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Maura ...
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...   Erstellt am 23.08.2005 - 22:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hier könnt ihr Bilder von Lauren posten oder euch über sie unterhalten.

Hier ist eine Biografie von der LaurenGrahamBiografie
„Wir können einander verstehen, aber deuten kann jeder nur sich selbst“.
(Hermann Hesse, „Demian“)

Es gibt sie wie Sand am Meer! Wie kleine Körner am Strand, glitzern sie wie Diamanten, Jede für sich einzigartig, doch in der Masse untergehend. Schauspielerinnen in amerikanischen Fernsehserien. Wer kann sich an ihre Gesichter erinnern? Wer ordnet noch die richtigen Namen zu? Jung, charmant, sexy, bisweilen mäßig talentiert. Mit der Serie wachsen sie heran – vielleicht zum Star? Zum Megastar? Oder doch nur zu einer Sternschnuppe, die fallend in einem hellen Schweif verglüht?

Die Serien kommen und gehen, Erfolg hat, was gefällt. Was gefällt ist vorher nicht bestimmbar. Manchmal braucht Erfolg Zeit, doch diese hat man in der Fernsehbranche nicht. Zeit ist genauso vergänglich wie die Serien und mit den Serien gehen die Schauspieler und so schließt sich der Kreis. Sie tauchen auf, sie tauchen ab. Vielleicht haben sie Menschen für kurze Zeit bewegt, Freude gebracht, allein, durch ihre Anwesenheit. Im Grunde eine schöne Sache.

Hinter diesen Schauspielern stecken Menschen und ein Jeder von ihnen ist einzigartig und wäre es wert, dass seine Geschichte aufgeschrieben wird. Obwohl sie uns so einzigartig erscheinen, sind sie doch normal, gewöhnlich, eben menschlich. Der eine mehr, der andere weniger, je nach Grad des Erfolges und des Rummels, der um sie gemacht wird.

Dennoch haben sie etwas, was Aufsehen erregt. Was einen veranlasst, zu forschen, zu fragen, einen Blick zu riskieren. Dieser Blick ist wiederum durch Medien gefiltert, selektiert, objektiviert, verfremdet. Wer weiß schon, was, wann und wo wie gesagt wurde? Auch ich habe das Problem, wenn ich Daten und Fakten zusammentrage. Wenn ich Abläufe in Relation setze, ich kann mir nie sicher sein, ob es so gewesen ist. Ich war nicht dabei. Ich kenne Lauren Graham nicht persönlich, ich kenne auch niemanden, der sie persönlich kennt. Ich habe nur das Internet, Artikel, Berichte, Interviews, Talkshows und da begegnet man der Professionellen, die die Öffentlichkeit für ihre Zwecke nutzt, sich darstellt, spielt, schmeichelt oder sich einfach als „sich Selbst“ ausgibt.

Um Laurens Geschichte zu erzählen, muss ich weit vorne anfangen, am besten bei ihrer Geburt und mich durch eine Kindheit hangeln, die nicht außergewöhnlich, aber prägend genug war, um sie zu dem zu machen, was wir als Lauren Graham glauben zu sehen. Ich will eine Geschichte erzählen, die nicht frei erfunden ist, sondern sich um einen wirklichen, einmaligen und lebenden Menschen handelt. Und dass hinter ihren Gesichtszügen ein kreativer Geist mit seinen Eigenarten steckt.


„Rede, dass ich dich sehe“ - Das Lauren Momentum

Ihre Augen sprühen vor Angriffslust, es kann einem fast Angst und Bange werden, man sieht einen Sturm heraufziehen und tatsächlich: so gleich ergießt sich ein unbändiger Redeschwall, ohne Punkt und Komma, die Worte wie Gewehrsalven, die Arme wild gestikulierend. Dieser Frau will man nicht gegenüberstehen, wenn sie in Fahrt gerät. Und doch steckt ihre Art an, die Funken, die sie schlägt, springen über. Dieser Flächenbrand ist schwer zu löschen. Lorelai

Gilmore ist kein einfacher Charakter. Sie ist latent unberechenbar, launisch, immer zum Sprung bereit, in ihrer Welt chaotisch. Dennoch: selten verströmt ein Mensch ein solch liebenswürdiges Chaos wie sie.

Lorelai Gilmore ist Lauren Graham oder ist Lauren Graham Lorelai Gilmore? Wo Lauren aufhört und Lorelai anfängt, können selbst ihre Schauspielerkollegen nicht immer genau sagen. Irgendwo zwischen Himmel und der nächsten Szene. Diese „Ehe“ zwischen Charakter und Darstellerin ist nahezu perfekt. Konnte die Produzenten von Warner Bros. ahnen, als sie im Jahre 2000 für ihre neue Fernsehserie „The Gilmore Girls“ Lauren Graham casteten, dass hier eine Chemie entsteht, die den Erfolg der Serie ausmachen wird?

Konnte Lauren ahnen, dass nach etlichen kurzen Gastspielen in wenig erfolgreichen Serien hier der lang ersehnte Durchbruch eintreten würde? Konnten es ihre Eltern, Donna Grant und Lawrence Graham ahnen, als Lauren das Licht der Welt erblickte? Wenn, dann hätten sie ihrem Kind gleich Kaffee in die Nuckiflasche gegossen. Früh übt sich, wer ein Meister werden will.


Die ersten 10 Jahre

Lauren Helen Graham wird am 16.3.1967 in Honolulu/Hawaii geboren, einen Tag vor dem irischen Nationalfeiertag „St. Patricks day “.

Als Kind einer irisch-katholischen Familie mit entsprechendem Nationalgefühl hätte das Timing nicht besser sein können.


Die junge Familie verbrachte berufsbedingt durch den Vater die Zeit auf der amerikanischen Nordpazifik Insel. Die Grahams siedelten nach Virginia über, doch die Ehe geriet ins Straucheln und zerbrach. Mit 28 Jahren sah sich Lawrence einer Situation ausgesetzt, die für seine Zeit mehr als ungewöhnlich war, er wurde allein erziehender Vater der 5 jährigen Tochter Lauren.


Lawrence Graham, Jahrgang 1943, Sohn aus einer typischen amerikanischen Mittelstandsfamilie: 2 Brüder, Mutter Hausfrau, Vater Cheftrainer einer Highschool im Umland von Valley Stream, N.Y. (Long Island), studierte Jura an diversen angesehenen Universitäten mit entsprechenden Abschlüssen. Ein ambitionierter junger Mann mit einer aussichtsreichen Karriere.

