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Kyllikki 





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...   Erstellt am 06.12.2006 - 20:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


...dicke Regentropfen prasselten unaufhörlich auf die Dächer und Straßen Andorhals. Das Geräusch war laut und Fräulein Abbygale empfand es als nervtötend als sie in ihrem Schaukelstuhl vor dem Mädchenschlafsaal des Waisenhauses saß und ihre Stricknadeln klicken lies. Zumal sie unter dem Lärm umso angestrengter auf eventuelle Unruhen im Schlafsaal horchen musste. Ein Geräusch war allerdings nicht zu überhören, selbst wenn sie es versucht hätte. Die Torglocke schallte hell und allarmierend den Treppengang hinauf. Einmal lang. Zweimal kurz. Sie verstummte. Aufgebracht sprang das Fräulein auf und trippelte vorsichtig, um auf den alten Stufen nicht nochmehr Lärm zu veranstalten, die Treppe hinunter. Wer läutete um diese Zeit denn noch an der Tür des Waisenhauses? Zumal auf einer Messingtafel am Eingang ausdrücklich darum gebten wurde die Nachtruhe einzuhalten. Unten angekommen riss die Waisenmatrone die Holztüre auf und begann kaum dass sie halb geöffnet war zu zetern: "Beim Licht, könnt ihr nicht Lesen?! Die Kinder..." Sie verstummte. Keine Menschenseele war zu sehen. Sie streckte den Kopf aus dem Türrahmen. Sah erst nach rechts, dann nach links. Nichts. Nächtliche Schwärze, Regen und hier und da eine Ratte die über den Gehsteig huschte. Mit einem genervten Seufzen schüttelte sie den Kopf und wollte die Türe soeben wieder schliessen als ein Kreischen den stetigen Rhytmus der Regentropfen zeriss. Nachdem sie sich die Zeit nahm heftig zu erschrecken sah sie nach unten. Auf der obersten Stufe des Aufgangs zur Tür stand etwas das nach einem Korb aussah. In dieser Dunkelheit hätte es jedoch genausogut eine in sich zusammengerollte Katze sein können. Und wenn es eins gab was das Fräulein Abbygale noch weniger leiden konnte als Klingelstreiche, dann waren es mit sicherheit Katzen. "Pack dich!", zischte sie. Noch ein Kreischen. Weniger laut, eher gequält, fast schon mitleiderregend. Abbygale stutzte. Solches Geschrei kannte sie nur zu gut. Langsam ging sie in die Hocke und streckte noch langsamer ihre Hand nach dem schreienden Ding aus. Als sie etwas zu fassen bekam das sich wie ein Stoffzipfel anfühlte zog sie daran und hielt im nächsten Moment eine winzige Decke in der Hand. Sie stank wie aus einem Pferdestall und im Normalfall hätte das, was Reinheit angeht, geradezu fanatische Fräulein den Fetzen umgehend entsorgt. Wenn ihr Blick nicht auf den Inhalt des Dings, das sich tatsächlich als Körbchen herausgestellt hatte, gefallen und daran haften geblieben wäre. Ein Kind, sicher noch ein Säugling, lag darin, räkelte sich in der Kälte, hatte jedoch aufgehört zu schreien und sah Abbygale mit großen Augen an. "Meine Güte", flüsterte sie, schnappte sich nach kurzem Zögern den Weidenkorb und stieß die Tür hinter sich mit dem Fuß zurück ins Schloss.

Am nächsten Morgen stand Fräulein Abbygale mit verschränkten Armen und nachdenklichem Blick vor einem hölzernen Gitterbett das sie in den Mädchenschlafsaal geschafft hatte. Darin lag das Kindlein das sie in der Nacht zuvor gefunden hatt, eingewickelt in eine saubere Decke und schlief. Umringt war die Waisenmatrone von zahlreichen Kindern, Jungen und Mädchen, kaum eines älter als Zehn Jahre. Alle versuchten sie neugierige Blicke auf den Neuankömmling zu erhaschen und Abbygale hatte sich vorsichtshalber mit ihrem offtmals bewährtem Rohrstock bewaffnet. Auf dem Kopf des Säuglings lag ein kurzer, spärlicher Schopf rabenschwarzen Haars. Das Kind machte einen gesunden Eindruck, obwohl seine Haut auffällig blass war. "Wie wollen wir es nennen?", platzte ein Mädchen von etwa 6 Jahren heraus. "Weis ich nicht.", gab Abbygale zu. "ist´s denn ein Mädel oder ein Bub?", fragte einer der Jungen. "Ein Mädchen. Oder denkst du sonst hätte ich sie hier schlafen gelegt statt bei euch?" "Und wie habt ihr das rausgefunden?!", wollte ein anderer, schon etwas älterer, Junge wissen. Wildes Gekicher brach los. Die Waisenmatrone verpasste ihm einen Hieb mit dem Rohrstock auf den Hinterkopf. Die meisten verstummten. Eines der Mädchen klammerte sich an die Gitterstäbe und betrachtete das Kind dahinter. "Der Bäckermeister von drüben hat ein kleines Hundi. Das hat er Kyllikki genannt.", sagte es. Sofort setzte es eins mit dem Stock. "Man benennt kleine Mädchen nicht nach Hunden!", bestimmte Fräulein Abbygale. Schweigen. Von unten ertönte ein Klingeln und die Kinder ströhmten wie auf ein Signal freudig schnatternd aus dem Schlafsaal. Abbygale blieb noch einen Moment vor dem Bett stehen und seufzte.
Als wenige Minuten später die Versammelte Besatzung des Andorhaler Waisenhauses beim Morgenmahl zu Tisch saß schlummerte die kleine Kyllikki seelig in ihrem Gitterbettchen weiter, nicht ahnend was das Schicksaal für sie bereit gelegt hatte...





Signatur
"...so taumle ich, vor freude schreiend, mich badend in dem Meer aus Blut das Eure Leiber mir geschenkt und welches lindert meine Wut."

[*flüstert* für die Horde..."]


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