine mußt du dir merken: Wenn du etwas machst, dann denk vorher nach und mach es richtig". „Wenn nämlich das Teil fertig ist, dann fragt dich keiner mehr: „Was hat das gekostet?" oder „ Wie lange hat denn das gedauert?" Da heißt es dann nur noch: „Scheißdreck!, wer hat denn das gemacht???" Diesen Spruch hatte er sich mehr gemerkt als eine saftige Ohrfeige, die er eigentlich dafür erwartet hatte. Alles Neue sog er begierig auf wie ein Schwamm und auch seine schulischen Leistungen konnten sich durchaus sehen lassen. Immerhin war er wieder Klassenbester geworden. So einen Mann wie Herrn Karl hätte er gerne als Vater gehabt... Ganz heimlich versuchte er - zumeist an einsamen Orten - das Wort zu sagen, das er noch nie über die Lippen gebracht hatte: „Papa." Seltsam, plötzlich schien dies ganz leicht zu sein? Aber Herr Karl war eben leider nicht sein Vater, sondern dieser Säufer, der zwar einen Job hatte, aber zuhause seine Frau und seine Kinder verprügelte. Er tröstete sich damit, daß er ja nur sein Stiefvater sei, aber von seinem leiblichen Vater hatte er ebenfalls keine Vorstellung. Dieser Gauner hatte sich nie um ihn gekümmert, ja, er kannte ihn nicht einmal. Die Geschäftsleitung der Werkzeugfabrik hatte sich dazu entschlossen, ein weiteres Zweigwerk in der Türkei zu errichten. Zu diesem Zweck wurden sechs türkische Facharbeiter angelernt, die später in der Türkei die Funktion der ersten Abteilungsleiter übernehmen sollten. Diese sollten zunächst - in den jeweiligen Abteilungen der Werkzeugfabrik - ein Jahr lang die Arbeitsweisen und Verfahrenstechniken studieren, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Auch seiner Abteilung, dem Werkzeugbau wurde einer davon zugeteilt: Ein großer, hagerer Mann mittleren Alters mit Hakennase und relativ dunkler Haut Namens Aslan. Das Problem dabei war, daß von allen sechs nur ein einziger die deutsche Sprache so leidlich beherrschte, dieser jedoch in einer anderen Abteilung, der Härterei beschäftigt war. Keiner von den Abteilungsleitern, den Meistern oder Ausbildern aber sprach ein Wort Türkisch. Es bleibt ein Rätsel, was sich die Betriebsleitung dabei gedacht haben mag, jedenfalls war die Verständigung ein Chaos und somit alles andere als gut. Die meisten seiner Kollegen kümmerten sich einfach nicht darum und waren an einem näheren Erfahrungsaustausch oder gar einem persönlichen Gespräch mit dem türkischen Mitarbeiter nicht interessiert. Aber solche Begriffe wie „dreckige Ausländer" hörte er des öfteren. Nicht, daß er eine übertriebene Wertschätzung für Ausländer im Allgemeinen gehabt hätte, aber es ärgerte ihn ziemlich, daß Menschen allein wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe so abwertend behandelt wurden. Etwas Ähnliches hatte er ja bereits am eigenen Leibe erfahren. Am meisten aber stieß es ihm auf, wenn er beobachten konnte, wie der kleine Obermeister wie ein Gutsherr hocherhobenen Hauptes durch die Werkhallen stolzierte, drei Schritte hinter ihm der türkische Mitarbeiter Aslan, der wie ein Sklave den Werkzeugwagen des Obermeisters hinter sich herzog. In einer Buchhandlung bestellte er sich ein türkisches Wörterbuch, um sich wenigstens notdürftig mit seinem neuen Kollegen verständigen zu können. Dieser nahm das unerwartete Angebot gerne an und beide wurden - trotz des großen Altersunterschiedes und der Sprachbarriere - gute Kollegen. Bei dieser Gelegenheit lernte er selbst so viel von der türkischen Sprache, daß er sich nicht nur mit Aslan, sondern auch mit den anderen, türkischen Kollegen mehr schlecht als recht verständigen konnte. Natürlich wurde er von seinen übrigen Kollegen sofort als „Ausländerfreund" diskriminiert und angefeindet. Er aber merkte, daß sein neuer Kollege keineswegs ein „dreckiger