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Republicain ...
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...   Erstellt am 24.10.2005 - 15:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ist es schonmal wem aufgefallen, dass der Bürger Erster Konsul uns niemals wie die Monarchen und selbst die fünf Direktoren als wohlmeinender Landesvater an uns herantritt.
Es ist in der Tradition des Herrschens wohl begründet, dass die Potentaten sich annahmen, sich väterlich gegenüber ihrem Volke zu zeigen. Napoleon scheint aber irgendwie nie Untertanen gehabt zu haben, wenn sich auch einige Völker als Geknechtete fühlten.
Am ehesten war Napoleon Vater seiner Soldaten, aber nie der Franzosen...
Ich finde, das ist ein interessanter Aspekt.
Ein anderer ist es auch einmal kritisch dieses Cliquenwesen und die Verbindung Napoleons nach Italien zu beleuchten. Ich meine, irgendwie erscheint Napoleon doch noch mehr als die anderen Monarchen Europas wie ein Oberhaupt einer mafiösen Vereinigung, indem er seinen Mitwissern resp. Komplizen, die wie er schuldig am Ende der Republik sind, ihren Anteil zuschachert.
Noch was anderes: im Musée Carnevalet hängt, chronologisch hinter dem Teil zur Revolution ein ziemlich düster-gespenstisches Gemälde aus dem späten 19.Jh wohl, auf dem man einen Offizier sieht, der nachdem er vom Staatsstreich vom Brumaire erfahren hat, Selbstmord begangen hat. Er liegt tot, glaube ich, auf ein par Stufen. Echt gruselig. Gab es den Mann wirklich?
Das müsste genug Stoff sein.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 24.10.2005 - 21:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Du meinst das fehlen einer Art "Bonhomie" a la Henrie IV , der ja sein Volk so liebte und seinen Landeskinder jeden Sonnntag ein Huhn in den Topf warf? Oder das fehlen von Propagandaschinken die z.b. Louis Capet mit Schmerbauch und Pelzmantel im Rekordwinter von 1786 zeigt, wor er leutselig den Paysan die Louis D´or hinwirft?

Ja sicher liebte er seine "Kinder" wie er die Soldaten nannte, die ließen sich auch hervoragend dressieren, und rotteten sich nicht zu massakrierenden Pöbelhaufen zusammen. Du verstehst worauf ich hinauswill? Der Ekel vor dem Peuple als Resultat des 10. August 1792, wo Bonaparte als Augenzeuge dabei war und sah wie die Pariser die Tuilerien stürmten und ein Blutbad anrichteten...

Weißt du den Namen des toten Offiziers? War bestimmt ein Jakobiner

eure Madame Kaya

[Dieser Beitrag wurde am 15.11.2005 - 11:29 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

GeneralEtienneRoda ...
Der Blätter zwey
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...   Erstellt am 25.10.2005 - 15:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Die Beziehung Napoleons zu den Italienern kann man am besten verstehen, wenn man die Briefe an den Vizekönig Eugéne liest. Die Charakterisierung der Italiener ist darin so treffend und richtig dargestellt, daß es schon beängstigend ist.

Es gibt Cliquenwirtschaft in jedem pyramidalen Machtgefüge. Natürlich hätte Napoleon nicht seine Geschwiste etc. zu monarchen machen müssen. Aber wären andere an deren Stelle besser gewesen ? Ich sage Nein, denn die Geschwister Napoleons waren gar nicht schlecht.

Die "Volksnähe" ist N. langsam abhanden gekommen mit der Frustration der Erkenntnis, daß man es am Ende doch nur Opportunisten zu tun hat. Gerade die Franzosen und hier die Pariser mit ihrem losen und oberflächlichen Schnattermaul und ihrer ewig dummdreisten Rührigkeit. Wer soll denn die wirklich lieben ?

Grüße
Stefan







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"Gott ich danke Dir, daß Du mich nicht geschaffen hast wie jene..."