Doch in Donna nagte zunehmend das Gefühl, dass sie noch zu jung wäre, um sich auf ein Leben als Hausfrau und Mutter zu beschränken. Sie wollte sich künstlerisch entwickeln und wieder zurückgehen nach England, ihrem Heimatland. Sie hatten jung geheiratet, vielleicht zu früh, um sich schon Festzulegen, um eigene Ambitionen zurückzustellen, zumindest vorläufig.

Kein großer Scheidungskrieg, Lawrence ist in der besseren finanziellen Situation, die Konsequenz: er und Lauren bilden fortan ihr eigenes kleines Universum.

Er war sicher auf alles im Leben vorbereitet, kannte die Gesetzte, war Lobbyist für die Textilindustrie, aber ein Mädchen zu erziehen, das war für ihn Neuland. Es entstand eine besondere Dynamik, diese Vater-Tochter-Beziehung funktioniert nach ihren eigenen Regeln. Und sie funktioniert gut.

„Ich war mir bewusst, dass meine Situation ungewöhnlich war, aber im Allgemeinen war ich sehr glücklich, von meinem Vater alleine erzogen worden zu sein…Obwohl ich strikte Regeln hatte, wuchs ich viel entspannter auf als andere Kinder. Mein Vater war so bemüht als allein erziehender Vater nicht zu scheitern, dass er sich doppelt anstrengte. Ich hatte die besten Pyjama-Partys, denn mein Vater ließ uns allein und stand morgens früh auf, um Pfannkuchen zu machen. Die meisten Kinder fanden meinen Vater cool und lustig und meistens machte mich unsere familiäre Situation eher einzigartig als eigenartig.“

Wenn Lauren heute über ihren Vater und ihre Kindheit spricht, dann schwingt Bewunderung und innige Liebe in ihren Worten. Obwohl sie es sich nicht verkneifen kann, ihr Haus in Arlington/Virginia seinerzeit als „Junggesellenbude“ zu bezeichnen:

„Wir hatten eine weiße Ledercouch im Wohnzimmer und keine zwei Silberleuchter, die zusammen passten. Wir hatten auch keinen Stuhl, wo man die Füße hochlegen und mit dem Hund kuscheln konnte.“

Die Welt schien bestimmt durch männlichen Pragmatismus, keine Mutter, die Wohnzimmer dekorierte, das Essen pünktlich auf den Tisch stellte und dem Mädchen die Rüschenkleider stärkte.

Dafür einen Vater, der seiner Tochter allabendlich vorlas, so dass Lauren mit 4 ½ Jahren bereits selbst lesen konnte und vorzeitig den Kindergarten verließ. Der seine Tochter mit ins Theater und Museum nahm, zu Geschäftsessen, wenn kein Babysitter zur Stelle war.

Ein Vater, der Werte wie Anstand, Fairness und Disziplin vermittelte. Der Mut machte, nicht mit der Masse zu schwimmen, nicht mit den Wölfen zu heulen, sondern neugierig zu sein auf die Welt da draußen.Einer, der ihre Stärken beschwor. Lawrence ist kein gestrenger Disziplinär, Schreien und Toben nicht seine Art. Für Lauren war das schlimmste, wenn er sagte, sie hätte ihn enttäuscht.

Auch wenn ein permanenter weiblicher Einfluss fehlte, Großmutter und Tanten standen den beiden zu Seite, die Mutter war sporadisch in Laurens Leben anwesend. Da halfen dann Verkäuferinnen, die Schulkleidung auszusuchen und Lehrerinnen gaben dem Vater Tipps, wie man Laurens Haare bändigen könnte.


Diese „irischen“ Haare, wild, gekräuselt, bisweilen widerspenstig. Man könnte meinen, wie das Land, so seine Menschen mit ihren Attributen.
Die Brüder von Lawrence haben auch Kinder, die Ferien verbringt man gemeinsam, dann wird das Einzelkind in eine Großfamilie aufgenommen.


Lauren wuchs als so genannter „Tomboy“ auf. Da wurden Bäume erklommen und wilde Spiele veranstaltet. Einzig die Zöpfe erinnerten an ein Mädchen. Und ihre Vorliebe: Pferde!

In Virginia, International bekannt für seine ausgezeichnete Pferdezucht, ist die Liebe zu diesen Tieren zu Hause. Obwohl Lawrence gegen Pferde allergisch ist, begleitete er seine Tochter, stand niesend und mit tränenden Augen am Rand und sah ihr zu.

Lauren wäre gerne Jockey geworden, das rasante Reiten schien ihr das Richtige als Beruf zu sein, doch ihre zunehmende Körpergröße von heute 1,80 m machte diesen Wunsch zunichte.

Wie andere Kinder einen imaginären Freund haben, so hatte Lauren ein imaginäres Pferd, genannt „Strawberry“.

„Ich hatte keine Angst vor Pferden. Seit ich 6 Jahre alt bin, jage ich den Dingen nach, suche die Herausforderungen, die mich das fürchten lernen. Ich setze das in gleiche Relation wie Schauspielerin zu sein. Ob auf einem Pferd oder auf der Bühne, irgendetwas treibt dich an, irgendetwas fordert dich heraus.“

Sie schien, was Pferde anbelangte, ein unerschrockenes Kind gewesen zu sein. Keine Rippenprellungen noch Knochenbrüche hielten sie davon ab, wie eine Wilde daher zu reiten. Stürze gehörten zum Alltag. Austesten, Grenzen überschreiten, Limits festlegen. Eine, die Geschwindigkeit schätzt, mit Pferden oder Wörtern.

Anstatt mit Puppen zu spielen, hatte Lauren einen Stall mit 37 Plastikpferden. Sie kann die besten Pferdefilme wie aus der Kanone geschossen aufzählen (allen voran „Black Beauty“) und liest mit Vorliebe Bücher von Mädchen, die gerne ein eigenes Pferd hätten.

Faszination Pferd! Ich kann persönlich nichts Erhellendes zur diesem Phänomen beitragen und hole mir deshalb Rat bei Einem, der es wissen könnte, Johann Wolfgang Von Goethe, der schreibt:
„Wie der Mensch sich körperlich niemals freier, erhabener, begünstigter fühlt als zu Pferde, wo er, ein verständiger Reiter, die mächtigen Glieder eines so herrlichen Tieres, eben als wären es die eigenen, seinem Willen unterwirft.“

Ansonsten beschreibt Lauren sich selbst eher als ein stilles schüchternes Kind. Sie konnte stundenlang in ihrem Zimmer sitzen und sich Spiele ausdenken. Ein wacher kreativer Geist!