Türke" war. Aslan war der zweitälteste Sohn einer bessergestellten Familie aus dem kurdischen Teil von Anatolien, der in seiner Freizeit sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres legte. In Ankara hatte er Maschinenbau studiert, bevor er sich bei der deutschen Werkzeugfabrik als Abteilungsleiter für den Werkzeugbau beworben hatte. Außerdem hatte er sehr gute Umgangsformen, was man von vielen seiner deutschen Kollegen nicht unbedingt behaupten konnte. Seine Frau Yasemin und seine beiden Söhne lebten in der Türkei, er selbst war ungemein intelligent und lernte sehr schnell. Manchmal nahm er ihn nach Feierabend auf seinem Moped mit, um ihm etwas von "seiner" Stadt zu zeigen, auch einige Kneipenbesuche machten sie gemeinsam, obwohl sie von der einheimischen Bevölkerung ziemlich argwöhnisch beobachtet wurden. Sie waren beinahe so etwas wie gute Freunde geworden. Als bereits fast alle seine Freunde und Mitschüler angefangen hatten zu Rauchen, wollte er dies auch einmal ausprobieren und steckte sich ebenfalls eine Zigarette an. Allerdings ekelte er sich vor dem Rauch und dem Geruch, deshalb ließ er es wieder bleiben. Zu sehr war dieser Geruch mit der Erinnerung an seinen Stiefvater behaftet. Auch übermäßiger Alkoholgenuß war deshalb nicht seine Angelegenheit. Von seinem ersparten Lohn als Lehrling hatte er lieber den Führerschein gemacht und sich ein gebrauchtes Moped gekauft, das er selbst instandsetzen konnte. Brunhilde, die nette Tochter des Hausmeisters hatte sich unterdessen zu einem überaus hübschen, attraktiven Teenager entwickelt. Im Gegensatz zu ihm hatte sie die Realschule in der anderen Stadt besucht, deswegen hatten sie sich in den letzten Jahren nicht mehr so häufig gesehen. In dem kleinen Laden, in dem er als Kind oft Einkaufen ging und der inzwischen ein Feinkostladen war, hatte sie eine Lehrstelle als Verkäuferin bekommen. Sie hatte an den richtigen Stellen etwas zugenommen, trug jetzt Miniröcke und enganliegende Pullis, die ihre tolle Figur noch betonten. Ihre langen Zöpfe hatte sie auch abgeschnitten und sie trug das dichte, brünette Haar jetzt schulterlang und offen mit einem Ponny. Nur zu gerne hätte er sie gefragt, ob sie einmal mit ihm auf seinem Moped mitfahren möchte, vielleicht sogar mit ihm einmal ins Kino oder Ausgehen möchte. Obwohl sie als Kinder ganz unbefangen zusammen gespielt hatten, merkte er, daß er jetzt so manches Mal einen roten Kopf bekam, wenn er mit ihr sprach und dabei in ihre warmen, braunen Augen blickte. Auch sein Puls schlug dabei viel schneller, das Schlucken fiel ihm dabei schwer und er war ganz aufgeregt und völlig verunsichert. Hatte sich nicht auch ihre Stimme verändert? Sie klang für ihn plötzlich viel beschwingter und aufreizender als jemals vorher. Auch seine eigene Stimme hatte sich natürlich in der letzten Zeit verändert: Sie war tiefer geworden, hatte aber so einige, krächzende Aussetzer, die ihm sehr unangenehm waren. Gerne hätte er seine ehemalige Spielkameradin einmal in die Arme genommen, ihr Gesicht und ihre Beine berührt und sie zärtlich geküßt, aber er wußte nicht, wie man so etwas macht. Niemand hatte ihm diese Dinge jemals erklärt. Er hatte eine Heidenangst, dabei vielleicht etwas verkehrtes zu sagen oder gar etwas falsch zu machen. Möglicherweise würde sie ihn sogar einfach auslachen? So machte er einfach auf „gaaanz cooler Typ" und ließ sich nicht anmerken, daß er eigentlich ganz, ganz heftig in sie verliebt war. Gerne aber hätte er die Zeit noch ein bißchen zurückgedreht. Ein anderer, etwas älterer Junge war nicht so schüchtern wie er und holte sie des öfteren mit seinem Auto ab. Es war ziemlich schlimm für ihn, dies vom Fenster aus beobachten zu müssen. Die Kehle schnürte sich ihm dabei zu