Republicain ...
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...   Erstellt am 26.10.2005 - 08:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Und gewiss sind die Pariser schuld.
Schließlich verhalfen sie dem "Unbestechlichen" zu SEINEM Coup d'Etat gegen die einzig wahre Regierung der Wohlfahrt und demokratischen Gesinnung.
In der Zeit der einen und wahren Regierung gab es übrigens auch die vornehmsten und schönsten Salons, aber lassen wir das.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Elisabeth 
Ast
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...   Erstellt am 26.10.2005 - 08:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


die unmögliche Elisabeth langweilt sich mal wieder fürchterlich über ihren Handarbeiten .
Mit Stendhal in der Hand späht sie wiederum ins Herrenzimmer :

Aphorismen 54 und 55


die italienische Klugheit strebt nach Erhaltung des Lebens. Das regt das Spiel der Phantasie an. Im Gegensatz dazu erfordert die englische Klugheit, die nur darauf ausgeht , Geld zusammenzuscharren oder zu behalten, eine gewissenhafte alltägliche Genauigheit, deren Gewohnheit die Phantasie lähmt. Es ist auffällig , daß sie gleichzeitig den starren Begriff von Pflicht schafft.


Wenn man auf einem Rückzuge der Armee einen italienischen Soldaten auf eine unnötige Gefahr aufmerksam macht , so sagt er "danke" und geht jener Gefahr sorgfältig aus dem Wege. Wenn man einem französischen Soldaten aus Menschlichkeit auf die gleiche Gefahr hinweißt , so glaubt er ,man traue ihm nichts zu und rennt nun erst recht in die Gefahr hinein. Wenn er dürfte, würde er einen auslachen

[Dieser Beitrag wurde am 26.10.2005 - 09:11 von Elisabeth aktualisiert]





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der Unterschied zwischen Einbildung und Bildung besteht in Anstrengung und darin , daß man sich die Finger schmutzig macht .....

Republicain ...
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...   Erstellt am 26.10.2005 - 14:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Man sieht schon, Bildung ist niemals umsonst.





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...   Erstellt am 20.12.2005 - 13:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zum Beitrag des werten Generals:
ich glaube Bonaparte verachtete den Pöbel seit jeher.
Angeblich sieht das Volk Wahrheiten, wo sie niemand anders erkennt, aber sind von dieser Dummheit nicht gerade die Reden Robespierres vollgepflastert? Diese durchweg idiotischen konspirativen Pläne der Monarchen, welche von einem Marat für bahre Münze gehalten wurden. Ja eine Versammlung von Interlektuellen musste nicht lachend aufstehen und kopfschüttelnd gehen, bei all diesen hahnebüchernen Anschuldigungen, die turnusgemäß im Konvent vorgebracht wurden?!
Warum verachtete Bonaparte aber vor allem den Pöbel? Weil es die gewöhnliche Angewohnheit dessen ist, der gerade diesem Stande selber entkommen. Man findet dazu auch einen Verweis bei Swifts Anweisungen, denn das trifft für den Soldaten wie den Laquay gleichermaßen zu.





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Venator 
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...   Erstellt am 20.12.2005 - 20:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Salut,

welche Monarchen zeigten sich den so?
Meistens die, die sonst aber auch gar nichts geleistet haben und deren Untätigkeit durch volkstümelnde Ammenmärchen verklärt wurde.
Sobald man etwas tat, was der Mehrheit unbequem war, war man nicht beliebt. Auch Friederich der Große war derartig "beliebt" bei seinem Volk, daß es nach seinem Tode nur eines gab, Erleichterung, daß der ewige Forderer endlich weg war.
Die Ernüchterung kam, als seine populären Nachfolger den Staat zu Grunde gerichtet hatten und die Sehnsucht nach dem Retter aufkam.