Die nächsten 10 Jahre

Die 80er Jahre: Popkultur, Frisuren mit Haarspray zu Kunstwerken aufgesprüht, ein junges Mädchen mit Namen Madonna räkelte sich lasziv auf einem Boot und sang„Like a Virgin“, Nena hatte ihren ersten Nr. 1 Hit in Amerika mit „99 Luftballons“. In der Ukraine ereignete sich der Supergau mit einem Atomkraftwerk, der Kalte Krieg zwischen Amerika und der damaligen UdSSR bestimmte die Medien und das Lebensgefühl, Szenaren über einen möglichen Atomkrieg flimmerten über die Kinoleinwände.

Ob das die Schülerin Lauren Graham auf der Langley Highschool in McLean/VA besonders bewegte, wir wissen es nicht. Ihre Lieblingsfilme in der Zeit waren die Horrorstreifen „Freitag, der 13“ und „Halloween“.


Auf den Schulbildern der Zeit sieht man ein Mädchen mit Spange, Sommersprossen und einem freundlichen Lächeln. Sie ist fast die Größte in ihrer Klasse, Größer als mancher Junge. Keine Teenager-Schönheit, keine „Miss Schulball“, aber schlagfertig. Immer für einen guten Spruch zu haben. Humor als Strategie, über Unsicherheiten hinwegzukommen.



Lauren spielte in der Schultheatergruppe, bekam stets die Hauptrollen, z.B. in der Musical-Produktion „Hello Dolly“, halb wahnsinnig vor Lampenfieber stand sie auf der Bühne und sang sich die Seele aus dem Leib.

Sie las gerne und viel. Bücher werden ihr persönlicher Zufluchtsort. Sie hatte immer ein Buch dabei, für den Fall, dass es ihr langweilig werden könnte.

Nicht alle Fragen konnten vom Vater beantwortet werden, die Fragen nach Schmink-Tipps, nach Mode und Styling, all das ist ihm fremd. Lawrence konnte es nicht verstehen, warum seine Tochter nun stundenlang im Bad verbrachte, noch weniger konnte er die „Selbstversuche“ in Sachen Make-up gut heißen. Lauren trug weiterhin Jeans, Sweatshirts und Turnschuhe. Doch nun hatte sich etwas grundlegend verändert: die Dinge, über die Vater und Tochter noch vor einem Jahr gemeinsam gescherzt hatten, nahm sie nun bitter ernst. Die Pubertät war im vollen Gange.


Wie viele Mädchen empfand Lauren sich nicht als hübsch, durchlief die typische „Ugly Duck“ Phase – doch aus manch hässlichem Entlein wurde dann doch ein schöner Schwan! Ihre Skepsis bezüglich ihres Aussehens hat sie sich bis heute bewahrt. Übermäßigem Interesse an ihrer „Schönheit“ begegnet sie mit Ironie, bezeichnet ihr Gesicht als „typisch für einen irischen Farmer“.



Im Hause Graham vollzog sich 1981 ein entscheidender Wandel: Lawrence heiratete erneut. Endlich kam eine Frau in den Haushalt, Karen, die verstand, dass die Farbe des Lippenstifts den Tag retten kann, die Frisur stimmen muss und dass man eine kaputte Hose nicht tackert, sondern näht.

Lauren hat gute Worte über ihre Stiefmutter und warum sollen sich Märchen mit bösen Stiefmüttern immer wiederholen?

Sie ist 14 Jahre alt, lebte 10 Jahre als Einzelkind mit ihrem Vater in ihrer eigenen Umlaufbahn und nun hatte sich Nachwuchs angesagt in der „neuen“ Familie Graham. War Lauren glücklich über ein kleines Geschwisterchen? War sie eifersüchtig? Jedenfalls: aus dem Einzelkind, das „nie gelernt hatte zu teilen“ wurde plötzlich eine große Schwester.

Sie wird Teil einer Patchwork-Familie, ihre eigene Mutter hatte auch nochmals eine Tochter (Shawna) bekommen und Karen und Lawrence bekamen eine Tochter (Maggie) und einen Sohn (Chris).

Öffentlich präsentiert sich Lauren heute als Familienmensch, freut sich über die guten Beziehungen, die sie mit ihren jüngeren Geschwistern pflegt, die ihr auch helfen, ihre Rolle als junge Mutter Lorelai in der Serie „Gilmore Girls“ glaubwürdig zu spielen. Betont die gute Verbindung zu ihrer leiblichen Mutter, die sie mindestens einmal jährlich besucht.

Tiefenpsychologische Entwarnung: keine frühkindliche Traumatisierung durch den Verlust der Mutter als erste Bezugsperson im Leben. Keine Verkorksung durch die zwangsweise Konzentrierung auf den Vater, kein übersteigerter „Elektra-Komplex“. Aber dennoch: dieser junge Mensch scheint ausgestattet zu sein mit einer starken Vorstellungskraft und einem Talent, Menschen zum Lachen zu bringen, zu unterhalten oder einfach zu bewegen.

Der Psychoanalytiker C.G. Jung sieht die schöpferische Kraft von Künstlern in ihrer inneren Zerrissenheit, in ihren bewussten oder unbewussten Konflikten. Daraus ziehen sie ihre Bilder, Visionen, die sie menschlich erlebt und verstanden haben.

„Prinzipiell unterscheidet sich die Phantasie des Künstlers von der des gewöhnlichen Menschen natürlich nicht; was aber den Künstler ausmacht, ist neben dem Reichtum, der Originalität und der Lebendigkeit der Phantasieprodukte in erster Linie seine Fähigkeit zur formenden Kraft, mit welcher er seine Einfälle gestaltet.“


Studium und Ausbildung


1985 machte Lauren ihren Highschool Abschluss und entschloss sich, nach New York auf die Universität zu gehen.

„In meiner Familie ist eine akademisch qualifizierte Ausbildung wichtig und von daher war es auch entscheidend, auf welche Universität ich gehen würde“.

Sie bewirbt sich an der Hochschule für Schauspiel und Musik, stellte aber fest:

„Ich sollte mehr lesen und mich bilden, bevor ich mich auf dem Boden rumrolle und so tue, als wäre ich ein Löwe.“

Sie wechselte auf das anerkannte Barnard College/Manhattan, das dem Campus der NYU angeschlossen ist. Das besondere an Barnard: es ist ein reines Frauen-College. Lauren schrieb sich im Hauptfach Englisch ein und studierte fortan amerikanische Literatur. Was lag näher, Bücher waren seit je her ihre stillen Begleiter.

