Bambus63


Status: Offline Registriert seit: 28.11.2007 Beiträge: 248 Nachricht senden | Erstellt am 06.04.2008 - 20:08 |  |
Gestern abend war in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg die "Lange Nacht der Museen". Für 16 € hatte man von 19 - 2 Uhr freien Zutritt zu 150 Ateliers, Galerien und Museen in der Rhein-Neckar-Region.
Dieses Angebot wollten wir auch nutzen, und so zogen meine Lebensgefährtin, ihre Tochter und ich bei Kälte und Dauerregen los, um uns kulturell weiterzubilden.
Erste Station war der Ausstellungsraum des Mannheimer Bildhauers Gerd Reutter gleich bei mir um die Ecke.
Der Künstler arbeitet hauptsächlich mit Ton, den er mit Eisen, Stahl oder Holz kombiniert. Heraus kommen faszinierende Skulpturen, die häufig an frühindustrielle Maschinenteile erinnern.
www.gerdreutter.de
Anschließend machten wir eine kurze Stipvisite bei den Strassenbahndepots. Dort waren einige Oldtimer ausgestellt. Das älteste Fahrzeug war ein Carl-Benz-Kraftwagen aus dem Jahre 1896. Der Motor funktionierte sogar noch. Neben einigen Schmuckstücken von Fiat, Mercedes und Alfa konnter
man auch zwei Vorkriegs-Citroen bewundern, außerdem mehrere historische Strassenbahnen und Feuerwehrautos.
Danach wollten wir uns das Mannheimer Schloss, die nur einmal jährlich geöffnete Kurfürstengruft und den Wasserturm anschauen. Leider hatten etwa 30000 andere die gleiche Idee. Nach einer halben Stunde Anstehen auf dem verregneten Schlossplatz erfuhren wir, daß es wohl noch eine Stunde dauern würde.
Das war uns dann doch zu blöd und so trollten wir uns zur Mannheimer Kunsthalle. Die stand zwar eigentlich gar nicht auf unserem Fahrplan, aber hier kam man wenigstens schon nach einer halben Stunde ins Trockene.
Die aus der Not geborene Entscheidung für die Kunsthalle hat uns den Abend gerettet!
Das Angebot an Skulpuren und Malereien ist riesig, so daß es hier den Rahmen sprengen würde, auf alles einzugehen.
Besonders beeindruckt hat mich allerdings die Ausstellung der frühen Werke Henri Cartier-Bressons.
Dabei handelt es sich um Schwarz-Weiß-Fotographien aus den frühen 30er Jahren. Die Aufnahmen wurden in Italien, Frankreich und Mexiko gemacht. Neben dem Spiel mit Lichteffekten geht es vor allem um das Thema "Armut".
Es sind schlichte, nicht arrangiert wirkende Fotographien von grosser Eindringlichkeit. Die Ausstellung ist noch bis Mitte Mai in Mannheim zu sehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Cartier-Bresson
[Dieser Beitrag wurde am 06.04.2008 - 20:09 von Bambus63 aktualisiert]
Signatur Man kann sich den ganzen Tag ärgern, aber man ist nicht dazu verpflichtet |
ippiz


Status: Offline Registriert seit: 30.11.2004 Beiträge: 860 Nachricht senden | Erstellt am 07.04.2008 - 13:26 |  |
Na, von der Kunsthalle aus wären es allerdings nur noch ein paar Schritte bis zur Christuskirche gewesen, wo man in der Langen Nacht der Museen immer den herrlichsten Orgeltönen weit und breit bis in die tiefe Nacht hinein lauschen darf.
Für mich war das immer der krönende Abschluss in Mannheim.
Vielleicht ein Tipp für's nächste Jahr!
Oder Deutschlands größte Moschee - wo der mit Abstand beste und preiswerteste Mitternachssnack feil geboten wird.
|
Rajabeat  Redakteur mit Ehrenstern *


Status: Offline Registriert seit: 03.08.2004 Beiträge: 8547 Nachricht senden | Erstellt am 07.04.2008 - 18:25 |  |
Seit einigen Jahren gibt es auch in Österreich und Innsbruck diese "Lange Nacht der Museen".
Immer wieder wollte ich mitmachen, aber heuer werd ich es sicher tun. Das anatomische Institut in der Universität möchte ich ansehen, das ist normal nicht zugänglich, ebenso wie im selben Gebäude die Skulpturensammlung. Irgend ein kleines Museum dann noch und zum Abschluss ins "Haus der 100 Biere".
Signatur And in the end the love you take is equal the love you make |