Und genau das war Napoleon in Frankreich gewesen. Nach der Herrschaft der Jakobiner, die von Intellektuellen geführt wurden, die Menschen, die nicht Ihrer Überzeugung anhingen, abschlachten ließen, der anschließenden Herrschaft der Kriegsgewinnler, wo nur Geld zählte und der Arme einen Dreck wert war, war Napoleon ein Mensch, der seine Schlachten gewann und dadurch das Selbstbewußtsein der Franzosen wieder aufrichtete.
Er beendete den Bürgerkrieg im Inneren (Vendee, Bretagne etc), führte den Code Civil (eine Schöpfung der Revolution) ein, förderte Strassenbau und Wirtschaft und sorgte so dafür, daß es den Franzosen wirtschaftlich besser ging und es eine Rechtssicherheit gab, die vorher unvorstellbar war.
Wenn wir die heutigen Maßstäbe anlegen, ist es wenig, nach den damaligen allerdings ungeheuer viel.
Frankreich war zum Beispiel der erste Staat,in dem Juden die vollen Bürgerrechte bekamen, daß allerdings auch gegen den Widerstand von Leuten wie Caulaincourt, die mehr zum Ancien Regime tendierten und über den Herzog von Enghien Ströme von Tränen vergossen, aber nichts dabei fanden, 40000 französische Mitbürger als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

Leider Gottes kennen die meisten Napoleon nur als Feldherren und kümmern sich nicht um die mindestens ebenso wichtige Steuerpolitik, den das entscheidet das Leben der einfachen Menschen viel Nachhaltiger, als das Gerede in Salons. Dort waren die, die sorgenfrei Leben konnten, für das einfache Volk war dieser Luxus nicht im entferntesten erreichbar. Aber sie wurden satt.

Kriege sind nie etwas erfreuliches und sollen nicht glorifiziert werden, aber man sollte schon versuchen, einen Menschen in möglichst vielen Facetten zu erfassen.

Mir ist jemand, der seinem gesamten Volk genug zu Essen verschaffte, lieber als einer, der einem Bettler ein großen Almosen gab und den Rest darben ließ.
Volkstümlich wird man dadurch allerdings nicht.


Venator





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"Ein mit Gold beladener Esel erstürmt jede Festung".

Nanny ...
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...   Erstellt am 20.12.2005 - 23:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Venator schrieb

    ... Auch Friederich der Große war derartig "beliebt" bei seinem Volk, daß es nach seinem Tode nur eines gab, Erleichterung, daß der ewige Forderer endlich weg war.
    Die Ernüchterung kam...



...deswegen hängt man solchen Herrschern erst im Nachinein ein "der Große" an...

Der Code Civil Napoleons ist aber auch von seinen Gegnern teilweise anerkannt worden - nach 1815 blieb er einigen dt. Fürstentümern erhalten und wurde nicht wieder abgeschafft.

Viele Grüße




Republicain ...
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...   Erstellt am 21.12.2005 - 07:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schließlich wurde der Code Civile aber auch von Benjamin Constant während des Consulat ausgearbeitet, der als er erkannte was da aus Frankreich werden sollte, dann doch lieber das Weite suchte.
Das Directoire war so negativ nicht, wie es beständig kritisiert wurde, wohl eher immernoch zu liberal für die Meisten. Hat schon einmal jemand die Verfassung des Direktoriums gelesen? Im Großen und Ganzen steht hier viel Wahrheit und es wird ein gerechtes Staatsgebilde entworfen, das von entschiedenen Republikanern gelenkt ein Erfolgsprogramm gewesen wäre, wie es ja 1798 auch noch aussah.
Den Casus mit der Jüdischen Emanzipation kannte ich bereits. Bonaparte war alles, nur kein Antisemit, wie dieser Tage ein wirrer Geist uns einreden will. Und das nur mit einem Argument, dem Sklavenaufstand auf Saint Dominique. Oft wirken Herrscher grausam, die reine Opportunisten sind. Herrscher wirken mildtätig und gut, wie Louis Capet, die an ihre eigene Sendung glauben und überdies keine (nennenswerten) Laster haben.
Ich finde es nur bedauerlich, mit welcher uneingeschränkten Verehrung heute noch und auch von öffentlicher Seite ohne jede Kritik dem Kaiser der Franzosen gezollt wird.





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