New York! Die Stadt, die niemals schläft. Die Stadt, in der Aufstieg und Fall so eng beieinander liegen, wo Träume gesponnen werden und ebenso verrinnen. Wie viele junge Menschen gehen nach New York an Schauspielschulen, wie viele enden als Kellner in billigen Bars? New York, Sammelbecken vieler Kulturen, alles ist möglich, keine Limits, aber auch ein ständiger Überlebenskampf.

Lauren erging es nicht besser, diese Zeit ist von ständiger Geldknappheit geprägt. Da sie nicht auf dem Campus wohnte, fehlten ihr sogar ab und an die paar Cent, um mit der U-Bahn zu fahren.

Warum die Familie als finanzieller Unterstützer nicht einsprang? Man kann nur spekulieren. Vielleicht stand ihr Vater auf dem Standpunkt, dass man sich im Leben die Dinge hart erarbeiten muss, dass man nichts geschenkt bekommt.

Lauren schloss ihr Studium erfolgreich ab (Bachelor in Englisch). Die Schauspielerei betrieb sie „nebenher“, spielte u.a. in einer freien Theatergruppe.

Ironie des Schicksals: ihr erster „bezahlter“ Job war eine Videoproduktion als Prävention gegen Teenager-Schwangerschaften. Lorelai Gilmore ließ schon mal aus einer fernen Zukunft grüßen.

Ein Agent war nicht zu bekommen und ohne Agent ist man als Schauspielerin nichts. Denn Agenten besorgen Jobs, planen Karrieren. Hier stellt sich nicht die Frage nach Talent, hier stellt sich die Frage nach Vermarktung.

Lauren konnte sich nicht platzieren, hetzte zwischen Kellner-, Bibliothekars- und Verkaufsjob im Luxus-Kaufhaus „Barneys“ hin und her.

„Für Barneys hatte ich nicht die richtigen Klamotten und sie waren so nett und sagten, ich könne mir was ausleihen.“

Frust machte sich breit, kein Silberstreif am Horizont, kein Agent, keine Rolle, kein Geld, kein Vorankommen.

Sie entschied sich nochmals für eine Ausbildung, diesmal im Fach Schauspiel an der Southern Methodist University in Dallas/Texas.

Die Southern Methodist University genießt einen hervorragenden Ruf im Bezug auf Schauspiel-Ausbildungen. Zudem bietet diese Universität am Ende der Studienzeit ein besonderes Casting an, die so genannten „Showcases“, an dem u.a. Agenten teilnehmen, um neue Talente zu verpflichten.

Drei Jahre verbrachte sie an der Southern Methodist University (Abgang 1992) und schaffte am Ende tatsächlich den Sprung in den „Showcases“.

Jetzt hatte sie nicht nur einen „Bachelor“ in Englisch, sondern auch noch einen „Master Degree“ in Schauspiel. Und sie hatte einen Agenten! Jetzt konnte es nur aufwärts gehen.

Doch erstmal ging es auf die Couch! Nicht zur Therapie, auch nicht auf die „Besetzungscouch“, sondern bei ihrer Tante in Long Beach, ca. 20 Km von Los Angeles entfernt. Die unkomfortable Schlafgelegenheit war Ausdruck eines fehlenden Jobs. Lauren machte Werbung für Geschirrspülmittel, zwängte sich in das stickige Plüschkostüm des Maskottchen „Striker“ bei der Fußballweltmeisterschaft 1994.


Letzteres ist immer eine gute Anekdote wert: Ihr Agent rief sie an und fragte, wie groß sie denn eigentlich sei. Lauren, stolze 1,80 m, konnte sich nicht recht erklären, warum ihr Agent freudig meinte „Dann passt du ins Kostüm“. Angekommen, wo sie gebucht wurde, „um 1,80 m zu sein“, erkannte sie die wahre Natur des Jobs. „Striker“, ein Hunde-Maskottchen, sollte zur allgemeinen Erheiterung bei der Fußballgemeinde beitragen.

Den Job teilte sie sich mit noch einer Frau, die aber in dem Kostüm unglaublich schwitzte und so schlüpfte sie immer wieder in das „durchtränkte“ Plüschfell mit überdimensioniertem Kopf. So abgeschottet von der Welt „lächelte“ sie brav für jedes Foto, dass Fußballfans mit ihr machen wollten. Manche Karrieren starten wirklich im Dunklen!


Das Leben auf der Couch bei der Tante musste ein Ende haben, Laurens Perspektiven schienen mal wieder gleich Null.

Sie zog mit Connie Brillon, einer Schauspielkollegin, in ein völlig unmöbliertes Haus in LA. Ein Leben in spartanischer Kargheit, angeblich nur eine Pfanne im Haus, Gäste saßen auf dem Boden.

Wir schreiben das Jahr 1995, Lauren landete ihre erste „größere“ Rolle als Shelly in der Serie „Caroline in the City“. Shelly ist eine Frau von bestechender Einfältigkeit mit piepsiger Stimme. Keine großartige Charakterstudie, aber zumindest ein Job im Fernsehen. Wobei: bei der Fülle der ständig neu erscheinenden Serien verliert sich der Zuschauer zunehmend in der Auswahl.

Das Gesetz der Quote schlägt hier gnadenlos zu. In den kommenden 5 Jahren wird Lauren in verschiedenen Fernsehserien kurze Gastauftritte absolvieren. Eine größere Rolle scheint ihr nicht vergönnt und manche dieser Shows ist nur ein kurzes Dasein beschieden.

Ihr hängt auf einmal ein seltsamer Ruf an: sie gehört zu den Schauspielern, deren Serien regelmäßig floppen. Misserfolg als Markenzeichen? Schon witzelt man, Lauren Graham zu verpflichten besiegelt das schnelle Ende einer Serie. Ein Stigma, das sie selbst nur schwer verdauen kann.


Beam me up, Amy…….


New York, 16. März (!) 2000: entnervt saßen Produzenten und Casting-Chefs zusammen. Wie viele Schauspielerinnen hatte man schon gesichtet, um die Rolle der Lorelai Gilmore zu besetzten? Sie hatten den Überblick verloren. Diese Schauspielerin musste witzig und schlagfertig sein, musste Charme besitzen, die nötige Ironie und Sarkasmus mitbringen, um die ausgetüftelten Dialoge entsprechend „rüber zu bringen“. Sie musste jung sein, aber nicht zu jung, sexy, aber kein Playmate-Verschnitt. In dieser Altersklasse gibt es unzählige Schauspielerinnen, aber keine hatte bisher das Team überzeugt. Eine Woche vor Drehbeginn, ansonsten alles klar, nur nicht die Hauptrolle. Ein Horrorszenario!

