Mehiel unregistriert
| Erstellt am 22.03.2007 - 12:03 |  |
Lachen ist gesund 
Lachen hat seit Jahren in Deutschland Hochkonjunktur:
Der Bedarf an Schenkelklopfern ist groß und die Zahl der Nachwuchs-Kabarettisten kaum noch bestimmbar. Doch sollte man den Comedy-Boom nicht überbewerten.
Nur 20 Prozent aller Lacher entstehen durch einen Witz. Die Mehrzahl der Lacher haben weniger mit Humor zu tun, sondern mehr damit, wie wir im Alltag bestehen können.
Sozialer Klebstoff
80 Prozent aller Lacher beruhen nicht auf einem Witz oder einer Pointe. Die meisten Menschen lachen, um ihrem Gegenüber bewusst oder unbewusst etwas mitzuteilen. Lachen ist also in erster Linie ein Mittel der Kommunikation. Wie wichtig diese non-verbale Sprache ist, zeigt folgendes Beispiel: Ein Chef macht einen Witz vor einem seiner Angestellten. Im Normalfall fängt der Chef dann lauthals an zu grölen und der Angestellte beginnt ebenfalls zu lachen, auch wenn er den Unterhaltungswert des Witzes als eher gering einschätzt. Nicht der Witz provoziert das Lachen des Angestellten, sondern die vermeintliche Erwartungshaltung seines Chefs: Mitlachen! Der Angestellte kommt dieser Erwartungshaltung meist nach, um den Chef in seiner Rolle als Chef zu bestätigen, da er sonst negative Konsequenzen befürchtet. Man stelle sich nur einmal vor, der Angestellte würde dem Chef sein zustimmendes Lachen verweigern. Forscher haben bei dieser Art des Lachens herausgefunden, dass der Vorlacher meist laut und vokal lacht. Die Menschen, die auf das Lachen reagieren, halten sich in der Lautstärke zurück.
Doch Lachen kann weitaus mehr zwischen Menschen vermitteln als bloße Machtpositionen. Lachen kann auch als Indikator für Sympathien oder Antipathien genutzt werden. Die Menschen in einer Reisegruppe etwa, die die kommende Woche miteinander verbringen werden, lachen sich nachgewiesenermaßen am Anfang dieser Zeit häufiger an als zum Ende. Schon in den ersten Stunden wird durch häufiges Lachen geklärt, wer sich innerhalb der Gruppe am sympathischsten ist. Das Lachen zeigt an, dass zwei Menschen sich freundlich gesonnen sind, dass sie sich gegenseitig zustimmen, also eine Basis an Gemeinsamkeiten haben. Dieser Gruppenfindungsprozess geschieht fast ausschließlich unbewusst. Die Lachkommunikation hat hier den Vorteil, dass die Gefühle nicht offen ausgesprochen werden und sich so auch niemand direkt verletzt fühlen muss. Aufgrund seiner Ordnungsfunktion innerhalb sozialer Gruppen bezeichnen viele Wissenschaftler das Lachen auch als soziales Schmiermittel oder als Klebstoff.
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JetSetWilly 

Status: Offline Registriert seit: 05.02.2007 Beiträge: 288 Nachricht senden | Erstellt am 01.06.2007 - 11:01 |  |
Lachen ist angeblich sehr gesund, und die meisten tun es offenbar zu wenig.
Diejenigen, die uns mit RTL- und Pro7-Humor aus der Humor-Diaspora befreien wollten, haben uns allerdings einen Bärendienst erwiesen.
Inzwischen geht ein Großteil der Komik zu Lasten anderer. Ob es die versteckte Kamera mit ihren verstaubt anmutenden Nicklichkeiten ist oder ein Stefan Raab, der bemitleidenswerte Zeitgenossen vor Millionen bloßstellt, ist dabei egal. Es wird eigentlicht nicht mehr darüber gelacht, daß man Teile von sich selbst erkennt (wie bei Ekel Alfred oder Loriot), sondern lediglich darüber, daß es einen selbst nicht erwischt hat.
Einen Mischung aus Schadenfreude und Erleichterung mithin.
In die Kamera gehaltenen Säuglingen, die ohne Sinn und Verstand um die Wette krähen kann ich allerdins ebensowenig abgewinnen, wie dem Lachsack, der in den 70ern in manchem Klassenzimmer für Furore sorgte.
Dazu lache ich einfach zu gern und zu herzlich.
Signatur So einfach ist das |