und in solchen Momenten glaubte er oft, ersticken zu müssen. Oft fuhr er daraufhin mit seinem Moped einfach wild und ziellos durch die Gegend, um sich dabei etwas Luft zu verschaffen. Auch ungute Träume hatte er des öfteren, in denen seiner ehemaligen Spielkameradin eine große Rolle zukam. Diesen Kampf hatte er verloren, noch bevor er überhaupt begonnen hatte, das wurde ihm schmerzlich bewußt. Alles, war er bisher gelernt hatte, nützte ihm hier leider überhaupt nichts. Eines Tages ging er zu seiner Bank, um einen kleineren Betrag von seinem Konto abzuheben. Sein Moped war kaputtgegangen und er mußte dringend Ersatzteile für eine erforderliche Reparatur des Motors kaufen, wenn er wieder damit fahren wollte. Zur Bank kam er sonst nur selten, um dort Geld abzuheben, denn er war eigentlich sehr sparsam. Doch er staunte nicht schlecht, als man ihm sagte, daß sein Konto derzeit leider keine Deckung aufweise. „Aber ..., aber... der Lehrlingslohn von mehreren Monaten???..." Sein Stiefvater hatte einfach sein Konto leergeräumt und seinen gesamten Lehrlingslohn von mehreren Monaten abgehoben, um ihn mit seinen Kumpanen zu versaufen. Wutentbrannt versuchte er, seinem Stiefvater den Zugriff auf sein Konto sperren zu lassen, aber der freundliche Bankdirektor wies ihn darauf hin, daß dies leider nicht möglich sei, da er ja mit 16 Jahren noch minderjährig sei und sein erziehungsberechtigter Stiefvater somit einen gesetzlichen Anspruch auf uneingeschränkte Kontovollmacht habe. Erst als er damit drohte, in diesem Falle das Konto sofort zu kündigen und die Bank zu wechseln, lenkte der Banker ein und verhängte widerwillig die gewünschte Sperre. Mit der Mopedreparatur war es also vorerst einmal Essig und das alte Fahrrad wurde wieder aus dem Keller geholt, um damit wenigstens zur Arbeit und zur Berufsschule zu kommen. Kein Wunder also, daß sich seitdem sowohl das Verhältnis zu seinem Stiefvater, als auch seine Einstellung zu Bankern nicht grundlegend verbessert hat. Im Grunde waren alle nur miese Gauner, die es auf seine Ersparnisse abgesehen hatten. Der Beruf machte ihm riesigen Spaß. Zusammen mit einem, etwas älteren Kollegen hatte er bereits - ohne das Wissen seines Meisters - einen neuartigen Verbrennungsmotor entwickelt, der zwar so ähnlich nach der Art eines doppelten Viertaktverfahrens arbeitete, vom Hubraum her aber steuerlich wie ein Zweitakter eingestuft würde. Auch die höhere Leistung wäre mit einem Zweitaktmotor vergleichbar gewesen und sogar einige Bauelemente einer Dampfmaschine fanden darin Verwendung. Nur die gasdichte Abdichtung der Kolbenstange zum Verbrennungsraum hin stellte noch ein großes Problem dar. Zu dieser Zeit wurde von einem gewissen Felix Wankel gerade der neue Wankelmotor vorgestellt, der jedoch genau dieselben Probleme mit der Abdichtung hatte. Diese Idee mit dem neuen Kolbenstangen- Motor wurde von den beiden allerdings nie verwirklicht oder gar patentiert. Erst viele Jahre später erfuhr er aus einer Fachzeitschrift, daß es dieses Konzept bereits in den 20er Jahren schon einmal gegeben haben soll, aber niemals in Serie ging, - wegen Abdichtungsproblemen an der Kolbenstange! Sein Kollege und er hatten also keine neue, bahnbrechende Erfindung gemacht, sondern im Grunde nur das Rad neu erfunden. Die Gesellenprüfung bestand er mit Bravour, wurde aber anschließend trotzdem nicht von dem Ausbildungsbetrieb übernommen, da er mit seiner aufmüpfigen Art nicht in das Firmenkonzept paßte. So zumindest die offizielle Begründung des preußischen Abteilungsleiters, mit dem er von Anfang an Probleme hatte. Dieser hatte natürlich hintenherum von der „illegalen" Versuchsreihe mit dem neuartigen Motorenkonzept Wind bekommen und war tief gekränkt, weil dieses Projekt ohne sein