AlbusDumbledore  Schulleiter // Gründer des Phönixorden
      

Status: Offline Registriert seit: 14.08.2005 Beiträge: 421 Nachricht senden | Erstellt am 31.10.2005 - 17:44 |  |
Vorab eine kleine Erklärung. Dies ist eine Kurzgeschichte, die als Erinnerung eines jungen Mannes dargestellt ist, der im alter von 16 den Drogen zum Opfer viel. Ich schreibe derzeit auch an einem gleichnahmigen Buch. Allerdings fällt das Ende des Buches um einiges anders aus, als in dieser Geschichte.
Ich würde mich über einige Meinungen freuen.
Drogen sind mein Leben
Ja, ich kann sagen, dass ich so ziemlich alles in meinem Leben erlebt habe, was man erleben kann. Damals war ich siebzehn. Siebzehn, als sich mein Leben so stark verändert hat, wie es sich in meinem ganzen Leben zuvor nicht verändert hat. Es war ein Jahr indem ich alles durchlief: Trauer, Angst Verzweiflung, Liebe, Glück... Lange habe ich es verdrängt. Doch nun weiß ich, Johnny Santiago, es ist der richtige Zeitpunkt gekommen um über mein Leben zu berichten. Damals waren Drogen mein Leben!
„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Mordes in zwei Fällen und mehrfacher Körperverletzung schuldig befunden und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt!“ So lautete das Urteil, das Johnnys Vater ins Gefängnis brachte. Noch am selben Tag wurde seine Mutter in eine Klinik für Alkoholkranke verwiesen und wird nun dort betreut. Seit dem Tag lebten Johnny und sein 12-jähriger Bruder Antony bei ihrer Großmutter. Johnny war es sowieso egal. Für ihn zählten nur sein Bruder und seine Zigaretten. Drogen hatten in diesem Teil seines Lebens noch keine große Bedeutung, obwohl er auf Partys mehrmals welche schluckte. Auch seine Freundin, so schien es, interessierte ihn immer weniger, bis er ohne Begründung mit ihr Schluss machte. In einem Jahr würde er sowieso mit Antony abhauen und woanders ein neues Leben anfangen, doch damals wusste er noch nicht, dass es niemals soweit kommen würde...
„ANTONY!“, hallte Johnnys dunkle Stimme durch die stille Nacht. Blutüberströmt hielt er seinen kleinen Bruder in seinen Armen und Tränen der Verzweiflung liefen ihm übers Gesicht. „Du darfst nicht sterben kleiner, hörst du?! Du darfst nicht sterben!“, flüsterte Johnny durch die immer noch so scheinbar ruhige Nacht. Doch es war bereits zu spät als er aus weiter ferne die Sirenen des Krankenwagens hörte...
Mit dem Tod meines Bruders begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Ich habe die wichtigste Person in meinem Leben verloren und somit auch ein Teil von mir. Nun hatte ich niemanden mehr und ich beschloss mein Leben selbst in die Hand zu nehmen!
„Du auch?“, fragte Vicky mit einem verführerischem Lächeln und hielt Johnny ein kleines Päckchen Koks vors Gesicht. „Aber immer doch!“, gab Johnny verspielt zurück. Nach einer kleinen Erfrischung, legte sich Vicky auf ihn und begann sein T-Shirt auszuziehen. Johnny schien Vickys Nähe zu gefallen und sie begannen heftig miteinander rumzuknutschen. Nun endlich hatte Vicky, die eigentlich Shai’s Freundin war, dem Anführer dieser auf der Straße lebenden Gang, Johnny rumgekriegt. Sie genoss die Spiele, die sie mit anderen Jungs spielte. Shai wusste davon jedoch gar nichts. Als Johnny und Shai’s Gang sich zum ersten Mal begegneten, war für ihn klar, dass er dazu gehören wollte und er schloss sich ihnen an. Mit dieser Entscheidung hatte er sein Leben endgültig den Drogen gewidmet... „Leute!“, rief Shai die Gang, während Vicky bereits an seine Seite stand und eine Kippe in der Hand hielt. „Heute Nacht heißt es Party! Wir gehen ins „Hot-Night“ um ein bisschen zu feiern!“ Nachdem Shai das Programm bekannt gegeben hatte, verteilte Jason an jeden jeweils 3 Ecstasypillen.