Und dann kam Lauren Graham!

„Wir haben sofort gewusst, dass ist es, SIE ist es“, erzählt Produzentin und geistiger Kopf für „Gilmore Girls“ Amy Sherman-Palladino in einem Interview.

Amy Sherman-Palladino, Jahrgang 1966, ist eine unkonventionelle Frau. Eigentlich wollte ihre Mutter, dass sie Tänzerin wird, doch Amy schloss sich nach dem Highschool-Abschluß einer Comedy-Truppe „The Groundlings“ in LA an und arbeitete später 4 Jahre als Schreiberin für die Erfolgsserie „Roseanne“. Amy ist verheiratet mit Daniel Palladino, der mitverantwortlich ist für Gilmore Girls.

Doch wie kam es zur Serie? Bei einem Arbeitsgespräch im Hause Warner Brothers erwähnte Amy beiläufig u.a. eine Idee über eine außergewöhnliche Mutter-Tochter-Beziehung, die nicht im klassischen Sinne wäre, sondern im Stile von Mutter und Tochter als Freundinnen. Sie hatte das einfach so dahin gesagt und Warner sprang an. Nun war Amy gefordert, sie sollte eine neue Show kreieren.

Der Inhalt der Serie:

Lorelai Gilmore, Tochter aus einem konservativen und reichen Hause wird mit 16 Jahren ungewollt schwanger, dreht dem Elternhaus den Rücken zu und zieht ihre Tochter Rory alleine groß. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern, Emily und Richard Gilmore, ist mehr als zerrüttet, beide können den „Nicht-standesgemäßen“ Werdegang ihrer Tochter nicht überwinden. Besonders mit ihrer Mutter Emily hat Lorelai große Meinungsverschiedenheiten.

Dieser ständige Konflikt bildet das Gerüst der Serie. Lorelais Beziehung zu Rory wird hingegen getragen von Verständnis und freundschaftlichem Miteinander. Die beiden wirken wir eine studentische Wohngemeinschaft oder wie zwei Schwestern.

Ort der Handlung: Stars Hollow, ein kleiner, fiktiver Ort im Bundesstaat Connecticut mit seinen liebeswürdigen Einwohnern, die alle auf ihre Art verschroben wirken. Es scheint, in Stars Hollow kann das Böse nie Einzug halten.

Der Pilotfilm zu Gilmore Girls wurde in Toronto/Kanada gedreht, die eigentliche Serie auf dem Warner Broth. Areal in Burbank/CA.

Alexis Bledel spielt Rory, die mit ihrer ruhigen, besonnenen Art als Gegenpol zu ihrer meist ausgeflippten Mutter agiert. Rory, bei Beginn der Serie 16 Jahre alt, ist eine gute Seele, bei allen beliebt, vernünftig, eine Musterschülerin. Sie liest gerne, interessiert sich für Musik und Kultur, mag keinen Sport und sitzt am liebsten mit ihrer Mutter essend vor Videofilmen oder in Luke´s Diner. Die beiden bilden ihre eigene kleine Welt in Stars Hollow.


Alexis, Jahrgang 1982, ist für die Serie ebenso ein Glücksgriff wie Lauren. Mit ihren großen Augen und ihrem niedlichen Gesicht erinnert sie an die junge Audrey Hepburn, mit der sie auch ihr TV-Großvater Edward Hermann (Richard Gilmore) vergleicht.
Obwohl sie praktisch keine Fernseh- und Schauspielerfahrung hatte, bekam sie die Rolle.

Ihre Ausstrahlung ist ungekünzelt, ihre jugendliche Naivität als Rory glaubwürdig, die Kamera schmeichelt ihrem hübschen Gesicht.


Doch was verblüfft, ist die Chemie zwischen „Mutter und Tochter“, zwischen den Schauspielerinnen Lauren und Alexis.

Was so leicht und natürlich aussieht, ist für beide Frauen harte Arbeit. Denn professionell hin oder her – wenn man sich gar nicht kennt und ein inniges, liebevolles Mutter-Tochter-Verhältnis binnen weniger Tage spielen soll, haben auch Schauspieler ihre Berührungsgrenzen.

Beide empfanden die ersten Wochen in dieser Hinsicht als „strapaziös“: Promotionbilder werden geschossen, Wärme auf Abruf, Sympathie im Schnellformat. Beziehungen müssten eigentlich langsam wachsen, hier ist keine Zeit dafür, hier wird produziert: 16 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche, an einem Set, überfüllt mit Menschen. Privatsphäre gegen Null.

Alexis ist gerade 19 Jahre alt, als sie mit „Gilmore“ anfängt, das erste Mal von zu Hause weg, ohne ihre eigene Familie, die sie sehr vermisst, in einem Business und in einem Tagesgeschäft, das ihr bisher nicht bekannt ist.

„Für Alexis war das ein riesen Sprung, den sie da gemacht hatte“, sagte Lauren in Interviews. „Das wäre für Jeden ein unglaublicher Schock, aber in so jungen Jahren, das ist Wahnsinn“:

Beide betonten von Anfang an ihre gute Beziehung, die sie auch auf dem Set miteinander pflegen. Der Altersunterschied zwischen Lauren und Alexis ist gleich zu dem zwischen Lauren und ihrem nächsten Halbgeschwister.

Trotzdem scheinen die beiden privat charakterlich völlig unterschiedlich zu sein, was auch ihre Schauspielkollegen bestätigen. Auf ihre „Chemie“ mit Alexis angesprochen mutmaßt Lauren, dass es in ihrer Gegensätzlichkeit liegen könnte, die sich auch in ihren Geburtsdaten ausdrückt, Alexis hat am 16. September Geburtstag, also genau 6 Monate nach Lauren.


Mögen Astrologen in den Sternen Erklärungen suchen, Sonne und Mond gegeneinander aufwiegen, Tatsache ist: diese Mutter-Tochter-Beziehung ist ein Erfolg.