Wissen und seinen Segen stattgefunden hatte. Im Grunde war ihm diese Nichtübernahme ziemlich egal, denn er wollte nun sowieso etwas von der Welt sehen und dabei endlich „richtiges" Geld verdienen. Mittlerweile war er 17 Jahre alt geworden, sein ehemaliger Ausbilder, Herr Karl hatte den Betrieb vor kurzem ebenfalls verlassen um sich zu verbessern und es gab nichts mehr, was ihn hier noch halten konnte. Mehrere Bewerbungen waren erfolgreich gewesen und er konnte es sich aussuchen, wo er in Zukunft arbeiten wollte. Im Grunde hatte er nur eine einzige Absage erhalten: Von einer US- Firma, welche die neue Öl- Pipeline von der Prudhoe Bay im Norden tausende von Meilen, quer durch Alaska nach Valdez im Süden baute. Dafür war er leider noch zu jung, obwohl ihn gerade dieser Job sehr gereizt hätte. Nicht alleine nur wegen den traumhaften Verdienstmöglichkeiten, sondern auch, weil Alaska - bereits seit seiner Kindheit - immer schon ein Lebenstraum von ihm war. Außerdem sprach er kein Englisch, was ein weiterer Grund zur Absage war. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Also nahm er vorerst eine Stelle als Maschinenschlosser in der Landeshauptstadt an, wo seit mehreren Jahren auch sein leiblicher Vater lebte und arbeitete. Irgend etwas im tiermedizinischen Bereich an der Uni- Klinik, wie er von seiner Mutter erfahren hatte, die ja immer noch Unterhalt für ihn bezog. Die Wahl der neuen Arbeitsstelle hatte aber nichts damit zu tun, sondern sie war einfach nur das beste finanzielle Angebot, das er - außer das in Alaska - bekommen hatte. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, bei dieser Gelegenheit seinen leiblichen Vater aufzusuchen - nicht einmal heimlich. Dieser Mann hatte für ihn zu keiner Zeit existiert. Nicht einmal Haß oder Verachtung verspürte er für diesen Mann, nur Desinteresse. Es gab ihn einfach nicht. Die Vaterfiguren, die er bisher in seinem Leben gebraucht hatte, hatte er bereits in seinem Großvater und in seinem Lehrmeister, Herrn Karl gefunden. Anmerkungen zur Kurzgeschichte: Bei dieser Geschichte handelt es sich um den 5. Teil aus einer Autobiographie eines kleinen Jungen, der ohne Vater aufgewachsen war und ihn deshalb nie gekannt hatte. Diese ganze Geschichte trägt den Titel "Der Bastard" und ist natürlich viel zu lang für dieses Forum, das ja eigentlich eher für Kurzgeschichten gedacht ist. Deshalb habe ich die Geschichte in mehrere Kapitel unterteilt, um die Aufmerksamkeit des Lesers nicht mit einer Endlosgeschichte zu ermüden. Selbstverständlich wurden auch diese Kapitel nochmals drastisch gekürzt, um sie auf ein - für den Leser - erträgliches Maß zu reduzieren. Ich hoffe aber, damit die gesamte Geschichte nicht allzu sehr „zerstückelt" zu haben und die Übergänge zwischen den einzelnen Episoden einigermaßen „lesegerecht" ausgeglichen zu haben? Die Titel der einzelnen Kapitel sind wie folgt: 1. Die Wurst 2. Das kleine Häschen 3. Verlust der Heimat 4. Die neue Schule und das Leben in der Stadt 5. Lehrzeit und erste Liebe 6. „Medi" 7. Der Vater 8. Alaska I (Auf nach Alaska!) 9. Alaska II (Der Duft rothaariger Frauen) Den interessierten Leser bitte ich, diese Geschichten auf meiner Seite einfach anzuklicken. Kommentare und Anregungen dazu sind natürlich herzlich Willkommen, selbstverständlich aber auch konstruktive Kritik! Schließlich möchte man ja wissen, ob und wie die Geschichten beim Leser ankommen. Eigentlich schreibe ich ja viel lieber bissige und satirische Artikel. Diese Geschichte ist deshalb sozusagen „Neuland" für mich. Also, - keine falsche Zurückhaltung bitte! Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | ||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
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