Nachdem sich jeder die erste Pille nahm und auf die Tanzfläche ging um durchzustarten, drängte Vicky Johnny in eine Ecke und begann ihn zu küssen. Johnny ließ sich erneut auf sie ein und seine Hände berührten ihren sexy Hintern. „Du Penner!“, drang ein Schrei, scheinbar aus einer anderen Welt auf Johnny zu und plötzlich lag er mit blutender Nase auf dem Boden. „Du Arsch wagst es dich an meiner Freundin zu vergreifen!“, brüllte Shai und hielt Vicky in seinen Armen. „E...E...Er hat mich einfach gepackt und in die Ecke gedrängt“, log Vicky. „Los verpiss dich! Und wag es nie wieder bei uns aufzutauchen!“, meinte Shai mit einem Hasserfüllten Blick und spuckte Johnny, der immer noch auf dem Boden hockte ins Gesicht. „Von nun an führst du wieder dein eigenes Leben, Santiago!“
Dies war das letzte was ich von Shai’s Gang hörte. „Von nun an führst du wieder dein eigenes Leben, Santiago!“ Ja, von nun an führe ich wieder mein eigenes Leben! Es war für mich wie ein Neuanfang als ich von der Gang aufgenommen wurde und ich mein Leben den Drogen widmete. Mit meiner Vergangenheit und die Erinnerungen an meine Familie habe ich damals endgültig abgeschlossen. Ich habe nie etwas für Vicky empfunden. Sowieso war sie für mich tabu, da ich wusste, dass sie mit Shai zusammen war. Doch nach mehreren Versuchen, gelang es ihr dann mich doch zu verführen und ich ließ mich darauf ein. Ich bereue es nicht, das sie wirklich sexy ist. Ihr Körper wie ihr inneres. Keine Sekunde in der wir uns näher kamen bereue ich, obwohl ich nie etwas für sie empfand. Die Gang war für mich wie eine Familie – nein, sie war meine neue Familie. Bei ihr fühlte ich mich zu Hause. Sie haben mir ein neues Leben gezeigt und ich habe es angenommen. Doch nun musste ich wieder meinen eigenen Weg gehen. Doch die Drogen sollten mich auf meinem Weg begleiten. Von nun an, waren nur noch Drogen mein Leben!
Nun war Johnny wieder alleine. Alleine mit den Drogen. Ein Tag nach dem anderen verging. Um an Geld zu kommen, bedrohte Johnny Leute etwas abseits der Stadt, mit seiner Spritze. Er brauchte das Geld! – Er brauchte die Drogen! Wie sehnte er sich wieder in der Gang zu sein. Stoff ohne Ende... und das kostenlos. Es war damals wirklich ein Genuss. Doch nun musste er selbst für sich sorgen und ohne Kohle war dies ziemlich unmöglich. Klar versuchte er öfters zu handeln und somit den Preis ums minimale zu senken, doch oftmals wurden für 10 Gramm um die 300 € verlangt. Dies war das Leben das Johnny führte. Von Gefühlen hatte er keine Ahnung mehr. Doch eines Abends, als er an der Theke eines Nachtclubs saß und sich gerade seine zweite Zigarette anzünden wollte, setzte sich plötzlich ein Junge, etwa in seinem Alter, zu ihm und hielt ihm das Feuerzeug hin. „Mein Name ist Yan!“, meinte er und zündete sich ebenfalls eine Zigarette an. Johnny bemerkte wie der Typ ihn beobachtete und plötzlich durchfuhr ihn ein Gefühl, das er noch nie zuvor gehabt hatte. Er wandte sich Yan zu und bemerkte plötzlich das Strahlen in Yan’s Augen und Wärme durchfuhr seinen ganzen Körper. „Johnny. Johnny Santiago ist mein Name”, gab Johnny zurück, während er gerade die Asche an seiner Zigarette am Aschenbecher abschnippte. „Ein schöner Name..., Spanier?“, wollte Yan daraufhin wissen. „Mein Vater“, antwortete Johnny. Man merkte das Yan bemüht um das Gespräch war und Johnny nicht wusste wie er sich verhalten sollte. Er wollte mit Yan reden, doch irgendetwas in seinem Körper hielt ihn auf. Vielleicht war es die Wärme die ihn daran hinderte eine Frage zu stellen. Ein Frage von Hunderten die sich Johnny gerade selber stellte. „Ich habe noch zwei Pizzen und etwas zu trinken zu Hause. Lust?“, fragte Yan und die beiden machten sich daraufhin auf den Weg zu ihm. Zusammen setzten sie sich mit ihren Pizzen auf die Coach. Doch während Yan schon aß, holte Johnny seine Spritze und nahm sich einen Druck. Yan starrte ihn sofort sprachlos von der Seite an. „Is was?“, fragte Johnny ohne zu wissen was plötzlich aus der Lockerheit, die ihm bei Yan aufgefallen war, geworden ist. „Du nimmst Drogen?“, fragte Yan, der völlig blass geworden war. „Klar! Willste auch was?“, erwiderte Johnny ohne zu wissen was eigentlich los war.