Gilmore Girls ist eine Serie, die aus dem Rahmen fällt. Das liegt zum einen an der Textmenge, die in einer Folge verarbeitet wird. Kommen gängige 1-Stunden Serien mit ca. 50 Seiten aus, ist ein Gilmore Girls Script meistens um 80 Seiten lang. Das bedeutet, dass die Menge Text in schnellerem Sprechtempo aufgesagt werden muss. Zudem sind die einzelnen Szenen länger, vergleichbar mit Theaterdialogen und werden am Stück gedreht. Daher müssen die Schauspieler sehr exakt arbeiten. „Arbeit, eine Menge Arbeit“, wie es Lauren immer wieder formuliert. Nicht enden wollende Drehtage. Am Ende eines jeden Tages geistige Erschöpfung. Ein Sprachtrainer half anfänglich das Tempo zu erhöhen. Mehr Wörter pro Minute oder wie es Paris Geller (gespielt von Liza Weil) in einer Folge auf den Punkt bringt: „Wir müssen an deinem WPM arbeiten“ (Wörter pro Minute).

Das Konzept der Serie baut neben der Sprachgeschwindigkeit auf einen weiteren Pfeiler, die so genannten „Gilmore-isms“, Anspielungen auf Filme, Musik, Literatur. Da liest Rory Klassiker wie James Joyce „Ulysses“, bei Tisch unterhält man sich über Prag und Franz Kafka und darüber, dass man wie Godot wartet.

Für die Zuschauer ist es ein besonderer Spaß diese „Gilmore-isms“ ausfindig zu machen und das eigene Wissen zu testen.

Und Gilmore Girls lebt von seinem, wie ich finde, unschlagbaren Humor. Von den bissigen Dialogen. Die volle Bandbreite der Komik von schnödem Slapstick bis feinsinnigen Wortspielen wird ausgereizt.

Was dem aufmerksamen Zuschauer auch nicht entgeht, ist das so genannte „Produktplacement“. Beispiele: Rory bekommt zum Geburtstag einen Apple-Computer geschenkt, die Vorteile eines Volvos als Familienauto werden ausführlich diskutiert, Toblerone als einzig wahre Schokolade angepriesen und Google als Suchmaschine erwähnt („Emily, ich google dich mal“). Bekanntermaßen ist „versteckte“ Werbung die beste Werbung und in diesem Fall bestens Zielgruppen-orientiert platziert.

Wie jede Serie musste sich auch Gilmore erst einmal „finden“, der Pilot wurde doppelt gedreht, da Korrekturen im Cast vorgenommen wurden. Am 5.10.2000 war es soweit - Gilmore Girls wurde das erste Mal ausgestrahlt, Sendeplatz Donnerstagabend um 20.00 Uhr. Und lief damit direkt gegen die Erfolgsserie „Friends“! Die Quote ist nicht schlecht für den Piloten, lag sie bei 4,6 Millionen Zuschauern.

Lauren war sich aber sicher, im Dezember wäre „die ganze Sache rum“, denn die Konkurrenz war hart. Zwar waren sich Fernsehkritiker einig, dass hier eine Serie auf „The WB“ (Hauskanal von Warner) laufen würde, die Substanz, Humor und clever wäre. Aber das typische WB-Publikum sind junge Leute im Alter von 12 bis 34 Jahren.

Würde a.) dieses Publikum gefallen an der außergewöhnlichen Mutter-Tochter-Beziehung finden und b.) würden auch „ältere“ Zuschauer sich auf WB „verirren“, denn immerhin sollte Gilmore Girls 3 Generationen ansprechen?

Die erste Staffel blühte mehr im Stillen, fand seine (kleine) Fanbase, überzeugte Kritiker, aber die Quote, immer die Quote. Gilmore sank in der ersten Staffel auf durchschnittlich 3,5 Millionen Zuschauer. Doch schon in der 2. Staffel konnte man sich auf 4,8 Mio. verbessern. Heute, in der 5. Staffel liegt man durchschnittlich um 5,39, gehört bei WB zu einer der erfolgreichsten Serien.

Um dem harten Konkurrenzdruck zu entweichen, verlagerte man den Sendeplatz von Donnerstag- auf Dienstagabend.

Über die Serie Gilmore Girls könnte man Bücher schreiben und daher muss ich mich hier beschränken. Im Internet finden sich zig Foren und Webseiten, die sich mit der Serie, ihren Machern und Schauspielern, über Ort und Handlung, über Outfits und Kuriositäten befassen und jeder/jede, die vom „Gilmore Virus“ erfasst wurde oder werden will, sollte sich auf den Weg ins Netz machen und nach Herzenslust stöbern. Es lohnt sich!! (?)

Für Lauren brach ein neues Kapitel in ihrer Karriere an, sie forcierte zum Star der Serie. Dieser Status bringt einiges mit sich, vor allem öffentliches Interesse, Interviews, Presse, Fototermine. Nun scheint sich alles ineinander zu fügen. Die Rolle, die ihre schauspielerischen Stärken beschwört, ihr Humor, ihr Intellekt, ihr Aussehen.


Family Television Award 2001:

… und es schallt durch den Saal:

Ladies and Gentleman, Lauren Graham!

Mit entschlossenen Schritten springt Lauren die Stufen zur Bühne hinauf, ein anerkennender Applaus breitet sich im Saal aus. Im hellen Hosenanzug nimmt sie die Auszeichnung entgegen, lächelt schüchtern, bisweilen nervös und schaut immer wieder auf einen kleinen Zettel, den sie in der Handfläche hält. Dann das typische

„Ich danke……“ und schon ist dieser Augenblick vorbei. Ein kurzer Wimpernschlag im Strom der Zeit.

Vorbote oder Ausnahme? Wie wichtig sind Auszeichnungen? Lassen wir den Oscar als höchste Weihe außen vor. 2003 erhält sie erneut den Family Television Award als beste Darstellung einer allein erziehenden Mutter in einer Serie.

2002 wird sie für den Golden Globe nominiert, die bedeutendste amerikanische Fernsehauszeichnung. Es blieb leider nur bei der Nominierung. Den begehrten Preis musste sie einer anderen überlassen.


Ich arbeite, also bin ich……


Um es gleich vorweg zu sagen: Millionen Menschen müssen täglich hart und lange arbeiten, Familie, Job, Verpflichtungen. Dauerbelastung ist heute angesagt und manch einer sieht sich mit einem Job konfrontiert, der ihn nicht erfreut, noch ausfüllt, von Spaß gar nicht zu reden. Aber der Schornstein muss rauchen, die Kinder brauchen neue Schuhe und das Haus muss abbezahlt werden. Der Himmel auf Erden ist manchmal eben grau.

