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...   Created on 14.01.2008 - 10:09Jump to top Quote this post Report this post Edit Delete


KWICK!-Interview: THE BOSSHOSS

Dank The BossHoss ist Country in Deutschland nicht mehr länger out. Mit ihrer zündenden Mischung aus Coversongs und eigenen Titeln, arrangiert in einem Mix aus Uptempo-Country und vielen Rock-Elementen, schafften es die Berliner in die höchsten Regionen der Album-Charts. Nun ist ihr neuestes Werk "Stallion Batallion" auf dem Markt, das ebenfalls fleißig durchstartet. Das KWICK!-Magazin traf sich mit der Band, um sich mit ihnen über "Stallion Batallion" und vieles andere mehr zu unterhalten.


Bis vor drei Jahren war Country für alle halbwegs aufgeklärten Musikhörer noch ein dunkelrotes Tuch. Truck Stop, Gunther Gabriel und Co. taten alles dafür, diese an sich sehr facettenreiche und unterhaltsame Musikrichtung zu einem extrem seichten, schlagerverseuchten Gedudel verkommen zu lassen.


Country begann wieder aufzuleben


Doch 2005 hauchten die Berliner Band The BossHoss mit ihrem Album „Internashville Urban Hymns“ dem Genre neues Leben ein. Ihr Stil war stark countrylastig, aber extrem straight und versehen mit vielen Elementen aus allen möglichen Spielarten des Rock. Enthalten waren hauptsächlich Cover-Versionen aus allen möglichen Musikrichtungen, z.B. „Seven Nation Army“ (The White Stripes), „Hey Joe“ (Jimi Hendrix) oder „Hey Ya!“ (Outkast). Mittlerweile ist das dritte Album „Stallion Batallion“ auf dem Markt und die Erfolgskurve der Jungs geht weiterhin stark aufwärts.

Das KWICK!-Magazin hatte die Ehre, die Band im Vorfeld eines Auftritts in Stuttgart zu treffen. Dort standen uns Alec „Boss Burns“ Völkel (Gesang) und Sascha „Hoss Power“ Vollmer (Gesang, Gitarre) Rede und Antwort.

"Zwischendurch haben wir vielleicht zwei Stunden gepennt."

Ihr seid seit 2005 erfolgreich, bringt jedes Jahr ein Album heraus und absolviert noch dazu eine dreistellige Anzahl an Konzerten. Stress kennt ihr nicht, oder?
Alec: Doch, ohne Ende, aber das ist positiver Stress. Klar ist es anstrengend und zehrend, aber es macht Spaß. Wir haben das Glück, unser Hobby zum Job gemacht zu haben. Man empfindet den Stress dann als nicht so schwerwiegend. Wir machen das für uns selbst, die Band, die Mukke.
Sascha: Am Stressigsten sind für mich auf jeden Fall die Promo-Trips, die man dann noch zwischen den Konzerten hat. Gestern haben wir zum Beispiel in Hannover gespielt und sind anschließend nachts nach Köln gefahren, weil wir Freitag früh im Fernsehen waren. Und dann sind wir gleich nach Stuttgart geflogen, um hier weiter zu machen. Zwischendurch haben wir vielleicht zwei Stunden gepennt.

Wie strange war denn die Umstellung vom Local Hero zum bundesweiten Erfolg? Außerdem seid ihr ja mittlerweile sogar in Übersee tätig.
Sascha: Das ging ja alles auch nicht von heute auf morgen. Los ging es in und um Berlin, dann waren wir deutschlandweit unterwegs. Anschließend haben wir vorsichtig Österreich und die Schweiz gecheckt. Etwa 90% ist immer noch Deutschland und dann kam eben das angrenzende Umland immer mehr hinzu. Wir waren zwar dieses Jahr auch in Kanada, aber es ist nicht wirklich so, dass wir jetzt schon weltweit unterwegs sind.

Wie seid ihr denn dort aufgenommen worden. Ihr seid ja sehr straight und das mögen die Kanadier bekanntlich.
Alec: Super, genauso gut wie hier. Die haben es auf jeden Fall verstanden. Man hätte ja auch denken können, wir treten denen ein bisschen auf den Schlips, weil wir mit den Klischees hier und da doch ordentlich übertreiben. Aber sie haben es musikalisch eins zu eins aufgenommen und auch die Ironie verstanden.

Du hast gerade mit Eurer Attitude angefangen. Es geht ja nicht nur um Eure Musik, sondern Ihr lebt das ganze Drumherum genauso mit und werdet so zu einem Gesamtpaket. Habt Ihr keine Angst, dass das alles die Musik ein bisschen überspielt?

Sascha: Nö, denn wie du schon richtig gesagt hast, spielen wir ja ungefähr 150 Konzerte pro Jahr. Insofern ist die Musik dann schon im Vordergrund. Das andere ist die Show, wie Cowboyhüte und auf der Bühne englisch sprechen. Das alles unterstreicht die Musik, die aber immer im Vordergrund steht. So empfinden wir uns zumindest.

"Die Cover-Nummern waren eben der Gag an der Sache."

Nun habt Ihr Euch vom reinen Country weg zu einer etwas universelleren Richtung hinbewegt. Wenn man das neue Album hört, stellt man fest, dass noch viel mehr drauf ist. Trotzdem scheint Country Eure Wurzel zu sein. Habt Ihr diese Richtung mit Absicht gewählt?
Alec: Eine Band muss sich natürlich entwickeln. Das erste Album war hauptsächlich gecovert und durchaus, wenn man so will, sehr countrylastig. Wir hatten nur drei eigene Nummern drauf, aber das Feedback der Fans dazu war extrem gut. Dann kam das zweite Album raus und da machten wir Hälfte-Hälfte. Logischerweise kommen bei eigenen Titeln die persönlichen Wurzeln mehr heraus als bei Coversongs. Das Album war noch erfolgreicher als das erste. Und dann war der logische Schritt zum dritten, fast nur noch eigene Songs zu bringen. Das Verhältnis ist jetzt zehn zu vier. Wir wollten uns dann natürlich auch ein bisschen entwickeln und rockiger werden, ohne den Country völlig weg zu lassen. Der schwingt auf jeden Fall noch mit.

