Condor18  Administrator
        

Status: Offline Registriert seit: 05.07.2005 Beiträge: 121 Nachricht senden | Erstellt am 19.08.2005 - 13:41 |  |
Zu Beginn des Ausbildungsjahres in mehreren Bundesländern fehlen noch 169000 Lehrstellen. Das sind 8000 mehr als im vergangenen Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Montag bekanntgab. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, Bundesagentur und Wirtschaftsvertreter gaben sich zuversichtlich, daß die Lücke in den kommenden Monaten zumindest deutlich verringert werden könne. Angesichts der hohen Zahl fehlender Ausbildungsplätze erhielt die Debatte um eine Kürzung des Lehrgeldes neuen Zündstoff.
Clement sagte, es gebe noch »erhebliche Spielräume«, die man in den nächsten Monaten nutzen wolle. Die Verschlechterung sei im Detail nicht begründbar. Es gebe eine Zunahme der ausbildenden Betriebe, allerdings auch eine Abnahme der Lehrstellenzahlen im Handwerk. Insgesamt gehe er davon aus, daß im Februar der Ausbildungsmarkt rein rechnerisch ausgeglichen sein werde. »Die Lücke wird kleiner werden«, meinte auch der Finanzvorstand der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker. Im Herbst würden viele Maßnahmen beginnen.
Zum Vorschlag von DIHK-Präsident Georg Ludwig Braun, das Lehrgeld auf 270 Euro monatlich zu kürzen (siehe jW vom 1. August), sagte Clement, diese Frage sei Sache der Tarifparteien. Die genannte Summe liege allerdings weit unter dem jetzigen Durchschnitt. Insgesamt sei das Niveau der Ausbildungsvergütung sehr unterschiedlich. »Eine Senkung der Lehrlingsvergütung allein greift zu kurz«, erklärte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven. Viele Jugendliche brächten erhebliche Defizite von der Schule mit. Oftmals fehle es ihnen auch an Disziplin und Leistungswillen. Der BVMW schlug deshalb die Einführung eines leistungsabhängigen Lehrlingsentgelts vor. Als »absurdes Stück Sommer-Theater« bezeichnete der DGB den DIHK-Vorstoß. Eine generelle Senkung der Ausbildungsvergütungen auf 270 Euro im Monat sei nicht nur absurd und weltfremd, sondern verschiebe die finanziellen Belastungen auf die Eltern, kritisierte der hessische DGB-Chef Stefan Körzell.
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