Vielleicht erscheint es einem dann grotesk, wenn ein Schauspieler erzählt, wie anstrengend es wäre, eine Serie zu drehen, 5 Tage die Woche, bis zu 16 Stunden am Set. Und dann die Fototermine, in chicen Klamotten, perfektes Styling, lächeln, immer hübsch lächeln, um sich dann später in sein Porsche-Cabriolet zu setzen und in den kalifornischen Sonnenuntergang zu fahren.

Aber wie bei jeder Medaille, gibt es eine 2. Seite. Die sieht man zuerst nicht: wie der Otto-Normal-Mensch sich abends mit Freunden trifft, seinen Hund in Badelatschen spazieren führt oder im Supermarkt völlig unerkannt seine Kartoffelchips einkaufen kann, leben Menschen wie Lauren auf einem ständigen Präsentierteller. Dem Auge der Öffentlichkeit, repräsentiert durch Paparazzi, entgeht nichts. Wie peinlich muss es sein, wenn man gerade die Sonderpackung Tampons in den Einkaufswagen wirft und einer von hinten fragt, ob man „eben mal ein Autogramm haben könnte, weil man Gilmore Girls sooo klasse findet“ ……. Ich will es mir nicht vorstellen.

Lauren scheint sich über ihren Sonderstatus durchaus bewusst zu sein, denn sie gibt in einer Talkshow zu, dass es sicher blöd klingt, wenn sie sagen würde, wie viel Arbeit es sei und dass sie so wenig Zeit für anderes hätte. Für Freunde, oder einen Hund (den Wunsch hat sie sich aber zwischenzeitlich erfüllt, heißt Hannah und ist eine deutsche Schäferhündin).

Wo wir (und damit meine ich all uns, die nicht bekannt, berühmt oder entsprechend situiert sind) glauben, dass Geld und Berühmtheit einem die sonnige Seite des Lebens bescheren, lässt sich erahnen, dass der Preis womöglich ein hoher ist.

Lauren bedauert, dass sie so wenig Zeit für Freunde und Familie hat, so wenig Zeit für andere Projekte, so wenig Gelegenheit neue Menschen kennen zu lernen, Beziehungen aufzubauen.

„Es ist bestimmt kein idealer Ort an einer Preisverleihung oder Filmpremiere Menschen kennen zu lernen oder Beziehungen zu starten.“ Über ihr Privatleben wird wenig bekannt. Sie lässt öffentlich keine Namen fallen noch sieht man sie mit in „eindeutigen“ Augenblicken. Sie erklärt mit „jemandem“ längere Zeit eine Beziehung gehabt zu haben, sich trennten, wieder zusammen kamen und sich dann doch wieder trennten. Auch wird der Name Matthew Perry genannt, Schauspieler aus der Erfolgsserie „Friends“, doch auch darüber gibt es mehr Spekulationen als eindeutige Beweise. Sie gehört in den Kreis der „100 Sexiest Hollywood-Junggesellinnen“.

Was ist das schmeichelhafteste Kompliment, was man einer Frau machen kann? Und im gleichen Atemzug: Was ist das Sündigste, was man einem „irisch-katholischem“ Mädchen anbieten kann? Genau, eine Offerte vom Playboy!


Den Machern des erfolgreichen Männermagazins war „the sexiest Mother on TV“ nicht unentdeckt geblieben.
Obwohl Lauren sich anfänglich sehr geschmeichelt fühlte, ein Telefonat mit ihrem Vater ließ keinen Zweifel aufkommen, dieses Angebot würde sie ablehnen müssen.


Sie erzählt in Talkshows, dass sie darüber nachdenkt, sich ein Tattoo machen zu lassen oder sich den Bauchnabel zu piercen und im gleichen Augenblick macht sie sich darüber lustig, dass es wohl ein uncooler Versuch wäre „cool zu sein“.

2003 erweiterte Lauren ihren Wirkungskreis und gründete die Produktionsfirma „Good Game Entertaiment“, die in Kooperation mit Warner Bros and „The WB Network“ neue Ideen für Filme und Komödien entwickeln soll. Unterstütz wird sie von Sydnie Suskind, einer bekannten Drehbuchautorin.

Ein WB Verantwortlicher sagt zu diesem Deal: „Ihr exzellenter Geschmack und ihr unternehmerischer Geist sind für uns eine Bereicherung in der Liste unserer erfolgreichen Produzenten. Wir sind fest von ihrem Talent überzeugt, vor wie hinter der Kamera“.

Vielleicht schon ein weiser Schritt in die Richtung, was ist, wenn man vor der Kamera nicht mehr gefragt ist.

Doch vorerst: „Gilmore Girls“ bleibt! Eine 6. Staffel scheint wohl gewiss und alle Beteiligten rechnen fest mit einer 7. Staffel. Im amerikanischen Fernsehen gilt die „7 Staffel Regel“ als Erfolgsbeweis. Wenn es eine Show geschafft hat, 7 Staffeln zu laufen, dann war es ein Erfolg und man sollte immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

Natürlich könnte ich jetzt noch Seitenlang über Gilmore Girls schreiben, über die Lovestory zwischen Luke und Lorelai, über Rory, Dean, über Emily, Richard, Paris, Sookie oder….. oder….. oder…… doch darüber vielleicht irgendwann irgendwo mehr.


Quo vadis Lauren?

Hätte ich eine Kristallkugel, dann könnte ich einen Blick in die Zukunft wagen. Vielleicht reicht aber auch Kaffeesatz aus, um die Frage zu beantworten, wohin es für Lauren gehen wird.

Mein Blick bleibt bei allem Optimismus und Bewunderung eher skeptisch: habe ich gerade gelesen, dass Erfolgsschauspielerin und Produzentin von „Sex and the City“ Sarah Jessica Parker passend zu ihrem 40. Geburtstag einen Modellvertrag gekündigt bekam und durch eine 17 Jährige ersetzt wurde.

Nirgends schlägt das Gesetz des Alters so zu, wie in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Nur wenige „ältere“ Schauspielerinnen schaffen es, sich auf dem Bildschirm oder der Kinoleinwand zu behaupten. Man mag darüber hitzig debattieren, sich Fragen, welche Art von Schönheit wirklich anspricht, aber ändern wird man an der Tatsache wenig.

Viele Schauspieler erleben auch nach einer erfolgreichen Zeit in einer Serie eine Durststrecke. Produzenten befürchten, dass der Zuschauer sich vorerst an sein/ihr Gesicht satt gesehen hat. Nicht selten werden Schauspieler dann auf einen bestimmten Typus festgelegt, die Angebote variieren kaum. Wie viel Lorelai wird zukünftig gebraucht? Vielleicht wenig, aber Lauren hat noch einiges zu bieten.