Damals hatte ich keine Ahnung was ich da gerade sagte, doch ich war mir sicher, dass sich zwischen Yan und mir mehr als nur Freundschaft entwickeln würde! Schon als ich ihn zum ersten Mal sah, war ich mir sicher, dass unsere Begegnung kein Zufall war...
Johnny wachte auf und hatte keine Ahnung wo er sich befand, doch als er Yan neben sich sitzen sah, erinnerte er sich an den gestrigen Abend. „Trink! Ich habe dir einen Tee gemacht.“, meinte Yan als er bemerkte das Johnny aufgewacht war. „Johnny nahm einen Schluck und Übelkeit machte sich in ihm breit. „Keine Sorge. Zwar schmeckt der Tee nicht, allerdings gibt es kaum was gesünderes“, grinste Yan und ermutigte Johnny damit einen weiteren Schluck zu nehmen. Schweigend saßen sie auf der Coach, während Johnny seinen Tee austrank. „Ich... ich habe beschlossen... beschlossen dir zu helfen von den Drogen los zu kommen!“, meinte Yan plötzlich und Entschlossenheit war in seiner Stimme zu erkennen. „Nur dann werden wir eine gemeinsame Chance haben. Wir müssen uns diese Chance gemeinsam aufbauen. Wenn wir das schaffen, dann ist das mit uns eine Bestimmung! Ich spüre deine Gefühle Johnny und ich will dich halten - mit meinem Herz sowie mit meiner Hand!“ Johnny war wie hypnotisiert von Yan’s Worten die ihn tief in seinem innern berührten. Er bemerkte wie Yan’s Lippe sanft an seine stieß... „Bitte hilf mir!“
Es war ein Gefühl in meinem Leben, das ich noch nie zuvor gehabt hatte. Nicht das ich damals zum ersten Mal einen Jungen geküsst habe... – nein, das war es nicht. Es lag an Yan! Und mir war es egal das er ein Junge war. Damals hatte ich nie gedacht, dass ich jemals was mit einem Jungen haben könnte, aber als Yan und ich uns begegneten, war mir klar, das ich mich geirrt hatte. Es war ein Gefühl, als würde sich ein Band zwischen uns aufbauen. Ein Band, das niemals reißen würde. Ich brauchte Yan und brauche ihn immer noch! Ja, heute kann ich sagen, dass ich es ohne ihn niemals geschafft hätte von den Drogen los zu kommen. Die Liebe zu ihm war und ist mir wichtiger als alles andere auf der Welt – erst Recht als Drogen. Ich habe es ihm oft nicht leicht gemacht und heute weiß ich, dass er mehr unter meiner Sucht gelitten hat als ich! Statt Diskotheken zu besuchen und zu feiern, verschwendete Yan seine ganze Energie für mich! Dafür danke ich ihm! Es war für uns beide eine verdammt lange und harte Zeit. Wahrscheinlich sogar die härteste Zeit unseres Lebens. Doch wir haben die Chance die uns gegeben wurde genutzt und heute kann ich sagen, das mir nichts wichtiger ist als die Liebe! Die Liebe, die die Kraft gibt das Leid zu vergessen!
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