Sascha, der Titeltrack Eures neuen Album „Stallion Batallion“ hätte auch von Hot Boogie Chillun (Anm.: Saschas vorherige Band) sein können. Da ist ja viel Rockabilly dabei und gar kein Country mehr…

Sascha: Na ja, da ist ja noch Rock’n’Roll und etwas Punkrock dabei. Außerdem war ja Hot Boogie Chillun auch keine klassische Rockabilly-Band. Das hören wir öfters, aber ich hab den Song eben gemacht. Das ist nun mal mein Style und der passt auch sehr zu Bosshoss.

Traut Ihr Euch jetzt eher, Euer eigenes Ding zu machen?

Sascha: Das hat damit nicht unbedingt was zu tun. Am Anfang stand die Country-Nummer, damit gingen wir raus und das kam super an. Wir hatten anfangs überhaupt nicht vor, eine Band daraus zu machen. Wir dachten dann: „Geil, machen wir halt weiter.“ Wir wollten zu dieser Zeit den Leuten einfach nicht unsere eigenen Songs aufdrängen. Die Cover-Nummern waren eben der Gag an der Sache. Die drei eigenen Songs auf der ersten Platte kamen einfach nur sehr gut an. Dann machten wir halt mehr eigene Nummern. Und jetzt spricht einfach der Weg für sich, dass wir mit eigenen Nummern genauso funktionieren.

Auf „Monkey Business“ setzt Ihr Euch ja ein bisschen mit der Plattenindustrie und der Kritik an Eurer Musik auseinander. Sehe ich es richtig, dass Ihr Kritik immer dann versteht, wenn sie nicht absolut ist?

Alec: Es geht um Vorverurteilungen, Klischees, Schubladendenken. Damit mussten wir uns oft auseinandersetzen. Wenn man halt covert, damit erfolgreich ist, hunderttausend Platten verkauft und im Radio gespielt wird, kommen natürlich viele Neider um die Ecke und meinen: „Na prima, alle strampeln sich hier seit zwanzig Jahren ab, und da kommen die Jungs und machen Cover-Versionen. Da haben sich die Jungs ja ein tolles Konzept ausgedacht, wie man schnell den flotten Euro verdienen kann.“ Aber so ist es natürlich nicht, und wer die Geschichte von uns kennt, weiß, dass es sich ganz anders zugetragen hat. Und deswegen nervt es, wenn die Leute Urteile über einen fällen und sich irgendwas zusammenreimen, was nicht den Tatsachen entspricht.
Sascha: Das gilt auch für die Radiolandschaft. Die Musik, die wir machen, ist ja nicht unbedingt radiotauglich. Aber wir gehen so oft raus im Jahr und spielen im Schnitt vor ein- bis zweitausend Leuten. Und dann müssen wir uns von irgendwelchen Radio-Musikchefs anhören, dass das nicht funktioniert und es keiner hören will. Das liegt daran, dass sie in ihrem Musikarchiv keine passende Schublade dafür haben. Die meisten spielen eine Band erst dann im Radio, wenn sie auch die anderen spielen. Und wenn das jeder macht, wird’s natürlich nie was.


"Man muss selber ran, da hilft einem keiner."


Das könnt Ihr doch aber verschmerzen, denn die Alben gehen ja ab wie sonst was.
Sascha: Ja, klar, aber wir arbeiten auch hart dran und machen das meiste selber. Wir sind zwar bei einer Major-Company und dachten damals auch, dass es jetzt losgeht. Aber das ist nur der Schlüssel, der die Türe aufmacht. Um weiter zu kommen, muss man echt richtig hart ackern. Mittlerweile macht die Plattenfirma bei uns nichts Weiteres als den Vertrieb. Die ganze Promo - Print, Radio, TV oder Online - haben wir ausgelagert und machen es selber. Wir machen Produktion, Musik, Artwork, Homepage – wir machen alles selber. Man muss selber ran, da hilft einem keiner.

Und das lassen die mit sich machen?

Sascha: Die können ganz schön happy sein, dass wir das alles machen. Sonst wären wir jetzt nicht dort, wo wir sind. Und die Jungs würden weniger Geld verdienen.

Ich dachte bisher eigentlich immer, dass die möglichst viel selber in der Hand behalten wollen, um es dann selbst zu vermarkten.

Alec: Am Anfang war es auch so, aber es lief überhaupt nicht zufrieden stellend. Deswegen haben wir das selber in die Hand genommen. Und – siehe da – auf einmal hatten wir zehnmal mehr Aktionen, Promo, Aufmerksamkeit. Seitdem sind die auch ziemlich happy, weil wir einfach den besseren Plan haben.

Was Veröffentlichungen betrifft, legt Ihr ein Wahnsinns-Tempo vor. Das hält man doch nicht lange durch, oder?
Alec: Damit ist jetzt auch Schluss. Im März gibt’s noch ein Live-Album mit DVD und allem Schnickschnack, und dann werden wir wohl das neue Album erst wieder im Frühjahr 2009 herausbringen. Obwohl das ja auch nur anderthalb Jahre sind. Wir brauchen auch mal ein bisschen Luft und Puffer, um alles wieder loszulassen.

Diesen Puffer möchte ich Euch jetzt auch geben, beende das Interview und bedanke mich bei Euch sehr herzlich!



Quelle: KWICK.de





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