Sie träumt von Zeit! Zeit für eine eigene Familie, Zeit für neue Geschichten und Charaktere, neue Projekte. Zeit, für ein normales Leben, wie immer das aussehen mag. Und Zeit für Pferde!


Was gewiss ist, mit ihrer Darstellung von Lorelai Gilmore hat Lauren sich selbst ein Zeichen gesetzt. Mit ihr wird sie für immer verbunden bleiben. Diese Frau, mit den blauen Augen, den dunklen Haaren, der wilden Gesten und des netten Lächelns.


„Rede, dass ich Dich sehe…."
Wörter prasseln wie ein heftiger Gewitterregen nieder, blaue Augen funkeln, Hände klatschen vor Freude in die Luft, Haare wirbeln umher, der ganze Körper in Bewegung. Diese Energie steckt an, Freude schöner Götterfunken, was da brennt, lässt sicher kälteste Herzen erwärmen.

Um keine Antwort verlegen und doch: keine Silbe zuviel. Kein Wort unüberlegt, kein freimütiger Einblick in die Seele. Wer sie wirklich ist! Wer kann es sagen?

Ich kann sie hören, ich kann sie sehen, aber ich erkenne sie nicht. Keine stromlinienförmigen Aussagen noch politische Statements, keine lebensphilosophischen Erkenntnisse, keine Skandale, keine klebrigen Liebesbekundungen in jede sich bietende Kamera. Kein Anbiedern „an-wen-auch- immer“, einfach nett, beruhigend normal, nicht der Welt entrückt.

All das schoss mir durch den Kopf, als ich in Vorbereitung zu dieser Biografie diverse Interviews mit Lauren angesehen hatte. Ob flirtend mit Craig Kilborn oder hoffnungslos albern mit Conan O´Brien, einfach nur witzig mit Ellen oder seriös mit den Damen von „The View“: Lauren hat viele Gesichter. Sie erzählt von ihrem Vater und von ihren Freunden, von ihrem Hund Hannah und dennoch kann man sie nicht fassen.

Greift man also zur Not zum Astrologiebuch und findet man über das Sternzeichen Fisch folgende Aussage: „Die Fische sind die einzigen Menschen, die ihre wahre Natur verstehen und begreifen, nur ist es ihnen leider nicht möglich, dieses Wissen anderen mitzuteilen, weil diese sie einfach nicht für voll nehmen.“

Lauren redet viel und gerne, selbst für Amerikaner ist es anstrengend, ihrem Redefluss zu folgen. Aber was bewegt sie wirklich?

Über Liebesbeziehungen schweigt sie sich öffentlich aus. Schwierige Gratwanderung: als Schauspielerin lebt man von den Medien und das Futter für die hungrige Meute ist das letzte Gut, das man besitzt: das Privatleben!

Ist sie für oder gegen Bush? Hält sie den Irakkrieg für richtig? Sollte die Todesstrafe abgeschafft werden? Wie viel Meinung kann man sich zur Zeit in Amerika als öffentliche Person erlauben? Schlimm genug, selbst „hochkarätige“ Schauspieler befürchten Repressalien, wenn sie deutlich und laut sagen, was sie denken.

Sie sendet versteckte Botschaften. In „Political Incorrect“ erlebte man sie engagiert, da blitzte der Mensch Lauren Graham mit ihrer Meinung auf. Wenn sie bei Conan O´Brien von ihren Überlegungen erzählt, warum sie sich KEIN Bauchnabelpiercing machen lässt („Man müsste auch ins Sonnenstudio gehen -wer will schon einen weißen Bauch sehen- dann denke ich, wenn man DA hingeht, das gleicht einem Schrei nach Hilfe“), schwingt Ironie mit. Wider dem Schönheits- und Jugendwahn und das im Mekka der Schönheit – in Hollywood. Sarkastisches Schmunzeln von einer, die 38 Jahre ist und im Grunde schon fürchten muss, von den ganzen 17 jährigen Busen- und Pogelifteten Starlets ausgestochen zu werden.

Als Kilborn ihr eine Beschreibung eines Reporters über sie vorliest („Haare wie Seide, strahlende Augen, Schultern, als ob Michelangelo sie geformt hätte…“) erkennt man, dass Lauren so etwas nur peinlich findet.

Vielleicht hat sie bisher nicht den passenden Interviewpartner getroffen oder die entscheidenden Fragen gestellt bekommen. Ich glaube, sie hätte tatsächlich eine Menge zu sagen.

© Koile 2005


[Dieser Beitrag wurde am 23.08.2005 - 22:20 von Maura aktualisiert]





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Ich soll ein Kind großziehen? Ich mag Kinder nicht. Sie sind immer so dreckig, dauernd haben sie Marmelade an den Händen, auch wenn man gar keine im Haus hat. Irgendwie haben sie andauernd Marmelade an den Händen und ich bin für sowas einfach nicht der Richtige. Ich habe keine Geduld mit klebrigen Händen.

Maura ...
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...   Erstellt am 23.08.2005 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen












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Ich soll ein Kind großziehen? Ich mag Kinder nicht. Sie sind immer so dreckig, dauernd haben sie Marmelade an den Händen, auch wenn man gar keine im Haus hat. Irgendwie haben sie andauernd Marmelade an den Händen und ich bin für sowas einfach nicht der Richtige. Ich habe keine Geduld mit klebrigen Händen.

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...   Erstellt am 16.10.2005 - 21:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Oh hübsch, THX


danke für deine Mühe






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Luke:"Hey!"
Lore:"Ich hab dir Trinkgeld hingelegt, auch wenn du's nicht gefunden hast. Ich habe es nicht unter das Glas gelegt, weil du es nicht magst und auch nicht neben den Sirup, weil es sonst klebrig wird. Ich habe Scheine dagelassen und kein Kleingeld, dass ich übrig hatte und loswerden wollte."
Luke:"Wovon redest du?"
Lore:"Du rennst auf der Straße hinter mir her und schreist wie wild."
Luk:"Ich gehe normal und renne nicht und ich habe auch nicht geschrien sondern etwas gesagt."
Lore:"Ach, wirklich? Was denn?"
Luke:"Hey."
Lore:"Oh, hey!"
Luke:"Du bist machmal wirklich anstrengend."

Mal mir doch was :)


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